Gründen
IMG_0012_2
Dieser Artikel wird unterstützt von


„Ganz klassisch: Das Hobby zum Beruf gemacht.“

Marco Breithuber macht Menschen fit. Er bietet Crossfit an, ein umfassendes Fitnessprogramm für jedermann, bei dem man schnell Ergebnisse sieht. Es verbindet Ausdauer- und Krafttraining mit Gruppen-Motivation. Im „CrossFit 9020“ trainieren gleichzeitig Footballnationalspieler, Basketballer, eine Miss Kärnten, aber auch „Normalos“ wie etwa Marco´s Mama und stacheln sich so gegenseitig zu Höchstleistungen an. Wie er die erste „Crossfitbox“ Kärntens hochgezogen und sich selbst fit für die Gründung gemacht hat, erzählt er uns hier.

Eine neue Sportart ins Land zu bringen ist sicher nicht gerade der einfachste Grund zum Gründen, wie kamst du auf die Idee?

Ganz klassisch: das Hobby zum Beruf gemacht. Ich habe in der Basketball Bundesliga gespielt und als ich meine Karriere beendet habe, hab ich ziemlich schnell zugenommen, wie viele Sportler, die das regelmäßige Training gewohnt sind. Ich hatte von Crossfit gehört und habe es dann zuhause, in einem Zelt im Garten, ausprobiert. Zuerst war ich allein, dann kamen immer mehr Freunde dazu, weil man bei dieser Trainingsmethode, in ziemlich kurzer Zeit, eben ziemlich viel Veränderung sieht.

Also hast du dir gedacht, dann verlang ich Eintritt?

So ähnlich. Mein Geschäftspartner Philipp Pinter und ich wollten Crossfit eigentlich nur anderen Leuten näher bringen. Dafür haben wir einen Platz gesucht. Aber da ja jemand einen Mietvertrag unterschreiben muss, haben wir gleich eine Firma gegründet. So ungefähr war der Weg.

IMG_0011_2

Aber zum Gründen wäre ja eine Geschäftsidee schon nicht schlecht, oder?

Ja, die ist aber auch nicht neu. In Amerika haben sich die Crossfit-Boxen in den letzten vier Jahren verdoppelt, weltweit gibt es schon über 10.000. Bei uns in Österreich sind es zwölf in Wien und bereits drei in Graz. In Kärnten sind wir die ersten. Die Grundidee ist sicher eine Alternative zum langweiligen Fitnesscenter, wo du nach drei Jahren immer noch gleich ausschaust. Bei uns siehst du gleich Ergebnisse.

Also seid ihr Pioniere in Kärnten. Woran habt ihr euch dann überhaupt orientiert?

Wir haben uns selber Gedanken gemacht und auch viel mit Crossfitboxen in ganz Österreich geredet. Vor allem in Graz, da gibt es die Jungs von „TrainBlue Crossfit“, die haben uns sehr geholfen.

Und zum Thema „Gründen“, wo habt ihr euch da schlau gemacht?

Zuerst im Internet und dann sind wir über Mundpropaganda zum Gründersprechtag, weil’s sonst ja nicht wirklich wo eine klare Info gibt. Von da an haben wir dann bei der Wirtschaftskammer fast alle Sprechtage durchgemacht: Betriebsanlagen, Versicherungen und so weiter. Unsere erste Gründerberatung war sehr früh. Da wussten wir noch gar nicht, welche Geschäftsform wir wählen wollten. Wir kamen ja alle aus dem Sportbereich und hatten nichts mit Firmengründungen am Hut.

IMG_0007_2

Ein Plan zum Gründen ist fast das Allerwichtigste: Hier muss man genau recherchieren, die Lage analysieren, Ziele definieren und sich eine Strategie überlegen um letztere auch zu erreichen. Wie bist du das angegangen Marco?

Ja, eh so ähnlich. Nur von unserem ersten Grobkonzept ist jetzt natürlich nicht mehr sehr viel übrig. Trotzdem war es sehr wichtig, sowas mal zu machen! Wir haben ja zum Glück unsere eigenen Erwartungen übertroffen und in den ersten beiden Wochen schon mehr als die Hälfte unserer Ziele erreicht. Aber das ist natürlich nur der erste Hype, eh klar.  Zum Glück kommen auch die Preise, die wir uns damals vorgestellt haben, in der Realität auch ganz gut an. Wir können damit leben, die Kunden können damit leben, also passt das.

