Chancen IMSÜDEN.AT
FIRST SELFIE (hinten vlnr: Anja und Marko von TEDx Klagenfurt und Iris von Mazda Austria)


Mit MAZDA in Barcelona weil Klagenfurt und Hiroshima vieles gemeinsam haben.

Weil Harry Truman 1945 eine Atombombe abgeworfen hat, war ich unlängst mit Mazda in Barcelona und habe gelernt, wie die Zukunft der Arbeit ausschauen könnte. Außerdem war es schön warm. Also: Thx, Harry! Was das alles mit dem Süden und Klagenfurt zu tun hat, und wo ich da eine Chance sehe, lest ihr hier:

Wusstet ihr eigentlich, dass Mazda in Klagenfurt eine internationale Vertriebs-, Marketing- und Logistikmaschinerie betreibt? Ich wusste das jedenfalls bis vor Kurzem nicht. Von einem unscheinbaren Gebäude hinter dem Flughafen aus, managt die Mazda Austria GmbH seit 1969 das Geschäft mit Autos und Ersatzteilen in Österreich und ab 1992 in 17 weiteren Ländern Südosteuropas – von Tschechien im Norden, bis zur Türkei ganz im Süden. Insgesamt 400 Mazda-Werkstätten werden vom 7.000 Quadratmeter großen Klagenfurter Warendrehkreuz aus über Nacht beliefert. Mehr als 1.000 Techniker pro Jahr (in Summe schon 50.000) werden im dortigen Trainingscenter ausgebildet, und die Firma macht von hier aus mit ca. 100 Mitarbeitern einen Umsatz von über 380 Millionen Euro. Kein Pappenstiel. Aber warum zum Teufel in Klagenfurt? Habe ich mich gefragt.

MAZDA BRAND SPACE

MAZDA BRAND-SPACE (looking good)

Brand-Space in El Born
Und bevor ich demnächst mal hoffentlich den Mazda-Austria-Chef für IMSÜDEN.AT interviewen darf, und ihn dann persönlich fragen kann, ob er spinnt, hab ich mir schon mal eine eigene Theorie zurechtgelegt. Gelegenheit dazu hatte ich unlängst als Mazda Austria so lieb war, mich mit nach Barcelona zu nehmen. In der katalanischen Hauptstadt betreibt Mazda Europa nämlich einen ziemlich coolen Veranstaltungsraum alias Brand-Space. Mitten im angesagten El-Born-Viertel veranstalten sie dort alles, was das Mazda-Herz begehrt. Es stehen ein Haufen Mazdas aus allen Generationen rum, es gibt eine State-Of-The-Art-Multimedia-Show, Meetings, Keynotes und Conferences…

CHALLENGERS CONFERENCE

CHALLENGERS CONFERENCE (speaking)

Challenger Conference zur Zukunft der Arbeit
Ich durfte einer sogenannten Barcelona Challengers Conference, die Mazda gemeinsam mit der World Summit of Nobel Peace Laureates veranstaltet, beiwohnen. Das Konzept ist schnell erklärt: Mazda Austria bringt Opinion Leader mit internationalen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie zusammen, um gemeinsam über visionäre Themenschwerpunkte zu diskutieren. So möchte Mazda „junge Querdenker motivieren, über den Tellerrand hinausschauen und mutig unkonventionelle Wege gehen, um die Zukunft positiv zu verändern“. Na, Bumm! Der Star des Abends war diesmal Jody Williams, die Friedensnobelpreisträgerin von 1997, die unermüdlich gegen Landminen kämpft. Naturgemäß eine höllisch beeindruckende Frau, mit staubtrockenem Humor und einer knüppelharter Durchsetzungskraft. Braucht man wohl auch beides, wenn man tagaus tagein gegen sowas Grausliches wie Landminen kämpft. Dass sie sich auch für Frauenrechte stark macht, musste TEDx-Klagenfurt-Organisator Marko Haschej, den Mazda ebenfalls mitgenommen hatte, beim gemeinsamen Abendessen nach der Konferenz herausfinden, als er mit ihr in eine heftige Diskussion zu einer Frauenquote bei TED-Talks geriet. Am Ende hab ich allerdings gesehen, dass die beiden wieder freundlich Nummern ausgetauscht haben, also stehen die Chancen wohl gut Jody Williams mal in Klagenfurt sprechen zu hören.

