Interview
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„Ich liebe die Herausforderung!“

Andreas Brandstätter sorgt für Durchblick, Weitsicht und lässt aufhorchen. Denn er ist Optiker und Hörgeräteakustiker. Ein Job irgendwo zwischen Styleberater und Mediziner. Seine Berufung und (s)ein gutes Geschäft.

Wer kennt es nicht, das -naturgemäß- kaum zu übersehende Logo von Optik Brandstätter an der Rückseite des Klagenfurter Rathauses. Die alte Schrift ist eh gerade wieder in und auch die Firma selbst hat auf 120 Quadratmetern ziemlich viel zu bieten. Die schärfsten Brillen und die klarsten Gläser, die neuesten Messgeräte und die freundlichsten Mitarbeiter. Der Chef selbst sieht auch nicht schlecht aus und ist sogar überaus freundlich. Derzeit hat der geborene Brillenfetischist vier Sonnenbrillen und fünf „Optische“ am Start, dazu noch drei Kinder und, zusammen mit seiner Schwester Silvia, eine ganze Firma zu leiten. Trotzdem nimmt er sich Zeit für uns und wir begleiten den fröhlichen Mitdreißiger in den Hörakustik-Messraum. „Dort ist es Schalldicht, das ist sicher besser für die Aufnahme.“ meint er. Na gut. Dann nehmen wir halt auf…

IMSÜDEN.AT: Hallo Andreas, was treibt so ein Optiker eigentlich den lieben langen Tag?
Andreas Brandstätter: Sehr viel! Mein Beruf ist sehr vielfältig, das macht ihn spannend. Ich mach‘ ja auch die Buchhaltung für den Laden – ok, das is jetzt weniger spannend, aber auch das Marketing zählt zu meinen Aufgaben. Ein großer und sehr wichtiger Punkt ist natürlich die Kundenberatung. Da bin ich oft der Modeberater (lacht), aber auf der anderen Seite ist man als Optiker auch viel Techniker. Wir haben High-Tech Messgeräte sowohl in der Optik, als auch in der Akustik.

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IMSÜDEN.AT: Du bist also irgendwas zwischen Styleberater und Mediziner
Andreas Brandstätter: (lacht) Vielleicht etwas übertrieben, aber im Grunde… Jedenfalls sind gerade die Kontaktlinsenanpassung, die Brillenglasanpassung aber auch die Hörgeräte-Akustik richtige High-Tech-Bereiche geworden, da muss man sich auch ständig weiterbilden.

IMSÜDEN.AT: Gutes Stichwort: Wie wird man überhaupt Optiker, wie bist du da reingeraten?
Andreas Brandstätter: Bei mir war es eher so, dass ich schon immer drin gesteckt habe (lacht). Ich bin in Klagenfurt zur Schule gegangen und war danach zwei Jahre auf dem Kolleg für Optometrie in Hall in Tirol. Das war sozusagen meine Studentenzeit, denn dann ging’s zum Bundesheer, wo ich übrigens auch in der Stellungskommission beim Sehtest eingesetzt wurde (lacht). Die haben wohl gedacht, wenn wir schon einmal einen Optiker da haben… Wie du dir vorstellen kannst, war ich dort dann doch leicht unterfordert (lacht).

IMSÜDEN.AT: Wer nicht! Und dann bist du gleich in den Familienbetrieb eingestiegen?
Andreas Brandstätter: Ja, als Ingenieur der Optometrie, Optikermeister und Kontaktlinsenoptiker konnte ich dann in die Firma als gewerberechtlicher Geschäftsführer einsteigen. Die hat damals, nachdem mein Vater leider früh verstorben ist, meine Mutter geführt. Es gibt uns ja seit mittlerweile 44 Jahren hier am selben Standort. Mein Vater hat damals in den 70ern die Kontaktlinsen in Klagenfurt eingeführt…

IMSÜDEN.AT: Ja, in den Siebzigern kam alles zusammen, die Kontaklinsen, die Pille… Ob das wohl zusammenhängt? Aber wir schweifen ab…
Andreas Brandstätter: (lacht) Ich glaub‘ die Pille war schon in den Sechzigern…

