IMSÜDEN
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Sommer, Sonne, Sounds und Stories – LIGHTHOUSEFESTIVAL 2014

Eine Halbinsel zwischen Novigrad und Porec. electronic music on vacation. Sonnenuntergang. Delfine. DJs. – Das war das LIGHTHOUSE FESTIVAL 2014. Wir waren für dich dabei. Ok, zugegeben, ein wenig Spaß hatte wir auch…

Cabrio aufmachen, Sonnenbrille und -hut aufsetzen, Motor starten und ab nach Istrien. Der Süden weht dir um die Nase und die Sonne brennt dir ins Genick. Stopp an der Schengen-Grenze, einem der letzten Orte, an dem du in unserer grenzenlosen Zeit noch völlig der Persönlichkeit und/oder Laune eines einzelnen Menschen ausgeliefert bist. Jeder Pass wird genau studiert. Steinerne Miene. Prüfender Blick. Dann, nach gefühlten zwei Stunden, der abfällige Wink mit der Hand: In Ordnung, weiterfahren, Urlaub genehmigt. Jetzt riechst du das Meer.

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Dann kommst du an. Lanterna heißt die Halbinsel zwischen Novigrad und Porec. Vor Jahrzehnten vom Tourismus „erschlossen“, jetzt schon etwas abgewetzt, aber fast nostalgisch angenehm. Das Logo über der Rezeption ist so 80ies wie du. Jeder, der hier ankommt, glaubt er war schon mal hier. Vielleicht als Kind mit den Eltern, als alles noch viel unbeschwerter war. Wahrscheinlich wegen den Schwimmflügeln. Egal. Eingecheckt, reibungslos. Zimmer besichtigt, Koffer rein, Badehose an und ab an den Strand. Felsig und schroff, dazwischen Beton und Metall. Du springst ins Meer und wäschst dir den Winter aus den Haaren. Dann trocknest du auf Felsen. Salz auf der Haut und MANUELLE MUSIK (aus Zürich) im Ohr. Ab sofort bist du am BEACHFLOOR. Denn es ist Festival.

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„electronic music on vacation“, haben die Jungs von der Pratersauna als Motto ausgegeben und sind mit Sack und dem ganzen nachtaktiven Pack nach Istrien gefahren. LIGHHOUSEFESTIVAL heißt der Spaß und findet heuer zum zweiten Mal statt. 100 Künstler, 2.000 Gäste und drei Tage Zeit. In der Hotel- und Bungalowanlage wimmelt es von kreidebleichen Nachschwärmern. Von den Balkonen und aus den Villen wummern Bässe. Man grüßt sich auf Deutsch, viele auf Wienerisch. Wie zum Beispiel in der GRELLEN VILLA, dem definitiv südlichsten Floor der GRELLEN FORELLE. Dort gibt es einen Pool und bunte Leute, die am Rasen sitzen, liegen und andere schöne Sachen machen. Alles sehr entspannt.

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Rüber zur DAYSTAGE, nur nichts verpassen. Du hast ja schon das berüchtigte DISH TENNIS ARENA BATTLE gestern ausgelassen und auch der Techno-Zampano JUAN ATKINS musste ohne dich auflegen. Verdammt. Nächstes Jahr kommst du bereits am Freitag, soviel ist jetzt schon sicher. Auf der DAYSTAGE spielen gerade HVOB dein neues Lieblingslied („Dogs“). Das Publikum ist zahlreich und sieht lustig aus. Manche haben sich verkleidet, dazwischen gibt‘ s alle Style-Abstufungen von Bobo, über Hipster bis Normcore.  Das PARTYBOAT schremmt Costa-Concordia-mäßig an der Landzunge vorbei auf der du tanzt, der Sonnenuntergang kündigt sich an. Das finden alle schön und jauchzen kollektiv. Ein paar Poserinnen drängen sich raus auf den äußersten Felszipfel und tanzen demonstrativ in den Sundowner. Die Fotografen finden das gut. Dann schreit einer „Delfine“ und alle so : „AHHHHHH“. Und wirklich, am Horizont springen Delfine vor den Untergang, heben sich schwarz ab, vom rot-blau-gelben Postkartenmotiv. Es ist etwas zu kitschig, aber keiner kotzt. Du fühlst dich glücklich, tanzend am Felsen im Süden, mit den ganzen anderen Beathungrigen, Soundsüchtigen und Bassabhängigen.

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Zwischendurch mal schnell zum Finale gezappt. Viel los in der HEINEKEN-CHAMPIONS-LEAGUE-ARENA. „Verlängerung“ ist ein schönes Wort, beim Fußball und im Urlaub. REAL gewinnt, aber das siehst du nicht ein und gehst wieder zum Meer, weiterträumen. Da spielen schon WILL & DELOKI, die beiden DJs aus Klagenfurt. Das Publikum hat sich zusammengerottet und tanzt nun enger, denn vom Meer her weht ein kühlendes Lüftchen. Pinguinartiger Reflex eben. Mittendrinn triffst du einen Bergaffen, den du aus dem Süden kennst. Dann spielts plötzlich „JUNGE RÖMER“ und WILL & DELOKI müssen aufhören. Die Security reißt ihnen die Turntables unter den Platten weg. Schluss hier. Aus jetzt. Irgendwie verständlich, denn die Jungs und das Publikum hätten noch bis zum Sonnenaufgang so weiter gemacht. Das geht aber nicht, denn jetzt ist ROLLER DISCO angesagt und die ist sogar nochmehr retro als du. Also nichts wie hin.

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Goldene Shorts, silbrige Leggins, bescheuerte Brillen und Afro-Perücken auf Rollen, powered bei H&M. Gibt schlimmeres, denkst du dir und rollst mit. Jetzt gibt’s noch den obligatorischen Outfit-Contest und dann ist aber auch gut mit dem Animationsprogramm. Dafür hetzt der Italodisco-Altmeister ALEXANDER ROBOTNIK  die Meute wieder auf. Kopfnicken, Beinwippen und gar hurtiges Hipsterhoppsen den Rest der Nacht.  Kurz noch zur geheimen Party von NOISEY (die Festival-App weist dir den Weg), dann Sonnenaufgang am Meer. Die Wellen rauschen rhythmisch, der Tinitus scheppert mit dem Gekreische der Möwen um die Wette. Trotzdem: chill out. Gähn.

Von der Sonne geküsst aufgewacht, zur DAYSTAGE gekrochen, Makava-Festival-Eistee-Infusion und EXERCISE ONE aus Berlin. Den letzten Blick aufs Meer, die Musik im Ohr, im Schatten des Leuchtturms. „Wenn ich jetzt nicht fahr, bleib ich da“, schießt es dir durch den Kopf und du musst lächeln. Dann steigst du ins Auto und als du zuhause ankommst, lächelst du immer noch. Der Süden hat dich wieder.


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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