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Bei uns sind die Menschen die Sehenswürdigkeiten!

Beim Schlittenfahren im Rosental treffen wir auf den FC Carnica der kein Fußballverein ist, einen Museumsbetreiber der nicht fad ist, eine Regionsmanagerin die auf die Menschen setzt und auf Linda, die kein Mensch ist.

Nachdem wir Behördenjungelführerin Vanessa in Wolfsberg getroffen und Enkelsicherer Peter in Völkermarkt heimgesucht haben, landen wir am Schluss unserer Tour durch die LAG Unterkärnten im wunderschönen Bodental und lernen Ingeborg Schönherr kennen, die Regionalmanagerin der Carnica-Region Rosental (www.carnica-rosental.at) und dritte im Bunde der Regionalkooperation Unterkärnten. Ingeborg stellt uns gleich mal eine waschechte Rosentalerin vor: Linda. Linda hat eine tiefschwarze Mähne, treue Augen, kräftige Schenkel und bläht die Nüstern freudig als wir ihr eine Karotte anbieten. Trotzdem wirkt die starke Schönheit ziemlich angespannt, und zwar an den Holzschlitten von Kutscher Hans Lausegger, der uns ein wenig durchs Bodental kutschiert. Wegen der Fotos wär’s g’wesen. Aber wer sind bloß diese anderen Passagiere?

IMSÜDEN.AT: Na Ingeborg, wen hast du uns denn da in die Kutsche gesetzt? Wir dachten wir schauen uns die Sehenswürdigkeiten des Rosentals an.
Ingeborg Schönherr: Ja, machen wir auch, denn bei uns sind die Menschen die Sehenswürdigkeiten! Deshalb hab ich eine bunte Mischung aus LEADER-Projektträgern mitgebracht.

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IMSÜDEN.AT: Erklär uns bitte nochmal dieses LEADER-Dings….
Ingeborg Schönherr: Das haben euch Vanessa in Wolfsberg und Peter in Völkermarkt mit ihren Projekten zwar eh schon gut erklärt, aber hier nochmal die Kurzfassung: Das LEADER-Programm der Europäischen Union fördert die ländliche Entwicklung, indem es modellhafte Projekte finanziert, und so für Innovation und Vernetzung am Land sorgt. Um dabei zu helfen dieses EU-Geld zu bekommen, die Projekte abzuwickeln und damit die Region weiterzuentwickeln, gibt es den Zusammenschluss der drei Regionen Lavanttal, Südkärnten und Rosental, also von Vanessa, Peter und mir zur Regionalkooperation Unterkärnten. Weil wir vor ähnlichen Herausforderungen stehen und so gemeinsam einfach auch mehr Schlagkraft haben.

IMSÜDEN.AT: Was für Projekte fördert ihr so?
Ingeborg Schönherr: Da sind wir nun bei unseren Passagieren: Der junge Mann hier ist Jörg Prix, und soll mal lieber selber erklären was er macht…

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IMSÜDEN.AT: Jörg?
Jörg Prix: Hallo, ich vertrete eigentlich zwei Projekte. Das eine ist das HISTORAMA, das Museum für Technik und Verkehr in Ferlach, wo wir auf derzeit 3.000 Quadratmetern über 280 Exponate ausstellen und 16.000 Besucher im Jahr haben.

IMSÜDEN.AT: Was gibt’s da genau zu sehen?
Jörg Prix: Vom Oldtimer Auto, über alte Straßenbahnen und Dampfwalzen, bis zu Motorrädern und Eisenbahnen ist für jeden was dabei. Ursprünglich hatten wir nur 18 Exponate und 200 Quadratmeter als wir 1993 eröffnet haben, heute machen wir sogar Ausfahrten mit den Nostalgiebahnen. Besonders beliebt sind unsere Nikolofahrten, wo wir in nur sechs Tagen über 5.000 Fahrgäste befördern. Die Kinder lieben das!

Nostalgiebus

IMSÜDEN.AT: Und da hast du nebenbei noch Zeit für ein zweites Projekt?
Jörg Prix: Tja….
Ingeborg Schönherr: Muss er (lacht)! Das zweite Projekt nennt sich „Ein Tag Glück im Rosental“ und präsentiert das Tal als Ausflugsregion.
Jörg Prix: Einer unserer historischen Busse fährt heuer im Sommer erstmals von Villach „runter“ bis Ferlach zu den verschiedenen Ausflugszielen und dann, am Abend, auch wieder zurück. Das ist ein nigelnagelneues Angebot.

