BUSINESSBEACH
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„Mich hat dieses ewige Rechtfertigen genervt!“

Christoph Kulterer ist der größte Holzindustrielle in Kärnten, Präsident der Industriellenvereinigung und Mitbegründer der Initiative für Kärnten. Am BUSINESSBEACH hat er uns über den vorsichtigen Wirtschaftsaufschwung, sein Mittel gegen den Braindrain und die Vorteile von Holz als Baustoff aufgeklärt und ziemlich mitgerissen!

Wieder so ein glühend heißer Sommertag im Süden und wieder müssen wir im Büro sitzen. Zum Glück steht das Büro aber direkt am Wörthersee und hat Schatten, Strom, WLAN und eine super Aussicht auf das Schlosshotel Velden. Das Feinste ist aber: Der BUSINESSBEACH ist aus Holz! Das sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an und hält sich super. Das weiß auch Christoph Kulterer, CEO des Holzproduzenten HASSLACHER NORICA TIMBER, Präsident der Kärntner Industriellen Vereinigung und Mitgründer der Initiative für Kärnten der praktisch Heavy-User am BUSINESSBEACH VELDEN AM WÖRTHERSEE ist.

IMSÜDEN.AT: Schön, dass du es zu ins Open-Air-Büro geschafft hast Christoph!
Christoph Kulterer: Wirklich schön, dass ich es geschafft habe. So etwas geht halt auch nur bei uns im Süden: Arbeiten im Strandbad! Super Sache und genau das, was wir in Kärnten brauchen wenn wir das Land nach vorne bringen wollen: Leistungsbereitschaft und innovative Konzepte.

IMSÜDEN.AT: Aber wer sagt, dass wir dabei nicht auch noch braun werden können…
Christoph Kulterer: (lacht) Genau! Und wenn das Büro dann auch noch aus Holz ist, dann freu ich mich persönlich natürlich ganz besonders!

IMSÜDEN.AT: Da geht dir das Zirbenherz auf!
Christoph Kulterer: (lacht) Könnte man so sagen. Holz ist halt einfach mein Leben, als Urenkel des Hasslacher Gründers wird einem das einfach in die Wiege gelegt.

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IMSÜDEN.AT: Sehr schlimm?
Christoph Kulterer: Überhaupt nicht! Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich HASSLACHER NORICA TIMBER leiten darf. Seit der Gründung 1901 haben wir uns vom einfachen Sägewerk zum Komplettanbieter für den modernen Holzbau entwickelt. Wir haben heute 1.500 Mitarbeiter an acht Standorten in vier Ländern und liefern in über 40 Länder weltweit. Was kann es Schöneres geben als Teil so einer Erfolgsgeschichte zu sein?

Eine Produktionshalle der HASSLACHER Gruppe in der NORITEC Sachsenburg[1]

IMSÜDEN.AT: Ok, ja, klingt nach Spaß! Holzbau ist ja spätestens seit dem Pyramidenkogel auch bei uns geil, oder?
Christoph Kulterer: Holzbau ist sogar richtig geil! Wir haben zum Beispiel das größte Holzgebäude der Welt, das T3 in Minneapolis von Michael Green mit Stützen und Streben ausgestattet. Außerdem bauen wir gerade in Wien Aspern am HoHo dem höchsten Holzgebäude der Welt mit. Die Wandelemente werden bei uns im Mölltal gefertigt und dann inklusive der Fenster rausgeliefert. Schon beeindruckend was mit Holz mittlerweile möglich ist und wieviel da in den letzten Jahren weiterentwickelt wurde. Jetzt kann Holz seine Stärken als Baustoff voll ausspielen…

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IMSÜDEN.AT: Die da wären?
Christoph Kulterer: Holz ist vergleichsweise leicht, das hilft zum Beispiel bei Aufstockungen in Innenstadtgebieten. Man kann mit Holz aber auch sehr schnell bauen, wenn man genau und richtig plant. Ökologisch ist Holz sowieso top und was die wenigsten wissen, aber gerade bei Hochhäusern eine große Rolle spielt: Holz brennt sicher! Man kann relativ genau ausrechnen, wann ein brennendes Holzgebäude seine statische Integrität verliert. Stahl schmilzt weg, Stahlbeton versagt sehr schnell und abrupt. Das ist unberechenbar und gefährlich.

IMSÜDEN.AT: Und man kann mit Holz super BUSINESSBEACHES bauen, hast du noch vergessen!
Christoph Kulterer: Eh klar! Das wissen wir von der Initiative für Kärnten natürlich sehr zu schätzen. Vor allem weil wir so einen direkt vor der Haustür hier in Velden haben.

