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Von Alina Kraschl, Fotos: vom Autor

Uni-Café im Süden – Charakterstudie der Südländer

Das Como an der Uni – Coffee & More, Platz der Harmonie und Wiederbelebung eines jeden Studierenden der AAUni. Ob der schwarze Verlängerte zum Mitnehmen, der Grande Cappuccio neben dem Mac oder der kleine Latte Macchiato zum Wohlfühlen, die Vielfalt der Kaffeesorten spiegelt gleichzeitig die Vielfalt der Genießer wieder…

Montagmorgen, geschäftiges Treiben in und um die AAUni. Kaum jemand, der den Blick vom Smartphone neben dem doppelten Espresso oder dem Boden hebt. Vereinzelt Zeitungsleser, die sich die einzige Kleine, die einzige Presse oder den einzigen Standard der Ablage erobert haben. Daneben der „ad astra“-Ständer, der bis obenhin gefüllt mit der Schlagzeile „WIE WIRD MAN WEISE“ und dem Bild einer Eule glänzt. Das ist doch passend!

Wenn, dann richtig

Ich hole mir einen Cappuccino (mit normaler Milch) und einen dieser Mini-Brownies (mit Gluten). Kaum habe ich mich hingesetzt, hüpft mir schon der erste typische AAUni-Como-Gänger ins Blickfeld – Ray-Ban, Freitag-Tasche, rote Toms und Grande Cappuccio, der „WENN DANN RICHTIG“ schreit und den er neben sein MacBook stellt und sich die Kopfhörer reinsteckt. Obwohl häufig nicht redend, eher mit kurzen, knappen „lässigen“ Sätzen antwortend, strahlt er doch eine gewisse Präsenz aus, die man einfach nicht ignorieren kann. Was wäre das Como ohne ihn…

Simplicité

„Unbeteiligt“ lasse ich den Blick weiter schweifen und erwische sogleich das, was ich von Anfang an gesucht habe: Professor der AAUni, über ein Buch gebeugt und ein simples Gläschen gratis Minz-Orangen-Wasser daneben abgestellt. Zuweilen wird er unterbrochen durch ein „Guten Morgen“ oder „Grüß Gott, Sie haben meine E-mail noch nicht beantwortet und da hab´ ich mir gedacht ich frag´ sie jetzt einfach mal so….“, jaja das wird er schon noch machen. Man sehe doch, dass da viel zu tun sei und verscheucht alle lästigen Studierenden, wendet sich wieder seinem Glas und seinem Buch zu. Nur als täglicher Beobachter weiß man, dass er in seinem aufgeklappten Buch und versteckt hinter seinem Arm sein Smartphone hält und Candy Crush spielt…

como altavoz

Mittlerweile füllt sich das Como immer mehr und die Menge zeigt zuweilen neue Gesichter. Die Anzahl der altbekannten Como-Hocker überwiegt dennoch und präsentiert ein weiteres Schmuckstück: An einem vierer Tisch mit vier Studentinnen, vermutlich Masterstudium, noch immer aber mit der lässigen Studi-Art, die wir ja alle an den Tag legen. Rechts neben dem groß(kotzigen) Latte Macchiato eine Studierende mit einer Stimme como altavoz (jaja, Spanischstudentin, gibt an mit ihren Vokabeln – daran wird man sich aber gewöhnen müssen, das kann man mir nicht austreiben), mit einer Stimme also, die wie durch Lautsprecher verstärkt scheint und sie „sagt“ mit 108 Dezibel: „Also ich hab bei dem Professor noch nie was gmacht. Ich bin glaub ich auch noch nie in seine Vorlesung gegangen und hab halt auch keinen Plan was zur Prüfung kommt. Mir ist das aber eigentlich eh egal, mich interessiert das Ganze eh nicht mehr ich schau, dass ich die 8 ECTS noch krieg und….“ Zwei der Mädels nicken mit dem Kopf „Ja voll, hast eh recht“, die Andere sitzt mit hochgezogenen Augenbrauen da. Vielleicht weiß sie ja, dass nicht alles, was man von sich gibt, wahr ist und die Laute einen Durchschnitt von 1.2 hat…

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Unangenehme Smalltalker

Gerade nähert sich eine meiner Studienkolleginnen und „hola guapa ¿cómo estás?“, Bussi links Bussi rechts, und ich denke mir, dass ich gerade einen Kaffee getrunken habe und deswegen fürchterlichen Mundgeruch habe. „Gut, danke, dir?“ Ja, ihr ginge es auch gut, mehr gibt es aber zwischen uns auch nicht zu sagen. Außer „wo sind denn die Anderen?“ Das weiß ich leider nicht und so verabschiedet sie sich wieder, um zum nächsten Tisch zu gehen, denn die fand sie wohl nicht so langweilig wie mich…

(R)Usher

Man wird es nicht glauben, doch einer jener Studenten, die sich den schwarzen Verlängerten zum Mitnehmen bestellen, sieht aus wie USHER. Jedes mal, wenn er den Raum betritt, beginnt mein Kopf mit „nana nana – nana nana yeey Usher Usher“ und er tanzt in meiner Vorstellung zur Theke und bestellt einen Kaffee for the homies. Ich bin mir nicht sicher, ob nur ich das bemerke, aber ich glaube er weiß, dass er USHER ist. Manchmal scheint mir eine typische Beinarbeit aufzutauchen, die er aber gewitzt als kleines Knie-Nachgeben tarnt…

Vielleicht erkennen manche sich hier ja wieder, vielleicht ja Freunde oder vielleicht sind sie genau solche Como-Hocker wie ich und kennen und bespitzeln alle typischen Como-Gänger. Fakt ist jedoch, dass mit dieser kleinen Kostprobe noch lange nicht alles gesagt ist, tbc…

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Alina Kraschl
Ist die neue Alina IMSÜDEN.AT, studiert südliche Sprachen an der Klagenfurter Uni und erhofft sich in ihrem Leben Ruhm, Ehre und ein paar Bücher (und Essen und Tiere). Schreibt neuerdings den Blog zum Studi-Leben in der AAUni-Stadt und findet ihre Ideen am Besten im Como mit einem Brownie.
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