Wie habt ihr euch eure Preise überlegt? Habt ihr Marktanalysen gemacht?

Wir haben uns stark an unseren Kollegen in Graz orientiert, die uns sehr unterstützt haben. Es gibt da tollen Zusammenhalt und viel Hilfsbereitschaft in der Szene. Aber natürlich kann man Graz und Klagenfurt nicht direkt vergleichen, da haben wir schon einiges abgezogen. Das Ganze haben wir dann mit den Kollegen durchgerechnet und uns bei ihnen auch Tipps geholt wo man das Equipment herbekommt.

IMG_0008_2

Und euer Alleinstellungsmerkmal? Habt ihr eines?

Bei uns ist die Community mindestens genauso wichtig wie das Trainieren. Nicht so wie im Fitnesscenter, wo jeder seine Kopfhörer drin hat und für sich trainiert. Wir motivieren uns hier gegenseitig. Außerdem natürlich die Abwechslung beim Training, man macht praktisch nie ein Workout zweimal.

Wenn man so wie Marco gut vorbereitet ist, gelingt in der Gründungsphase auch alles. Da heißt es Tatkraft beweisen und es wirklich durchziehen. Die letzten Schritte dazu sein eigener Chef zu werden, sind nämlich nicht immer die leichtesten… Marco, wie war deine Zeit beim Behördenmarathon, Tipps für’s Training? 

Auf jeden Fall alle Services der Wirtschaftskammer nutzen. Die vom Gründerservice haben uns zum Beispiel erst auf dieses NEUFÖG gebracht. Da erspart man sich ja Geld auch noch und die Gewerbeanmeldung funktioniert genauso nahtlos. Man muss sich für den sogenannten Behördenmarathon halt auch die Zeit nehmen – der dauert länger als man denkt, da darf man keinen Stress haben. Wenn ich jetzt zurückdenke würde ich sicherlich früher anfangen. Und das Ganze auch ein wenig lockerer sehen, mir selbst keinen Druck machen und auf das hören was die Leute sagen, die sich auskennen.

IMG_0009_2

Gab es Probleme beim Gründen? Wie hast du sie gelöst?

Bei der Betriebsanlage war’s nicht ganz einfach. Da gibt es eben Sachen, an die man selber nicht denkt. Wenn wir da den Experten nicht gehabt hätten, der uns bei der Wirtschaftskammer beraten hat, na dann gute Nacht. Naja, bestimmt geht’s auch ohne große Beratung irgendwie, aber wenn du dreimal einreichen musst, dann musst auch dreimal die Gebühr zahlen und drei Monate warten. Super wäre halt so eine Art Leitfaden, so eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Es gibt zwar diese ganzen Sprechtage, aber es gibt irgendwie keine richtige Reihenfolge, bzw. hab ich die eben nicht wahrgenommen. Wir hatten zum Beispiel die Location schon fertig und haben dann erst den Betriebsstättensprechtag gehabt und gelernt, was man da alles machen sollte.

Na, damit sowas jetzt nicht mehr passiert, gibt’s ja START UP STAY UP.
Als bei euch dann endlich alles im Kasten war, wie war die „Eröffnung“?

Nur eine kleine interne Feier. Wir hatten noch gar keine offizielle Party. Wir wollten erst noch auf die Mitglieder warten, ob überhaupt wer kommt. Aber jetzt läuft es gut und wir sind am Planen.

Und wie war das Gründungsfeeling? Angst, oder pures Glück?

Das war und ist ein super Gefühl. Zuerst haben wir noch etwas gebangt und gewartet, aber als dann die ersten Leute da waren und das Training losging, ging’s richtig ab und seither ist das Feeling einfach toll!

Weitere Gründerinterviews und alles rund ums Gründen im Süden: www.startup-stayup.at


TINEFOTO_IMSÜDEN Launch-Party 2014-05-28_029_LOWRES
Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
Infos
Termine