Happy Trainee
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The Place to be als Praktikant

Woche drei ist bald vorbei, Happy Trainee ist immer noch happy und ihre Freunde wundern sich immer noch, was sie eigentlich so im Süden treibt. Damit auch andere genervt werden, hat sie mal die Praktikanten in ihrem Umfeld verfolgt.

Happy Trainee klinge nach Dauergrinser und Immergutdraufseinmüssen, hat mir einer meiner Freunde mit einer sehr weit hochgezogenen Augenbraue mitgeteilt. Er wirkte ein wenig skeptisch, so, als ob er bezweifeln würde, dass ich 24/7 gut drauf sei. Eigentlich fällt mir das als funky Frohnatur fast gar nicht schwer – ohne Scheiß! Vor allem nicht, wenn ich in der Früh von der Sonne geweckt werde, gleich mal die Mucke reinhau’ und ins Bad shake. Der Drop fällt zum Zähneputzen, die Hauer blenden dann gleich dreimal so hell. Irgendwann sattle ich meinen Drahtesel geh’ nochmal schnell aufs Klo, und dann reite ich los. – Weil ich mit meinem Dromedar in Klagenfornia, das sonst ja ganz leiwand is, leider nicht antanzen darf:

Dromedarverbot

Am Beach angekommen chill’ ich mich erstmal auf den Steg und schlürfe meine Erdbeer-Himbeer-Buttermilch, während ich meinem greisen Mac Zeit zum Hochfahren gönne. Wenn mein Auftraggeber dann zirka eine Stunde später auftaucht, schriftel ich schon gemütlich vor mich hin. Prinzipiell ist er auch gut drauf und macht sich schon über irgendwas lustig, nur gestern war ich irritiert. Er stürmt ins Strandbad und das erste, was er macht, ist, im Kreis zu rennen und ins Headset seines Telefons zu plärren: „Naa konn i neeeed!“. Ohje. Er grantelt herum, schimpft noch ein bisschen über Printprodukte (letztens hat er unter dem hashtag #onlyonline gepostet…) und ich trau mich kaum vorsichtig zu fragen, wie denn sein Wochenende gewesen sei. Läuft wohl nicht so bei ihm im Moment, aber ich lass’ mich dadurch nicht aus meinem happy mood bringen. Auch wenn’s ein bisschen mühsam ist. Also, lieber Freund, um meinen Gesundheitszustand musst du dir wirklich keine Sorgen machen.

Mit der einen Bemerkung war’s aber noch nicht genug. Es geht nämlich gleich weiter: „Was MACHST du eigentlich den ganzen Tag??“ (Diesmal nicht skeptisch, sondern eher so unglaubable) Herst, Bursche, warum muss ich dir so viele Fragen beantworten? Nervt! Ich frag das einfach die anderen Praktikanten. Um mich herum gibt’s da nämlich schon ein paar…

„Es ist da wie im Disneyland“
Einen Mitpraktikanten hab’ ich da am BUSINESSBEACH, er wurde von der Wirtschaftskammer geschickt. Blöd ist er sicher nicht, den Dresscode hat er nämlich schon mal gut getroffen: Knallrotes Leiberl und blitzblaue Badehose – fast wie ein echter Bademeister. Oder wie dieses eine lustige Männchen aus diesem einem Videospiel, das immer versucht die Prinzessin zu retten. Mario (so heißt er wirklich!) ist also der Beachboy im Empfangszelt, baut in der Früh das Ganze auf und hat für alle, die sich auf den BUSINESSBEACH begeben, „ane Goodybags“ (tut mir leid, aber an irgendeiner Stelle muss ich mich als Steirermädl über die Kärntner Gosch’n lustig machen) und ein freundliches Lächeln. Für ihn ist es da wie im Disneyland, sagt er. Letztes Jahr hat er nämlich auch schon ein Praktikum bei der Wirtschaftskammer gemacht, da ist er aber frierend im finsteren Büro gesessen. Heuer hat er es besser, richtig braun ist er schon geworden, der Bursche! Wenn er nicht gerade Ferien hat, geht er in die Waldorfschule und macht bald seine Matura. Gott sei Dank hab’ ich das schon hinter mir!

