Wörthersee
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„Erst wenn alle zusammenhelfen, flutscht es!“

Roland Sint weiß als Geschäftsführer des Wörthersee Tourismus nicht nur, wie man richtig baden geht (Video anbei), sondern setzt auch auf „Sommerfrische reloaded“, das Handy als Concierge und das Aufwärmen von kalten Gästebetten.

Wir treffen Roland Sint an seinem Arbeitsplatz dem Wörthersee. Genauer gesagt im Strandbad Maria Loretto, am BUSINESSBEACH IMSÜDEN.AT, also unserem Arbeitsplatz. Der leidenschaftliche Kletterer ist gekommen, um sich den BUSINESSBEACH anzusehen und uns dann zu zeigen, wie man richtig baden geht. Denn dazu hat er nämlich ein eigenes Ritual entwickeln lassen. Auch sonst hat der innovative Typ einige spannenden Flausen im Kopf, aber immer der Reihe nach.

IMSÜDEN.AT: Hallo, wer bist du und was machst du im Süden?
Roland Sint: Mein Name ist Roland Sint, und ich hab das große Glück im Süden zu arbeiten. Ursprünglich komme ich aus dem Osten, genauer gesagt aus Osttirol. Silian ist meine Heimatgemeinde, also eh fast wieder Süden, weil ja schon bald Südtirol. Ich komm demnach aus dem Südosten in den Süden. Und ich geh hier auch nicht mehr weg, wenn ich nicht muss!

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IMSÜDEN.AT: Ziemlich Starke Ansage, warum?
Roland Sint: Weil ich mich hier sehr wohl fühle. Ich bin ja schon etwas rumgekommen, war erst in Innsbruck, um Sportmanagement zu studieren, und dann zehn Jahre bei adidas. Da hab ich unter anderem Outsourcingprojekte in Osteuropa betreut. Bis mir das ewige Reisen zu viel war und ich über den Golfplatz in Köstenberg und das Tourismusmanagement in Velden, 2012 zum Geschäftsführer des Wörthersee-Tourismus geworden bin. Ein Traumjob!

IMSÜDEN.AT: Das musst du jetzt natürlich so sagen. Klingt ja auch nach einem leichten Job, der Wörthersee is ja ziemlich geil
Roland Sint: Genau. Im Grunde ein leichter Job (lacht). Im Ernst: Der Wörthersee ist natürlich einer der bekanntesten Seen Österreichs und als Marke sicherlich tief in den Köpfen der Gäste verwurzelt. Mal ganz abgesehen davon, dass er nunmal einfach wunderschön ist! Der Teil des Jobs ist also wirklich leicht. Schon schwieriger ist es die Patina, die der See über die Jahre angesetzt hat, abzukratzen und aus dieser „Schloss am Wörthersee“-Romantik rauszukommen.

IMSÜDEN.AT: Mit Patinaumschreibst du charmant die veralteten Tourismusbetriebe am See?
Roland Sint: Naja, es gibt am See viele hochmoderne Vorzeigebetriebe, die beste Arbeit in allen Kategorien leisten, aber es gibt eben auch einen bestimmten Sitzgarten, der sieht heute noch, bis ins Detail, genau so aus wie in einem Film mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger, das darf natürlich nicht sein…

IMSÜDEN.AT: Also alles Supernaserund um den See?
Roland Sint: (lacht) Nein, es war eben immer leicht hier Tourismus zu machen. Der Wörthersee war und ist eines der Toppferde Österreichs. Die Betriebe haben aufgesperrt und die Leute sind gekommen. Das war Jahrzehnte lang so. Dadurch, dass es so einfach war, wurde natürlich wenig investiert und daher fehlt heute viel Infrastruktur…

IMSÜDEN.AT: Und wie willst du uns jetzt den See retten?
Roland Sint: Den muss man nicht retten. Aber ich glaube der Wörthersee muss sich von der „Schloss am Wörthersee“-Vergangenheit verabschieden und wieder etwas leisten, wofür er ursprünglich bekannt war: aktiven Lifestyle!

IMSÜDEN.AT: Wie, was? Wann soll denn das gewesen sein?
Roland Sint: Früher nannte man das eben „Sommerfrische“, da sind die Wiener usw. im Sommer an den See gepilgert und haben sich hier wochenlang erholt. Mit Bädern, Spaziergängen, Sport usw.

