SCHÖN IMSÜDEN.AT
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Von Gerhard Smuck, Fotos: CA&LE Cosmetics

Was sich hinter der Schönheit versteckt…

Berichte in Medien und sozialen Netzwerken über die Inhaltsstoffe von Kosmetika, über Schadstoffe statt Wirkstoffe und falsche Werbeversprechen, tauchen so periodisch auf, wie das Ungeheuer von Loch Ness. Schmieren sich unsere Liebsten wirklich täglich Dichtungsmittel ins Gesicht oder gar Erdölderivate. Oder noch schlimmeres Zeug und fühlen sich noch gut dabei?

Sensibilisiert von einigen Berichten über Kosmetik und deren Inhaltsstoffe, schnappe ich mir jenes Produkt meiner Frau, das mir jedes mal das tiefste Loch ins Portemonnaie reißt, und bitte den Kärtner Kosmetik-Miraculix, Erhard Lengfeldner, mir die Inci Liste (aufgelisteten Inhaltsstoffe) zu entschlüsseln. Ich möchte endlich verstehen, was hinter der Schönheit meiner Liebsten steckt. Das ist doch legitim. Und was daran so verdammt teuer, und so schnell wieder, verbraucht ist. Er sollte es schließlich erklären können, hat er doch bei der Entwicklung seiner eigenen CA&LE Kosmetik Linie täglich damit zu tun.

IMSÜDEN.AT: Warum ist die Liste der Ingredienzien so lang und warum verstehe ich nur Bahnhof?
Erhard Lengfeldner: Die Liste ist so lang, weil so viel drin ist und die Inhaltsstoffe kann man heute googeln. Allerdings ist so viel drin weil die Konsumenten es so haben wollen. Sie wollen ein fast endlos haltbares, stabiles, schneeweißes, molliges, gut duftendes und wirksames Produkt. Um das alles zu gewährleisten, braucht man viele Hilfsstoffe. Wobei nur ein geringer Teil, von dem drin ist was, die in der Werbung versprochene Wirkung erzielen soll. Den Rest braucht man um eben die gewünschte Haltbarkeit, Stabilität, Duft, schneeweiße Farbe und einen perfekten Soft Touch zu gewährleisten. Und natürlich auch um ein gewisses Volumen aufzufüllen. Aber dass sind dann die Füllstoffe.

IMSÜDEN.AT: Das bringt mich nicht wirklich weiter. Also beginnen wir von vorn. Wie erzeugt man in der Kosmetik lang haltbare Produkte.
Erhard Lengfeldner: Die Haltbarkeit ist bei herkömmlichen Produkten, also nicht Bio- bzw. Naturprodukten, von der Kosmetikindustrie auf 8 Jahre getestet. Cremes, Treatments, Liquides etc. müssen lange Transportwege, hohe Temperaturunterschiede (Flugzeug, Schiff…) aushalten und viele Jahre Lagerstabil sein. Daher auch die entsprechende Stabilisierung und Konservierung. Stell dir vor du hast einen Becher mit Jogurt im feuchten Badezimmer stehen und greifst jeden Tag hinein. Obwohl es ja auch schon konserviert ist, erfolgt die Verkeimung umgehend und es ist binnen Tagen unbrauchbar. Davor muss sich die Industrie schützen. Klar ist aber auch, dass man so eine lange Haltbarkeit nicht mit sogenannten natürlichen Mitteln erzeugen kann. Dafür braucht man schon ordentliche Hämmer. Und die haben es auch in sich.

