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hugme – Geborgenheit für unterwegs

hugme sind Kuschelpölster der besonderen Art –  nämlich personalisiert auf ihren Besitzer. Lisa Idziorek bringt jedes Jahr zwei Kollektionen mit hochwertigen Pölstern in frischen Farben heraus. Wie das so läuft und wie sie überhaupt auf die Idee gekommen ist, sich damit selbstständig zu machen, hat sie uns in ihrem hauseigenen Atelier erzählt.

Wobei wir uns die Werkstatt so ganz anders vorgestellt haben – eher nur mit Stoffen und Nähmaschinen und so Zeug. Dabei erschlägt uns beinahe eine riesige Maschine, die mehr an einen Industriebetrieb erinnert als an eine Pölstermanufaktur. Aber dazu später. Erstmal bietet uns Lisa einen Kaffee an und wir setzen uns gemütlich an ihren Besprechungstisch.

IMSÜDEN.AT: Guten Morgen, Lisa, danke für den Kaffee! Aber erzähl mir jetzt mal, wie ist das so mit den Kuschelpölstern? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Lisa Idziorek: Das hat sich in London entwickelt. Da hab‘ ich mich für mein Studium ganz viel mit dem Thema beschäftigt, was man braucht, um sich geborgen zu fühlen. Und ich reise auch viel und da nimmt man ja auch gerne etwas mit, was einen an zu Hause erinnert – einen persönlichen Gegenstand, den man immer mit dabei hat, damit man sich auch wohl fühlt, und irgendwie ist dann hugme draus geworden.

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IS: Sorry, dass ich dich da gleich unterbreche, aber was hast du in London gemacht?
Lisa Idziorek: Da hab‘ ich meinen Master gemacht – in Interior & Spatial Design.

IS: Und was kann man sich darunter vorstellen?
Lisa Idziorek: Das Studium ist eine Mischung aus Innenarchitektur, Design und Kunst.

IS: Und du bist dann wieder mit einem Master in der Tasche zurück nach Kärnten?
Lisa Idziorek: Genau (lacht). Da haben wir einmal versucht, diese Idee von mir umzusetzen, und erste Prototypen gemacht. Die haben wir dann zu Weihnachten mal an alle Kinder in der Familie verschenkt. Die sind gut angekommen und dann haben wir’s gewagt.

IS: Und seid dabei im Süden geblieben. Hier aufgewachsen oder wieso habt ihr euch Kärnten ausgesucht?
Lisa Idziorek: Genau, hier geboren und aufgewachsen. Mittlerweile leben und arbeiten wir aber auch zum Teil in Wien. Ich bin – quasi als zweites Standbein – in Wien als Innenarchitektin selbstständig, wobei ich aber schon den einen oder anderen Auftrag in Kärnten gehabt habe. Es war mir aber immer wichtig, dass hugme ein Kärntner Unternehmen ist. Unser Büro ist ja auch noch bei unseren Eltern im Haus stationiert. Also die gesamte Produktion und der Zuschnitt finden in Kärnten statt.

IS: Wenn du von wir sprichst, meinst du dich und?
Lisa Idziorek: (lacht) Ja, wir sind zu zweit. Meine Schwester Julia macht auch mit. Sie macht das nebenberuflich, ich ja eigentlich auch. Wobei ich mehr involviert bin als sie, aber wir stimmen schon alles miteinander ab. Julia arbeitet im Marketing und kümmert sich auch bei hugme ums Marketing und ich mach‘ den Rest.

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IS: Und was hat’s denn nun eigentlich mit dieser Maschine da auf sich?
Lisa Idziorek: Also wir fertigen die Kissen ja schon speziell für jede Bestellung an, aber einen gewissen Teil können wir schon vorproduzieren, wie das Füllen der Innenkissen, und dafür brauchen wir diese Maschine. Die Innenkissen sind mit ganz speziellen Kügelchen gefüllt. Am Anfang hab‘ ich das noch händisch gemacht, aber wie‘s dann mit den Bestellungen so richtig losgegangen ist, bin ich da kaum hinterher gekommen. Und sauberer ist’s so auch. Jedenfalls kommt mit dieser Maschine die Füllung in die Pölster.

