LOVENTAL IMSÜDEN.AT
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Sind die Autos hinterm Griffner attraktiver?

Ein KIA- & Mazda-Händler in St. Andrä zeigt, wie man als Familienbetrieb mit einer Flexibilität punkten kann, dass einem die Ohren schlackern. Oder wie aus Kunden Freunde, und aus ehemaligen Lehrlingen Rennmechaniker und Berufsschuldirektoren, werden. Man muss nur den Griffner überwinden, dann schlägt Land Stadt.

Seit Beginn meiner Nachschau im Lavanttal (oder LOVENTAL) bin ich Menschen begegnet, die mit ihren Unternehmen, und speziellen Fertigkeiten unglaubliche Nischen besetzen und beim Zielpublikum, weit über die Grenzen des Tales hinaus bekannt sind. Aber offensichtlich nicht in Klagenfurt. Zumindest nicht bei mir und schon gar nicht, wenn es sich um ein Autohaus handelt, wie das von Alfred Maier in St. Andrä. Dabei liegt es auf der Hand, dass man sich am Land noch mehr anstrengen und besser sein muss. Aber für einen über die Jahrzehnte degenerierten „Großstädter“ ist der Griffner, wie es scheint eine Barriere – die zwar sehr oft physisch überwunden wird, aber nicht wenn es darum geht, Leistungen zu erkunden und zu vergleichen. Dabei sind es kaum 60 Kilometer und es eröffnet sich einem eine neue Welt an Servicequalität, Freundlichkeit, ja sogar Hilfsbereitschaft und man fühlt sich wie anno dazumal, als der Kunde noch König war und die Welt noch kein Selbstorganisationsladen. Der Alfred Maier ist einer von den Stillen, den Überlegten; dafür trifft er klare Entscheidungen und steht dazu. Ich will von ihm wissen, wie man am Land – wobei St. Andrä natürlich eine Stadt ist, wenn auch eine kleine – als Autohändler bestehen kann.

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IMSÜDEN.AT: Mein Erlebnis mit Autohändler bisher: In Wien präpotent, in den Landeshauptstädten unterschiedlich bis sehr kompetent. Wie wäre es in St. Andrä?
Alfred Maier: Ich würde sagen freundschaftlich und persönlich – jedenfalls bei uns. Auch mit der Schnelligkeit liegen wir gut. Mir ist klar, dass wir uns hier, abseits der großen Zentren, noch mehr anstrengen müssen. Wir sind das seit 1979 gewohnt und kennen es nicht anders. Ich freue mich immer wenn ich sehe, wie freundschaftlich die Kunden auch mit unseren Mechanikern umgehen. Die sind aber auch schon lange im Team. Alle haben sie bei uns gelernt und sind geblieben. Dadurch kennen sie jedes Auto und natürlich auch viele Besitzer persönlich, weil diese, wie in alten Zeiten, das direkte Gespräch suchen und Kompetenz aus erster Hand erwarten. Die Städter sind das gar nicht mehr gewohnt und freuen sich umso mehr. Für uns sind solche Vertrauensverhältnisse Gold wert, weil sie dazu beitragen, aus Kunden Stammkunden zu machen.

IMSÜDEN.AT: Maier setzt auf KIA, aber ich sehe auch Mazdas in allen Modellvarianten. In der Händlerliste findet man das Autohaus Maier aber als Servicepartner und nicht als Verkaufshändler.
Alfred Maier: Wir haben 1979 mit Mazda begonnen und sind heute Service- und Werkstattvertragspartner. Beim Verkauf von Mazda Neufahrzeugen haben wir uns vor ca. 10 Jahren, aufgrund der Spannenbenachteiligung von kleinen Händlern, dazu entschlossen, den Verkaufshändler zurückzulegen, und uns auf preislich attraktive Jahres- und Vorführwagen zu fokussieren. Mazda Fans bekommen aber bei uns nach wie vor die gesamte Mazda Modellpalette.
1995 nutzen wir die Chance als einer der ersten Händler den KIA Markteintritt in Österreich zu begleiten. Das hat uns den Vorteil gebracht, einziger KIA Händler zwischen Judenburg und Klagenfurt zu sein. KIA selbst spielt seit Jahren in punkto Qualität und Sicherheit in der ersten Liga der Autohersteller mit. Als einziger Hersteller bietet KIA 7 Jahre volle Werksgarantie. Das ist schon einzigartig, wie die ihrer eigenen Qualität vertrauen. Sogar das kleinste Modell um ca. 9.000,00 Euro besitzt einen Knie-Airbag und erreicht das 5-Sterne-Crashtest Niveau.
Unsere Werkstätte ist jedoch für alle Automarken gerüstet und die Leute bringen ihr geliebtes Fahrzeug gerne zu uns, weil sie eben rasch und sehr gut bedient werden. Außerdem bieten wir einen 24-Stunden-Abschleppdienst

