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„Es müssen schon die Funken sprühen.“

SPAR und die Werbeagentur FUSSI sind „in Kärnten gemacht“, zusammen haben sie CREOSreife Werbung gemacht und jetzt haben wir ein Interview mit ihnen IMSÜDEN.AT gemacht.

Werbung kann manchmal so einfach sein. Was aber nicht bedeutet, dass es deshalb nicht kompliziert wurde, bevor dann alles einfach war. Im vorliegenden Fall stand am Ende eine Auszeichnung beim CREOS in der Kategorie Printwerbung für die Werbeagentur FUSSI und am Anfang war da nur ein Briefing von SPAR Kärnten. Dazwischen ist einiges passiert, oder Spar-Marketingleiter Karl und FUSSI-Kreative Franziska?

Karl Dobrautz (SPAR): Ja, da hatten wir einiges zu tun…
Franziska Sussitz-Habich (FUSSI): … und wir erst! (lacht)

IMSÜDEN.AT: Beginnen wir mit der SPAR, denn man sagt ja ‚die SPAR‘ auch, wenn man normalerweise ZUM Spar geht, oder?
Karl Dobrautz: Ja, liegt daran, dass es die „SPAR Österreichische Warenhandels AG“ ist. Uns gibt es seit über 60 Jahren und die Firma ist nach wie vor im Besitz der Gründerfamilien.

IMSÜDEN.AT: Also quasi ein Familienbetrieb.
Karl Dobrautz: … aber halt mit 75.000 Familienmitgliedern (lacht). Wir sind auch sehr regional aufgestellt. Ich zum Beispiel, bin der Marketingleiter für Kärnten und Osttirol. Wir sitzen in Maria Saal und unser Direktor ist Paul Bacher.

IMSÜDEN.AT: Ahhh… da, wo die ganzen SPAR-LKWs stehen… Das haben wir uns fast gedacht!
Karl Dobrautz: Genau! Die SPAR ist auch sehr dezentral organisiert und regional verwurzelt. Damals 2013, als wir die neue Kampagne angedacht haben, lief gerade der „Regionalkaiser“, vielleicht erinnerst du dich. Da war jeder Spar ein kleiner Regionalkaiser. Das war gut, aber wir wollten noch mehr…

IMSÜDEN.AT: Also habt ihr euch dafür eine Werbeagentur gesucht. Wie habt ihr das gemacht?
Karl Dobrautz: Für uns war von Anfang an klar, dass es eine Kärntner Agentur sein muss, also haben wir ein Briefing an zwei Agenturen geschickt. Eine davon war die Werbeagentur FUSSI, die ich schon von unserer Zusammenarbeit bei den Jobdays im Atrio kannte.
Franziska Sussitz-Habich: Wir betreuen ja auch das Atrio von Beginn an und haben dort mit Interspar und Hervis gemeinsam die Jobdays ins Leben gerufen.

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IMSÜDEN.AT: Und die FUSSIs haben sich dann natürlich auf Anhieb durchgesetzt!
Franziska Sussitz-Habich: Nein, im Gegenteil. Wir haben schon bei der Präsentation gemerkt, dass ist es jetzt nicht. Schlimm, wenn man so draußen steht und sieht wie die Gesichter im Publikum immer länger werden und die Mundwinkel nach unten gehen.
Karl Dobrautz: Ja, der erste Entwurf war einfach nicht das, was wir – was ich mir – erwartet hatte. Die Idee, das Sujet, das war alles nicht auf den Punkt gebracht. Aber ich hab‘ den Fehler dann auch bei mir gesucht!

IMSÜDEN.AT: Wie bitte? Ein Kunde, der den Fehler bei sich sucht? Wo gibt’s denn sowas und wie bekommen wir auch so einen?
Karl Dobrautz: (lacht) Ist das so ungewöhnlich? Jedenfalls hab‘ ich mein Briefing hinterfragt und schlussendlich sind wir auch zusammengekommen. Aber am Anfang wollten wir euch eigentlich schon ein Abschlagshonorar zahlen, oder Franziska?
Franziska Sussitz-Habich: Ja, bei der Präsentation hieß es damals: „Tut uns leid, das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wollt ihr Geld oder es nochmal überarbeiten?“ Da war für uns klar: wir wollen es nochmal überarbeiten.

