WIRTSCHAFT
Wolfgang Kuttnig 2010-05-17_157
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„Erfolgreich ist, wer umsetzt!“

Wolfgang Kuttnig ist Geschäftsführer der Jungen Wirtschaft Kärnten und Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Klagenfurt, aber früher mal war der Herr Betriebswirt, Koch, Fallschirmspringer und Polizist in Wien. Wir haben ihn gefragt wie das alles zusammengeht und was die JW für die Wirtschaft im Süden tun kann.

Man kennt diesen Mann von vielen Fotos. Meistens grinst er zwischen hübschen Damen hervor, scheint Mittelpunkt des Bildes und gleichzeitig im Hintergrund. Ein schwieriger Spagat. Man sieht ihn auch oft, im modischen Sakko, das Handy am Ohr, auf Wirtschaftskammer-Veranstaltungen rumschwirdln. Freundlich erhobene Augenbrauen und ein einnehmendes Lächeln grüßen Bekannte, während glasklare Anweisungen höchst bestimmt in den Hörer befohlen werden. Er hat alles, was hier passiert fest im Griff und wirkt trotzdem freundlich entspannt. Auch keine leichte Übung. Wer ist der Typ eigentlich und warum haben wir immer das Gefühl, dass er noch mehr kann als er ohnehin schon tut. Fragen wir mal nach…

IMSÜDEN.AT: Hallo Wolfgang, leg’ mal das Handy weg und sag’ uns, was du so treibst, wenn du nicht gerade mit schönen Frauen von Fotos lächelst oder Befehle ins Handy brüllst.
Wolfgang Kuttnig: (lacht) So nimmst du mich wahr? Naja, das ist vielleicht das, was bei dir ankommt. Die meiste Zeit organisiere ich eigentlich die Gelegenheiten bei denen ich dann mit schönen, erfolgreichen Frauen vom Foto lachen und dazwischen Befehle geben kann (lacht). Man könnte auch sagen, dass ich als Geschäftsführer der JUNGEN WIRTSCHAFT KÄRNTEN mit meiner Abteilung versuche den Boden für junge, dynamische Unternehmer zu bereiten…

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So nimmt man den JW-Chef oft wahr.

IMSÜDEN.AT: Haben wir uns schon gedacht, dass du da einen perfiden Plan verfolgst! Was muss man mitbringen um deinen Job zu machen?
Wolfgang Kuttnig: Als Geschäftsführer der JUNGEN WIRTSCHAFT KÄRNTEN bist du Netzwerker an vorderster Front. Du musst Veranstaltungen managen können, einen Hang zum Marketing haben und praktisch Lobbyist sein. Und am besten bist du Quereinsteiger….

IMSÜDEN.AT: Wieso Quereinsteiger? Woher bist du denn gestiegen?
Wolfgang Kuttnig: Nicht so direkt quer. Ich war davor Marketingleiter beim Wirtschaftsbund und davor im Landesjugendreferat. Aber eigentlich bin ich Koch und war auch mal Polizist…

IMSÜDEN.AT: Sch***e, echt jetzt? Wir schwören, wir haben nichts gemacht! Das waren alles die anderenecht jetztwir würden nie! NIE!
Wolfgang Kuttnig: (lacht) Na mal ganz ruhig bleiben, ich bin nicht mehr im Dienst (lacht). Ich war drei Jahre lang in Wien, genauer gesagt in Ottakring, eingesetzt. Ein Bezirk, der sehr migrationsdominiert ist mit all’ den Konflikten, die da entstehen können, aber auch mit der ganzen Vielfalt, die das mit sich bringt. Ich hab’ das ehrlich gesagt sehr genossen in diesem Schmelztiegel der Kulturen zu arbeiten, auch wenn man als Polizist natürlich viele Sachen erlebt, die nicht so leicht zu verarbeiten sind. Trotzdem möcht’ ich die Zeit nicht missen. Ich fand das einfach sehr befruchtend.

