TheDogBlog
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Last but not Beast!

Wer der englischen Sprache mächtig ist, würde unter dem Begriff „to barf“ definitiv etwas Anderes verstehen als ich. B.A.R.F. bedeutet wie bereits im letzten Blog erwähnt, die Abkürzung für „Bones And Raw Food“, auf gut Deutsch „Knochen und rohes Futter“ oder eingedeutscht „Biologisch Artgerechte Roh Fütterung“, wobei K.U.R.F. ja auch cool geklungen hätte.

Um das ganze in einem etwas anderen Licht zu sehen, nehmen wir einmal die Inhaltsstoffe eines bekannten Trockenfutters. Neulinge werden jetzt genau das in diesem Futter finden, dass sie erwarten:

Mais, Geflügelprotein (getrocknet), Maisfuttermehl, Tierfett, Schweineprotein (getrocknet), tierisches Eiweiß (hydrolysiert), Rübentrockenschnitzel, Maiskleberfutter, Mineralstoffe, Fischöl, Sojaöl, Hefen, Hydrolysat aus Krustentieren (Quelle für Glukosamin), Hydrolysat aus Knorpel (Quelle für Chondroitin). Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A: 16000 IE, Vitamin D3: 1000 IE, E1 (Eisen): 50 mg, E2 (Jod): 5,1 mg, E4 (Kupfer): 10 mg, E5 (Mangan): 66 mg, E6 (Zink): 197 mg, E8 (Selen): 0,09 mg – Konservierungsstoffe – Antioxidanzien.

Sieht dann in etwa so aus:

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Die Inhaltsstoffe eines Tierfutters, sind übrigens immer nach der Menge ihres Inhaltes aufgelistet. Man darf also annehmen, dass in diesen Produkten mehr Mais als Geflügelprotein (Was ist das überhaupt? Achja, der Proteinanteil kann mit Geflügelfederkielen erhöht werden … Warum ich das weiß: Einer der „Großen“ kam auf einer Messe zu mir und fragte „Na men Jung, wieviel Federnanteil habt ihr so in eurer Jause?“ auf mein verstörtes „Wos? Mia homma lei Fleisch drin!“ kam nur ein „Ne, verarsch mich nich, kannste ja nie so günstig sein“ (Können wir, Anm.)) enthalten ist. Was will ich damit sagen? In den meisten Trockenfuttermarken ist verdammt viel Getreide enthalten … „Ein Hund braucht Kohlenhydrate.“ sagen sie. Ich sage: „Man kann seinen Hund Kohlenhydrate füttern, muss aber nicht.“

Wir haben uns nun gedacht, dass es gescheid wäre (und nachdem wir ja Geflügel verarbeiten) die Nebenprodukte des Geflügels zu Tiernahrung zu verarbeiten. Am Beispiel unseres Geflügel-Jausenmenüs, seht ihr nun unsere Inhaltsstoffe:

Hühnerkeulenfleisch, Hühnerkarkassen, Hühnerflügel, Hühnerhälse, Salat, Karotten, Äpfel, Zucchini.

Sieht dann in etwa so aus:

BARF_LowRes

Nun steht es in Zeilen also 6:1,5 für den bekannten Hersteller und über 30 „Worte“ zu 8 Worten.

Um das ganze jetzt noch ein wenig plakativer zu machen:

Man stelle sich jetzt einfach einmal einen Hund auf einem Wanderweg vor. Rechts ein an Altersschwäche gestorbenes totes Reh, links ein Maisacker. Klein Arko hat Hunger … großen Hunger.

Wird er sich

  1. einen Maiskolben schälen und evtl. Popcorn machen oder wird er sich
  2. eher ein saftiges „Steak“ gönnen.

Sollte Arko keine massiv vegane Ader haben, wird er wohl eher zu 2. tendieren, davon kommt übrigens das „A“ wie in „artgerecht“.

Die Anzahl an Allergien unter Hunden nimmt schwindelerregende Maße an, Hautkrankheiten, Verdauungsprobleme, viele Hunde die jung sterben uvm. Wer sich hier aber genauer einlesen will, dem empfehle ich die (wenn auch ein wenig überspitzten) Bücher „Hunde würden länger leben, wenn…“ oder „Tierärzte könnten die Gesundheit Ihres Hundes gefährden“. Aber welchen jungen Tierarzt will man schon Vorwürfe machen, wenn er seine Seele auf 10 Jahre verkauft, um dafür die halbe Einrichtung seiner neuen Praxis bezahlt zu bekommen, um dann halt eine gewisse Marke zu promoten? (1. Achtung Ironie. 2. Not kidding.)