IMSÜDEN.AT: „Sommerfrische reloaded“, quasi
Roland Sint: Ja, genau. So verschieden sind die Zeiten gar nicht, wenn man die Menschen anschaut. Früher hat man sich am Tag zu den verschiednen Anlässen fünfmal umgezogen. Heute ist es nix anderes. Vor dem Frühstück hat man die Laufklamotten an oder macht Yoga am Steg, danach zieht man die Badesachen an und am Nachmittag geht man vielleicht noch Mountainbiken um am Abend dann den Lifestyle am See zu genießen. Ganz ähnliche Verhaltensmuster wie bei den Sommerfrischlern.

IMSÜDEN.AT: Verstanden. Aber das können wir ja zuhause auch machen, warum sollen wir dafür an den Wörthersee kommen?
Roland Sint: Na, das möchte ich sehen, wieviele Leute von zuhause mit dem Schiff zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung fahren können, dann vom schönsten Aussichtsturm über ganz Kärnten blicken, bei einer Buschenschank noch regionale Spezialitäten genießen und dann mit dem Sonnenuntergang und einem Aperol-Sprizz in der Hand am Schiff zur nächsten Party am See fahren können. Und das ist nur eines der Produkte die wir anbieten und in Zukunft ausbauen wollten.

IMSÜDEN.AT: Wir geben zu, das klingt nicht ungeil. Also ist der See nur noch Kulisse?
Roland Sint: Ich würde sagen, in den zwei Monaten der Hauptsaison wird sicherlich immer der See das Hauptprodukt sein und der Rest die Kulisse. Aber im übrigen Jahr würde ich das gerne umdrehen und sagen: Schau her lieber Gast, das hier sind unsere Produkte, und das alles vor dieser unglaublich schönen Kulisse!

IMSÜDEN.AT: Na dann mal raus damit, was hat der See zu bieten?
Roland Sint: Natürlich ist der Wassersport nach wie vor sehr stark, da kann man alles machen. Aber mittlerweile bieten wir auch rund ums Wasser vieles an: Themenwanderwege, Trailrunnig, Triathlons, allein schon 320 km Lauf und Nordic-Walking Strecken rund um den See oder aber auch Yoga, was ja grade gut im Trend liegt…

IMSÜDEN.AT: Oje, Namastè… Kommt ihr jetzt also auch noch mit der Yogasache an
Roland Sint: Wir gehen da aber einen anderen Weg und holen uns internationale Yoga-Größen wie etwa BRYCE-Yoga, die dann in Europa exklusiv mit uns arbeiten und hier Workshops anbieten. Wir bieten also hochexklusive Spitzenprodukte und entwickeln dann dazu Produkte in die Breite. Da ist dann von einfachen Yogakursen am See bis zum Yoga am Stand-Up-Paddle alles dabei. „Regrounding“ ist das Thema und da erschließen wir neue Zielgruppen für den See. Wir sagen: Komm zu uns, hier kannst du deinen Lebensstil pflegen und dich in wunderschöner Natur erholen! Wir haben sogar ein eigens Ritual entwickelt wie man am besten ins Wasser geht.

IMSÜDEN.AT: Schön, dass es jetzt schon ein Video dazu gibt wie man richtig baden geht. Wir bleiben dann doch bei der altbewährten Arschbombe. Wen wollt ihr mit solchen Angeboten ansprechen?
Roland Sint: Ich weiß nicht, ob wir uns noch auf bestimmte Zielgruppen versteifen sollten. Einerseits ist für uns die „Carry Bradshaw“ von heute interessant: gut verdienende Singles aus einem urbanen Umfeld. Solche Leute haben wir im Sommer ja schon da, denen müssen wir nur noch was für die restlichen Monate bieten.

IMSÜDEN.AT: Aber Sex and the See allein wird da ja kaum reichen
Roland Sint: (lacht) Der Gag war jetzt absehbar. Was ich meine ist, es geht viel mehr um die Lebenseinstellungen. Wir fokussieren am Wörthersee sicherlich in Richtung „Performer“ und „Expeditive“. Das sind Menschen mit starkem Leistungsgedanken im Beruf und in der Freizeit, auch eine Zielgruppe mit vielen Paaren. Generell glaube ich aber nicht mehr an zu große Markteinschränkungen. Es ist sicherlich ein viel internationalerer Markt geworden als früher, und wir müssen lernen damit umzugehen.