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Aber der Job besteht aus mehr als nur hübsch von Fotos zu lächeln…

IMSÜDEN.AT: Ist ja alles recht und schön, aber wie zum Teufel wird ein Wiener Bulle JW-Geschäftsführer in Kärnten???
Wolfgang Kuttnig: Naja, eigentlich bin ich heimgekehrt. Ich bin in Klagenfurt aufgewachsen, hab’ mal versucht in Villach die Hotelfachschule fertig zu machen, dann aber lieber Koch gelernt und mich dann zum Heer verpflichtet, weil ich das Fallschirmspringen super fand. Dabei hab’ ich mich dann mit ein paar Leuten von der Kobra angefreundet und mich schließlich bei der Polizei beworben. Parallel zur Ausbildung hab’ ich die Matura nachgeholt und war dann eben drei Jahre in Ottakring auf Streife.

IMSÜDEN.AT: Aha, Fallschirmspringer war er auch. Aber wir sehen da immer noch keinen Zusammenhang Wolfgang
Wolfgang Kuttnig: Ja ja, Geduld. Der Zugang zum Unternehmertum und zur Wirtschaft kommt sicher auch von meiner Familie. Ich bin ja praktisch im Familienunternehmen groß geworden. Meine Eltern hatten einen Gastro- und Beherbergungsbetrieb und da bist du natürlich ständig vor Ort und hörst viel über die Sorgen und Nöte der Unternehmer.

IMSÜDEN.AT: Gekauft. Jetzt erzähl’ noch schnell den Rest deiner Bio, damit das auch alles zusammenpasst. Sonst noch was in petto? Schlangenbeschwörer in Usbekistan? Teenage-Popstar in Kanada?
Wolfgang Kuttnig: (lacht) Sicher nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden (lacht). Ich hab halt immer wieder die Abwechslung gesucht. Deshalb hab’ ich mich auch von der Polizei karrenzieren lassen und meine Studienkarriere begonnen. Erst Jus in Linz, dann Pädagogik, Publizistik und BWL in Villach und Klagenfurt. Immer berufsbegleitend, versteht sich. Und, man glaubt es kaum, ich hab dann 2014, nach sagen wir mal „breitem“ Studium, auch meinen Abschluss in BWL gemacht (lacht).

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Der Lesestoff verrät was der Mann wohl erst lernen muss…

IMSÜDEN.AT: Gratuliere Herr Magster. Zurück zum aktuellen Job. Was macht die JUNGE WIRTSCHAFT KÄRNTEN für die Jungunternehmer im Süden?
Wolfgang Kuttnig: Eine ganze Menge, und nicht nur im Süden. Wir haben sicherlich eine Netzwerkfunktion, die wir auch sehr gerne wahrnehmen. Gerade als Jungunternehmer ist es ja wichtig erste Kontakte zu knüpfen, dafür bieten wir das Tableau. Das sind dann oft die Veranstaltungen, bei denen ich von den Fotos mit den schönen Frauen grinse…

IMSÜDEN.AT: Jetzt nicht nachtragend werden, das war ja nur der Einstiegsgag, Herr Inschpektor!
Wolfgang Kuttnig: (lacht) Ja ja. Jedenfalls ist die JW natürlich auch Lobbyistin für die Interessen der Jungunternehmer in Österreich. Wir wollen durch unsere Arbeit die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen und junge Unternehmen verbessern. Einer unser jüngsten Erfolge ist sicherlich das Crowdfunding-Gesetz, das wir maßgeblich mitgestalten durften. Aber auch die GmbH-Neu ist teilweise auf unserem Mist gewachsen.

IMSÜDEN.AT: Na bitte! Super!! Gut gemacht!!!
Wolfgang Kuttnig: Na, jetzt aber nicht zu viel schleimen hier (lacht). Die dritte Säule unserer Arbeit sind die Serviceleistungen. Da bieten wir verschiedenste Sprechtage, Info-Materialien, Vergünstigungen, Weiterbildungsveranstaltungen, usw. an. Das wird auch sehr gut angenommen. 

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Der Chef selbst packt auch beim BUSINESSBEACH-Aufbau mit an!