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IMSÜDEN.AT: Natürlich gibt es im Tal, wenn auch nicht mit KIA, einigen Mitbewerb. Und der strengt sich auch an. Wie überlebt man also bei allgemein niedrigen Spannen?
Alfred Maier: Uns geht es gut, weil wir ein großes Einzugsgebiet haben. Viele Kunden kommen aus Wien, Graz und dem Murtal – und auch Klagenfurter sehen wir in letzter Zeit verstärkt im Schauraum. Es scheint sich herumzusprechen, dass man bei uns gut betreut wird. Beim Preis strengen wir uns natürlich besonders an, auch wenn die knappen Spannen uns da nicht so viel Spielraum lassen, wie wir es gerne hätten. Aber es gibt immer Möglichkeiten – man muss nur flexibel sein und gute Lösungen bieten. Erfreulich oft ist gar nicht der Preis letztentscheidend, sondern das Drumherum. Und da sind wir besonders stark.

IMSÜDEN.AT: Am Türschild sehe ich, dass auch ein Bootservice angeboten wird. Ist die Lavant jetzt schiffbar oder etwa der schöne kleine St. Andräer See?
Alfred Maier: (lacht) Natürlich, die Wasserrettung ist überall präsent und wir warten und lagern hier ihre Boote. Man glaubt es kaum, wie viele bei uns im Tal ein Segel- oder Motorboot besitzen. Wir haben aber auch Kunden von den großen Kärntner Seen – was mich besonders freut. Herumgesprochen hat sich dieser Service, weil wir als einzige in der Gegend einen Bootskran besitzen. Aber vor allem auch, weil einer unserer Mechaniker ein ausgesprochener Bootspezialist ist. Die Leistungen reichen vom normalen Service mit Transport, Einlagerung bis hin zu komplexen Reparaturen.

IMSÜDEN:AT: Auf der Seitenfront stehen einige Anhänger und Ladewägen. Ist es Teil der Maier-Strategie, alles zu bieten, was man im Tal braucht? Was bringt ein Bauchladen?
Alfred Maier: Wir bieten nicht alles, aber vieles. Wir sind bewusst so breit aufgestellt, weil es sich gut ergänzt. Mit den Anhängern, Ladewägen und Tiefladern der bekannten österreichischen Marke HUMER erschließen wir ein zusätzliches Publikum und gewinnen neue Kunden auch für das Autohaus. Aber das ist noch nicht alles. Auch eine Pistenraupe gehört zu unserem Fuhrpark. Wir vermieten auch Gabelstapler, Teleskoplader und Kettenbagger und darüber hinaus Stromaggregate für diverse Feste. Weil unsere Burschen in der Werkstätte nicht nur moderne Messgeräte anschließen können, sondern noch was vom guten alten Mechaniker-Handwerk verstehen, sind sie so vielseitig einsetzbar und können, was andere nicht mehr können. Das ist vielleicht auch unser Geheimnis.

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IMSÜDEN.AT: Am Platz flitzen einige mit Electro Scooter herum. Auch das kenne ich aus keinem anderen Autohaus. Was kostet so ein Scooter und wer braucht das?
Alfred Maier: Ja die interessieren sich für eines der starken Geräte. Diese Scooter führen wir auch schon seit einigen Jahren. Gekauft werden sie von Menschen jeden Alters, die in allen Lebenslagen mobil und eigenständig bleiben wollen. Scooter gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Stärken. Die Reichweite beträgt 40 Kilometer mit einer Aufladung. Die einen fahren damit auf die Koralpe, die anderen kurven beim Einkaufen zwischen den Regalen im Supermarkt herum. Man erreicht damit eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h.  Verkehrstechnisch sind sie den Fahrrädern gleichgestellt. Man braucht also keinen Führerschein. Sie Kosten je nach Modell (Ein- oder Zweisitzer) zwischen 1.000,00 und  4000,00 Euro. Wir vermieten sie aber auch gerne.

IMSÜDEN.AT: Am Ende des Überdachs stehen Gondeln, wie ich sie von den Schigebieten kenne. Ist das Autohaus Maier auch eine Gondelwerkstätte?
Alfred Maier: (lacht) Natürlich nicht, obwohl wir das sicher sein könnten. Das ist einfach ein Hobby von mir. Das sind 8er Gondeln, die bei Servicearbeiten ausgetauscht wurden. Ich vermiete sie als Partygondeln und die Leute haben einen Mords Spaß damit. Man kann sie auch im Sommer oder Winter auf Aussichtpunkten aufstellen und windgeschützt die Landschaft betrachten. Wir bringen sie überall hin, wo ein kleiner LKW hinkommt.

Autohaus Maier
Hauptstraße 21
9433  St. Andrä
Telefon 04358 22 53
Fax 04358 22 53 18
autohaus-maier@aon.at
www.autohaus-maier.at


Foto Gerhard Smuck
Gerhard Smuck
GERHARD F. SMUCK ist Absolvent der „Universität des Lebens“. Vorher: Schulabbrecher, Lehrling und Fachmann im Grafischen Gewerbe. UNO Soldat. Dann ..
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