IMSÜDEN.AT: Aber im Süden erst in den Siebzigern (lacht)… dauert ja manchmal etwas länger hier bei uns…
Andreas Brandstätter: Lustig, dass du das sagst, denn gerade in Modefragen ist es oft wirklich so, dass wir hier im Süden etwas… sagen wir mal „länger überlegen“. Das berücksichtigen meine Schwester Silvia und ich auch im Einkauf. Wenn wir auf den Optikermessen sind, dann schauen wir uns natürlich die neuesten Trends an und versuchen die auch her zu bringen, aber behutsam (lacht). Wir sind ja hier nicht in Berlin oder London. Zum Glück!

IMSÜDEN.AT: Wie meinst du das?
Andreas Brandstätter: Na, wir haben hier im Süden einfach eine unschlagbare Lebensqualität. Da können Berlin und London einfach nicht mithalten. Gerade ich als Multisportler schätze das sehr!

IMSÜDEN.AT: Multisportler? Was’n das? Erklär‘ uns das bitte, wir sind ja nicht mal Monosportler…
Andreas Brandstätter: (lacht) Ich mach‘ einfach viel und viel verschiedenen Sport, und dazu ist der Süden ideal. Klettern, Tennis, Schwimmen, Mountainbiken, Wakesurfen, Schifahren, Snowboarden, Tourengehen und seit Neuestem sogar Golfen. Das alles kann ich direkt an meinem Wohnort machen, wer kann das schon in Berlin oder London?

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IMSÜDEN.AT: Die Fragen stellen wir hier, aber du hast recht. Bevor wir jetzt aber noch vom Zuhören einen Muskelkater bekommen, zurück zum Geschäft. Wir waren gerade bei deiner Ausbildung und der Firmengeschichte.
Andreas Brandstätter: Ja, wir haben sogar noch einen Mitarbeiter aus der Gründerzeit. Er ist praktisch ein Familienmitglied, hat damals hier gelernt und wird auch bei uns in Pension gehen. Da sieht man auch wieder wie schön es im Süden ist (lacht)! Ich selbst habe nach meinem Einstieg in die Firma dann parallel BWL studiert und auch noch den Hörgerätemeister in Wien gemacht.

IMSÜDEN.AT: HÄ (lacht)?
Andreas Brandstätter: (lacht nicht) Ja, schwerhörig versteh schon, sehr witzig. Der wird nie alt, aber halt auch nicht besser (lacht). Das ist jedenfalls ein Feld mit enorm großer Bandbreite. Die Hörgeräte von heute schaffen den Spagat zwischen technisch-funktional und ästhetisch-ansprechend. Gar nicht so leicht, denn so ein Hörgerät hat ja immer noch ein Stigma in unserer Gesellschaft, dabei sind die Dinger heutzutage wirkliche High-End-Geräte, mit Superkräften (lacht).

IMSÜDEN.AT: Hören wie Superman, oder was?
Andreas Brandstätter: Ja, fast! Du kannst manche Modelle sogar als Freisprecheinrichtung verwenden oder beim Joggen Musik darüber abspielen. Der Superman-Trick funktioniert übrigens besonders bei Kindern ganz gut. Ein Bereich, den wir noch mehr ausbauen wollen. Ich habe dazu gerade eine Zusatzausbildung als Pädakustiker abgeschlossen wofür die Geburt meines Sohnes den Ausschlag gab.

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IMSÜDEN.AT: Mhm… Das kennt man ja, dass Kinder nicht hören wollen…
Andreas Brandstätter: (lacht) Ja, aber manchmal können sie es auch nicht, oder eben nicht gut genug. Das ist dann doppelt schlimm, da es die Entwicklung hemmen kann. Aber es ist auch ein sehr komplexes Fach, da man bei Kindern ja nicht einfach so messen kann, man muss über Reaktionen auf die Hörschwelle schließen. Die Jüngsten, die zu mir kommen sind zwischen 9 und 12 Monaten alt. Da bekommst du nur ganz wenige Messpunkte, keine ganzen Kurven wie bei Erwachsenen. Da gibt es nur sehr wenige in Kärnten, die das können und es ist eine große Herausforderung, das taugt mir!

