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Rugby Club Anexia Tigers: Weil’s mehr gibt als nur Fußball

Wusstest du, das Klagenfurt ein Rugbyteam hat, und dass diese gar nicht so unerfolgreichen Jungs „Anexia Tigers“ heißen?  Seit 2013 ist Anexia treuer Unterstützer des Klagenfurter Rugby Clubs, der mindestens genauso Exot ist, wie die ITler der Anexia.

Die Anexia ist ein international tätiges Unternehmen mit mehreren Standorten weltweit. Trotzdem vergessen wir unsere Herkunft nicht. Anexia ist ein Klagenfurter Unternehmen mit Stammsitz in Kärnten. Seit 10 Jahren zeigen wir, dass der Süden Österreichs nicht nur für negative Schlagzeigen sorgt, sondern dass es hier auch viele positive und spannende Entwicklungen gibt. Anexia setzt sich ein gegen den Braindrain, der Kärnten befallen hat und will aufzeigen, dass hier mehr passiert.

Eine florierende Wirtschaftsregion braucht gute Arbeitgeber (Hier geht’s übrigens zu den freien Jobs bei Anexia). Aber das macht den Erfolg alleine nicht aus. Deshalb macht Anexia sich auch jenseits des Tellerrands für die Region stark. Seit 2013 ist sie beispielsweise treuer Unterstützer der Anexia Tigers, Klagenfurts Rugby Club. Die Jungs vom Verein rund um den Obmann Jürgen Knopper und die beiden Trainer Harald Hofer und Gilbert Blechschmid zeigen, dass Kärnten mehr drauf hat, als die Vorurteile vermuten lassen.

Unsere rasende Reporterin Lucia hat sich zum Training der starken Jungs getraut und sich darüber unterhalten, wie es ist, Nische in Kärnten zu sein.

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Lucia Schöpfer: Fangen wir von vorne an: Warum gibt’s in Klagenfurt eine Rugby Mannschaft und seit wann gibt’s die Anexia Tigers schon?

Jürgen Knopper: Gegründet haben wir uns 2008. Damals waren wir eine externe Trainingsgruppe der damaligen Matadors Paternion und der dritte Rugbyverein in Kärnten. Wir waren damals nur 4-5 Leute. So hat das Ganze angefangen. 2010 haben sich die beiden anderen Rugby Vereine aufgelöst und wir sind übergeblieben. Zuerst haben wir das Olympische Rugby gespielt, heißt sieben gegen sieben, inzwischen haben wir eine eigene Kampfmannschaft für klassisches Rugby mit 15 gegen 15.

Lucia Schöpfer:  Ich habe mich mal wieder exzellent vorbereitet: Um was geht es bei diesem Spiel eigentlich?

Jürgen Knopper: Das Regelwerk ist sehr groß. Es reicht eigentlich aus zu wissen, der Ball darf mit der Hand nur nach hinten gepasst werden, mit dem Fuß nach vorne gekickt werden. Und das Ziel ist es, mehr Punkte als die gegnerische Mannschaft zu machen. Punkte macht man, indem man den Ball in der Endzone ablegt, oder nach einem Foul den Ball zwischen die Stangen durchspielt. Beim Rugby ist Vollkontakt erlaubt, der Vollkontakt muss aber kontrolliert sein. Ich darf nicht unkontrolliert hitten, sondern muss immer versuchen, die Gegner zu umklammern.

Gilbert Blechschmid: Wir tragen ja keinen Schutz, das heißt der Kontakt ist schon sehr technisch. Das ist ein Unterschied zum American Football. Sonst darf beim Rugby jeder passen, das Spiel ist offen. Rugby ist mehr wie Fußball.

Jürgen Knopper: Genau, Rugby und Fußball waren in Urzeiten auch mal derselbe Sport. Nur dass dann Leute, die einen Rasenplatz zur Verfügung hatten, Rugby gespielt haben und die, die nur die Straße hatten, haben Fußball gespielt. Man merkt die Nähe bis heute. Rugby ist eigentlich ein flüssiges Spiel. Der Ball ist immer umkämpft, wie beim Fußball.

Harry Hofer: Rugby ist ein schneller und dynamischer Sport.

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Lucia Schöpfer: Was ist die Leidenschaft Rugby zu spielen? Warum spielt man lieber Rugby statt Fußball?