JODY WILLIAMS (rechts)

JODY WILLIAMS (rechts)

Endlich: Roboter machen uns alle arbeitslos!
Naja, aber eigentlich ging es ja um die Zukunft der Arbeit oder besser gesagt um „Time of change – how innovations and technology influence the future of work”. Darüber sprach dann ein gar nicht so kleines italienisches Genie namens Federico Pistono. Der junge Mann (noch nicht mal dreißig) will wissen, dass wir einer Zukunft mit „full UNemployment“ entgegensehen und, dass das eine gute Sache ist, weil wir dann mehr Zeit zum Spielen haben. Der Gründer des E-Learning-StartUps KONOZ glaubt, dass wir den Standpunkt, dass jeder sich seinen Lebensunterhalt verdienen muss, aufgeben sollten. Der Schlüssel dazu ist Automatisierungs-Technologie, die wir ohnehin nicht aufhalten können. Wenn die Roboter also dann alle unsere Jobs übernommen haben, können wir erst so richtig Spaß haben. STAR-TREK-ECONOMY nennt er das. Fehlt also eigentlich nur noch der Replikator, damit wir auch nicht verhungern… (MEHR)

FEDERICO PISTONO

FEDERICO PISTONO (suchend)

Anders geht’s nicht: Kohle für alle!
Statt dem Star-Trek-Replikator schlägt Guy Standing, ein ebenso leidenschaftlicher wie launiger Londoner Wirtschaftsprofessor mit mitreißender Vortragstechnik, ein bedingungsloses Grundeinkommen vor. Auch seine Nummer hat sich Marko gecheckt und vielleicht kommt er ja mal zu TEDxKlagenfurt. Seine Bücher erscheinen jedenfalls demnächst in deutscher Übersetzung. Er meint, auf der Welt gäbe es genug zu tun. Arbeit wäre genügend vorhanden, nur wären Hausarbeiten oder der Dienst an der Gesellschaft einfach nicht richtig bewertet. Guy ist der Ansicht, dass es nicht zu wenige Arbeitsplätze gibt, sondern, dass das ganze Einkommenssystem ein Fehlschlag ist. Besonders hart getroffen werden davon jene Menschen, die das „Precariat“ bilden. Da diese neue soziale Schicht aber mittlerweile oft gut ausgebildet ist und auch beginnt aufzumucken, sieht Guy ein Umdenken in unserer so genannten „Leistungsgesellschaft“ als unumgänglich. Ein guter Anfang und zentraler Teil einer weitreichenderen Strategie wäre es, jedem einen moderaten Grundbetrag auszuzahlen, bedingungslos! Entsprechende Pilotprojekte fanden bereits statt und waren alle ein voller Erfolg.

GUY STANDING (ziehend)

GUY STANDING (ziehend)

Die beste Zeit um Ideen zu verwirklichen!
Von einem vollen Erfolg wusste auch der dritte Speaker, Alex Bandar, zu berichten. Der „accidental entrepreneur“ hat die Columbus Idea Foundry gegründet und bietet dort auf 6.000 Quadratmetern in Columbus, Ohio, alles, was man zur Realisierung von Ideen braucht. Büros, Computer, Werkzeuge, 3D-Drucker und -Cutter, sogar eine eigene Schmiede. Alles frei zugänglich für jedermann. Er nennt das Ganze einen „Maker-Space“ und ist ganz aufgeregt, als er uns von den aktuellen Möglichkeiten am Schnittpunkt von einfachem Zugang zu Bildung und Software, leichtem Prototyping und schnellem Crowdfunding erzählt. Bei ihm in Ohio hat sich ein Arbeitsloser, zum Beispiel, über Video-Tutorials alles selbst beigebracht, was er für das Designen seines eigenen Motorrads brauchte, und hat es dann einfach mal gebaut. Alex meint, dass wir in tollen Zeiten leben, weil so viel Wissen wie nie zuvor im Internet zugänglich ist, wir mächtige Freeware für alles mögliche nutzen und uns spätestens seit Kickstarter unsere Ideen sogar noch finanzieren lassen können. Es war wohl noch nie so einfach, seine Ideen zu verwirklichen.

