Interview
cookinCatrin
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„Ich sag nicht, dass ich GUT KOCHE…“

Catrin Neumayer alias cookingCatrin hat einen feinen Foodblog, nennt die Küche ihr Büro, liebt den Süden und vor allem seine Küche. Genug Gründe für uns, mit der brotberuflichen Marketerin mal ein wenig zu plauschen. Eines vorweg: Es war einfach köstlich.

Wir besuchen unsere Interviewpartner ja grundsätzlich eher im Büro, oder treffen sie in irgendwelchen Cafés. Diesmal haben wir aber einen Hausbesuch gemacht und kurz nach Ostern bei cookingCatrin alias Catrin Neumayer „in die Kuchl g‘schaut“, wie man im Süden sagt. Normalerweise bekommen wir von unseren Interviewpartnern auch maximal einen Kaffee angeboten (ok, wir geben‘s zu, beim TINE war‘s damals auch das ein oder andere Bierchen), diesmal gab‘s aber praktisch ein Galadinner for one und weil wir wirklich sehr, sehr bestechlich sind, können wir euch den Kochblog der lieben cookingCatrin auch nur wärmstens empfehlen! Aber am klügsten wäre es natürlich, ihr lasst euch zum Essen und Plaudern bei ihr einladen, denn das schmeckt gut, macht richtig Spaß und dabei entstehen interessante neue Ideen und Projekte, denn die Frau hat wirklich Power und will aus dem Süden was machen.
Das merkt man sofort wenn man Catrins Reich, ihre wunderbar duftende Küche, irgendwo am Stadtrand von Klagenfurt, betritt und sie dort, leise fluchend aber geübt, mit dem Induktionsherd kämpfen sieht (wer kennt das nicht). Kaum bemerkt sie uns, begrüßt sie uns fröhlich, weist uns einen Essplatz zu und beginnt zu erzählen, wo sie kochen gelernt hat:

cookingCatrin: Lustigerweise nicht wie üblich bei Mama, denn da hab ich mich immer geweigert. Erst als ich eine Zeit lang alleine gelebt hab, hab ich es mir selbst beigebracht. Und es hat begonnen mir immer mehr Spaß zu machen. Mittlerweile ist es schon etwas ausgeartet (lacht) und es geht fast gar nicht mehr ums Essen sondern nur noch ums Kochen und ums Bloggen an sich.

IMSÜDEN.AT: Das heißt, es geht dir also eigentlich um den Akt des Kochens?
cookingCatrin: Ja, ich glaub ich kann behaupten, dass ich wirklich lieber koche, als esse. Oft komm ich auch gar nicht zum Essen, weil ich mit Kochen beschäftigt bin. Ich mach ja auch teilweise sehr komplizierte Sachen, wie etwa 18 Sorten Weihnachtskecks, selber gemachte Mozartkugeln usw., nur das Nötigste versteht sich (lacht).

IS: Oder Selleriecremesuppe mit Zuchini-Strudel
cookingCatrin: Naja, das ist jetzt nicht sooo schwierig…. Rezept gibt‘s  übrigens am Blog.

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IS: Sieht gut aus, müssen wir das alles aufessen?
cookingCatrin: Du darfst (lacht). Du musst aber natürlich nix zamessen, was du nit zamessen magst.

IS: Aha, das klingt komisch – du bist aber keine eingeborene Südländerin oder?
cookingCatrin: Richtig erkannt. Ich bin ursprünglich aus Salzburg, hab aber in Kärnten studiert, habe dann bei Red Bull im Marketing in Salzburg gearbeitet. Seit Ende 2012 bin freiwillig Südländerin oder bessergesagt Wahlkärntnerin.

IS (mit vollem Mund): Das sind ohnehin die Besten! Kochst du immer so gut *mampf*?
cookingCatrin:  Ich sag nicht, dass ich gut koche, das mag ich nicht. Ich tu es nur gern. Ob es gut ist, sollen die Leut selbst entscheiden, die es dann essen. Schön, dass es dir schmeckt.

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IS: Ist dein Blog eigentlich auch vegetarisch, vegan oder irgend sowas hysterisches?
cookingCatrin: (lacht) Nein, Überhaupt nicht. Ich ess zwar selbst seit über 18 Jahren überhaupt kein Fleisch mehr, weil‘s mir einfach nicht schmeckt, aber ich hab überhaupt kein Problem mit Fleisch an sich. Ich koch‘s auch gern, mache Schweinsbraten für die ganze Familie und Pute und alles. Aber am liebsten koch ich trotzdem Fisch und natürlich vegetarisch.