Gilbert Blechschmid: Lass mich erzählen, wie ich zum Rugby gekommen bin. Ich war zum Studium in Frankreich, als dort die Rugby-Weltmeisterschaft war. In Frankreich ist Rugby ja ein riesen Ding. Mitbewohner aus dem Studentenwohnheim haben mich mitgenommen in den Park zum Rugby Spielen. Naja, dann hab ich erst mal den Ball gekriegt und keine Ahnung gehabt, was ich damit tun soll und bin gleich mal richtig, richtig hässlich umgetackelt worden. Also kaum gestanden, bin ich schon gelegen. Im ersten Moment hab ich nur Sternchen gesehen, aber das ist schon ein kleiner Adrenalinschub.

Harry Hofer: (lacht) Ein kleiner Adrenalinschub?

Gilbert Blechschmid: Ja, was heißt klein. Ein großer Adrenalinschub. Dann hab ich meinen Gegner schon auf meiner Liste gehabt und meine Rache geschmiedet. Der ist aber sofort zu mir hergekommen, hat mir aufgeholfen und gefragt, ob alles ok ist. Und ich glaube, das macht die Grundwerte des Sports aus: Man ist, ihm Vergleich zum Fußball, viel fairer mit seinen Kontrahenten. Weil es eine Kontaktsportart ist, schaut man mehr aufeinander. Disziplin ist einer unserer Core Values. In der Form habe ich Sport noch nie getrieben: so intensiv, gemeinschaftlich, zielorientiert. Das macht für mich den Reiz aus.

Harry Hofer: Rugby ist ein ehrlicher Sport.

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Lucia Schöpfer: Ist Rugby eine Nischensportart in Österreich?

Jürgen Kopper: Es ist auf jeden Fall eine Randsportart. Rugby ist aber in den letzten Jahren in Österreich gewachsen, der Riesen Boom ist noch nicht erkennbar. Viele Vereine müssen nach der Gründungsphase bald wieder aufhören. Wir sind eine der wenigen Vereine, die es jetzt geschafft haben, über Jahre den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, auch wenn es manchmal schwer ist. Es braucht einfach genug Spieler, und die sind nicht immer leicht zu finden.

Lucia Schöpfer: Ihr spielt ohne Schutz. Tut man sich oft weh beim Rugby?

Harry Hofer: Klar besteht immer ein gewisses Risiko, dass man sich weh tut. Aber gerade, weil das Risiko da ist, legt man so viel Wert auf Disziplin, Technik und den Ablauf. Spielersicherheit ist ganz wichtig. Es gibt ganz klare Vorschriften, was ok ist und was man machen darf. Wir gehen alle ein kontrolliertes Risiko ein und müssen uns gemeinsam unterstützen, dass es nur ein Risiko bleibt und nicht realisiert wird.

Lucia Schöpfer: Zum Schluss noch: Wer jetzt neugierig geworden ist: Wo kann man euch zuschauen?

Gilbert Blechschmid: Unsere Heimspiele sind immer auf dem Donau Platz in St. Ruprecht, Klagenfurt. Wir spielen zweite Österreichische Bundesliga, da haben wir eine Ganzjahresmeisterschaft. Beginnend im März und endend im November, mit Sommerpausen, in denen olympisches Rugby (sieben gegen sieben) gespielt wird. Durch die Österreichliga müssen wir auswärts öfters etwas weiter fahren, aber das gehört halt in unserem Sport dazu.

Jürgen Knopper: Ja, das muss man in Kauf nehmen. Wenn ich daran denke, was die Fußballer manchmal zu jammern haben, wenn sie eine Stunde fahren müssen – da können wir nur schmunzeln.

Gilbert Blechschmid: Ja und wenn jemand nicht nur zuschauen will, möchte ich auch noch eine Einladung zu unserem offenen Training aussprechen: Für Leute, die wissen möchten wie es ist, einen Vollkontaktsport zu spielen: Alle unsere Trainings sind freie Trainings. Jeder der mal vorbeikommen möchte, ist herzlich eingeladen. Training ist immer Montag am Koschatplatz um 18:15 Uhr und am Donnerstag um 19:15 Uhr am Donauplatz.

Und wenn Mädels auch mal ihr Glück versuchen möchten am Rugbyplatz: Die Anexia Tigers haben eine Spielgemeinschaft mit Tarvis, so dass die Damenmannschaft der Anexia Tigers dort trainiert. Vorbeikommen auch da jederzeit möglich. Und wem Rugby allein zu fad ist: Mit Tarvis zusammen verdingen sich die Anexia Tigers im Winter als Snow Rugby Spielgemeinschaft. No excuses!

Fotos: Anexia


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Lucia Schöpfer
  Lucia Schöpfer | Mag ihre bayerische Heimat und dass Kärnten der so ähnlich ist | IMSÜDEN immer da, wo’s was ..
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