BUSINESSBEACH
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„Meine Work-Life-Balance hat sich angenehm verschoben.“

Egal ob Drachenpfad, BUSINESSBEACH oder Virtual Reality, Georg Overs, der Tourismuschef von Villach, Faaker See und Ossiacher See ist aus Bayern auf die Sonnenseite der Alpen gewechselt um das Urlaubserlebnis für seine Gäste hier nachhaltig und innovativ zu verbessern.

Georg Overs wacht über den Tourismus der Region Villach (mit bürgerlichem Namen: Region Villach / Faaker See / Ossiacher See) wie der Mittagskogel über den Faaker See. Und das ist jetzt keine platte Anspielung auf die beeindruckende Körpergröße des stattlichen Tourismuschefs, sondern mehr eine Metapher für dessen Weitblick. Denn der geborene Rheinländer schaut nicht etwa herab auf „seine“ Region, sondern blickt weit in die Zukunft ihrer Tourismusangebote. Zum Beispiel mit Virtual-Reality-Brillen und mit BUSINESSBEACHES…

IMSÜDEN.AT: Hallo Georg, was treibt dich an den BUSINESSBEACH DROBOLLACH AM FAAKER SEE?
Georg Over: Na, die Arbeit natürlich (lacht). Dafür haben wir ihn ja auch installiert. Ich persönlich gehöre ja auch zu der steigenden Anzahl an Menschen, die so einen angenehmen Beruf haben, dass sie auch im Urlaub arbeiten können. Meine Work-Life-Balance hat sich angenehm verschoben. Für mich ist das sehr positiv, weil ich dadurch auch dann auf Urlaub fahren kann, wenn ich Arbeit habe. Deshalb fand ich die BUSINESSBEACH-Idee auch von Anfang an richtig gut.

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IMSÜDEN.AT: Und da habt ihr das Ding einfach an den Faaker See geholt?
Georg Overs: Ja, genau. Ich meine, was gibt es schöneres als so ein Büro im Freibad? Die Familie plantscht schon während man selbst noch ein paar Arbeiten erledigt. Das passt mir gut ins Lebenskonzept.

IMSÜDEN.AT: Warum ausgerechnet in Drobollach? Kennt man jetzt ja nicht so als Location…
Georg Overs: Mag sien, aber es ist doch schön hier, oder? Der Mittagskogel am Horizont und der See vor den Füßen. Der Hauptgrund für den BUSINESSBEACH-Standort im Strandbad Drobollach ist aber ein größeres Projekt, dass wir gemeinsam mit der Stadt Villach, dem Tourismusverband und Infineon hier umsetzen wollen…

IMSÜDEN.AT: Was wird das?
Georg Overs: Wir wollen das Bad modernisieren und hoffentlich sogar einen offenen Seezugang für Jedermann schaffen. Einige Teilprojekte sind bereits umgesetzt, der Businessbeach ist einer davon. Es gibt schon Unternehmen, die den Eintritt für ihre Mitarbeiter bezahlen.

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IMSÜDEN.AT: Wirklich, ein toller Ansatz!
Georg Overs:
Ja, einige Firmen möchten ihren zum Teil internationalen Mitarbeitern was bieten, damit sie hier bleiben. Eine Strategie dafür ist der BUSINESSBEACH und das ganze Strandbad Drobollach. Generell glaube ich, dass wir uns im Tourismus nicht nur auf die Gäste konzentrieren müssen, sondern auch die Einheimischen und ihre Bedürfnisse wahrnehmen udn bedienen müssen. Der einzige Unterschied ist eigentlich, dass die einen im Hotel und die anderen Zuhause übernachten.

IMSÜDEN.AT: Stimmt. Was können wir in deiner Region so unternehmen, auch wenn wir nicht hier pennen?
Georg Overs: Wir haben zum Beispiel gerade hier in der Nähe am Faaker See zwei Familien Wanderprojekte. Erlebniswandern am Drachenpfad bzw. auf der Fuchsfährte. Da kann man die Wegbeschreibungen auch digital runterladen. Das wird bereits sehr gut angenommen. Am Ossiacher See haben wir die Finsterbach Wasserfälle erschlossen und arbeiten an eiem Slow-Trail vom Domenig Steinhaus nach Ossiach, über das neu geflutete Bleistätter Moor.

