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CoWorking: Zusammen arbeiten ohne Zusammenarbeit?

Früher saßen wir in Cafés und schlürften stundenlang an lauwarmen Milchkaffees um nicht einsam daheim arbeiten zu müssen. Heute gibt’s zum Glück CoWorking Spaces und wir können dort endlich  zusammen arbeiten ohne zusammenarbeiten zu müssen. Barbara Abel hat sich mal umgeschaut woher das kommt und wo man das im Süden machen kann.

Von Latte-Arbeitern zu CoWorkern

Begonnen hat es im Kaffeehaus. Es waren jene Zeiten, in denen man stundenlang mit Skizzenblock und Caffè Latte an seinem Laptop saß. Das HomeOffice verließ man nur allzu gerne und entkam so der vermeintlichen Isolation. In den letzten Jahren entwickelten sich in Österreich neue Arbeitsräume für die neue Arbeitswelt. So genannte CoWorking-Spaces bieten vor allem die gewohnte Café-Atmosphäre gepaart mit der Ruhe eines Arbeitsraums für kreative Wissensarbeiter. So wurden die Latte–Arbeiter vielfach zu CoWorkern.

(c) Hafen11
(c) Helga Rader_Anlegestelle 14

Die Erfinder des CoWorkings waren nicht, wie oft kolportiert wird, irgendwelche Leute in San Francisco – sondern die Österreicher Stefan Leitner-Sidl und Michael Pöll in Wien. Die beiden Pioniere realisierten vor mehr als zehn Jahren die „Schraubenfabrik“ – ein Fabriksloft mit über 440 Quadratmetern. Seitdem sind sie weiter am Ausbauen und Impulsgeber für die CoWorking Szene in Österreich. CoWorking Spaces geben Antwort auf den Wandel in der Arbeitswelt, indem sie einen Sozialraum bieten, der Gemeinschaft, Austausch und Synergie ermöglicht. Sie beschreiben das gemeinschaftliche und zugleich unabhängige Nutzen von Infrastruktur über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Ein Trend, der vor allem von UnternehmerInnen aus der Kreativwirtschaft immer öfter aufgegriffen wird. Offenheit und Wertschätzung der einzelnen Kreativleistungen sind die Basis dieser Zusammenarbeit und werden in diesen CoWorking Spaces gelebt. Die Büros ermöglichen aber auch ein innovatives Umfeld zu einem adäquaten Kosten- und Leistungsverhältnis. Es können Synergien mit Gleichgesinnten und eine gemeinsame Dachmarke genutzt werden.

CoWorking in Klagenfurt: Hafenviertel wird gefördert!

Nach dem Motto „Leinen los“ wurde bereits im Herbst 2011 das Pilotprojekt Hafen11 im Klagenfurter Lendhafen eröffnet. Damit ging der erste von der Landeshauptstadt Klagenfurt geförderte CoWorking Space für Kreativwirtschaftstreibende an den Start.  Der „Hafen“ bietet 12 mietbare Arbeitsplätze auf insgesamt 200 Quadratmetern. Die monatlichen Kosten von EUR 185,- (inkl. Ust) / Platz beinhalten: Miete, Betriebskosten, Strom, Zugang zu Büro-Infrastruktur, Nutzung des Besprechungsraumes, Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen (Küche, Balkon, Bücherecke, …) und Reinigung.

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(c) abel 1

Zwei Jahre später folgte durch die Standorterweiterung „Anlegestelle“ bereits der nächste Schritt, den Lendhafen als kreatives Viertel in Klagenfurt nachhaltig zu positionieren. Die Anlegestelle bietet fünf fixe und einen temporären Arbeitsplatz in einer offenen Bürostruktur im denkmalgeschützten Gebäude „Linsengasse 2“. Die monatlichen Kosten betragen hier EUR 226,-/Platz (exkl. Ust) und beinhalten: Miete, Betriebskosten, Strom, Internet, Drucken, Reinigung, Zugang zur Büro–Infrastruktur, Nutzung des Besprechungsraumes in der Anlegestelle und nach Verfügbarkeit im Hafen11, Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen (Küche und Garten). Die Stadt Klagenfurt fördert die Miete in den ersten 3 Jahren (50%, 40%, 30% der Nettomiete) für Unternehmen aus der Kreativwirtschaft, die den Förderrichtlinien entsprechen. Die Nutzung von leerstehenden und ungenutzten Orten und die damit verbundene Möglichkeit, Stadtentwicklungsprozesse in Gang zu bringen, ist hier das primäre Anliegen.

Weitere Initiativen im Bereich CoWorking schießen im Süden derzeit wie die Schwammerln aus dem Boden. Zum Beispiel, der Name lässt es schon ahnen, legt in der Hafenstadt Klagenfurt auch das Rettungsboot an, in Villach gibt es bisher das Co-Quartier Lederergasse und den WoW-CoWorking Space und in Moosburg entsteht demnächst der Schallar2.

Pix: Barbara Abel


Barbara Abel
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Barbara Abel: Architekturstudium an der FH Kärnten – Spittal an der Drau und an der Arkitektskolen Aarhus Dänemark Diplom 2009 | Seit ..
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