Interview
Melanie_Sass_Juni2015_LOWRES
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„In Wien arbeiten kann ja jeder!“

Marketingberaterin Melanie Sass zieht in ihrem Kreativwirtschaftsnetzwerk die Fäden um ihre Kunden glücklich zu machen. In ihrer „Freizeit“ greift sie schon mal zum Breitschwert oder realisiert BUSINESSBEACHES und fungiert als unsere VERANSTALTUNGSFACHFRAU IMSÜDEN.AT.

Wenn Melanie Sass wo auftaucht, dann passiert was. Entweder es gibt Spaß und viel zu lachen, oder aber viel zu tun und das aber bitte schnell. Langweilig wird es jedenfalls nicht. Und wir müssen es wissen, denn wir sitzen „DER SASS“ den ganzen Tag gegenüber und arbeiten mit ihr zusammen IMSÜDEN.AT. Da haben wir uns gedacht, stellen wir ihr doch mal ein paar blöde Fragen:

IMSÜDEN.AT: So Melanie, wer bist du und was treibst du im Süden?
Melanie Sass: Hmm, „wer bin ich?“, du fängst also gleich mit den schweren Fragen an? (lacht). Mein Name sollte klar sein und ich bin Teil der Kreativbranche in Kärnten. Ich arbeite schon lang im Süden und finde es auch schön hier.

IMSÜDEN.AT: Und was arbeitest du genau?
Melanie Sass: Ich verstehe mich mit meiner Firma „SASS Marketing & Projects“ als Marketingberaterin und Singlepoint of Contact für meine Kunden. Egal ob es um kleine oder riesige Projekte geht, ich suche mir die richtigen Leute zusammen und dann setzen wir das für die Kunden um.

IMSÜDEN.AT: Warum im Süden und nicht woanders?
Melanie Sass: In Wien arbeiten kann ja jeder (lacht)! Hab’ ich auch. Aber hier im Süden ist die Work-Life-Balance einfach unschlagbar. Nicht nur, dass du hier praktisch alles machen kannst, was man sich freizeitmäßig nur vorstellen kann, es liegt auch alles um die Ecke. Du kriegst auch in wenig Freizeit viel unter, weil die Wege kurz sind. Das ist für mich Lebensqualität. Außerdem ist Kärnten, aus meiner Sicht, ein sehr dynamischer Wirtschaftsstandort!

IMSÜDEN.AT: Wie? Was? Dynamischer Wirtschaftsstandort Kärnten? Bist du nüchtern? Nimmst du Drogen?
Melanie Sass: (lacht) Wieso? Was könnte dynamischer sein, als ein Land, das am Boden liegt und jetzt aufstehen muss? Ich merke gerade in der Wirtschaft und „bei den Jungen“ eine große Aufbruchsstimmung! Da gibt es eine ganze Reihe von Leuten, die die Ärmel hochkrempeln und was anpacken wollen, viele tolle Projekte, einfach eine spannende Zeit.

IMSÜDEN.AT: Ok, ok, wir sind überzeugt! Warst du eigentlich nie weg, immer in Kärnten?
Melanie Sass: Nein, ich bin ja nicht mal von hier, obwohl ich von hier bin. Ich hab’ das, was man einen Migrationshintergrund nennt. Mein Vater ist Hamburger, meine Mutter Filipina, aber mein Bruder und ich sind in Kärnten aufgewachsen, mit Abstechern auf die Philippinen. Meine Eltern haben mir das Reisen praktisch in die Wiege gelegt, dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar. Ich stand schon mit einem Jahr im pazifischen Ozean und bin seither oft und weit gereist. Mir ist das sehr wichtig um die Perspektive zurechtzurücken. Ich könnt wahrscheinlich nicht in Kärnten leben, wenn ich nicht so viel reisen würde.

