BUSINESSBEACH
Steg
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„Man muss das Holz spüren können, wir wollen nix Unechtes!“

Barbara Abel schreibt nicht nur schon seit Beginn für IMSÜDEN.AT über die Kreativwirtschaft, sondern hat auch einen richtigen Job: gemeinsam mit ihrem Mann Christoph führt sie das Architekturbüro Abel und Abel Architektur ZT GmbH. Die Co-Worker der ersten Stunde haben sich, als der BUSINESSBEACH tatsächlich Realität wurde, mit dem Entwurf der grandiosen Arbeitstafel eingebracht. Das Wort Tafel wird dem Designerding eigentlich gar nicht mehr gerecht. Heute ist Barbara genauso strahlend, wie ihr Strandkleid weiß ist, auf den BUSINESSBEACH zum Arbeiten gekommen. Wir haben uns mit ihr mal auf den Steg gesetzt und ein bisschen geplaudert.

IMSÜDEN.AT: Hallo Barbara! Erzähl, wie kommt man auf die Idee, aus einem Tisch gleichzeitig in einem Stück auch Sessel zu machen? Das ist ja richtig genial! 

Barbara Abel: Naja, weil man an einem Tisch ja auch irgendwie sitzen muss (lacht)! Am Arbeitsplatz muss eine angenehme und gute Atmosphäre sein, die schaffst du nicht mit irgendwelchen wahllos zusammengewürfelten Tischen und Sesseln. Wir haben uns in der Planungsphase des BUSINESSBEACH ein bisschen eingebracht – das heißt, Christoph und ich, wir haben uns Gedanken gemacht, wie so ein Möbel für einen Co-Working Space am See eigentlich ausschauen soll. Installationen im Außenraum müssen ja auch einiges aushalten, wie die Witterung und vor allem die Nutzung.

IMSÜDEN.AT: Das heißt der gemeinsame Arbeitsplatz im Co-Working-Space Hafen11 war der Anfang des Tafel-Projekts?

Barbara Abel: So in der Art. Zur Zeit entstehen echt tolle Projekte durch Leute, die das schon seit Jahren leben. Mit dem Hafen11 hat man glaub ich vieles angezettelt und die kreativen Köpfe mit gleichen Interessen zusammengebracht, die auf super Ideen kommen. Die Idee vom BUSINESSBEACH haben wir richtig gut gefunden und uns dann drei Wochen bevor es losging zum Team dazugemischt. Die Firma KLH, mit der wir schon andere Projekte verwirklicht haben, war da auch ein super Ansprechpartner und genauso motiviert wie wir! In einer relativ kurzen Zeit von 3 Wochen haben wir den Weg von der Skizze bis zum fertigen Möbel, das jetzt im Strandbad steht, geschafft.

IMSÜDEN.AT: Hut ab! Habt ihr vorher schonmal Outdoor-Möbel gestaltet?

Barbara Abel: Als Architekturbüro ist uns wichtig, dass Gesamtkonzepte entstehen können, da gehören auch Möbel dazu. Wir haben das Glück, dass wir oft Bauherren haben, die die Einrichtung von uns mitentwerfen lassen. Und Christoph hat sowieso in der Möbelentwicklung seine Leidenschaft entdeckt! Er hat sich also dazugesetzt und gesagt, so, er mag da jetzt was Gescheites draus machen.

IMSÜDEN.AT: Wie geht man ans Entwerfen von so einen Tisch heran? 

Barbara Abel:  Zuerst einmal gibt es gewisse Parameter, wie zum Beispiel Tisch- und Sitzhöhen. Das sind lauter genormte Größen, mit denen man da zu tun hat.

IMSÜDEN.AT: Und auf was habt ihr jetzt beim BUSINESSBEACH-Tisch besonders geachtet? 

Barbara Abel: Wir wollten, dass alles aus einem Material ist und von einem Partner allein produziert werden kann. Das war auch aufgrund der kurzen Realisierungszeit wichtig. Außerdem arbeitet jeder anders, das heißt es muss für jeden Typ ein Arbeitsplatz da sein: egal ob sitzend, stehend, oder liegend, das ist alles möglich.

arbeiten

IMSÜDEN.AT: Stimmt, auf den ersten Blick entdeckt man einige Arbeitsplatzmöglichkeiten gar nicht, ziemlich gerissen von euch!