IMSÜDEN.AT: Was heißt das genau. Und was ist daran allenfalls „ungesund“. Ich kann mich jedenfalls an keinen konkreten Fall von Gesundheitsgefährdung erinnern.
Erhard Lengfeldner: Das ist immer eine Frage der Beweisführung. Aber es ist klar, dass Mineralöle eigentlich nicht dazu da sind, um auf die Haut aufgebracht zu werden. Man braucht sie aber wegen der endlosen Haltbarkeit. Natürliche Öle, wie wir sie in unseren Kosmetika verwenden, sind maximal 2-3 Jahre haltbar. Manche sogar nur 3 Monate wie z. B. Hanf- oder Leinöl, dann oxidieren sie und stinken. Außer Leinöl, das stinkt nicht und wird nach Ablauf für die Nagelpolitur verwendet. Neben den Mineralölen braucht man bei herkömmlichen Kosmetika natürlich Komplexbildner, um die Metallionen zu stabilisieren und schließlich braucht es noch Mittel wie Seifenlauge und Säuren, um den PH-Wert über Jahre stabil zu halten. In Summe beinhalten diese kosmetischen Produkte zwischen 25 und 30 % an solchen Fremdstoffen. Ich nenne das extra so, weil diese Stoffe nix mit der Pflege zu tun haben, sondern nur der Stabilisierung und Konservierung dienen. Da braucht es auch kein Ablaufdatum. Bei Naturkosmetika hingegen ist das Ablaufdatum laut Gesetz verpflichtend aufzudrucken weil sie kürzer als 30 Monate halten. Tragisch ist aber, dass der Handel wegen der oft langen Lagerzeiten kaum ein Produkt mit Ablaufdatum nimmt. Deshalb gibt es unsere CA&LE Produkte auch nur in Apotheken und in ausgewählten Kosmetikstudios.

IMSÜDEN:AT: Ich kenne von Zuhause keine Creme, die nicht nach drei Monaten aufgebraucht wäre. Welche Alternativen gibt es. Ich meine leistbare.
Erhard Lengfeldner: Die Naturkosmetik. Auch wenn das jetzt nach Eigenwerbung klingt. Sie bringt aber auch Einschränkungen. In erster Linie bei der Haltbarkeit. Auch die Farbe ist mit natürlichen Stoffen nicht immer so blütenweiß herzustellen, weil Grundstoffe aus der Natur eben nicht blütenweiß sind. Das Luxusgefühl des perfekten Soft touch wird in der herkömmlichen Kosmetikindustrie nur mit Silikonölen und Polyurethanperlen, also Kunststoffen erreicht. Wir verwenden dabei den innersten Kern von Olivenöl, nämlich Squalane, die damit ein sehr guter Ersatz für Silikonöle darstellt. Wenn bei den Ingredienzien Wörter mit …cone – Endungen vorkommen, dann weist das auf Silicone hin. Und den Preis bestimmt der Markenwert. Je exklusiver die Aufmachung, desto teurer. Da kostet die Verpackung oft ein Vielfaches vom Inhalt. Die Konsumenten zahlen gerne und ein hoher Preis impliziert auch besondere Wirkung.

IMSÜDEN.AT: Auch vor Parabenen wird gewarnt, weil sie den Hormonhaushalt beeinflussen können. Langsam wird es ungemütlich.
Erhard Lengfeldner: Parabene stehen auch im Verdacht Krebs auszulösen. Dieser synthetische Konservierungsstoff dient hauptsächlich dazu Bakterien und Schimmelpilze abzutöten, die über den Hautkontakt in das Pflegeprodukt gelangen. Da gibt es noch eine ganze Reihe anderer Mittel von denen man annimmt, dass sie Schaden anrichten können. Besonders gewarnt wird vor der Kombination mehrerer Mittel die gleichzeitig, und oft mehrmals täglich, verwendet werden. Für mich war von Anfang an klar dass das kein Weg für uns ist. Daher richtet sich auch unser ganzes Augenmerk darauf, die Anforderungen der Konsumentinnen auf natürlichem Wege zu erreichen.

