BUSINESSBEACH
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Von Johannes Wouk, Fotos: Footprints Fotografie by Petra Nestelbacher

„Leute die mobil arbeiten können, sind eine große Chance für den Wörthersee.“

Roland Sint ist der Chef des Wörtherseetourismus und mitverantwortlich dafür, dass Kärnten jetzt BUSINESSBEACH-Land ist. Ein Gespräch über Innovationen, 5G und lauwarme Betten.

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Roland Sint ist praktisch ein BUSINESSBEACH-User der allerersten Stunde. Als das Pilotprojekt 2015 in Klagenfurt erstmals für Work-See-Balance sorgte, war der Chef der Wörthersee Tourismus GmbH sofort mit dem Laptop zur Stelle. Und damit nicht genug, er hat das Ding auch im ganzen Süden promoted und damit entscheidende Impulse für die – nun permanenten – BUSINESSBEACHES am Millstätter See, Faaker See und nun auch in Velden am Wörthersee gesetzt. Überhaupt ist der Osttiroler Klettermaxe mit seiner Tourismusregion so etwas wie die innovative Speerspitze des Tourismus in Kärnten. Da fragen wir uns doch sofort was er jetzt schon wieder ausheckt, wenn er da so an „seinem“ BUSINESSBEACH VELDEN AM WÖRHTERSEE sitzt und sinnend ins Türkis der Karawankenkaribik starrt…

IMSÜDEN.AT: Hallo Roland, über was denkst du so angestrengt nach? Hast du das WIFI-Passwort vom BUSINESSBEACH vergessen?
Roland Sint: Haha, sehr witzig. Nein, ich überlege eher wo wir den nächsten BUSINESSBEACH am Wörthersee installieren.

IMSÜDEN.AT: Man kann ja nie genug Open-Air-Büros haben, aber wo willst du den denn hin haben?
Roland Sint: Gerade planen wir mit Land und Bund ein innovatives 5G-Testlabor in Pörtschach, da würde ein Open-Air-Coworking-Space an der Pörtschacher Seepromenade doch perfekt dazu passen…

IMSÜDEN.AT: Moment, stopp! 5G-Testlabor? Was ist das schon wieder? Trainingslager für Formel 1 oder Jet-Piloten?
Roland Sint: (lacht) Blödsinn. Jetzt hat dein Handy 3G, wenn du Glück hast 4G und 5G ist die nächste Generation der Übertragungsbandbreite, die 2020 spruchreif wird. Dann hast du über 300 Mbit und das MOBIL! Damit werden Echtzeit-Übertragungen in Virtual-Reality-Brillen möglich aber auch autonomes Fahren usw.

IMSÜDEN.AT: VR-Brillen und Roboter-Autos in Pörtschach?
Roland Sint: Genau. Mit dem Projekt SURAAA, der Smart Urban Region Austria Alps Adriatic…

IMSÜDEN.AT: … toller Name….
Roland Sind: (lacht) … Na, jedenfalls werden wir in Pörtschach eine Teststrecke für autonomes Fahren bekommen. Ein selbstfahrender Bus wird den Ort befahren. Dazu gibt es ein Labor mit 5G-Anbindung und den größten Coworking-Space im Süden Österreichs, wo StartUps und Entwickler die 5G Technologien testen können und jetzt schon die Applikation von morgen entwickeln…

IMSÜDEN.AT: Pfff… nicht blöd, aber was hat das alles mit deinem Job zu tun… Was mit Tourismus?
Roland Sint: Na ganz viel. Von diesem Projekt und vom BUSINESSBEACH erwarten wir uns die Ansprache einer völlig neuen jungen und urbanen Zielgruppe. Wir leben in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt, in der es nicht mehr so wichtig ist, wo man arbeitet, sondern was man tut. Ich kenne das ja auch von mir selbst. Ich musste mir immer wieder einmal Arbeit „mit“ in den Urlaub nehmen und während die Familie schon am Strand war, saß ich im Hotelzimmer und habe meine Mails beantwortet. Heute kann ich das am BUSINESSBEACH machen und gehe zwischendurch schon mit den Kids ins Wasser. Leute die so mobil arbeiten können und wollen sind eine große Chance für den Wörthersee und Kärnten. Ganz abgesehen von den neuen Selbständigen, den StartUps, den digitalen Nomaden usw. die haben ein gänzlich anderes Verständnis von Arbeitswelt und -umfeld.

IMSÜDEN.AT: Gutes Stichwort. Was ist die USP Kärntens aus deiner Sicht?
Roland Sint: Ganz klar die Seen. Und alles was damit in Kombination steht. Das Berg-Rad-See-Erlebnis, der südliche Lifestyle am See aber auch das Naturerlebnis rundherum. Eigentlich müsste bei uns alles mit dem Satz; …und dann springst noch in den See… enden. Wir sind nicht so alpin wie Tirol oder Salzburg und können da im Sommer schon allein preislich nicht mitgehen, da die im Winter abcashen und dann im Sommer hauptsächlich nur auf Kostendeckung aus sind.

