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Film ab in Villach

Tag 2 des K3 Film Festivals ist angebrochen. Höchste Zeit, um einmal vorbeizuschauen und etwas Festivalluft zu schnuppern. K3 Gründer Fritz Hock stand uns ja schon letzte Woche in Sachen Filmfestival Rede und Antwort. (zum Interview)
Live vor Ort zu sein, ist aber noch einmal etwas ganz anderes: Das Festivalteam und einige der Filmemacher sind schon da, Stimmengewirr, hier etwas Englisch, da etwas Italienisch, Slowenisch, ein Zwischenruf – Fritz gibt dem Kartenabreißer letzte Anweisungen, auf Kärntnerisch versteht sich. Der Duft von Popcorn liegt in der Luft.

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Es ist gleich 18 Uhr, immer mehr Menschen sammeln sich vor dem Villacher Stadtkino und an der Kinokassa im Souterrain des Rathauses. Ich mische mich unter die Menge und werde, am zuvor befehligten Kartenabreißer vorbei, in den Saal geschwemmt. Freie Platzwahl! Am Programm steht eine Retrospektive zur heute 79-jährigen österreichischen Experimentalfilmerin und Fotografin Christiane Adrian-Engländer, alias Moucle Blackout. Sie soll heute auch persönlich anwesend sein … die ihr gewidmete Ausstellung in der Galerie Freihausgasse muss ich mir auch noch ansehen. Sie wird nach vorne gebeten. Es ist die ältere Dame mit den zwei Hunden, die mir schon vor dem Kino aufgefallen ist. Die Hunde bleiben in der siebten Reihe sitzen – Applaus, die Hunde bellen. So wird das den ganzen Filmabend weitergehen – etwas skurril!
Rattern hinter mir, Flimmern vor mir – die Filme werden im Originalformat auf 16mm gezeigt.

Eine gute Stunde später verdunkelt sich die Leinwand, der Kinosaal gibt seine Besucher wieder frei. Ich blinzle im gelben Licht der Eingangshalle. Menschen strömen aus dem Saal und nach oben ins Freie, wo es Brötchen und Getränke gibt. Es wird angeregt diskutiert. Ein älterer Herr ist erbost über das Gezeigte, er fährt jetzt nach Hause. Na ja, es gibt immer welche, die’s lieber konventionell haben, denk ich mir. Ich fühl mich Dank Moucle Blackout etwas reicher im Geiste!

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20 Uhr, zurück in den Saal, der heutige Filmmarathon geht mit „Death Metal Angola“ weiter, einer prämierten Dokumentation des New Yorkers Jeremy Xido, die hier in Villach ihre Österreichpremiere feiert. Erzählt wird die Geschichte eines Paares, das in der vom Bürgerkrieg verwüsteten angolanischen Stadt Huambo ein Waisenhaus betreibt. In Angola hat sich seit den 1990ern eine lebendige Metal-Szene gebildet. Die großteils stark traumatisierten jungen Menschen haben in der Musik einen Weg gefunden, das Erlebte zu verarbeiten, soweit das überhaupt möglich ist. Die beiden träumen inmitten der Trümmer von Angolas allererstem Rockfestival. Ein großartiger Film! Ich verrate jetzt aber nicht, wie’s ausgeht, sondern verweise lediglich auf Jeremy Xidos Performance zum Film, die am Samstag um 18.30 Uhr im Bambergsaal stattfindet.

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Noch eine Pause, ich unterhalte mich kurz mit Moucle und erfahre, dass ihre beiden Begleiter gerne Filmhunde wären. Um 22 Uhr startet dann der zweite Block der internationalen Kurzfilmschau, der erste war ja schon am Mittwoch, der dritte folgt am Freitag. Ich verkrümle mich wieder in meinen Kinosessel und lasse das doch sehr sozialkritische Programm aus sechs Kurzfilmen auf mich wirken. Kurz nach 23 Uhr verdunkelt sich die Leinwand zum dritten und letzten Mal an diesem Abend. Beim Verlassen des Saals treffe ich einen sichtlich erleichterten Gerhard Fillei (künstlerischer Leiter): „Einen weiteren Filmabend gut über die Bühne gebracht!“
Ich gratuliere! Jetzt sind’s dann nur noch drei!

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Das K3 Film Festival dauert noch bis Sonntag, den 21. September. Am Freitag wird der Langfilm „Zwei Allein“ mit Elmar Wepper gezeigt, der in den Kategorien „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bester Hauptdarsteller“ für den deutschen Filmpreis nominiert ist. Details zu Programm und Ticketreservierung gibt’s auf www.k3festival.com.

Pix: Birgit Kronig, K3 Film Festival


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Birgit Kronig
Birgit Kronig ist eine bessere Hälfte der artigundhuber Kulturagentur: „Zur Zeit sind Daniela Lindhuber und ich nur zu zweit. 2009 absolvierten wir beide erfolgreich ..
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