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IMSÜDEN.AT: Gibt es denn in der Naturkosmetik schon Möglichkeiten die exklusive Anmutung von bekannten Nobelmarken zu erreichen. Wie könnte ich meine Frau überzeugen.
Erhard Lengfeldner: Mach doch einfach den Blinde-Kuh-Test, also Augen verbinden und rein nach Gefühl beurteilen lassen. Ich kenne natürlich die Kundenanforderungen, und unsere CA&LE Produkte können es mit jeder Nobelmarke aufnehmen. Sowohl in der Anmutung und erst recht bei den inhaltlichen Wirkstoffen, weil wir uns viel mehr mit Wirkung und nicht so sehr mit Konservierung beschäftigen. Selbst der Wasseranteil, der bei jedem Produkt mehr als 50% ausmacht, ist bei uns nicht nur Wasser, sondern Hydrolat. Das ist jene Flüssigkeit die bei der Destillation anfällt. Ähnlich der Molke bei der Käseherstellung. Jedes Hydrolat enthält natürlichen Wirkstoff und so können wir den wirksamen Anteil noch zusätzlich erhöhen. Das ist halt ein aufwendiger Prozess. Um ohne synthetische und mineralische Zusatzstoffe auskommen zu können, muss man die Natur schon öfters austricksen – was mir dank meiner Kenntnisse gut gelingt. So kommen wir den Idealvorstellungen der Konsumentinnen aber sehr sehr nahe.

IMSÜDEN:AT: Was muss ich noch wie wegargumentieren, wenn es hart auf hart geht.
Erhard Lengfeldner: Unsere Cremes fühlen sich vielleicht nicht ganz so fett an, weil wir keine chemischen Emulgatoren verwenden, um die wässrigen und öligen Bestandteile zu verbinden, sondern natürliche Lecithine, Sheabutter, Arganöl, Granatapfelöl usw. Dafür gibt es keinen Jo Jo-Effekt, weil diese Lecithine den körpereigenen Lipiden (Fetten) der menschlichen Haut entsprechen. Man muss also nicht dauernd nachschmieren, weil die chemischen Emulgatoren die Haut sofort wieder austrocken. Aus der Erfahrung wissen wir, dass sich die Haut nach einer Umgewöhnungsphase wieder selbst regeneriert und dadurch viel länger gepflegt aussieht. Weniger ist also mehr. Wir bieten auch keine All-in-Cremen, sondern stimmen sie auf die unterschiedlichen Hauttypen ab. Der Mensch ist nun einmal individuell, unsere Produkte sind es auch.

IMSÜDEN:AT: Und neben den Kosmetikas ist der Lengfeldner noch mit anderen Eigenentwicklungen sehr erfolgreich unterwegs.
Erhard Lengfeldner: Ich kann es halt nicht lassen. Wenn jemand mit einer Aufgabenstellung zu mir kommt, die in unseren Knowhow-Radius passt, dann interessiert es mich und ich tüftle so lange, bis das gewünschte Ergebnis da ist. Wir erzeugen unter dem Markennamen CA& LE Naturkosmetik aus biologischen Grundstoffen. Das ist unser Kerngeschäft. Darüber hinaus noch De Lila Essenzen, also ätherische Öle, mit olfaktorischer Wirkung für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche. Ein Hautliquid das bei der Entfernung von Tätowierungen unglaubliche Erfolge erzielt und derzeit den Weltmarkt erobert. Weiters auch noch ein Produkt, welches sich noch in den Startlöchern befindet: Ein wasserbasiertes Wundgel, welches auch stark antibakteriell und antiviral wirkt. Kunden melden sehr gute Wirkung bei offenen Wunden, Fieberblasen die entweder gar nicht erst aufkommen, oder aber sehr rasch abheilen.

CA&LE Cosmetics
9020 Klagenfurt
Suppanstraße 69
Tel. 0463 418962
office@calecosmetics.at
www.calecosmetics.at

Bilder: ©CA&LE Cosmetics

 


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Gerhard Smuck
GERHARD F. SMUCK ist Absolvent der „Universität des Lebens“. Vorher: Schulabbrecher, Lehrling und Fachmann im Grafischen Gewerbe. UNO Soldat. Dann ..
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