Interview
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„Im PARK HAUS ist immer SÜDEN!“

Herwig Mischkulnig, alias Fuzzi, führt seit 2011 das PARK HAUS in Klagenfurt. Am Tag trinken dort Richter und Angeklagte ihren Kaffee neben Schauspielern und IMSÜDEN.AT-Machern, die Pasta vertilgen. Am Abend brennt die Bude und alle feiern gemeinsam den Süden. Zum Glück hat der Fuzz-Mann ein gutes Team und ein ausgefallenes Hobby um sich zu entspannen.

Wir sind ja prinzipiell befangen, wenn wir über etwas schreiben. Weil wir ja nur über Sachen schreiben, die gut laufen im Süden. Aber beim Herwig und seinem PARK HAUS sind wir noch befangener als sonst. Denn IMSÜDEN.AT ist praktisch im PARK HAUS entstanden. Hier haben wir in der Konzeptionsphase unsere Magengeschwüre mit Kaffee gefüttert und unsere Schwimmreifen, rechtzeitig vor dem Sommer-Launch, mit Pasta aufgefüllt. Hier haben wir uns Programmier-Probleme schön gesoffen und Finanzierungs-Fortschritte gefeiert. Das PARK HAUS ist praktisch der Kreissaal in dem IMSÜDEN.AT auf diese Welt geholt wurde. Es war blutig, dreckig und es wurde viel geschrien, aber am Ende, der ein Anfang ist, sind alle glücklich und schauen das “Baby“ belämmert treudoof an: „gutschi, gutschi, gu… so ein hübsches Projekt“. Daneben steht die erfahrene Hebamme und lächelt wissend, so wie Herwig „Fuzzi“ Mischkulnig jetzt gerade, als er uns den Kaffee bringt und sich zum Interview setzt…

IMSÜDEN.AT: Hallo Fuzzi, danke für den Kaffee. Woher kommst du eigentlich?
Herwig Mischkulnig: Ich bin in Klagenfurt geboren und dann in Ludmannsdorf und rund um den See aufgewachsen.

IS: Harte Lehrjahre am Wörthersee?
Herwig Mischkulnig: Für mich nicht, eher für meine Lehrer (lacht). Ich hatte meine Lehrzeit in fünf Betrieben. Einmal hat mir der Oberkellner am ersten Tag die Brieftasche in die Hand gedrückt, weil er mit einer Frau aufs Zimmer ist – da hab ich gewusst, hier kann ich nix lernen und hab gekündigt.

IS: Naja, vielleicht hättest du von dem Oberkellner schon einiges lernen können (lacht). Klassische Koch/Kellner-Lehre also?
Herwig Mischkulnig: Nein, nur Kellner. Das Kochen hat mich eigentlich nie so interessiert, erst in den letzten Jahren, als ich ruhiger geworden bin und sicher auch durchs PARK HAUS.

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IS: Dazu kommen wir noch. Aber zuerst zu deinen wilden Jahren.
Herwig Mischkulnig: So wild war‘s dann auch wieder nicht. Ich hab nach der Lehre in der Cocktailbar im Casino Velden angefangen und dort drei Sommer verbracht. Da hab ich richtig mixen gelernt.

IS: Pfoah, ja, wir alle sind dem Casino Velden zu großem Dank verpflichtet, dass du dort so mixen gelernt hast, dass es uns regelmäßig die Schuhe auszieht wenn wir deine Cocktails und Shots kosten „dürfen“…
Herwig Mischkulnig: Siehst du, von einer guten Ausbildung profitieren alle (lacht). Jedenfalls hab ich auch einen Sommer lang in Kroatien gemixt und natürlich in der Havanna Cocktailbar in Klagenfurt. Dann ging‘s aber auch schon ins Anna W. in Pörtschach, wo mich Gerald Striedinger zum Barkeeper geformt hat. Den Feinschliff gab‘s noch im Marias Theater, heute Teatro. Im Anna W. war ich insgesamt sieben Jahre und in den drei Monaten Winterpause war ich dann in der Welt unterwegs, Thailand, Kambodscha und natürlich Australien – da fahren meine Nina Love und ich auch heute noch immer wieder hin.

IS: Was ist das Geheimnis eines guten Barkeepers?
Herwig Mischkulnig: Dass er über gewisse Dinge nicht redet (lacht). Im Ernst, eigentlich müsste man ein Amtsgeheimnis für Gastronomen einführen. Ich mein, ich bin da ja eisern und red nicht drüber, aber Kollegen passiert da schon der ein oder andere Ausrutscher. Zum Beispiel, wenn der Gast an einen Tag mit der Freundin ins Lokal kommt und am nächsten mit der Frau. Da wird‘s dann schon tricky (lacht).

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IS: Dann bohren wir da jetzt nicht weiter nach. Aber wie bist du vom Barkeeper zum Parkhauswärter mutiert?
Herwig Mischkulnig: (lacht). Neben dem Anna W. hab ich auch noch Veranstaltungen gemacht, und da war natürlich ständig was los. Irgendwann hab ich gemerkt, ich brauch einen Cut, brauch auch was ruhigeres. Da hat mir der Klausi vom Ingeborg gesagt, dass das Lokal im Architektur Haus zu verpachten ist. Die Location hier hat mir immer schon gefallen, also hab ich mich mal einen Tag lang reingesetzt, die Fenster waren verpickt und man hat gar nicht reingesehen. Trotzdem wollten locker 20 Leute rein und haben an der verschlossenen Tür geklopft. Da hab ich mir gedacht. So schlecht kann das nicht sein.