„Sowas hab‘ ich noch nie gemacht“
Hin und wieder sieht man im Strandbad Loretto noch einen zweiten Mario hinter den Kabinen herumhuschen. (Er heißt auch wirklich so!) Der BWL-Student ist Praktikant im Strandbad und da praktisch „Mädchen für alles“, vor allem für’s Gartenarbeiten. Er hat zwar vorher noch nie eine Heckenschere in der Hand gehalten, katastrophal schaut es aber wirklich nicht aus! So ein Naturtalent, einen feschen Undercut hat er der Hecke verpasst. Das fescheste an seinem Job? Das Draußen-arbeiten-können. Und das Geld, sagt er. Mit seiner Freundin macht er nämlich im September Urlaub auf einer schönen Insel nördlich von Kreta, der Romantiker. Dazu braucht er dann auch ein bisschen Kohle, das versteh’ ich!

„Wir fahr’n halt immer mit’m Boot, das ist wirklich sehr kamot“
Patrick ist Praktikant bei den Büchereien der Arbeiterkammer und wechselt sich im 5-Tage-Turnusdienst mit seiner Kollegin am Bücherboot ab. Das fährt von Strandbad zu Strandbad und verleiht Bücher, wie das in einer Bücherei halt so ist. Aber es ist halt ein Boot. Selber gesteuern hat er das Ding noch nicht, da müsste er erst den Kapitän fragen. Selber Kapitän werden will er auch nicht, er meint dazu studiert er das Falsche. Der Geschichtestudent will nämlich mal Journalist oder Historiker werden. Er liebt Geschichte, am spannendsten findet er das Mittelalter. Wenn er sich eine Epoche aussuchen könnte, wäre das allerdings irgendwas zwischen 18. und 20. Jahrhundert. Er meint, die Kleidung hat damals viel besser ausgeschaut – und die Musik war auch geiler. Patrick hört fast ausschließlich klassische Musik – ich bekomme auf mein überraschtes „echt???“ gleich einen Vortrag über Wagner-Opern und Israel (was das genau miteinander zu tun hat, weiß ich nicht mehr, es war auf jeden Fall echt interessant!). Am Boot ist ihm oft heiß, deshalb bleiben sie mitten am See stehen und hupfen g’schwind ins Wasser. Gegen eine klimatisierte Stelle in der Arbeiterkammer hätte er glaube ich auch nichts. An den 5 Tagen, an denen er nicht am See herumcruist, geht der Bücherpraktikant kaum aus dem Haus, so lange braucht er zum akklimatisieren. Vielleicht darf ich ja mal statt ihm am Boot mitfahren!

Bei mir rennts auch ganz gut derweil. The Place to be als Praktikant ist halt wirklich das Strandbad. Chef’s Rache für die Wespenstory vom letzten Mal ist übrigens auch schon angekommen: er hat am Wochenende eine Killerbiene geschickt. Am Anfang hab ich das Viech (und meinen Chef) einfach nur verflucht, weil’s so grauselig gebrannt hat. Jetzt verfluche ich es (und meinen Chef), weil das, was normalerweise mein Fuß ist, mittlerweile einem roten Luftballon ähnelt. Ein Fuß war offensichtlich nicht genug, er hat eine ganze Killerbienenarmee angeheuert: Zuerst rechts, gestern dann links, und jetzt kann ich nicht mal mehr humpeln.. Zur Party am Freitag bin ich aber wieder fit, das hab‘ ich mir geschworen!


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Verena Sophie Maier
Verena Sophie Maier war im Sommer IMSÜDEN.AT und bloggt jetzt aus Graz – sie ist praktisch Graz | immer unterwegs – und zwar ..