ALEX BANDAR

ALEX BANDAR (faustend)

Gratis reisen, fressen und saufen.
Wir werden also alle arbeitslos, was aber eh geil ist, weil wir dann ja bedingungsloses Grundeinkommen haben werden, und in lauter coolen CoWorking-Werkstätten unsere Träume verwirklichen, und dabei endlich alle irre glücklich werden können. Fein. Schaut ja prächtig aus, die Zukunft der Arbeit! Ein bisschen wie bei uns in der Redaktion IMSÜDEN.AT, nur an dem Grundeinkommen müssen wir noch arbeiten. Ihr werdet jetzt aber zu Recht sagen: „WTF, hat das alles mit Mazda und dem Süden zu tun? Der hat sich doch nur von Mazda eine Reise zahlen lassen und jetzt kriecht er denen in den Arsch“. Letzteres stimmt natürlich, aber trotzdem ist die erste Frage nicht uninteressant, und ich habe auch versucht mir das selbst zu beantworten, während ich mich mit gratis Tapas vollfraß und auf Kosten von Mazda-Europa-Chef Jeff Guyton Rotwein soff. Bis dieser die Firmengeschichte von Mazda zu erzählen begann…

TAPAS

TAPAS (schmeckend)

Was Barcelona mit Hiroshima zu tun hat.
Mazda vertreibt in über 100 Ländern weltweit, hat 30.000 Mitarbeiter und produziert so um die 1,3 Mio. Autos pro Jahr – das entspricht ungefähr der Größe von BMW. International, in puncto Stückzahl, also eher ein kleiner Hersteller. Die Firma gibt’s schon seit 1920 und sitzt in Hiroshima. Das lief die ersten 25 Jahre auch ganz gut, aber dann… Naja, jedenfalls sollte jetzt schon mal klar sein, warum gerade Mazda mit Friedensnobelpreisträgern über eine bessere Welt redet. Besonders interessant finde ich aber, dass das Mazda-Werk bereits 12 Monate nach dem Atombombenabwurf wieder in Betrieb war! Diesen „Never-Give-Up“-Spirit hat sich die Firma bis heute bewahrt, und kämpft als kleiner Innovator mit dem Motto „Challenge convention to make things better“ gegen die großen Autohersteller und für eine bessere Zukunft.

CHALLENGERS CONFERENCE BARCELONA

CHALLENGERS CONFERENCE BARCELONA (gefüllt)

Was Hiroshima mit Klagenfurt gemeinsam hat.
Aber übertreiben wir mal nicht. Autohersteller wollen natürlich nicht die Welt verbessern, sondern Autos verkaufen, Kasse machen und Geld verdienen. Ist ihr gutes Recht, sollen sie machen. Bin ich absolut dafür. Besonders, wenn sie es in Klagenfurt tun. Einem Wirtschaftsstandort, der wirklich einiges an Challenger-Spirit abverlangt, aber auch nötig hat. Ich finde es daher eine große Chance für den Süden, so eine mutige Marke, wie Mazda, mit einem wichtigen Standort im Land zu haben und wünsche mir, dass das noch lange so bleibt. Nicht nur, weil ich gern mal wieder nach Barcelona reisen würde, sondern vor allem, weil wir Wirtschaftstreibenden im Süden von einer Firma, die 12 Monate nach einem Atombombenabwurf wieder bei der Arbeit war, einfach viel lernen und profitieren können. Deshalb gibt’s hier auch demnächst mehr von Mazda-Austria!

Bon dia, amics!

www.mazda.at
www.mazda-newsroom.at
www.mazdarebels.com
www.facebook.com/MazdaOesterreich

Roundtable mit GUY STANDING, Iris von MAZDA AUSTRIA und Anja und Marko von TEDxKLAGENFURT

Roundtable mit GUY STANDING, Iris von MAZDA AUSTRIA und Anja und Marko von TEDxKLAGENFURT (ringend)

 


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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