IS: Wo kriegt man eure Pölster?
Lisa Idziorek: Nur über unseren Webshop. Aber wir sind auch viel auf Märkten unterwegs. Vor allem in der Vorweihnachtszeit, wie am Feschmarkt oder auf der Edelstoff in Wien und Graz. So können wir unser Label auch bekannter machen und es kommt auch ganz gut bei den Kunden an. Es ist natürlich was anderes, wenn man’s angreifen kann und nicht nur online sieht. Ein Shop ist ein Ziel für die Zukunft, aber es besteht jetzt noch kein Bedarf. Durch die Personalisierung im letzten Schritt kannst du ja auch nicht einfach ins Geschäft kommen und es mitnehmen.

IS: Und gibt’s da noch mehr oder nur die Pölster?
Lisa Idziorek: Momentan haben wir nur die Pölster, aber wir sind gerade an der Entwicklung von anderen Produkten für die Wintersaison. Decken in der neuen Biobaumwolle, weil wir gerade einen ganz tollen neuen Stoff bekommen haben. Wärmekissen sind geplant und Entspannungskissen mit Lavendel. Aber natürlich bleibt das Kissen an sich einmal das Hauptprodukt.

IS: Und arbeitest du noch mit jemand anders aus Kärnten zusammen – bei den Stoffen oder beim Nähen?
Lisa Idziorek: Momentan machen wir noch alles selber. Aber ich bin schon langsam auf der Suche nach jemandem, der mich beim Nähen unterstützt. Und da leg‘ ich schon Wert drauf, dass es in Kärnten bleibt und da was weitergeht.

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IS: Also machst du jetzt wirklich alles selber?
Lisa Idziorek: Ja. Vom Bestellung entgegennehmen, Pölster nähen und füllen bis zum Versand mach‘ alles ich. Jetzt steht dann wieder die Stoffmesse in München am Programm. Da werden wir auch hinfahren und schauen, was es da Neues gibt. Das war am Anfang ganz spannend – wenn du das erste Mal auf einer Stoffmesse bist, denkst dir; „Oh mein Gott, was gibt’s da alles!“. Beim zweiten Mal bist du schon routinierter und weißt, was du brauchst, und kennst dich auch bei den Firmen aus. So wollen wir mehr Pölster in Organic Cotton anbieten. Und da den richtigen Stofflieferanten zu finden, der auch tatsächlich Organic Cotton hat, ist schon eine Herausforderung.

IS: Obwohl ihr so viel rumkommt, bleibt ihr in Kärnten verwurzelt?
Lisa Idziorek: Ja, auf alle Fälle! Wir sind ja auch aus Kärnten und legen viel Wert auf unseren Firmenstandort in Klagenfurt und früher oder später landen wir auf alle Fälle wieder in Kärnten. Unser Traum ist es, hier die hugme-Manufaktur auszubauen und mehrere Mitarbeiter zu beschäftigen. Momentan erleben wir die Vor- und Nachteile zweier Standorte. Wir verbringen viel Zeit im Auto, aber dafür können wir uns von beiden Regionen inspirieren lassen.

IS: Zum Schluss noch die wichtigste Frage überhaupt: Wie seid ihr eigentlich auf den Namen hugme gekommen?
Lisa Idziorek: Wir unterstützen mit einem Teil des Pölsterverkaufs Hilfsprojekte für Kinder, und es gibt ja leider zu viele Kinder, die keiner umarmt, und da sind wir dann bei hugme hängen geblieben – es hat gepasst und ist kurz und knackig.

IS: Und was wirst du für uns schreiben?
Lisa Idziorek: Da fällt mir viel ein (lacht). Übers Reisen – als Nächstes geht‘s nach Zypern. Ich kann euch aber auch direkt von der Stoffmesse aus München berichten. Das wär‘ mal was.

IS: Da sind wir aber schon gespannt!

Fotos: Lisa IdziorekKarin ScheidenbergerAlexander Bernold


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Hier schreibt die WUAPAA-Redaktion als Gastautoren über diverse Themen aus dem Süden. u.a. dabei: Livio Brandstätter, Katrin Dobernig, Karin Scheienberger ..
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