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„Ich will gar nicht mehr weg“: Lukas, Jojo und Dirk von IWICE lieben das Gründen IMSÜDEN.AT

Studieren und Jungunternehmer sein, das geht gut zusammen. Das beweisen Dirk, Johanna und Lukas: Die Startuper, die mit IWICE den Sportlern den Eisgenuss erleichtern wollen. Wir haben sie damals, bei heißem Eiswetter, am BUSINESSBEACH getroffen, zusammen nach Abkühlung gelechzt und genauer nachgefragt, wie Studieren und StartUpen zusammengeht – und was IWICE so geil macht.

IMSÜDEN.AT: Schön, dass ihr uns im BUSINESSBEACH besucht. Klassischer Einstieg: Wer seid ihr, woher kommt ihr und was macht ihr?

Johanna: Ich bin die Jojo. Wir kommen eigentlich alle drei aus Deutschland. Ich bin jetzt kürzlich für unser Projekt von Hamburg hierher gezogen und komme ursprünglich wie Lukas aus Kassel. Ich studiere Tourismusmangament und BWL in Braunschweig, bin jetzt da in den letzten Zügen und kann mich schon bald vollkommen dem Projekt  IWICE widmen.

Dirk: Ich bin Dirk und komme aus der Nähe von Köln. Ich bin vor zwei Jahren nach Klagenfurt gezogen, um Psychologie zu studieren und hab dabei den Lukas kennengelernt. Ich hab schon immer viele verschiedene Sportarten gemacht und koche gerne. Deswegen bin ich auch mit Lukas auf unsere Idee gekommen.

Lukas: Ich bin Lukas und das Bindeglied, das uns zusammengebracht hat. Dirk hatte die Idee und ich habe mir gedacht, Jojo ist die kompetenteste Ansprechpartnerin. Sie hat passenderweise eh grad eine Summerschool gemacht: IDEE2014, was ein in deutschlandweiter Wettbewerb für Startups ist. Da haben wir mit einem anderen Team noch einen Businessplan erstellt, und auch recht gut abgeschnitten. Das war die Initialzündung.

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IMSÜDEN.AT: Jetzt reden wir so viel vom Projekt: IWICE. Was verbirgt sich hinter diesem tollen Namen?

Dirk: Unser Produkt ist Eis für Sportler und alle Menschen, die sich gesund ernähren oder abnehmen möchten und die wissen möchten, was in ihrem Produkt drinnen ist. Das ist ein superleckeres Eis wie jedes andere auch, nur dass es eben spezielle Zutaten hat, die es besonders machen. Einerseits hat es viel Protein (20g auf 150g Eis), was der Sportler für den Muskelaufbau und die Muskelregeneration braucht, und was von vielen Leuten zu wenig zu sich genommen wird. Das Eis hat keinen Zuckerzusatz, wir arbeiten mit Zuckeraustauschstoffen. Wir versuchen so gut wie möglich alle künstlichen Zusatzstoffe aus dem Eis heraus zu halten. Und es hat auch so gut wie kein Fett.

IMSÜDEN.AT: Puh, ganz schön gesund. Heißt das, ich muss mich jetzt schlecht fühlen, wenn ich normales Eis esse?

Lukas: Es ist halt die Frage welche Ziele man hat. Unser Motto ist: Genuss ohne schlechtes Gewissen. Wenn ich jetzt zum Beispiel laufen war und dann esse ich ein Eis, dann habe ich mich zwei Stunden abgequält und die Hälfte des Aufwands, den ich betrieben habe, ist schon wieder weg. Aber mit unserem Produkt kann man das eben: Ich kann das einfach essen, habe ein tolles Geschmackserlebnis und tue dabei noch was für mich. Ich bringe mich praktisch nicht in die Bredouille, etwas Falsches zu mir zu nehmen.

IMSÜDEN.AT: Der Genuss kommt also auch nicht zu kurz bei euch?

Dirk: Absolut nicht. Natürlichkeit und der Genuss stehen im Vordergrund. Es muss immer noch ein leckeres Eis sein. Wenn es nicht schmeckt, würde es im Endeffekt auch keiner kaufen. Wir sehen uns als Ergänzung: Sportler nehmen Proteinshakes zu sich, die schmecken nicht so wirklich gut. Da hat man einfach keine Lust drauf, das macht keinen Spass, und deswegen machen wir da eine Alternative.

IMSÜDEN.AT: Ihr habt ja auch schon einige Preise erhalten für eure Idee…

Johanna: Zur IDEE2014 – das war ein Projekt an unserer Uni in Braunschweig, das kann man sich als eine Woche Gründercoaching vorstellen. Die Idee, die in dieser Zeit entstanden ist, wurde dann zum Wettbewerb weitergegeben und da haben wir mit unserem Projekt mitgemacht. Danach kam die Frage auf, wie machen wir jetzt weiter. Die beiden Jungs waren dann schon dabei, aber eben hier in Kärnten verwurzelt. Es hat sich aber schnell herausgestellt, dass die Förder- und Supportmöglichkeiten, wie es sie hier in Kärnten jetzt gibt, in Deutschland so nie gegeben wären. Dann hat sich die Standortfrage für uns erübrigt und wir haben uns für Klagenfurt entschieden, ich bin hier her gekommen und wir sind glücklicherweise ins build!-Gründerzentrum gekommen.

IMSÜDEN.AT: Von welchen Förder- und Supportmöglichkeiten sprecht ihr dabei?

Dirk: Beim Build! bewirbst du dich mit deinem Businessplan. Das ist offen für jeden und ist fortlaufend. Nach der Bewerbung musst du dich vor einer Jury vorstellen, da sind Leute von der Uni, von der Wirtschaftskammer und verschiedene Experten drin. Die bewerten, ob das Projekt Potential hat und stellen dann eine Förderung aus.