IMSÜDEN.AT: Was gibt’s denn da konkret zu erleben?
Ingeborg Schönherr: Oh, wir haben so viele tolle Ausflugsziele – die Tscheppaschlucht, den Waldseilpark, das Historama haben wir schon besprochen, das Büchsenmachermuseum, die Galerie Walker, den Tierpark und das Schloss Rosegg, die Keltenwelt, das EXPI in Gotschuchen…

IMSÜDEN.AT: Stopp! Das EXPI in GOTSCHUCHEN? Was’n das bitte?
Ingeborg Schönherr: EXPI ist die Abkürzung für Experiment und ist ein sogenanntes „Hands-on-Science-Center“, dass von einem Physiker betrieben wird und ein beliebtes Ausflugsziel darstellt, vor allem für Kinder.

IMSÜDEN.AT: Nein, wir meinten: Was ist ein „Gotschuchen“ (lacht)?
Ingeborg Schönherr: Sehr witzig! Solltet ihr mal hin, nicht nur wegen dem EXPI!

IMSÜDEN.AT: Schon gut, schon gut! Wen hast du uns denn noch mitgebracht als Sehenswürdigkeit?
Ingeborg Schönherr: Renate Jernej macht wieder ein ganz anderes Projekt, eher ein gesellschaftspolitisches, es geht um Frauen…
Renate Jernej: Genauer gesagt um die Perspektiven der Frauen im Rosental. Das Projekt heißt „Schwarz/Weiß“ und ist ein Fotoprojekt, das demnächst zu einer Ausstellung wird.

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IMSÜDEN.AT: Aber wie fängt man die „Rosentaler Frauenperspektive“ ein?
Renate Jernej: Man findet 27 höchst unterschiedliche Frauen hier, verteilt an sie analoge Einwegkameras mit denen sie ein positives, also weißes und ein negatives, schwarzes Foto machen sollen. Analog, damit sie sich auch wirklich genau überlegen was sie fotografieren und nicht einfach nur drauf los knipsen. Dann sichtet man und macht eine Ausstellung draus, die dann durch die Gemeinden der Carnica-Region tourt.

IMSÜDEN.AT: Klingt interessant, was haben die Rosentalerinnen denn so fotografiert?
Renate Jernej: Zum Beispiel ein Foto von Highheels neben den Wanderschuhen um die vielfältigen Rollen der Frau zu illustrieren. Aber auch sehr künstlerisch gestaltete Fotos, beispielsweise ein Frauenschoß mit Dirndl und aufgeschlagenen Hühnereiern, auf denen die Symbole für Mann und Frau aufgemalen wurden. Das sind nur zwei Beispiele von einer großen Vielfalt an Motiven. Generell ist eine große Wertschätzung der Frauen für unsere Region zu bemerken und dass sie proaktiv ihr Erlebnisumfeld gestalten wollen, um sich hier wohlzufühlen. Das sieht man ja auch an unserem FC Carnica…

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IMSÜDEN.AT: FC Carnica? Is das der WAC vom Rosental oder was?
Renate Jernej: Fast! Es ist der Frauen Club Carnica, der Trägerverein des Projekts. Wir sind 11 Frauen und haben uns bewusst wie einen Fußballverein benannt.

IMSÜDEN.AT: Schon klar, damit der Bürgermeister schneller mal a Förderung springen lässt, nicht doof!
Renate Jernej: Erwischt (lacht)!

IMSÜDEN.AT: Aber die wichtigste Frage zum Schluss: Wieso sitzen wir überhaupt in einem Pferdeschlitten?
Ingeborg Schönherr: Ich hab gleich gewusst, mit euch von IMSÜDEN.AT muss man mal ordentlich Schlittenfahren! (lacht) Nein, erstens ist es doch schön hier im Bodental und zweites ist das auch ein Symbol für unsere Zusammenarbeit hier in der Carnica-Region Rosental. Wir wollen alle in die selber Richtung in unserem Bestreben die Region in Summe weiterzuentwickeln. Wir haben diesen Luxuslebensraum täglich vor Augen, und zum Glück viele spannende Akteure die was tun wollen. So macht die Arbeit wirklich Spaß.

IMSÜDEN.AT: Uns auch! Danke für das Interview und die tolle Fahrt.

(PIX: Caroline Aspernig, FC Carnica, Schellander (EXPI), Peter Just (Jagd- und Büchsenmachermuseum), Jörg Schmöe (Galerie Walker, Nostalgiebus, Tierpark Rosegg))

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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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