DaddysDiary
2014-04-22-16.41.55
Dieser Artikel wird unterstützt von


Schläft sie schon durch? 9 Tipps für einen ruhigen Schlaf

Ich habe mich verliebt. In meine Tochter. In Schweiß, Dreck und schlaflose Nächte. Adios, ungestörter Schlaf. Machs gut, augenringfreies Gesicht. Ich wende euch den Rücken zu, denn ich habe den Himmel entdeckt: meine Tochter. Liebe, Geborgenheit, Beschützerinstinkt – sie weckt in mir alles, was in dieser Welt scheinbar zu kurz kommt.

„Und? Schläft sie schon durch?“, ist die erste Frage, die uns seit der Geburt unserer Tochter immer wieder von Bekannten, Verwandten aber auch wildfremden Menschen gestellt wird. Mit mitleidigen Blicken schauen sie uns dabei an. Natürlich schläft sie nicht durch – sie ist ein Baby! Aber keine Sorge, uns geht es gut. Wir haben uns mit den nächtlichen Störungen bestens arrangiert und haben es so eingerichtet, das sie nur kurz ausfallen. An ihrem Gitterbett haben wir auf einer Seite das Gitter entfernt und es direkt an unser Bett gestellt. Die Mama braucht sich, sobald sich das Baby meldet und Hunger hat, nur zur Seite zu rollen und es anzulegen. Nach kurzer Zeit schlafen beide sofort weiter. Manchmal beobachte ich sie dann. Wenn sie schlafen, sind sie besonders süß. Nahezu herzzerreißend.

IMG_0173
2014-05-09-10.13.03
2014-04-30-16.35.21
2014-04-22-16.41.55

Einschlafen als Geduldsprobe
Was sich allerdings oft etwas mühsamer gestaltet, ist das Einschlafprozedere. Bauchweh, neue Zähne und andere Problemchen können sich darauf durchaus negativ auswirken.

„WÄÄÄÄHHH…WÄÄÄÄHHH…RAAABÄÄÄHH…“. Meine Tochter ist müde und lässt uns das mit geballter Stimmeskraft spüren. Sie quengelt, weint und schreit in einer Lautstärke, bei der sich uns die Nackenhaare aufstellen. Ich packe sie in die Babytrage, gehe mit ihr wippenden Schrittes auf und ab und summe dabei ein Schlaflied. Das hört sich dann ungefähr so an: „WÄÄÄÄHHH… WÄÄÄÄHH… Laaleeluu, nur der Mann im Mond schaut… RABÄÄÄHH… zu, wenn die kleinen Babys… WÄÄÄHH… WÄÄÄHH… schlafen, drum schlaf auch du… RAABÄÄÄHH“. Während ich so vor mich hin singe und mit ihr in Kreisen durch die Wohnung spaziere, spiele ich hinter ihrem Rücken mit meinem Handy. Schnell mal checken, was es auf Facebook Neues gibt und die aktuellen Sportberichte lesen – irgendwie muss man schließlich up-to-date bleiben. Zwischendurch trete ich im Halbdunkel auf herumliegende Bauklötze und Spielsachen. Auauau … Mist, verdammter! Aaahh … wie gut das tut, wenn der Schmerz nachlässt.

Nach einer Stunde Heulkonzert und wippendem Auf-und-ab-gehen brennen mir die Oberschenkel und sie schläft endlich ein. Vorsichtig schäle ich sie aus der Trage und lege sie in ihr Bett. Jetzt bloß nicht aufwachen! Schwein gehabt – sie schmeißt sich nochmal hin und her und schläft weiter. Bloß wie lange? Ist sie einmal länger als zwei Stunden ruhig, werde dafür ich unruhig. Ist alles in Ordnung? Atmet sie noch? Horrorgeschichten vom plötzlichen Kindstod und Ersticken durchkreuzen meine Gedanken.

