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Was der Oswald anders macht.

Gerhard Oswald liebt Technik. Von seinem unscheinbaren Büro im noch unscheinbareren Haus in St. Andrä im LOVENTAL werkt der doppelte Diplomingenieur, Master of Business Administration und Doktor der Technik erfolgreich an ganzheitlichen Lösungen im komplexen Anlagenbau, der Gebäudetechnik und vor allem in nachhaltiger Energiewirtschaft. Österreichweit!

Seitdem ich in St. Andrä, für Klagenfurter das Tor zum Lavanttal, zu recherchieren begonnen habe, begegnet mir eine Überraschungen nach der anderen. Eigentlich sollte der Gewöhnungseffekt schon längst eingetreten sein. Aber immer noch finde ich Perlen an den unscheinbarsten Plätzen und entlegensten Orten in dem Tal, in dem Zentral-Kärntner wegen der schönen Geraden auf der Autobahn gerne die „Pferde“ laufen lassen (Achtung Radar). Dieses Tal hat aber nicht nur viele unternehmerische Perlen zu bieten – (die bisherige Perlenreihe: www.imsüden.at/lovental) sondern mit Fertigstellung der neuen Koralmbahn, auch das Potential zum Grazer Naherholungsgebiet mit Zweitwohnsitz.

Der Tipp kam vom Obmann des Vereines Attraktives Lavanttal Anton Meyer sen. „Schau dir den Betrieb vom Oswald an, der gibt mehr her als es von außen den Anschein hat.“ Das Außen vermittelt den Eindruck eines typischen familiengeführten Handwerksbetriebes, wie man sie in St. Andrä noch des Öfteren findet. Nach dem Eintreten steht man in einem kleinen Schauraum mit Sanitärartikel. Familienmitglieder und Angestellte beraten hier die Kunden aus der Region und nehmen sich der kleinen Probleme mit der gleichen Akribie an, wie den oft geforderten All-in-one-Lösungen. Man kennt sich und vertraut einander.

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Vom Klempner zum Energie-Consultant.
Den Chef Gerhard Oswald treffe ich im hinteren Bereich des Gebäudes. Auf meine Frage was denn eigentlich sein Beruf sei, antwortet er lachend: „Vom Beruf bin ich Klempner.“ Im Laufe des Gespräches wird aber schnell klar, dass hier mehr abgeht als bei einem normalen Installateur. „Energiegewinnung und Management stehen bei uns derzeit im Mittelpunkt. Die klassischen Aufgaben des Installateurs, wie Heizung – Lüftung – Sanitär, sind zwar nach wie vor wichtige Bereiche unseres daily business. Aufgrund meiner laufenden Ausbildung und Erfahrung können wir heute allerdings die ganze Bandbreite der Energiewirtschaft abdecken. Das ist unser Vorteil. Wir entwickeln und betreuen komplexe Energiesysteme in Krankenhäusern, genauso wie in kleinen und großen Betrieben, oder Industrieunternehmen. Wobei unser besonderes Augenmerk dem leider schon zum Schlagwort verkommenen, „nachhaltig“ gilt. Energieintensive Unternehmen legen aber besonderen Wert darauf, weil Energie dort nicht nur ein Umwelt- sondern vor allem ein gravierender Kostenfaktor ist.“

Was man als Hänschen nicht lernt, lernt man eben als Hans.
Gerhard Oswald führt das Unternehmen schon seit 1999. Die meisten seiner akademischen Titel hat er sich jedoch erst als Selbständiger erworben. Aber wie schafft das ein Unternehmer, alleine zeitlich. Diese Frage drängt sich mir sofort auf, als seine Visitenkarten vor mir liegen. Gerhard Oswald (lacht): „Carpe Diem, im Sinne von nutze den Tag. Aber nicht zum Müßiggang, sondern zur Weiterbildung. Bei mir hat sich das immer projektbezogen ergeben. In jeder Ausbildungszeit bin ich irgendwie immer zu neuen und interessanten Entwicklungsprojekten gekommen und habe parallel gleich die Weiterbildung zum Spezialisten im jeweiligen Fachgebiet betrieben. Glücklicherweise durfte ich die HTL besuchen und dort die Grundkenntnisse für alle späteren Ausbildungen erwerben. Im Unternehmen – damals noch von meinem Vater geleitet – konnte ich die Theorie dann in der Praxis ausprobieren. Technische Forschung und praktische Erfahrung sind zusammen mehr als bloß zwei sich ergänzende Bereiche, dass ist meine Erkenntnis. Die verschiedenen Ausbildungen haben aber vor allem meinen Blick erweitert und mir Potentiale gezeigt, die ich im Hamsterrad des normalen Arbeitsalltages nie entdeckt hätte. Weil ich die besonderen Vorteile der ständigen Weiterbildung selbst erfahren durfte, predige ich sie weiter wo ich nur kann, auch wenn das einigen auf die Nerven geht.“