IMSÜDEN.AT: Du hast also immer hier gelebt?
Melanie Sass: Nein, ich war mal eine Zeit lang in Italien und hab’ außerdem teilweise in Wien studiert und dort auch gearbeitet. Ich war also jahrelang weg. Ich wusste schon mit zehn Jahren, dass ich in Wien studieren wollte…

IMSÜDEN.AT: Was? Du hast studiert?
Melanie Sass: Kaum zu glauben, oder? Ich hab doch tatsächlich Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert, in Wien und Klagenfurt. Währenddessen habe ich aber auch viel gearbeitet. In Wien habe ich dann nach dem Studium bei einer Firma gearbeitet, die medizinische Fachkongresse organisiert. Ach ja und einen Abstecher in den Werbemittelhandel habe ich auch gemacht. Im Grunde war ich immer im Marketingbereich. Das hat schon in der HAK angefangen, als ich den entsprechenden Schwerpunkt gewählt habe, aber am meisten hab’ ich sicher bei der MARS-Agentur in Klagenfurt gelernt. Da war ich bis zum Agentur-Ende dabei, zum Schluss als Agenturleiterin.

IMSÜDEN:AT: … und dann hast du dich selbstständig gemacht…
Melanie Sass: …und die Kunden der Agentur teilweise übernommen. Seither bin ich eine One-Women-Show.

IMSÜDEN.AT: Bist du bewusst alleine? Oder hält es nur keiner mit dir aus?
Melanie Sass: (lacht) Hmm… keiner mag mich *heul* (lacht). Nein, ich bin ja nicht alleine. Ich habe mich zwar bewusst dafür entschieden, keine klassische Agentur zu sein, mit dem ganzen Apparat, den du da immer mitschleppen musst, aber ich habe ein großes Netzwerk an Textern, Grafikern, Werbemittelherstellern und anderer Zulieferern. Die stelle ich dann je nach Kunde bzw. Projekt immer wieder neu zusammen. Ich koordiniere alles und bin die Ansprechperson für den Kunden.

IMSÜDEN.AT: Wie die Spinne im Netz…
Melanie Sass: Ja, aber eine nützliche Spinne! Das Schöne an dem Konzept ist, dass ich große Projekte stemmen, aber auch kleine Sachen umsetzen kann, ohne eine ganze Agentur mitfinanzieren zu müssen. Das hilft auch bei der Angebotsgestaltung und gerade in Kärnten muss man flexibel bleiben um zu bestehen. Mir kommt außerdem die „Spinnenposition“ entgegen, wenn du das so nennen willst. Mein damaliger Chef nannte mich immer die Checklistenkönigin, denn ich habe sicherlich ein Talent dafür komplexe Situationen in kurzer Zeit zu überblicken, gute Entscheidungen zu treffen und die auch durchzusetzen.

IMSÜDEN.AT: Klingt sehr bescheiden…
Melanie Sass: Was man kann, kann man! Aber ich wäre natürlich nix ohne meine Netzwerk. Es gibt im Süden so viele gute Leute mit denen ich arbeiten darf, da macht der Job einfach Spaß. Der Major Tom ist zum Beispiel einer meiner wichtigsten Partner, oder auch die Heike Hack. Bei den Fotografen arbeite ich oft mit Arnold Pöschl und ich achte bei den Drucksachen auch darauf, dass es eine Kärntner Druckerei macht. Bei den Textern mache ich viel mit Isabella Schöndorfer vom Wörthersee Textstudio oder mit diesen komischen Typen von IMSÜDEN.AT

IMSÜDEN.AT: Jaja, schleim jetzt nicht rum, sag’ uns lieber, was du so für Projekte und Kunden hast.
Melanie Sass: Pfff, wollt’ eh net schleimen. Jedenfalls hab’ ich einige große Tourismuskunden, hab’ den Wirtschaftsbund-Wahlkampf betreut und mach’ aber auch Sachen für die Ärztekammer oder für Innenstadthändler in Klagenfurt. Da wechseln sich große und kleine Projekte ab bzw. laufen gleichzeitig. Ich arbeite aber zum Beispiel auch für andere Werbeagenturen als Projektmanagerin, zum Beispiel für die SR1

IMSÜDEN.AT: Die schon wieder…
Melanie Sass: Ja, genau die (lacht). Ich kenn’ den Philipp Smuck schon seit der Schulzeit und mittlerweile hab’ ich mich auch bei ihm eingemietet und bin sozusagen sein Mini-Coworking-Space (lacht). Dazu arbeite ich für ihn auch immer wieder an Projekten mit, zum Beispiel für den Kunden Steyr-Traktoren und so weiter.

