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Von Johannes Wouk, Fotos: Arnold Pöschl

How to build a Marktcafè

Im feinen St. Andrä, im lieblichen LOVENTAL, hat der Einrichter unseres Vertrauens ANTON MEYER aus einer alten ADEG-Filliale eine Greisslerei mit Cafè gemacht. Da müsst ihr natürlich hin, in Graf’s Markcafè. Uns hat aber mal interessiert wie der Anton sowas macht, wie das abläuft und warum Anton besser ist als Billy…

Die Vorgeschichte: Erich Graf betreibt so einige Gastronomien in und rund um St. Andrä im Lavanttal. Da lag es nahe, dass er auch eine alte ADEG-Filiale am Hauptplatz übernimmt, als diese plötzlich leer stand. Wie so oft am Land war der Nahversorger plötzlich weg und das alte Gebäude ein Schandfelck mitten im Ort. Aber weil die St. Andräer ihren Ort und ihr LOVENTAL lieben hat Erich Graf sich des Leerstands angenommen und daraus wieder einen Nahversorger gemacht. Einrichter Anton Meyer erinnert sich: „Der Herr Graf ist zu uns gekommen und hat gesagt: ‚Daraus kömma was machen!‘. WAS genau das sein wird, war anfangs gar nicht so klar. Es war im Grunde ein schrecklich kalter verfließter Raum vollgestopft mit Halogenlampen, so im Fleischhackerstil, schrecklich“.

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Also haben Anton Meyer (rechts) und Erich Graf (links) die Köpfe zusammengestellt und das Konzept des Marktcafès entwickelt. „Das war ein toller Prozess, weil wir diesmal nicht nur Einrichter waren, sondern das ganze Geschäftskonzept mitentwickelt haben,“ freut sich Anton Junior noch heute. Das Konzept wird sofort klar, wenn man das Marktcafè betritt. Es sieht aus, als hätten ein attraktiver Feinkostladen und ein süßes kleines Cafè Kinder gezeugt.

„Es war klar, das St. Andrä keinen reinen Feinkostladen braucht, also haben wir das Regionalregal konzipiert. Hier finden sich Spezialitäten aus der Region, die auch die Pilger gerne mitnehmen,“ erklärt Anton Meyer sein Lieblingsregal im Laden.

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Graf’s Marktcafè hat übrigens sieben Tage die Woche geöffnet. Man kann dort also auch Sonntags einkaufen. Da es dafür in good old Bürokratia Austria aber ganz besondere rechtliche Bestimmungen gibt, und eben nicht alles verkauft werden darf ,hat sich Anton was ganz besonderes einfallen lassen und bewegliche Regale als Raumteiler entwickelt. Damit wird der hintere Bereich des Verkaufsraums abgeteilt und nur die frischen Sachen vorne sind für die Kunden zugänglich.

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„Besonders toll war bei diesem Projekt, dass uns der Auftraggeber sehr viel freie Hand gelassen hat. Er hat sich auf uns verlassen.“ Also konnte Anton sich mit seinen Mitarbeitern daran machen, die gesamte künstlerische Gestaltung zu konzipieren und Look and Feel zu entwerfen.

Um dem Raum eine gewisse Wärme zu geben, abeitete Anton mit Holz. Recht ungewöhnlich in einem Verkaufsraum und auch im Gastrobereich eher unüblich, da Holzböden hygienisch nicht leicht zu reinigen sind, und in gewissen Bereichen sogar behördlich verboten. Aber das hält einen echten LOVENTALER natürlich nicht auf. Das Holz kam einfach an die Wand und unter den Füßen wurden strapazierfähige Vinylböden in Holzoptik verlegt. Anton ist begeistert von der Wirkung der Vertäfelung: „Das geräucherte Eichenholz an den Wänden nimmt dem Raum die Kälte und ist trotzdem nicht so rustikal wie in der berühmt berüchtigten Zirbenstuben, sondern bleibt modern. Dunkles edles Altholz inklusive der Holzdübel mit denen zum Beispiel der Holzdachstuhl auf so mancher Almhütte zusammengehalten wird.“

Aber auch draußen macht Graf’s Marktcafè einiges her. Eine schöne Holzterasse öffnet den Gastraum nach außen. „Wir haben hier Fenster vom Boden bis zur Decke, damit man sich drinnen nicht so eingesperrt fühlt und außen haben wir für die Gemütlichkeit eine Abgrenzung aus Holz und Rohrabschnitten, die variabel ist und immer wieder umgestaltet werden kann.“

Weil Erich Graf ursprünglich Konditor ist, und seine St. Andräer Torte die Spezialität des Hauses, ist die Theke in der das gute Stück zu finden ist natürlich ein fast sakraler Ort, und ebenso von Anton inszeniert. Ein erhöhter Sitzbereich und die Bar treten eher in den Hintergrund, denn im Vordergrund steht besagtes Törtchen. „Wir haben darauf geachtet, dass die Leute, die an der Bar stehen, nicht die Torten verdecken können. Mit dieser Lösung ist die Vitrine immer sichtbar.“ Die Materialien rund um den Barbereich sind pur und in ihrer einfachsten Form gehalten. Nacktes Holz, Eisen Glas und Quarzit. „Denn auch in die Torte kommen nur Produkte in ihrer reinsten, puren Form, Eier, Mehl und so weiter.“ erklärt Anton das Konzept hinter der Materialauswahl.

Im, vom Verkaufsraum räumlich getrennten aber nicht abgetrennte, Cafe-Bereich hat sich Anton für einen voll recyclebaren Teppichboden entschlossen. „Natürlich wegen der Schalldämmung, und auch um den Raum hier gemütlicher zu machen. Er soll ja zum verbleiben einladen.“ Der Teppich hat auch ein ziemlich cooles Vintagemuster und konterkariert so die eher einfärbigen roten Polstermöbel. „Wir wollten eine komfortable aber flexible Banklösung. Man kann die Tische zu einer langen Tafel zusammenstellen oder auch einzelne Nischen schaffen. Es ist immer gemütlich.“ Ein gemütlicher Loungebereich mit zwei modernen Interpretationen des bewährten Ohrensessels schließt den Raum ab.

Das stimmige Lichtkonzept unterstreicht die Wärme des Raums und die Hängeleuchten über den Tischen schaffen zusätzliche Intimität darunter.

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Graf’s Marktcafè ist also sicherlich eines der gastronomischen Highlights im, an gastronomischen Highlights wahrlich nicht armen, LOVENTAL – nicht nur weil es hübsch und praktisch ist, sondern auch weil es dort ganz köstliche Hendlgerichte gibt, die man sonst nur vom Gackern kennt. Beeindruckend ist auch, dass die Verwandlung von der leerstehenden, kalten Adeg-Filiale zum heimelig-modernen Marktcafè nur 2 Monate gedauert hat! Läuft eben wie geschmiert, wenn zwei LOVENTALER was anpacken.grafsmarktcafe_graf_imsueden_arnold_poeschl-1246_lowres
Anton Meyer Raumaustattung
Hauptstraße 52
9433 St. Andrä
Tel.: 04358 2268
www.ameyer.at


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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