IMSÜDEN.AT: Was wäre da ein aktuelles Beispiel?
Wolfgang Kuttnig: Na unser gemeinsames Sommerprojekt natürlich, der JW BUSINESSBEACH IMSÜDEN.AT powered by STW im Strandbad Maria Loretto, mit dem die Bezirksgruppe Klagenfurt und Melanie Sass gezeigt haben, wie wichtig es ist, dass die richtigen Leute mit den richtigen kreativen, smarten Ideen zur richtigen Zeit am richtigen Ort vieles bewegen können. Auch eine Art Signalwirkung, die bis in die Politik hinein ging. Erfolgreich ist, wer umsetzt. Das sieht man am BUSINESSBEACH.

IMSÜDEN.AT: Na, jetzt aber nicht zu viel schleimen hier (lacht). War natürlich eine gute Sache. Was hast du sonst noch im Programm?
Wolfgang Kuttnig: Sehr erfolgreich und gut angenommen wird auch unsere STARTUP-PITCH-Veranstaltung „90 Sekunden“ und unsere Gründerplattform StartUpStayUp.at. Aber auch der Gründer- und Jungunternehmertag kommt als niederschwellige Serviceveranstaltung für Jedermann sehr gut an. Der nächste ist übrigens schon am 02. Oktober und heuer wird alles ein wenig anders werden, so viel kann ich schon verraten.

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IMSÜDEN.AT: Apropos anders: Nachdem du ja praktisch an der Quelle sitzt – wie entwickelt sich der Wirtschaftsstandort Süden nach deinem Gefühl?
Wolfgang Kuttnig: Ich spüre ehrlich gesagt eine starke Dynamik, vor allem im StartUp-Bereich. Ich denke, dass wir gute Chancen haben Kärnten zu einem wichtigen StartUp-Hub in der Alpen-Adria-Region auszubauen, wenn wir alle mitanpacken. Generell steigen auch die Mitgliederzahlen der Wirtschaftskammer stark an, was aber nicht heißen muss, dass die das alle auch freiwillig machen. Viele werden ja auch durch den Arbeitsmarkt praktisch in die Selbstständigkeit getrieben. Das ist natürlich nicht besonders positiv….

IMSÜDEN.AT: Bei der Gelegenheit stellen wir dem Experten gerne die Frage: Was macht denn einen Unternehmer aus?
Wolfgang Kuttnig: Ohne Experte zu sein, antworte ich bei dieser Gelegenheit gern: Man muss schon der Unternehmertyp sein. Das heißt, nicht wirklich zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden, sondern das zu leben, was man tut. Man muss sicher Verantwortung wahrnehmen können, aber auch mit der großen Freiheit klarkommen, die man als Unternehmer hat. Wenn einem nämlich keiner sagt, was man zu tun hat, ist es oft gar nicht so leicht was zu tun. Wichtig ist auch eine gewisse Netzwerkfähigkeit, gerade bei EPUs, aber auch global gesehen. Ich denke, den klassischen Markt gibt es nicht mehr, man muss schon über den Tellerrand schauen können!

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Der Chef mit seiner Chefin: Brigitte Truppe ist die Landesvorsitzende der JW Kärnten.

IMSÜDEN.AT: Na, dann schauen wir mal über den Tellerrand, was bringt die Zukunft?
Wolfgang Kuttnig: Na sicherlich Veränderung, sowohl im Allgemeinen als auch bei mir im Speziellen. Ich bin ja kein Sesselkleber, wie mein Lebenslauf nahe legt, also werde ich in meinem Leben auch wieder andere Herausforderungen annehmen, wenn sie sich ergeben. Aber im Moment will ich mit der JW noch sehr viel erreichen. Es macht mir gerade unglaublich viel Spaß mit unserem engagierten Funktionärsteam Projekte für die Jungunternehmer umzusetzen. Denn man muss ja auch sagen, der Wolfgang Kuttnig alleine kann ja überhaupt nix, nit amal von Fotos lachen, wie du weißt (lacht). Ich hab hier im Büro super engagierte Mitarbeiter und draußen in den Bezirken geben die Funktionäre der JW ein Gesicht. Denn das ist das Wichtigste für eine Interessenvertretung und ein Netzwerk, dass wir ganz nahe bei den Leuten sind, für die wir da sein sollen – bei den Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern im ganzen Süden.

IMSÜDEN.AT: Na endlich fällt ein g’scheides Schlusswort. Danke für das Interview Herr Inschpektor“.

(PIX: JW und Wolfgang Kuttnig)

 


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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