Aber genug davon, warum kamen wir damals zum „barfen“? Berry hatte bereits im Welpenalter immer wieder massive Probleme mit der Verdauung. Man sah ihm an, dass es ihm nicht gut ging, ständige (sauteure) Antibiotika-Kuren, Spritzen und „super-ultra-duper-porno-megaempfindlich“-Futter waren die Folge. Was es brachte? Ein paar Tage Ruhe (meist die Zeit in der wir nicht füttern durften) und bald danach wieder Party.

Irgendwann auf einmal kam bei der Rettungshundestaffel das Thema roh füttern auf. Roh? Rohes Fleisch? Da dachte sogar ich erst einmal an alle möglichen Krankheitserreger um drauf zu kommen, dass der Verdauungstrakt des Hundes zu kurz ist, um diese überhaupt aufzunehmen. Ein paar Bücher später erkannten wir, dass es gar nicht so schwer ist und gerade im Süden die Anzahl an extrem guten BARF-Shops (Barfspezialitäten in St.Thomas oder Futterspaß und Dexter’s in Villach sind hier zu nennen) eine sehr hohe ist und dann begann das Experiment barfen.

Gerade als Anfänger gibt es diese Dinge die man hört, wenn man barft:

  1. Das ist ja voll umständlich (Blödsinn, auftauen und in den Napf leeren)
  2. Der Hund beginnt zu jagen (Blödsinn, man weiß übrigens nicht einmal mehr woher dieses Ammenmärchen kommt.)
  3. Da sind ja alles Parasiten und Krankheitserreger drin (Blödsinn, 1. Sind die Auflagen die wir z.B. bei uns im Betrieb haben die gleichen wie für Fleisch für den menschlichen Verzehr, 2. Ist der Verdauungstrakt dafür ausgelegt und 3. Wird die Verdauung durch rohes Fleisch sogar angeregt.)
  4. Das braucht voll viel Platz in der Tiefkühltruhe (Blöds… äääh … Stimmt)

Wie man sieht, sind das jetzt nicht die großen Stolpersteine die man vor einem hat und auch wenn es gerade zu Beginn zu einigen Umstellungen kommt wenn man mit dem Barfen beginnt, gibt es diese positiven Aspekte, diese:

Dinge die sich ändern, wenn man barft:

  1. Der Napf ist schneller leer … viel schneller
  2. Der Hund wirft weniger aus
  3. Der Hund stinkt weniger
  4. stinkt weniger
  5. wird aufgehoben wenn man das erste Mal rohen Pansen in den Napf leert
  6. Das Fell wird schöner
  7. Man sieht seinen Tierarzt nicht so häufig (in unserem Fall sei hier ein ganz klares leider erwähnt, Herr und Frau Dr.Moser sind großartig und waren die ersten die in unsere Produkte geglaubt und auch barfen toll finden!)
  8. …und vieles mehr

Auch nach gut zwei Jahren in denen Berry jetzt gebarft wird, sind die Vorteile einfach exorbitant hoch und zu 99 %, wird jeder Barfer das auch bestätigen. Ich hoffe mit dieser Kurzerklärung einigen, die „Angst“ vor dem Barfen genommen zu haben, und stehe für weitere Fragen natürlich jederzeit unter bernd@hundejause.at zur Verfügung.

PS: Nachdem sich in meinem privaten Umfeld einiges geändert hat, wäre es nicht mehr kongruent über etwas anderes als Hundeernährung zu schreiben. Aber wer weiß, vielleicht feiere ich ja mein Comeback als Blogger und der Süden braucht einen Single-Blog aus der Sicht eines Mannes (Ja Karin, das ist eine Drohung und natürlich auch Blödsinn! 😉 ).

 

 

 

 


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Bernd Bodner
Bernd Bodner (*1986) | Studium International Business Management FH Kärnten | Auslanderfahrungen an der Harvard University, Griffith College Dublin und der ..
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