IMSÜDEN.AT: Und jetzt hat er dich auch noch für IMSÜDEN.AT rekrutiert, der alte Sklaventreiber!
Melanie Sass: Genau, seit dem Relaunch bin ich für die TERMINE IMSÜDEN.AT zuständig. Das bedeutet, ich befülle den angesagtesten Eventkalender südlich des Semmerings mit allerlei spannenden Veranstaltung aus Wirtschaft, Lifestyle und Kultur.

IMSÜDEN.AT: Dort steht, wann und wo was geht! Aber bist du dann auch auf den ganzen Partys zu finden?
Melanie Sass: Auf manchen schon, aber ich habe in meiner Freizeit wesentlich nerdigeres zu tun, als dauernd Party zu machen…

IMSÜDEN.AT: Noch nerdiger als IMSÜDEN.AT?
Melanie Sass: Ja, ich mach’ in meiner Freizeit neben Sport und Computerspielen auch ganz gerne mal „Live Action Role Playing“ kurz „L.A.R.P.“.

IMSÜDEN.AT: Um Gottes Willen, bitte erzähl’ uns jetzt nichts von deinen Rollenspielen… so privat wollen wir dich dann auch wieder nicht kennenlernen…
Melanie Sass: (lacht) Idiot! Das sind andere Rollenspiele. Im Grunde machen wir das, was wir uns als Kinder in der Fantasie ausgemalt haben und z.B. Ritterburg gespielt haben. Nur, dass wir uns heute eben leisten können eine ganze echte Burg für ein Wochenende zu mieten, uns authentisch zu verkleiden, ein Breitschwert in die Hand zu nehmen und dann in die ganze Sache völlig reinzukippen. Game of Thrones zum Mitmachen im Grunde.

IMSÜDEN.AT: Das beruhigt uns jetzt zwar auch nicht sonderlich, aber jeder wie er meint. Wenn wir grade beim Thema sind: Welche Rolle spielst du bei der Jungen Wirtschaft?
Melanie Sass: Da lasse ich mein Breitschwert zuhause (lacht). Ich durfte 2015 Daniela Heiden als Bezirksvorsitzende in Klagenfurt beerben und bin seither mit Geschäftsführer Wolfgang Kuttnig und einem Team aus elf Jungunternehmern, davon immerhin sechs Frauen, dabei andere Jungunternehmer in der Landeshauptstadt zu unterstützen. Wir haben uns vorgenommen Probleme aufzuzeigen, aber die Lösungsansätze gleich mitzuliefern und im besten Fall selbst umzusetzen. Das haben wir heuer im Sommer zum Beispiel schon mal mit dem JUNGE WIRTSCHAFT BUSINESSBEACH IMSÜDEN.AT POWERED BY STW bewiesen.

IMSÜDEN.AT: Wissen wir, wir waren da ja auch nicht ganz unbeteiligt…
Melanie Sass: Eben. Das hab’ ich ja auch anfangs gemeint, mit der Gründerdynamik und den Leuten, die anpacken. Da fällt auch IMSÜDEN.AT und der BUSINESSBEACH hinein. Die Idee hat ja jetzt auch das Land Kärnten aufgegriffen und wir verhandeln gerade über weitere Standorte 2016. Man sieht also, es geht was weiter im Süden und das taugt mir!

IMSÜDEN.AT: Das taugt uns auch! Wir sehen uns dann also am BUSINESSBEACH ’16.

(Fotos: Arnold Pöschl, Johannes Wouk, Melanie Sass)


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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