IS: Am Anfang war der Plan aber eher ein ruhiges Café zu machen und nicht wieder die Partybude oder?
Herwig Mischkulnig: Ja, aber was soll man mit Gästen wie dir sonst machen? (lacht) Nein, im Ernst, ich glaube wir schaffen einen guten Spagat. Klar wollte ich anfangs ganz raus aus dem Freitag/Samstag-Party-Geschäft, aber mittlerweile find ich, wir machen hier ganz feine Partys, so passt mir das genau!

IS: Und am Tag treffen sich hier Angeklagte und Anwälte?
Herwig Mischkulnig: Ja, viel Prominenz vom Gericht isst hier zu Mittag. Zumindest mir haben die Hypo-Prozesse usw. einiges eingebracht (lacht).

IS: Und vom anderen Theater, kommt auch wer?
Herwig Mischkulnig: Klar, wir haben hier einen genialen Platz, zwischen Gericht, Versicherungen und Stadttheater, da mischt sich alles gut durch. Dann kommen auch noch die Kreativen wie ihr und dazu noch die Architekten, denen das Haus ja gehört.

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IS: Muss anstrengend sein, wenn man Architekten als Vermieter hat…
Herwig Mischkulnig: Überhaupt nicht. Das Verhältnis mit dem Architektur Haus Kärnten ist wunderbar. Wir unterstützen uns gegenseitig und reden uns alles aus. Vor allem mit der Leiterin Raffaela Lackner ist es mittlerweile mehr eine Freundschaft geworden, einen besseren Verpächter könnt ich mir gar nicht wünschen.

IS: Schön. Dann kannst du ja jetzt wirklich ruhiger werden, wie du es wolltest, oder?
Herwig Mischkulnig: Naja, wenn nicht dauernd jemand kommen würd und so Mörderpartys schmeißen würd wie ihr von IMSÜDEN.AT mit eurer Launchparty im Mai, hätt ich eh meine Ruhe (lacht). Nein, ich find unser gemischtes Publikum einfach super hier. Am Abend sitzen die feinsten Richter neben den wildesten Schauspielern und verstehen sich gut. Dass das funktioniert freut mich besonders, da bleib ich auch gern ein wenig länger wach (lacht). Aber dafür entspann ich mich dann auch in meiner Freizeit.

IS: Und wir entspannst du dich?
Herwig Mischkulnig: Ich arbeite als Hilfsarbeiter beim Bootsbauer Schmalzl in Velden, um das Handwerk zu lernen.

IS: Bootsbauer? wtf?
Herwig Mischkulnig: Ja, so reagieren die meisten. Aber ich mach zum Beispiel auch Möbel. Fast alles, was auf der Terrasse des PARK HAUS steht, hab ich selber entworfen und dann gemeinsam mit einem Tischler gebaut. Beim Bootsbauen fasziniert mich, dass man mit so vielen verschiedenen Materialen und Techniken zu tun hat. Das ist irre komplex und spannend.

 

IS: Aber wie vereinbarst du das mit deinem Café?
Herwig Mischkulnig: Ich hab mich damals beim Schmalzl beworben und gesagt, ich will eigentlich nur mitarbeiten, wenn es halt zeitlich bei mir geht. Ich versuche mindestens drei Tage die Woche dort zu arbeiten. Heuer im Sommer haben wir das Holzdeck eines Zugvogel-Segelboots wieder aufgebaut, das war schon ein Erlebnis! Durch meinen Beruf bin ich ja immer unter Leuten, da beruhigt mich das Holz. Das redet außerdem nit zruck (lacht). Und nach zwei bis drei Stunden Arbeit hast du ein schönes Ergebnis, als Barkeeper machst du den Leuten zwar auch eine Freude, zum Beispiel beim ersten Date mit einem guten Cocktail oder so, aber das Ergebnis am Ende einer Party ist dann meistens nicht soooo schön anzusehen wie ein glänzendes Holzdeck unter Vollsegel (lacht).

IS: Wie schaffst du das alles?
Herwig Mischkulnig: Nur durch ein tolles Team! Ich mein, ohne die Nina Love wäre ich zum Beispiel völlig aufgeschmissen. Alles was das PARK HAUS am Tag gemütlich macht, macht sie, und am Abend bringt sie die Leute zum Tanzen. Aber auch der Michi ist jetzt schon seit 1,5 Jahren bei uns und mittlerweile ein guter Freund geworden. Die Janina unsere Berliner Schnauze hat zum Beispiel fast schon ihre ganze Jugend hier verschwendet (lacht) und kann, was sie im Psychologiestudium lernt, hier direkt bei uns anwenden (lacht).

IS: Ich fürchte da kommt sie zu spät… Apropos, was kommt später? Was ist noch geplant mit dem PARK HAUS?
Herwig Mischkulnig: Wir machen das jetzt hier seit 2011 und es ist eine ständige Entwicklung, auch durch die Architekten. Demnächst soll hier gröber umgebaut werden, dann wird sich einiges ändern. Von den Partys her sind wir auf einem guten Weg, Weihnachten und Halloween sind natürlich Fixpunkte, weil da sind alle wieder da. Schließlich kommen auch die ausgewanderten wieder gerne zurück in den Süden. Und im PARK HAUS ist ja immer Süden!

IS: Deshalb haben wir dich auch interviewt!

pix: Johannes Wouk & Martin Steinthaler


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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