Die ersten Monate mit einem neugeborenen Baby können in vielen Fällen zur Herausforderung werden. Doch prinzipiell können wir uns mit den nächtlichen Schlafstörungen mit ein paar Tricks und Kniffen ganz gut arrangieren.

2014-02-24-14.12.00
2014-02-05-21.56.25
2013-10-04-09.25.44
2013-10-01-17.16.40

9 Hilfsmittel für einen ruhigen Schlaf
Eine kurze Liste, mit Dingen, die uns als Eltern den Glauben an die Menschheit wiedergebracht haben. Achtung – einige Dinge sind nur für Väter geeignet!

  1.  Nachtlicht: Um den nächtlichen Stillvorgang zu erleichtern, haben wir uns ein Nachtlicht besorgt, das unser Schlafzimmer in dumpfes, rötliches Licht taucht. Sieht aus wie im Bordell – hat aber eine ganz andere Funktion. Wenn die Kleine mal schreit und Hunger hat, kann sich die Mama sie schnappen und gleich anlegen – ohne viel Zeitverlust. So wird dann nach getaner Arbeit auch gleich wieder ohne einen Mucks weitergeschlafen. Praktisch.
  2. Umgebautes Gitterbett bzw. Baby-BayAuch das Gitterbett habe ich – ganz wie es sich für einen Papa gehört – umgebaut. Das Gitter auf einer Seite entfernt, lässt sich das kleine Bettchen problemlos direkt an unser Bett stellen. So braucht sich die Mama nächtens nur auf die Seite zu rollen, das Baby zu schnappen und anzulegen. Eine ungemeine Erleichterung!
  3. Globuli: Die kleinen Zuckerkügelchen, deren Wirkung ich stark bezweifle, helfen im Fall eines unruhigen Babys eigentlich fast immer. Einmal in den Mund gestopft, ist sie abgelenkt, hat was zu lutschen und schläft in weiterer Folge oft ein.
  4. Schlaflied: Sowohl meine Frau als auch ich versuchen, die Kleine immer wieder mit Kinderliedern zu beruhigen und in den Schlaf zu singen. Obwohl ich starke Zweifel an unserer beider Gesangskunst habe und glaube, dass meine Tochter durch unser Katzengejammer eher noch aufgekratzter wird, besteht meine Frau auf die Wirksamkeit.
  5. Vorlesen: Die kleine Raupe Nimmersatt, Pippi Langstrumpf, Winnie Pooh – die Bandbreite an erstklassigen Kinderbüchern, die ich mir auch selbst gerne zu Gemüte führe, ist groß. Das Vorlesen mit ruhiger, sonorer Stimme hat bei uns allerdings nur in den Anfangsmonaten gewirkt. Später, sobald die ersten Zähne da waren, wurden die Bücher von unserer Tochter lieber als Beißknochen verwendet und teilweise verspeist. Generell aber sicher ein tolles Hilfsmittel.
  6. Stofftier: Unser Stoffigel kann Wunder bewirken. Als besonderes Feature hat er eine eingebaute Spieluhr. Meine Tochter liebt es. Ich auch. Einziges Problem: Einmal aufgezogen, schlafe ich schneller ein als sie. 
  7. Schnuller: Hilfsmittel Nummer 1 und unverzichtbar in vielen Lagen. Mittlerweile findet sie den Schnuller in der Nacht sogar alleine und beruhigt sich so selbst.
  8. Polster: Einfach über den (eigenen) Kopf ziehen und weiterschnarchen. Achtung: Nur für Väter und nur, solange die Mama da ist. 
  9. BabytrageUnsere Babytrage. Eine Investition, die sich mehr als gelohnt hat. Ist die Kleine einmal besonders unruhig, findet sie in der Trage Nähe, Liebe und Schlaf. Funktioniert immer.

 

pix: Clemens Huss


11174321_10155451607255580_4318237042198830158_o
Clemens Huss
Clemens Huss Geboren in Tirol, aufgewachsen in Kärnten. Papa seit 2013. Selbstständig als Texter, Webdesigner und Experte für Online Kommunikation ..
Infos
Termine