IMSÜDEN.AT: Wir merken schon, du machst es dir gerne schwer…
Andreas Brandstätter: Ich würde eher sagen, ich liebe die Herausforderung! Das musst du auch als Optiker, denn permanente Fortbildung gehört einfach zum Job. Und Einfühlungsvermögen. Gerade bei den sehr schnell fortschreitenden Netzhaut-Erkrankungen, wo die Leute oft nicht mal mehr die Überschriften in den Zeitungen lesen können, das aber nicht zugeben wollen, weil es ihnen peinlich ist. Da brauchst dann viel Fingerspitzengefühl. Dabei gibt es da wirklich tolle Hilfsmittel, mittlerweile. Elektronische Lupen, oder Lupenbrillen. das ist sowas wie die Königsklasse der Optik. Da gibt es auch nicht viele, die das anbieten können.

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IMSÜDEN.AT: Kriegt man also eher nicht beim Diskonter. Aber die tun dir schon weh, geschäftlich, oder?
Andreas Brandstätter: Naja, der Kuchen wird sicher nicht größer und die Ketten nehmen sich natürlich ein sehr großes Stück davon. Wir versuchen unseren Kunden das passende Produkt mit dem größten Komfort und soviele Argumente wie möglich mitzugeben, warum ihre Brille zwar mehr kostet als die des Freundes, der beim Diskonter kauft, aber auch mehr bringt. Gerade bei Gleitsichtbrillen sind wir, weil wir einfach viel genauer messen können und auf höchste Qualität in Material und Verarbeitung setzen, sicherlich weit voraus. Unsere Gläser haben dann eben nicht nur einen engen Sehkanal, ein Guckloch, sondern einen fließenden Übergang zwischen den verschiedenen Stärken und das macht einen großen Unterschied! Außerdem führen wir Beratungsgespräche und keine Verkaufsgespräche. Wir bieten auch Wartungsarbeiten, Service und Reinigung vor Ort. Kundenzufriedenheit und Aufklärung sind da sicher unsere wichtigsten Ansatzpunkte.

IMSÜDEN.AT: Und ihr habt auch ziemlich coole Marken im Regal, wie wir sehen können.
Andreas Brandstätter: Ja, da versuchen wir, neben den Must-Haves wie Ray-Ban und Oakley, immer wieder individuelle europäische Marken in den Süden zu holen. Wie zum Beispiel Paul Frank und Marc Jacobs oder auch Silhouette, die komplett in Österreich hergestellt werden. Aber wir kaufen auch im Süden, so zum Beispiel die Woodone-Holzbrillen aus Südtirol. Die haben einen eigenen Leim entwickelt, damit man die Brillen anpassen kann. Denn bei aller Mode, am Ende ist es uns besonders wichtig, dass das Ding perfekt sitzt!

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IMSÜDEN.AT: Alles Klar. Wie sieht die Zukunft von Optik Brandstätter aus?
Andreas Brandstätter: Wir gehen unseren Weg weiter. Wir bleiben ein kleines Unternehmen mit persönlichem Kontakt zum Inhaber und hohem Qualitätsanspruch. Wir werden die Hörgeräteakustik noch ausweiten und ich will mich auch noch mehr auf Kinder einstellen. Da brauchst dann einen eigenen Raum mit Spielzeug und so. Auch die Auswahl unserer Mitarbeiter und Lehrlinge bleibt uns besonders wichtig, denn wir legen auch weiterhin sehr viel Wert auf Freundlichkeit und müssen unseren Leuten vertrauen können. Nur so haben wir zufriedene Kunden und nur das macht auch mich wirklich zufrieden.

IMSÜDEN.AT: Na dann wünschen wir dir noch viel Zufriedenheit!

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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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