Franz Robert Ceeh
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PREMIERE Der gute Gott von Manhatten @Heunburg

30.06.2016, 20:16 Uhr
Heunburg

Anlässlich Ingeborg Bachmanns 90. Geburtstages präsentiert das Heunburg Theater im Sommer 2016 „Der gute Gott von Manhattan“. Andreas Ickelsheimers Inszenierung feiert am 30. Juni Premiere. Darauf folgen 14 weitere Vorstellungen.

Zwischen 30. Juni und 12. August wird die historische Heunburg in Haimburg bei Völkermarkt wieder zum Theaterhaus und folgt damit einer nun bereits über 20-jährigen Tradition. Veranstalter und Regisseur Andreas Ickelsheimer, der die Heunburg seit 2011 bespielt, bleibt seinem Konzept auch dieses Jahr treu: „Es ist mir sehr wichtig, mit meinen Produktionen ernste Themen aufzugreifen und damit einen Kontrapunkt inmitten der humorbetonten Sommertheater-Programme zu schaffen. Natürlich handelt es sich bei meiner Stückwahl auch um eine Hommage an diese große Kärntner Autorin. Was viele von uns erst heute sehen oder auch nur erahnen können, hat Ingeborg Bachmann bereits vor rund 60 Jahren beschrieben, wenn auch auf einer wenig offensichtlichen Metaebene des Stücks.“

„Der gute Gott von Manhattan“ birgt nämlich nicht nur eine klassische Liebesgeschichte à la Romeo und Julia in sich, sondern auch die Behandlung des Verhältnisses von Kapitalismus und Menschlichkeit. Thematisiert wird der Homo Oeconomicus als funktionierender, weil rationaler und somit berechenbarer Systembaustein, der, plötzlich mit ekstatischer Liebe konfrontiert, aus seiner Rolle zu fallen droht. Liebe wird zur destabilisierenden Macht und Systembedrohung.

Das Liebespaar (Amrei Baumgartl & Max Berger) durchlebt ein Dilemma hinsichtlich der beiden Ansprüche, moralisch-gut und gleichzeitig lebensfähig-hart zu sein. Der gute Gott der kapitalistischen Hochburg Manhattan (Franz Robert Ceeh) fungiert hingegen als Systemerhalter, als Ordnungshüter, indem er versucht, romantische Liebe zu sabotieren, wo sie ihm auch nur ansatzweise begegnet. Zu groß ist das Risiko, das von irrational handelnden Liebenden ausgeht. Zu engmaschig, komplex und unüberschaubar ist das allumfassende Konstrukt – mittlerweile mehr als nur Wirtschaftssystem – als dass Einzelne ihre Funktion darin aufgeben dürften. Totale Arbeits- und Konsumverweigerung sind zu befürchten! Letztendlich verursacht der gute Gott Angst und Chaos in Manhattan, nur um sein kontrollierendes Eindringen in Privatsphären daraufhin noch weiter forcieren und öffentlich rechtfertigen zu können. Sein Richter (Christian Reiner) wird zum Komplizen. Parallelen zu Ereignissen im Amerika und Europa des 21. Jahrhunderts sind rein zufällig.

Neben qualitätsvollem Theater werden auf der Heunburg in diesem Jahr auch die Band „Die Unvollendeten“ mit ihrem Programm „Kemmt’s lei eina“, ein klassisch indisches Konzert von Alokesh Chandra, ein Operettenkonzert mit Temi Raphaelova, Mario Podrecnik und Hans-Jörg Bock sowie dessen Kabarett „Die Sternstunde des Josef Bieder“ von Eberhard Streul zu sehen sein.

Infos unter: http://www.heunburgtheater.at/web/der-gute-gott-von-manhattan/

Kontakt:
www.heunburgtheater.at
office@heunburgtheater.at
T 0650 7624395

Foto: Franz Robert Ceeh, (c) Alexander Settari

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