IMSÜDEN.AT: Slow-Trail klingt als wäre das ideal für die Faulis bei uns in der Redaktion…
Georg Overs: (lacht) Ja, einfach mal ausprobieren. So kann man entschleunigt um den See spazieren. Das wird immer beliebter. Wir wollen auch beim Wandern auf den Bergen mehr auf Hütten und weniger auf Gipfel und Höhenmeter setzen. Daher starten wir nun den „Hüttenkult“. Den herbstlichen Bruder unseres Kulinarik-Festival „Küchenkult“ im Frühjahr. Diesmal ist es aber kein Event, sondern Gäste und Einheimische können sich verschiedene Spezialitäten auf verschiedenen Hütten erwandern. Da ist der Herbst natürlich die ideale Zeit dafür und Kärnten hat den besonderen südlichen Vorteil, dass es hier länger warm ist und man bis in den September hinein die Seen nicht nur optisch sondern auch haptisch genießen kann…

IMSÜDEN.AT: Schön gesagt! Der warme Süden hat schon was…
Georg Overs: Ja, als ich vom Tegernsee hierher, an die Südseite der Alpen gewechselt bin, hab ich das auch am eigenen Leib erfahren dürfen…

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IMSÜDEN.AT: Gibt’s sonst noch Unterschiede zum Tourismus in Bayern?
Georg Overs: Es ist hier weniger politisch… Das überrascht die Kärnter immer wenn ich das sagen, aber dadurch, dass seit dem Tourismusgesetz nun die Unternehmer der Region mit am Tisch sitzen ist alles einfach weniger politisch. Es gibt eine höhere Risikobereitschaft unter den Unternehmern. Toll an meinem Job ist auch, dass wir hier super an konkreten Produkten arbeiten können. Wir können die Werbebudgets auch einsetzen um konkrete Angebote zu entwickeln, die sich dann großteils sogar selbst kommunizieren können…

IMSÜDEN.AT: … inwiefern?
Georg Overs: Na, wenn man sein Geld in die Verbesserung des Urlaubserlebnisses steckt, also zum Beispiel in Wanderwegbeschilderung, Erlebniswanderwege, neue Mountainbike-Strecken usw., dann steigt die Zufriedenheit der Gäste. Zufriedene Gäste wiederum berichten gerne davon wie toll ihr Urlaub war und haben heute in den sozialen Medien alle nur erdenklichen Möglichkeiten dazu. Da ist die sogenannte Mundpropaganda wieder ganz stark im kommen. Wir selbst merken auch, dass die Empfehlungsraten steigen und die Bewertungen immer besser werden.

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IMSÜDEN.AT: Also alles super im Tourismus in Chillach?
Georg Overs: Es gibt immer Verbesserungspotential, aber wir leben schon auch in Zeiten die uns hier viele Chancen bieten. Die Geopolitische Lage und auch der Klimawandel spielen Kärnten natürlich in die Hände. Hier ist es sicher und nicht so heiß wie am Mittelmeer.

IMSÜDEN.AT: Trump sei dank…
Georg Overs:
(lacht) Wir stehen aber auch vor großen Herausforderungen in der Region. Derzeit sind wir mitten in einem Generationswechsel bei den Gastgebern. Dei Jungen übernehmen, oder eben nicht. Da sind wir gefordert die Nachfolger zu motivieren, denn nichts ist schlimmer als verlorene Betten. Dei kehren nämlich nicht wieder sondern werden zu Ferienwohnungen die die meiste Zeit leer stehen und damit zu kalten Betten.

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IMSÜDEN.AT: Was habt Ihr im digitalen Bereich sonst noch so in petto?
Georg Overs: Abgesehen vom BUSINESSBEACH ist das sicher unser Virtual-Rality-Projekt. Wir haben alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten heuer in 360° aufnehmen lassen und werden diese nun in unserer Tourismsinformation in Sattendorf mittels Virtual-Reality-Brillen und Touchscreens erlebbar machen. Das soll kein Reiseersatz werden, sondern natürlich die Neugierde der Gäste wecken. Sie motivieren mehr zu unternehmen. Wenn das gut läuft, dehnen wir das wohl auf die ganze Region aus.

IMSÜDEN.AT: 360° Chillach? Da sind wir dabei!

(Pix: Johannes Wouk & Tourismusregion Villach )


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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