Barbara Abel: Ja, das ist dann das Kreative und Spielerische, das macht richtig viel Spaß! Wir haben bewusst eine große verzahnte Tafel gestaltet, die durch ihre Form die Gemeinschaft und das Netzwerk stärkt. Man könnte ja auch individuelle Tische hinstellen, auf denen jeder für sich selbst arbeiten kann. Aber wir wollten, dass der Tisch ein Netzwerk widerspiegelt, so wie es beim Co-Working entsteht – und durch den Tisch auch am Strand entstehen soll.

IMSÜDEN.AT: Für wie viele SüdländerInnen habt ihr den Tisch geplant?

Es können insgesamt 15 bis 30 Leute gleichzeitig arbeiten, im Stehen, Sitzen oder Liegen. Die Qualität der unterschiedlichen Arbeitsplätze ist auch verschieden: an die Hocker lehnt man sich schnell ran, wenn man kurz was zu besprechen hat, und man kann auch gleich wieder weg. Gegenüber muss man sich schon bewusst hinsetzen, ein bisschen reinkraxeln.

IMSÜDEN.AT: Wie lange habt ihr an der Meisterleistung gebastelt?

Barbara Abel: Das ist total schnell gegangen. Zuerst ein Gespräch, was es werden soll. Eine Woche später war Christophs Entwurf da – es hat ja schnell gehen müssen – und dann waren eine Woche lang Sponsorengespräche, eine Woche hat die Produktion gedauert und dann haben wir es schon alle gemeinsam aufgebaut! 

Tisch Abel

IMSÜDEN.AT: Geht das immer so ratzfatz, wenn mal die Idee vorhanden ist?

Barbara Abel: Normalerweise nicht, da war das wirklich ein Ausnahmeprojekt! Es war ein riesiger Glücksfall, dass das mit dem Sponsor & Partner KLH so gut geklappt hat. Wenn du schon bewährte Partner hast, die wissen, dass du was Gutes machst, und wir wissen, dass sie gut arbeiten, funktioniert das auch in einer kurzen Zeit. Fritz Klaura – unser Ansprechpartner – hat sich auch richtig ins Zeug gelegt und beim Aufbau unermüdlich geholfen. Am Freitag vor Beginn des BUSINESSBEACH haben wir bei 35 Grad in der Hitze geschraubt wie die Irren (lacht). Es sind ja 430 Schrauben in dem Ding, sechs Stunden lang haben wir gemeinsam angezeichnet, gebohrt und aufgebaut.

IMSÜDEN.AT: Was, würdest du sagen, ist euch besonders gut gelungen? 

Barbara Abel: Wir sind total zufrieden, dass er so gut angenommen wird und die Leute sich wohlfühlen! Es ist uns wichtig, dass man, wenn man an einem Tisch sitzt, das Material spüren kann und es nicht totlackiert oder nur furniert ist. Vieles, das nach Holz ausschaut, ist gar kein Holz, sondern einfach bedruckte Folie. Und dieses pure Material kriegt man wirklich direkt mit, das ist uns gelungen. Also wir sind schon total happy!

ABELundABELArchitektur(c)Johannes Puch

ABEL und ABEL Architektur © Johannes Puch

IMSÜDEN.AT: Also ein Natur-pur-Tisch! Welches Schicksal widerfährt ihm nach dem BUSINESSBEACH?

Barbara Abel: Das werden die Verantwortlichen entscheiden. Er wird sicherlich weiter genutzt, das könnte ich mir schon vorstellen. Aushalten würde er es auf jeden Fall!

IMSÜDEN.AT: Und, springst du heute auch noch ins Wasser, wie es sich für echte Businessbeachgirls gehört? 

Barbara Abel: Ja ganz bestimmt!


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Verena Sophie Maier
Verena Sophie Maier war im Sommer IMSÜDEN.AT und bloggt jetzt aus Graz – sie ist praktisch Graz | immer unterwegs – und zwar ..