IS: Dann sind wir ja beruhigt. Wie läuft der Blog?
cookingCatrin: Gut, sehr gut sogar. Ich freu mich über jeden Leser und Leute, die das gut finden und gerne lesen – so wie ihr. Aber ich hab auch schon ein „Kochbuch am Markt“ mit der Lisl Wagner Bachler. (lacht) Naja, zumindest ist da ein Rezept von mir drin. Mit Philadelphia. War ein Gewinnspiel und bei sowas mach ich sehr gern mit. Deshalb gewinn ich auch öfter mal (lacht). Ich hab mein Rezept eingesandt und Jahre später ruft mich Philadelphia an und sagt, ich darf ins Buch und mit Lisl Wagner Bacher zwei Tage lang kochen. Das war ein tolles Erlebnis, wir haben bei ihr zuhause gekocht, gegessen und geschlafen. Seit 2010 ist das Buch am Markt.

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IS: Schön hast du es hier in der Küche!
cookingCatrin: Ja, das ist cookingCatrins CookingOffice, denn ich hab die Angewohnheit, meine Küche hier zum Büro zu machen. Da drüben steht mein Laptop, da mein Kaffee und hier koche ich. Oft rennt neben dem Kochen eine Kochshow, für die richtige Stimmung. Hier in der Küche spielt sich einfach alles ab. Ich verbringe große Teile meiner Freizeit hier.

IS: Wir sparen uns jetzt die ganzen Gags mit „Frau in der Küche“ usw. ok?
cookingCatrin: Fein. Dann muss ich auch nicht in den nächsten Gang spucken. Wär auch schade. Schau dir die schöne Lachsforelle und den gute Spargel mit dem Risotto an!

IS: Sieht schon sehr köstlich aus. Die Küche ist also dein Reich, in das du keinen rein lässt?
cookingCatrin: Nein, ich freue mich auch über Gesellschaft, koch auch gern mit Kindern. Die Nichte meines Freundes, Florentina, hat zum Beispiel hier bei mir in der Küche ihre erste Lasagne ganz alleine gemacht. Und öfters gibt’s auch sogenannte „Koo(ch)perationen“, Kochsessions mit Freunden oder Gastköchen. Kochen mit Kindern wär auch etwas, was mir sehr gefallen würd. Es gibt ja auch Kinderkochsendungen. Schauma mal was noch kommt?

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IS: Kochsendungen? Will die cookingCatrin aus dem Web ins Fernsehen?
cookingCatrin: War ich ja schon. 2012 haben Helmut Österreicher und ich bei einer Kochshow gewonnen. Sechs Sterneköche haben gemeinsam mit sechs Laienköchen gekocht und mussten, ohne zu wissen welche Zutaten kommen, in 18 Minuten zwei Gerichte kochen. Das war schon ein Hit, jetzt dürfen wir uns Kochchampions nennen. Im Moment ist das nächste große Ding „Das perfekte Dinner“. Wenn die nach Österreich kommen, bin ich sicher dabei. Und ich plane auch ein eigenes Video-Feature, wo es einfache Kochanleitungen in Echtzeit per Video gibt. Ist generell meine Devise – soll einfach und für jedermann nachzukochen sein – und viel hermachen.

IS: Dann bist du ja eigentlich schon ein kleiner Kochstar!
cookingCatrin: Nein, es macht mir einfach Spaß und ich kann beim Kochen eben einfach richtig entspannen und mal wirklich runterkommen. Mittlerweile ist es bei mir aber fast schon eine Sucht geworden (lacht). Teilweise spring ich Samstag um sechs Uhr in der Früh auf und bild mir ein, ich muss jetzt unbedingt drei Kuchen backen gehen, weil ich wieder tolle Rezepte entdeckt hab (lacht).

IS: Na das klingt ja, als wäre es besser dein Hobby zum Beruf zu machen! Würdest du gern vom Kochen leben?
cookingCatrin: Das wär natürlich ein Traum aber kaum möglich. Aus heutiger Sicht. So ein Lokal wäre schon schön, aber ich weiß auch, dass das eine romantische Vorstellungen ist. Besser wäre es, vom Blog selbst, zu leben. Da könnte ich meine Vorlieben für das Marketing, das Kochen und die Bloggerwelt vereinen.