Wissen macht frei für neue Aufgaben.
Das Gerhard Oswald, viel von seiner Arbeits- und Freizeit für’s Studieren geopfert hat bringt ihm auch berufliche Vorteile. Er lernt zu delegieren, vertraut seinen Leuten und erhält von ihnen Vertrauen zurück. Das spielt ihn frei für Aufgaben die ihm wichtig sind. Wichtig für die eigene Branche und die ganze Energiewirtschaft. Zum Vorstand des österreichischen Dachverbandes Energie Klima der Wirtschaftskammer gewählt, setzt er auf spartenübergreifende Initiativen. Zu Hause im Lavanttal macht er sich für die Förderung des beruflichen Nachwuchses stark, erstellt Prüfungsprojekte für Lehrlinge und ist als Ausbildner tätig. „Manchmal denke ich daran etwas kürzer zu treten, aber wenn wir die Jungen nicht für unseren Beruf begeistern und sie in der Branche halten können, wandern sie ab und sind für uns verloren.“

Auditing: Gestohlene Zeit oder sinnvolle Arbeit.
Gerhard Oswald ist auch zertifizierter Energie-Auditor. Also jemand, der Unternehmen in Energie-Aufwandsbereiche zerlegt und aufzeigt, wo und wie verbessert bzw. auch gespart werden kann. Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind zu laufenden Energieaudits verpflichtet. Dabei werden alle energieaufwändigen Bereiche untersucht. Transport, Gebäude, Maschinenpark bis hin zur Entsorgung. Gleichzeitig schlagen wir auch Optimierungsvarianten vor, was wieder in den Bereich Organisationsentwicklung fällt. Um auch diesen Fachbereich gut abzudecken, habe ich das MBA Studium absolviert. Auditing ist manchmal zeitaufwändig, in der globalisierten Welt jedoch alternativlos zur Erfüllung vorgegebener Normen. Das gilt für jede Listung als Zulieferbetrieb, aber auch Dienstleister wie Krankenhäuser brauchen klare Strukturen in ihren Betriebsabläufen. Leider müssen auch kleine Unternehmen diese Anforderungen erfüllen, wenn sie mitspielen wollen. Da wird es manchmal sehr schwierig.

Wie kommt ein Installateur zur Reinraumtechnik.
Bei aller Spezialisierung bleibt das Kerngeschäft die Basis des Unternehmens. Gerhard Oswald: „ Wir entkalken Wasserleitungen, kümmern uns um verstopfte WC-Anlagen, montieren Fußbodenheizungen und decken die ganze Bandbreite eines klassischen Installationsunternehmen ab. Ein Teil unserer Mitarbeiter ist ständig mit diesen Aufgaben beschäftigt. Mit anderen tüftele ich an Speziallösungen die unter anderem in der Reinraumtechnik gefragt sind. Reinräume sind derzeit überhaupt eine besonders interessante Herausforderung. Wir stellen uns ihr, weil sie sowohl in Bereichen der Dienstleistung wie in der Produktion zum geforderten Standard wird. Vom Operationssaal über die Herstellung von Lebensmitteln bis zur Chipindustrie geht ohne Reinräume gar nichts mehr. Es ist also ein Bereich mit Zukunftspotential und wir haben uns dem rechtzeitig gestellt.“

Warum brauchen selbst Non Profit Organisationen einen Ingenieur-Consultant
Oswald: “Weil sie genau so kostensparend agieren müssen wie jedes andere Unternehmen. Eher noch mehr, weil Öffentlichkeit und Spender noch genauer beobachten was mit ihrem Geld geschieht, schließlich soll möglichst viel vom Geld dort ankommen wo es benötigt wird. Hier geht es also stark um Effizienz und das beginnt schon bei der Routenplanung von Hilfslieferungen. Wir beraten diese Organisationen über unsere Firma OSIT, mit der wir uns auf Consultings im technisch-organisatorischen Bereich spezialisiert haben. Optimierungspotential findet man in allen Unternehmensbereichen und Branchen. Der Blick von außen zahlt sich am Ende für jedes Unternehmen und jede Organisation aus, dass weiß man und deshalb sind wir auch gut gebucht.

Ist Diversifikation eine Überlebens – oder eine Zukunftsstrategie?
Gerhard Oswald (überlegt): „Jede neue Profession erweitert die Kompetenzen. Und die Welt bleibt nicht stehen. Solange die Spezialbereiche der Gesamtkompetenz zuträglich sind, ist Diversifikation eine Chance. Nach der Industrie 4.0 wird es auch ein Gewerbe 4.0 geben, davon bin ich überzeugt. Elektronik und Robotik werden auch hier einziehen und wir müssen da mithalten können. Unser Unternehmen feierte vor kurzem das 50-jährige Bestehen. Darauf sind wir alle stolz. Aber in den letzten Jahren hat sich mehr gewandelt als in den Jahrzehnten davor. Deshalb bin ich froh und glücklich, dass von meiner Familie drei Generationen im Betrieb arbeiten. Damit decken wir den klassischen Bereich genauso ab, wie die neuen Herausforderungen. Eine gute Voraussetzung für weitere 50 Jahre.“

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Oswald Gebäudetechnik – Anlagenbau:

Geschäftsführer: DI Dr. Gerhard Oswald MBA
Agsdorfer Strasse, 9433 St. Andrä
E-Mail: gerhard.oswald@oswald.net
www.oswald.net

 

Bilder: Oswald, Gerhard Smuck Titelbild: Sabine Watl, watl.at / Wirtschaftskammer Kärnten


Foto Gerhard Smuck
Gerhard Smuck
GERHARD F. SMUCK ist Absolvent der „Universität des Lebens“. Vorher: Schulabbrecher, Lehrling und Fachmann im Grafischen Gewerbe. UNO Soldat. Dann ..
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