IMSÜDEN.AT: Das sagen sie alle, aber was tun um am internationalen Markt zu bestehen?
Roland Sint: Über das „Regrounding“ und unseren Weg beim Yoga haben wir ja schon gesprochen, außerdem gehen wir auch technisch neue Wege. Zum Beispiel unser FreeSeeLan, das super angenommen wird. Bereits in den ersten drei Monaten hatten wir 50.000 User und drei Terabyte an Datenverkehr. Da haben wir also sicherlich schon international aufgeholt. Denn eigentlich ist das Standard. Unlängst hatten wir einen Workshop mit Holländern, die haben gemeint: „Wir fragen euch gar nicht ob ihr überall WLan habt, wir setzen das voraus!“

IMSÜDEN.AT: Na bravo, überall Internet, dann kriegt ja keiner mehr was von der schönen Landschaft mit, wenn alle ständig in ihre Monitore starren
Roland Sint: Im Gegenteil, man kriegt noch viel mehr mit. Denn die Startseite vom FreeSeeLan ist immer geoverortet. Das bedeutet, du hast die besten Infos, Tipps und Touren rund um deinen Standort direkt am Handy und also gleich viel mehr Auswahl. Das wird soweit gehen, dass wir das System auch für HotelWLans anbieten werden wo du dann eben direkt auf die Hotel-Website kommst.

IMSÜDEN.AT: Auch nix neues. Beeindruck uns mal
Roland Sint: (lacht) Na gut: Wir machen aus deinem Handy den Concierge der Zukunft.Wir haben bereits jetzt einen Urlaubsguide, über den du mit drei Klicks zum Beispiel die Drehkreuze am Pyramidenkogel öffnen kannst. Du kaufst dein Ticket einfach online, vor Ort und gehst an der wartenden Menschenschlange vorbei…

IMSÜDEN.AT: Nicht schlechtmach weiter!
Roland Sint: Noch besser ist unsere Kooperation mit der ASFINAG. Wir haben jetzt schon vierzig Betriebe am See, die dem Gast das Videomautticket kaufen können. Da muss man sich um keine Maut mehr kümmern, der Schranken geht einfach auf! Der nächste Schritt sind dann natürliche Online-Tischreservierungen und Erlebnis-Bookings für’s Biken, Fallschirmfliegen mit dem Motorboot usw. Und wir entwickeln zusammen mit dem Kärntner StartUp xamoom 200 Punkte, an denen man durch „Handyauflegen“ mehr über den Ort oder die Sehenswürdigkeit erfahren kann.

IMSÜDEN.AT: Ok, jetzt sind wir paff! Damit ist der Wörthersee doch sicher technologisch ganz vorne dabei, oder?
Roland Sint: Ich glaube da sind wir europaweit, abgesehen von den Städten, sicherlich weit vorne. Jetzt müssen wird das weiter ausbauen, und vor allem auch die Betriebe motivieren in Qualität zu investieren. Wir vom Wörtherseetourismus können nur die Zugänge schaffe und die Produkte mitentwickeln, erst wenn alle zusammenhelfen und gemeinsame Sache machen, dann flutscht es!

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IMSÜDEN.AT: Wie schaut also die Zukunft aus am wunderschönen Wörthersee
Roland Sint: Ich denke auf lange Sicht müssen wir aufhören Nächtigungen zu zählen, und stattdessen mehr auf die Wertschöpfung achten. Spannend ist auch die Anzahl der Tage mit Vollbelegung, das bereinigt dann auch den Bettenverlust, den wir durch die ganzen Zweitwohnsitze am See leider haben…

IMSÜDEN.AT: Bettenverlust? wtf?
Roland Stint: Naja, der Wörthersee hat in den letzten 20 Jahren 50 % seiner Betten verloren. Einerseits natürlich weil es mehr Spitzenhäuser mit geringeren Bettenzahlen gibt, aber andererseits vor allem wegen der vielen Zweitwohnsitze. Die Leute kaufen sich einfach ein Haus am See und sind dann halt im Sommer ein paar Wochen lang da. Den Rest des Jahres steht das Haus leer, Rolläden herunten und keiner kommt zum See. Oft 300 Tage im Jahr. Auch da wollen wir zukünftig eine Lösung anbieten. Aber das ist wirklich noch Zukunftsmusik.

IMSÜDEN.AT: Na gut, dann lassen wir dich für heute in Ruhe und hören dann hoffentlich bald von der Zukunftsmusik am wunderschönen Wörthersee. Wo alle Menschen Freunde sind, lalalala…“ *sing along*

(PIX: Wörthersee Tourismus, div. Fotografen.)


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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