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Werther zweierlei am Stadttheater Klagenfurt

Wie man „Die Leiden des jungen Werther“ eindrucksvoll auf die Bühne bringen kann, zeigt das Stadttheater Klagenfurt derzeit mit zwei Produktionen, welchen beiden Goethes Briefroman als Vorlage diente. Soviel vorweg: „Werther“ und „Werther!“ unterscheiden sich nicht nur durch das Rufzeichen.

Dank Jules Massenet, der den Roman vertont hat, kann der junge Werther nun singend seinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Der deutsche Tenor Attilio Glaser gibt ihm dabei seine Stimme und Regisseur Vincent Huguet inszeniert das Ganze am Stadttheater Klagenfurt. Das Publikum darf sich getrost von den großen Emotionen der ProtagonistInnen und dem ausdrucksstraken Gesang der DarstellerInnen erschlagen lassen. Um das ultimative Schmalz- und Kitscherlebnis garantieren zu können, wird die Oper „Werther“ am Stadttheater passend in der Sprache der Liebe, nämlich in französischer Originalsprache, aufgeführt. Für alle, die dem Französisch nicht mächtig sind, gibt’s aber auch eine deutsche Übertitelung, keine Sorge. Dass Charlotte aka Lotte (für die, die’s sich nicht aus dem Deutschunterricht gemerkt haben: Lotte ist diejenige, um die Werther so verzweifelt buhlt und wegen derer zumindest offiziell unerwiderter Liebe er sich schlussendlich – Achtung Spoiler – eine Kugel in den Schädel jagt) trotz ihrer bürgerlichen Moralvorstellungen von ehelicher Treue (sie ist mit einem anderen verheiratet) ihre Liebe zu Werther gesteht, weicht vom Goetheschen Original ab und holt die Geschichte ein Stück in die Moderne.

Nicolas Stemann und Philipp Hochmair setzen dem noch eins drauf, erzählen Werthers Leiden aus ihrer eigenen, ganz persönlichen, durch Facebook, Twitter und Co. gefilterten Sicht und machen aus dem Briefroman ein zeitgenössisches Schauspiel, welches wohl irgendwo zwischen Performance, Literatur-Lesung und Monodram einzuordnen wäre. „Werther!“ ist eine Low Budget Produktion, die 1997 in Nürnberg startete und nach einigen Zwischenstopps – unter anderem am Wiener Burgtheater – jetzt in Klagenfurt gelandet ist. Der unter anderem aus „Vorstadtweiber“ bekannte Schauspieler Philipp Hochmair beweist, dass Werther nicht nur im 18. Jahrhundert Identifikationsfigur war, sondern dass der Stoff aus der Goethezeit immer noch brandaktuell ist.

Termine
Werther
24.11.2017, 29.11.2017, 01.12.2017, 15.12.2017, 21.12.2017
Werther!
03.12.2017

Karten
Euro 18,-/ermäßigt Euro 9,-
Kasse des Stadttheater Klagenfurt: Tel +43 (0) 463 54 0 64, kartenkasse@stadttheater-klagenfurt.at

pix: Heike Blenk, Karlheinz Fessl

 


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Alina Hainig
Alina Hainig | im Süden geboren, aufgewachsen und (fast) ausgewachsen | hat das BG Tanzenberg besucht | hat ein Praktikum bei IMSÜDEN.AT gemacht ..
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