Wir wurden aufgenommen und bekommen so einen bestimmten Betrag zu Verfügung, mit dem dann das Projekt umgesetzt werden kann. Es gib Coaching vom build! und die Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig haben wir beim Pitching-Wettbewerb der Jungen Wirtschaft in Klagenfurt teilgenommen. Wir sind da gegen ganz viele andere Projekte aus der Region angetreten und haben den ersten Platz gemacht.

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IMSÜDEN.AT: Herzlichen Glückwunsch! Und wie läufts momentan: In welcher Projektphase befindet ihr euch?

Lukas: Wir sind im Moment in den Endzügen unserer Produktentwicklung. Wir feilen am endgültigen Rezept. Und auf zweiter Ebene sind wir ganz massiv an der Investorensuche: Kommenden Monat ist der nächste Wettbewerb, wir bewerben uns beim Business Angel Day, wofür wir heute noch ein Video drehen werden. Das ist im Moment so die Arbeit, zu den richtigen Leuten gelangen und kompetente Partner gewinnen.

IMSÜDEN.AT: Wie muss man sich das vorstellen? Werde ich das Eis im Supermarkt in einer großen Packung kaufen können, oder hier im Strandbad Loretto als Portion?

Johanna: Ein bisschen kannst du dir das wie Ben&Jerry’s Eis zum Beispiel vorstellen. Es gibt diese Portionsbecherchen, die kannst du dann hoffentlich bald im Supermarkt kaufen. Wir hatten auch überlegt, ob wir den Vertrieb auch über Fitnessstudios laufen lassen, werden uns aber erst mal auf die Supermärkte konzentrieren. Die Etablierung in Sportstätten kommt dann später.

IMSÜDEN.AT: Ihr seid ja alle noch mitten im Studium: Wie geht das zusammen, Studieren und Jungunternehmer sein?

Lukas: Das glaubt man nicht, aber wenn man von den Dozenten Feedback bekommt, dass sie noch nie so tolle Referate gehört hätten, sieht man einfach die Pitching-Routine. Auch mit Arbeitsaufwand kann ich anders umgehen: Wenn ich eine gewisse Aufgabe bekomme, kann ich die einfach strukturierter und schneller bewältigen bzw. bekommen wir einfach auf der Uni den Freiraum, unser Projekt zu machen. Wir können unsere Kurse so legen, dass wir arbeiten können.

IMSÜDEN.AT: Dirk und du Lukas, ihr studiert Psychologie. Passen da die Inhalte mit eurer Arbeit zusammen?

Dirk: Es ist jetzt nicht so, dass das komplett verschieden ist. Psychologie ist ja auch sehr allgemein gefasst. Man kann viel von der Produktplazierung, Werbung usw. mit psychologischen Effekten erklären. Das ist dann natürlich keine klinische Psychologie – bei Fragen wie, wie gestalte ich das Produkt, dass der Kunde es kaufen will, da hilft die Psychologie. Außerdem haben wir nebenbei noch BWL-Kurse, die wir beide belegen. Und natürlich lernt man beim Projekt ganz viel dazu, was für die Zukunft von unmessbarem Wert ist. Das ist eine gute Mischung. Und eine BWL-Expertin haben wir ja auch noch.

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IMSÜDEN.AT: Was glaubt ihr: Ist es als Student in Klagenfurt besonders schwer oder besonders leicht nebenher Jungunternehmer zu sein?

Dirk: Besonders leicht! Wir wissen natürlich nicht, wie es an anderen Universitäten läuft, aber hier hat man die Vorteile, dass man die Vorlesungen wählen kann wie man möchte, man kann sich die Zeit gut einteilen, man hat die Semesterferien, in denen man was machen kann. Es findet sich einfach genug Zeit mit unserem Studium. Und mit den Unterstützungen, beispielsweise durch build! oder unsere Dozenten, ist uns sehr geholfen. Man ist keine Nummer, man findet immer Hilfe. Deswegen glaube ich, es ist total super hier.

Johanna: Generell ist an Universitäten immer mehr das Bewusstsein da, Gründergeist in Studenten zu fördern. So langsam kommt das und das ist gut.

IMSÜDEN.AT: Was dieses Gründerklima von Anfang an der Grund nach Klagenfurt zu kommen, oder was hat euch hierher gebracht?

Lukas: Naja, ich bin Sportkletterer und habe nach einem Ort gesucht, wo ich studieren und klettern kann. Da hat sich der Rahmen in Kärnten ergeben. Und es war kein Fehler: Ich will nicht mehr weg.

Dirk: Bei mir waren es verschiedene Gründe: Umgebung, zentral in Europa, der See und die Sportmöglichkeiten und natürlich bin ich auch NC-Flüchtling. Dass man hier toll gründen kann, hat sich dann noch dazu ergeben.

IMSÜDEN.AT: Na wunderbar. Jetzt bleibt nur noch die Frage: Wann kann ich im Loretto euer Eis probieren? Hab ich nächsten Sommer schon Chancen?

Dirk: Nächsten Sommer kannst du es auf jeden Fall in Klagenfurt im Supermarkt kaufen.

IMSÜDEN.AT: Dankeschön, ich freu mich schon und freue mich, dass See, Sport und der Numerus Klausus in Deutschland Klagenfurt so engagierte, junge Köpfe beschert hat!

Fotos: IWICE


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Lucia Schöpfer
  Lucia Schöpfer | Mag ihre bayerische Heimat und dass Kärnten der so ähnlich ist | IMSÜDEN immer da, wo’s was ..
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