Genuss
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Netzwerker mit Hang zum Masochismus

Den Kollerwirt am Tanzenberg kennt jeder – den Tom Soete mittlerweile auch. Seit er das Traditionsgasthaus leitet, versucht er Altes zu bewahren ohne alt zu wirken. Eine Grätsche die manchmal weh tut.

Bei der Anfahrt zum Kollerwirt, vorbei am Gebäudekomplex wo das ehemalige Tanzenberger Internat untergebracht war, entkommt mir heute noch ein leises Danke an den Probst von Wieting, dass er damals vor 50 Jahren zu wenig Power in sein Empfehlungsschreiben gelegt hat, weil er mich unbedingt nach Seckau verfrachten wollte. Wer weiß was mir alles erspart geblieben ist. Eine Minute später jauchzt die Seele wieder beim Anblick des wohl schönsten Gastgartens weit und breit. Hier kann man den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und alle schlechten Gedanken weit fortscheuchen. Gut dass heute Ruhetag ist und der Tom noch ein paar Minuten Zeit braucht. Hoffentlich gibt es diesen Ort noch lange.

IMSÜDEN.AT: Belgier, Physiotherapeut und Kollerwirt, wie passt denn das zusammen.
Tom Soete: Ja, das klingt ein bisschen paradox, aber so spielt das Leben und Auslöser ist immer die Liebe. Zuerst die Liebe zu einer Frau und dann die Liebe zur Location. Die zur Location ist geblieben. Der Gastgarten und das gesamte Objekt sind so stimmig, dazu aufregend und beruhigend zugleich. Gott sei Dank empfinden das die Gäste ebenso. Sonst gäbe es den Kollerwirt wahrscheinlich nicht mehr.

 

IMSÜDEN.AT: Dass heißt die Leute kommen nicht wegen dem guten Essen zu dir.
Tom Soete: Das will ich nicht sagen. Wir kochen gut und gerne und verwenden natürlich schon immer regionale Produkte. Das behauptet zwar heute jeder, aber hinten hineinschauen darfst nicht. Bei uns hat das Tradition. Die Monika (Kaiser) hat das schon so gemacht. Von ihr habe ich das Kochen gelernt. Weder sie noch ich sind aber ausgebildete Köche. Viele Gerichte, für die sie berühmt war, habe ich übernommen, dann aber neue Kreationen probiert und hinzugefügt. Es ist das Gesamtkonzept, das hier passt.

IMSÜDEN.AT: Die Belgier haben bei Asterix Kraft aus ihrem besonderen Bier geschöpft, um die Römer zu versohlen. Angeblich hat der Kollerwirt…
Tom Soete: (lacht, versteht den Wink und spendiert ein herrliches Leffe vom Fass.) Als Belgier kann ich gar nicht anders als unsere Biertradition auch hier einzubringen. Abtei und Trappistenbiere werden von den Gästen immer lieber getrunken. Interessanterweise auch vermehrt von Frauen. Auch das Schleppe Nr.1 ist so ein Craft Bier, das man als Alternative zum Wein gerne mag.

IMSÜDEN.AT: Reicht das alles, um die Entfernung zu überbrücken.
Tom Soete: Die meisten Gäste kommen aus Klagenfurt, aber auch aus Villach und da spielt die Entfernung schon eine Rolle. Da musst du Anreize schaffen, die stark genug sind, um sie zu überbrücken. Ich mache das mit Special Events wie z.B. Literatur u. Musikabende und natürlich kulinarische Highlights wie „Friends Cooking for Friends“, „Grill & Chill“ und so weiter. Für mich sind Gruppen mit bis zu 30 Leuten – im Sommer auch mehr – interessant, weil ich dann recht günstige Menüs anbieten kann. Immer wieder organisiere ich Shuttle – Heimfahrten, die bei Gruppen für die Einzelnen nur ein paar Euros kosten. Ansonsten bin ich überhaupt ein Netzwerker und glücklicherweise gibt es noch andere Wirte wie z.B: den Fuzzi vom Parkhaus oder den Klausi vom Ingeborg, mit denen man gut und ohne Futterneid zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen kann.

IMSÜDEN.AT: Wir brauchen uns also um den Kollerwirt mit Tom Soete keine Sorgen zu machen.
Tom Soete: Im Sommer geht’s gut. Im Winter ist es oft zäh, da grenzt es oft an Masochismus. Nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem weil es an den ruhigen Tagen hier sehr einsam ist. Da wäre eine neue Kollerwirtin schon willkommen. Aber woher nehmen…

Gasthaus Kollerwirt
Tom Soete
Affesdorf 3
9063 Maria Saal

Weitere Infos unter www.kollerwirt.com oder auf Facebook

Reservierungen unter +43 (0) 664 79 59 706 oder office@kollerwirt.com

(PIC: Gerhard Smuck & Kollerwirt (Gernot Gleiss))


Foto Gerhard Smuck
Gerhard Smuck
GERHARD F. SMUCK ist Absolvent der „Universität des Lebens“. Vorher: Schulabbrecher, Lehrling und Fachmann im Grafischen Gewerbe. UNO Soldat. Dann ..
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