IMSÜDEN.AT: Wie läuft’s mit der Initiative für Kärnten? Was habt ihr bisher schon umgesetzt?
Christoph Kulterer: Dank Margit Heissenberger und ihrem Team ist wirklich schon viel weitergegangen. Wir verstehen uns ja als Netzwerk, das bereits bestehende Organisationen, Ideen und Menschen zusammenbringt. Dazu haben wir bereits 26 Veranstaltungen im Rahmen des „Salon Kärnten“ in Wien gemacht. Wir arbeiten da auch sehr gut mit den jungen Kärntnern in Wien und anderen Vereinigungen zusammen und versuchen so dem vielzitierten Braindrain, also dem Abgang der gut ausgebildeten jungen KärntnerInnen, entgegenzuwirken oder ihn vielleicht sogar umzukehren.

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IMSÜDEN.AT: Eine Rückholaktion für die armen Südländer die im windigen Wien frieren müssen?
Christoph Kulterer: So könnte man es nennen (lacht). Aktuell haben wir 400 Leute solcher potentiellen Rückkehrer in unserer Datenbank und vernetzen die mit den Unternehmen hier im Süden. Aber auch mit den Bürgermeistern, die sich bei uns melden und sagen: Bei uns im Ort gibt es den und den Job, habt ihr da nicht wen der vielleicht Interesse hätte.

IMSÜDEN.AT: Ihr bringt’s also im Grunde die richtigen Leut zam…
Christoph Kulterer: Ja, so ist es! Das direkte Vernetzen der richtigen Partner hat sich für uns als der Königsweg herausgestellt. Da spielt auch unser Mentoring-Programm hinein, indem wir jetzt schon 20 hochkarätige Mentoren, wie zum Beispiel Dietmar Zikulnig, den Chief Sales Officer der News-Gruppe, im Programm haben. Alles Kärntner in wichtigen Positionen, die junge Talente unter ihre Fittiche nehmen.

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IMSÜDEN.AT: Was hat dich persönlich dazu gebracht die Initiative für Kärnten zu gründen?
Christoph Kulterer: Ganz ehrlich? Mich hat dieses ewige Rechtfertigen genervt! Als Kärntner hat man sich ja beinahe schon geschämt wenn man gesagt hat woher man kommt. Klar ist hier in der Vergangenheit viel falsch gelaufen, aber jetzt müssen wir den Blick nach Vorne richten und nicht mehr zurück. Ich will nicht mehr erleben was ich einmal bei einer Podiumsdiskussion in einer Schule erlebt habe, dass eine ganze Generation, damals waren es so 16 bis 18 jährige Schüler nur noch weg wollte. Die hatten null Interesse hier zu bleiben, weil sie in den Medien nur Negatives über Kärnten wahrgenommen haben. Das war wirklich eine schreckliche Erfahrung!

IMSÜDEN.AT: Das muss vor der Gründung von IMSÜDEN.AT gewesen sein, denn seither bombardieren wir die Jugend ja praktisch mit Erfolgsgeschichten aus dem Süden. Denen bleibt jetzt gar nix mehr anderes übrig als hier zu bleiben. Und die, die schon abgehauen sind holt ihr wieder zurück. Wird dann alles gut? Wie sieht der Präsident der Industriellen die wirtschaftliche Lage in Kärnten?
Christoph Kulterer: Ich würde sagen wir arbeiten aktuell am Aufschwung. Es war eine wirtschaftlich schwierige Zeit, speziell in Kärnten, aber jetzt merkt man, dass die Konjunktur international wieder anzieht und wir das im Export bereits positiv zu spüren bekommen. Das pflanzt sich dann ins Inland fort.

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IMSÜDEN.AT: Also wird alles wieder gut?
Christoph Kulterer: Hoffen wir es, aber das ist kein Selbstläufer! Wenn wir den Turbo, den Kärnten nötig hat, zünden wollen müssen wir jetzt weiter investieren, vor allem in Infrastruktur. Zum Beispiel in die Sanierung der Straßen, da ist jahrelang zu wenig passiert aber auch in den Ausbau des Breitbandnetzes. Aber am meisten investieren müssen wir in die gute Stimmung im Land, und zwar nicht mit Freibier wie früher, sondern mit Erfolgsgeschichten, Innovationen und guten Nachrichten!

IMSÜDEN.AT: Word!

(Pix: Johannes Wouk, Ruth Büchlmann – UPPERCUT group, HASSLACHER Gruppe,  Emma Peter)


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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