IMSÜDEN.AT: Und dann gab es ein Rebriefing?
Franziska Sussitz-Habich: Genau, da ist der Funke dann auch sofort übergesprungen. In uns sind gleich Ideen gekeimt…
Karl Dobrautz: und bei mir die Hoffnung gewachsen…

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IMSÜDEN.AT: …und ihr habt Wurzeln geschlagen, schon klar!
Karl Dobrautz: (lacht) Die Präsentation hat mich einfach erwischt. Das ganze Sujet, das klassische und moderne Bildsprache vereint. Der Text, der extrem verknappt ist, aber trotzdem alles rüberbringt. Und dabei ist alles ganz natürlich! Marktschreierisch sind wir ja nicht, das ist nicht unser Stil…

IMSÜDEN.AT: Naja, da haben wir aber so ein schrecklich kreischendes Börserl im Ohr…
Karl Dobrautz: Findest du? Ich find‘ das Börserl ganz sympathisch. Aber das ist auch sicher das höchste der Gefühle. Wir stehen sonst eher mit traditionellen Werten, aber deshalb nicht altbacken sondern, im Gegenteil, ganz modern da. Ich vergleiche das immer mit dem FC Bayern München. Das ist ein uralter Verein mit ganz viel Tradition, kommt aber extrem modern rüber und erfindet sich immer wieder neu. So sehen wir uns auch. Und das war auch das, was die Arbeit der Agentur FUSSI auf den Punkt gebracht hat.

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IMSÜDEN.AT: Das geht jetzt runter wie Öl, oder Franziska?
Franziska Sussitz-Habich: Sowas hört man natürlich sehr gern! Vor allem, weil wir gerade auch über die Bildsprache viele interne Diskussionen hatten.

IMSÜDEN.AT: Wann und wie fällt einem sowas eigentlich ein?
Franziska Sussitz-Habich: Beim Laufen. Ich kann sogar den Baum am Lendkanal benennen an dem ich vorbei lief, als mir die Leitidee kam (lacht): „In Kärnten gemacht“. Das ist der Satz, der allem zugrunde liegt. Und dann ist es eigentlich ganz einfach, dann kommt der Rest fast von allein: verwurzelt, verliebt, gewachsen, usw.

IMSÜDEN.AT: Na, wenn das so einfach ist (lacht). Wie ging’s dann weiter, als die Idee stand?
Karl Dobrautz: Wir hatten erstmal einen Termin bei der Geschäftsführung in Maria Saal und da die auch hellauf begeistert waren ging’s gleich ans Fotografieren.
Franziska Sussitz-Habich: Dafür haben wir dann auch „echte“ Menschen genommen. Der Herr Gratzer ist ja wirklich Fleischer bei TANN…
Karl Dobrautz: …und der Romed Wopfner Gemüselieferant.

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IMSÜDEN.AT: Was macht die FUSSI zu einer guten Werbeagentur?
Karl Dobrautz: Das sie nicht locker lassen, wie man bei der Geschichte dieser Kampagne sieht. Und, dass sie sich gut in die Kunden des Kunden hineinversetzen können.

IMSÜDEN.AT: Und was macht SPAR zu eurem Lieblingskunden?
Franziska Sussitz-Habich: Wir haben ja nur Lieblingskunden! Was natürlich toll ist, ist wenn der Kunde viel übers Briefing nachdenkt und genau weiß, was er will. Wenn er weiß, wohin er will, dann können wir ihm helfen dorthin zu kommen. Wenn er das nicht weiß, wird’s schwierig. Aber auch der persönliche Kontakt ist ganz wichtig. Und da hilft natürlich die örtliche Nähe zwischen Agentur und Kunde.
Karl Dobrautz: Da möcht’ ich dann aus Kundensicht auch noch das gegenseitige Vertrauen anmerken. Das ist extrem wichtig. Das kommt auch viel aus dem Zwischenmenschlichen. Die superkreativsten Köpfe werden es bei mir nicht schaffen, wenn sie menschlich kalt rüberkommen. Es müssen schon die Funken sprühen.

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IMSÜDEN.AT: Ok. Wann sprühen denn die Funken? Was macht gute Werbung aus?
Karl Dobrautz: Ah, jetzt kommen die einfachen Fragen (lacht)! Ich muss sagen, das ist sicher nicht mit einem Satz zu beantworten. Für uns als Lebensmittelhändler ist natürlich klar: Wir wollen verkaufen! Dafür machen wir Werbung. Also ist gute Werbung mal sicherlich die, die verkauft. Aber dafür gibt es natürlich auch kein Patentrezept. Wär ja auch schön fad, oder?
Franziska Sussitz-Habich: Allerdings! Gute Werbung ist immer individuell. Eh klar. Für mich funktioniert Werbung, wenn es im Kopf kribbelt. Bei mir, beim Kunden und beim Kunden des Kunden. Denn für alle muss es stimmen und funktionieren, dann funktioniert die Werbung und wir haben unseren Job gut gemacht!

IMSÜDEN.AT: Und wenn man beim CREOS nominiert wird…
Franziska Sussitz-Habich: Ja, das ist natürlich eine große Ehre! Ist überhaupt eine feine Sache, dass einmal alle zwei Jahre die Kreativen gefeiert werden!
Karl Dobrautz: Da kann ich mich nur anschließen. Das passt auch wieder zum Thema: In Kärnten gemacht. Wir haben hier gute Köpfe, gute Werbung und starke Wirtschaftstreibende, das kann man ruhig mal herzeigen.

IMSÜDEN.AT: Genau so sehen wir das auch!


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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