IMSÜDEN.AT: Aber Seen gibt es auch in Tirol und Salzburg…
Roland Sint: Aber unsere haben im Oktober noch 20 Grad und auch die Luft ist hier um einiges wärmer und in Tirol erfrierst auch im Sommer noch (lacht).

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IMSÜDEN.AT: Stimmt. Süden ist schon geil!
Roland Sint: Stimmt, aber geil alleine hilft halt auch nicht. Es muss schon sehr geil sein damit ich mir sage: „Wir sollten wieder einmal nach XY fahren“ und das wollen wir erreichen. Wenn schon keine Stammgäste, dann zumindest Intervall-Gäste die regelmäßig wiederkommen, weil wir hier Besonderes bieten und das an unglaublich schönen Orten.

IMSÜDEN.AT: Wenn diese Orte denn auch schön bleiben…
Roland Sint: Ja! Da finde ich den aktuellen Baustopp, den sich die Veldener gönnen einen sehr guten Ansatz. Denn es bringt uns nichts rund um den See alles mit Appartmenthäusern zuzubauen, die übers Jahr gesehen praktisch kalte Betten sind.

IMSÜDEN.AT: Oder auf AirBnB stehen…
Roland Sint: Das ist im Grunde kein Problem, denn es entspricht dem Lifestyle vieler Menschen und wenn der rechtliche Rahmen eingehalten wird ist alles gut. Ich denke sogar, dass hier vielleicht sogar eine Chance für uns liegt, aus kalten wenigstens lauwarme Betten zu machen…

IMSÜDEN.AT: Was bietet ihr denn so Besonderes?
Roland Sint: Wir haben viele verschiedene Angebote für die unterschiedlichsten Zielgruppen rund um den See. Was derzeit irre boomt ist das Thema Yoga. Als wir unser erstes Interview am BUSINESSBEACH IN KLAGENFURT hatten, steckte das ja noch in den Kinderschuhen, mittlerweile haben wir das zweitgrößte Yogafestival Österreichs am Wörthersee mit 150 Blind-Bookings für 2018 direkt nach der heurigen Ausgabe. Aber auch andere Yoga-Veranstaltungen boomen bei Gästen und Einheimischen. Kürzlich haben wir sogar einen Yoga-Weg im Teufelsgraben eröffnen können. Das ist schon eine sehr spannende Zielgruppe für uns. Genauso wie die LGBTQ-Community, also unsere Gäste beim PINK LAKE Festival, das mittlerweile auch schon seit 10 Jahren ein Fixpunkt am Wörthersee ist. Aber auch die SeeEssSpiele waren heuer schon ein voller Erfolg in der Vorsaison, das ist eines unserer neuesten Projekte.

IMSÜDEN:AT: Sonst noch etwas Hochinnovatives in der Schublade? Ihr seid doch immer die Technikfreaks unter den Touristikern…
Roland Sint: (lacht) Stimmt irgendwie, und da ist tatsächlich noch etwas wo wir demnächst sehr innovativ werden… Es hat etwas mit Xamoom, Amazon Alexa und unseren Hotels am Wörthersee zu tun…

IMSÜDEN.AT: Jetzt spann uns nicht auf die Folter!
Roland Sint: Hehe… Na gut, wir haben gerade ein vom Bund gefördertes Leuchtturmprojekt für Digitalisierung im Tourismus an Land gezogen. Wir werden in Hotels am Wörthersee rund 300 Amazon Alexas stehen haben, die praktisch als digitaler Concierge fungieren werden.

IMSÜDEN.AT: Das ist uns jetzt zu hoch… Die Dinger parken den Wagen und bestellen Escort-Girls, oder was?
Roland Sint: (lacht) Fast. Stell es dir so vor: Du kommst ins Zimmer und statt einem Radio steht dann dort die Amazon-Alexa am Nachtkästchen. Wenn du sie fragst wie das Wetter wird, dann sagt sie dir auch gleich noch, was für Aktivitäten und Events bei dem Wetter am See besonders empfehlenswert sind. Irgendwann kann sie vielleicht die Tickets dann auch gleich buchen. Das geht zum Beispiel alles schon während des Aufstehens… Muss man nicht einmal die Augen aufmachen (lacht).

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IMSÜDEN.AT: Nicht schlecht…
Roland Sint: Das ist aber noch nicht alles. Diese Applikation wird natürlich auch von Amazon zum Download angeboten und ich kann schon meine „Heim-Alexa“ damit füttern. Damit kommen wir mit unseren Urlaubsthemen noch näher zur Zielgruppe. Das ist einmal der Start. Wir wollen dann natürlich auch für Siri und Cortana und wie sie alle heißen offen entwickeln und anschlussfähig sein.

IMSÜDEN.AT: Und was haben unsere Freunde von Xamoom damit zu tun?
Roland Sint: Die entwickeln die Technikplattform und werden dabei von Amazon unterstützt. Denn die haben natürlich auch ein großes Interesse daran. Schließlich gibt es dafür noch keine Umsetzung europaweit.

IMSÜDEN.AT: Na bumm, der Wörthersee wieder ganz vorne dabei! Da wünschen wir euch viel Erfolg und wir hoffen ihr wisst, welches Online-Magazin eure Wörthersee-Alexa den Touris immer vorlesen soll!


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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