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IS: Du stellst ja auch schon selber Produkte her, oder?
cookingCatrin: Ja genau, zum Beispiel meine Risottomischung und  meine Schokoladen. Die sind handgeschöpft und die mach ich für Freunde schon mal in den Wunschsorten. Und ich hab noch tausend Ideen was man mache könnte. Vielleicht wird daraus ja auch mal ein Geschäft. Wer weiß. Aber jetzt iss mal denn Hauptgang…

IS (wieder mit vollem Mund): Dein Blog ist ja auch ziemlich professionell aufgezogen!
cookingCatrin: Dankesehr!! Naja, Verbesserungsmöglichkeiten gibt‘s ja immer und viele, aber durch meinen Freund, der Fotograf (eigentlich Jurist) ist, hab ich natürlich einen klaren Vorteil (lacht). An meiner Fotokamera hängt mit Carletto ein ganzer Fotograf dran und ich hab echt schöne Bilder. Und zugegebenermaßen – man isst ja auch mit dem Auge. Das Logo hab ich von einer lieben Freundin DIEANA geschenkt bekommen und mit der Technik freunde ich mich auch schön langsam an. Da hilft man sich aber auch in der Szene…

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IS: Hat dich das Foodbloggen verändert?
cookingCatrin: Naja, ich lese Kochbücher zum Beispiel wie Romane im Bett oder auf der Couch und das in einem durch – ziemlich freakig eigentlich (lacht). Meine Lieblinge stelle ich dann unter der Rubrik Kochbuchbibliothek vor.  Mittlerweile versorge ich auch meine Familie und Kollegen mit meinen Gerichten, weil man die Mengen die ich koch, ja gar nimma zu zweit vertilgen kann. Aber sonst geht‘s mir noch halbwegs gut (lacht).

IS: Gut zu wissen. Und deinen Lesern? Wie geht‘s denen so?
cookingCatrin: Ich glaub, die kommen klar. Hab ja zum Glück auch viele Stammleser und überraschenderweise, ich schreib ja immerhin auf Deutsch, aus der ganzen Welt. Da merkt man auch, je mehr man tut, desto mehr passiert auch. Außerdem mögen die Leute scheinbar den persönlichen Zugang in Kombination mit den Rezeptgeschichten.

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IS: *Mampf* Was läuft da eigentlich mit diesen „Kärntner Foodbloggern“?
cookingCatrin: Wir haben uns online verabredet und dann kam die typische südliche Gschicht: Man kennt sich eben über drei Ecken. Die Nicole von checkoutwonderland.com hat dankenswerterweise die gesamte Organisation übernommen. Wir dachten, wir werden einfach zwei Stund zamsitzen, aber es hat dann bis am Abend gedauert und seither gibt‘s immer wieder Treffen. Gemeinsame Kochsessions sind auch schon in Planung. Aber ohne Stress und Konkurrenz. Wir tauschen uns einfach aus. Sicher ohne Neid. Jeder macht sein eigenes Ding, aber wir helfen uns gegenseitig.  Da entwickelt sich definitiv was. Auch viele Firmen sind motiviert, schon beim ersten Treffen hatten wir, dank dem Einsatz von Nicole, unglaublich viele Sponsoren. Der Süden braucht sowas eh… By the Way – Sponsoren & Kooperationspartner kann ich auch immer brauchen – nur melden (lacht).

IS: So sehen wir das auch! Das Wunder vom Wörthersee, die Foodblogger vernetzen sich IMSÜDEN.AT?
cookingCatrin Wir könnten uns da schon eine kleine Foodblogger-Geschichte IMSÜDEN.AT vorstellen. Eine eigene Kochsession vielleicht oder vielleicht noch mehr? Wir sehen uns ja auch ein wenig als Pioniere. Sicherlich, in Großstädten ist das ja schon sehr verbreitet, in den Städten sind die Blogger gut vernetzt. Da wollen wir jetzt auch hin und als Keimzelle fungieren. Wir sind uns ja alle auch ähnlich, kochen gerne, sind Digital-Natives und wollen, dass man uns liest. Trotzdem sind wir alle ganz unterschiedlich, das merkt man schon daran, dass jeder von uns anders übers Bloggertreffen geschrieben hat.

IS: Das lesen wir uns mal durch. Uns würd‘s jedenfalls taugen, wenn da was Schmackhaftes entsteht! Die Lachsforelle war übrigens ausgezeichnet. Was gibt‘s als Nachspeise?
Cooking Catrin: Apfeltiramisu.
IS: Mhm, das werden wir jetzt aber schweigend genießen, denn beim Essen spricht man nicht!
cookingCatrin: Jetzt wo du es sagst (lacht)…

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pix: Carletto FerrariJohannes Wouk


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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