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Das war vor meinem ersten Schluck. War dann aber doch nicht so schlimm, wie gedacht.


Wie mich IMSÜDEN.AT dazu gebracht hat Kaffee zu trinken

Damit man die Überschrift versteht, muss man wissen, dass ich Kaffee hasse. Die harte Arbeit und das frühe Aufstehen hat mich letztendlich zu dem gemacht, was ein Journalist eigentlich ist – ohne Kaffee ein Zombie. Zugegeben ich trinke nur Emmi Café Latte Vanille aber das ist immherin ein Anfang. 

Am allerersten Tag, noch frisch und ausgeruht, bin ich ins Büro von IMSÜDEN.AT gekommen und hab‘ mich auf’s kommende Monat gefreut. An diesem Tag fand man auch ein Taubsi auf meinem Tisch, ich wurde auf den Namen ‚Praktikmon‘ getauft, der später aber zu ‚Partypraktikantin‘ wurde. Fängt ja beides mit P an. Außerdem durfte ich mit, durch meine grandiosen Telefonkünste ergatterten, Gratis-Tickets zu HOUSE AM SEE. Wie’s dort war findet ihr hier raus. Mir wurde auch Kaffee angeboten, den ich dankend ablehnte. Kaffee? Pfff, sowas brauche ich nicht.
‚Was?! Ohne Kaffee geht bei mir gar nix.‘ An die Worte meines Chefs werde ich mich später noch erinnern.

Am zweiten Tag konnte ich gleich mit zu einem Meeting bei dem besprochen wurde, ob wir eine Story über das Beachvolleyball-Event schreiben dürfen. Wir durften und ich freute mich riesig. Aber hätte mir zu dem Zeitpunkt jemand gesagt, wie ungut es ist fremde Personen  beim Beachvolleyball-Areal anzusprechen und um ein Foto zu bitten, hätte ich wahrscheinlich selbstbewusst und mich selbst vollkommen überschätzend gesagt: ‚Ach ge! Das is‘ ja net schlimm! A paar Leute ansprechen, schaff ich!‘ Gekommen ist es dann letztendlich so, dass ich am ersten Tag so dermaßen nervös und schüchtern war, dass ich mal die ersten zwei Stunden in der prallen Sonne gesessen bin und Beachvolleyball angeschaut hab‘. Jaja, es ist so einfach fremde Leute anzusprechen, Hannah. Ach, ge! Ich hab mir sogar überlegt, ob ich einfach den Befehl meines Chefs, Leute zu fotografieren, umgehen soll und lieber vier Tage einfach nur Palmen vor meine Handykameralinse halte. Das wär‘ zwar ziemlich blöd geworden aber meine Schüchternheit wär‘ ich damit definitiv flink (oder weniger flink) umgangen. Nach zwei Stunden in der Sonne ist es mir aber zu warm geworden und nach dreimaligem tief Ein-und Ausatmen bin ich aufgestanden, aus dem Pressebereich gegangen, der sich richtig VIP-mäßig angefühlt hat, und schnurstracks auf eine Gruppe Menschen zugelaufen. Zuerst hab ich vor mich hin gestottert, bis ich endlich den Satz: ‚Ich bin von IMSÜDEN.AT und wir berichten vier Tage lang live vom Beachvolleybal Grand Slam. Darf ich ein Foto von euch machen und auf unsere Facebook-Seite stellen?‘, herausgebracht hab‘. Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe ich mit lauten, verhöhnenden Lachern gerechnet. Aber da muss wohl meine Fantasie mit mir durchgegangen sein, denn nach ein paar Sekunden des Zögerns haben alle eingewilligt und  ein Boomerang mit mir gemacht. Wer sich die ganzen Live-Postings anschauen will, kann hier klicken! Danach lief alles ab, wie am Schnürchen. Meine Schüchternheit hab‘ ich dank der netten ersten Gruppe abgelegt und ich sprach von da an fremde Menschen an, als ob’s meine Berufung wär‘. Alles in allem, war das Beachvolleyball-Event richtig cool und es war auch mal toll über seinen Schatten zu springen. Ganz nach dem Motto: ‚Say yes to more things!‘ – außer sie sind illegal, dann sag bitte ‚NEIN‘.
Danach hab‘ ich mir zwei Tage Erholung in Wien gegönnt und dabei trotzdem ein paar Dinge für IMSÜDEN.AT erledigt. Perfekte Praktikantin, würd‘ ich mal sagen. Mein magdas Interview (gibt’s hier) ging zu dem Zeitpunkt auch raus, was mich ganz besonders stolz machte, weil’s mein erster richtiger Post IMSÜDEN.AT war.


Nach den zwei Tagen Pause ging es aber nicht langweilig im Büro weiter, nein. Wir fuhren an den Millstätter See zum Businessbeach. Wer also nachlesen will, warum ich während einer Autofahrt zwischen Schirmen eingeklemmt war und anfing zu beten klickt ‚Hier‘.


Das war meine vorletzte Woche. Und jetzt bricht die letzte Woche an und ich kann gar nicht glauben, dass es schon bald vorbei ist. Eigentlich will ich ja gar nicht weg. Das Büro in dem ich sitze ist richtig gemütlich, vor allem, weil es die letzte Woche durch geregnet hat und ich in meinem dicken Pullover hinter dem Fenster gesessen bin. Herbstfeeling, pur. Obwohl ich liebend gerne noch Sommerwetter hätte. Immerhin ist es August!
Jetzt fragt ihr euch sicher, wann ich denn jetzt zum kaffeetrinkenden Zombie-Journalist wurde. Naja, es lief ungefähr so ab. Erste Woche war ich super drauf. Geschminkt, schön angezogen und ich brauchte nicht einen Tropfen des grauenhaften Gesöffs. Zweite Woche ging es eigentlich immer noch ziemlich gut. Wohlgemerkt war das die Beachvolleyball-Woche, da musste ich natürlich was gleichschauen, sonst wär mein Selbstbewusstsein im Keller gewesen und ich hätte mich wahrscheinlich den ganzen Tag unter der Tribüne versteckt. In der dritten Woche ging es dann langsam bergab und ich hörte auf mich zu schminken, weil ich lieber eine halbe Stunde länger im Bett blieb. Obwohl das längere Schlafen meiner Müdigkeit nicht unbedingt half. Trotzdem widersetzte ich mich dem Drang Kaffee zu trinken. ‚Nein, nein. Ich brauch‘ keinen Kaffee. Der schmeckt mir nicht.‘, antwortete ich lallend meinem Chef, der mich wahrscheinlich aus meiner Misere ziehen wollte (oder einfach mein zombiehaftes Verhalten UND Aussehen nicht mehr aushielt). Den Tiefpunkt erreichte ich dann am Anfang meiner letzten Woche. Das Wetter war grausig, es war kalt und ich war müde. Weil ich keine Lust hatte mich zu schminken, ließ ich meine Augenringe in all ihrer Blauheit erstrahlen und, weil ich keine Lust hatte mir was Unbequemes anzuziehen, lief ich den ganzen Tag in Sport-Leggings und einem Pullover herum. Ich hab‘ wahrscheinlich ausgesehen, wie aus ‚Mitten im Leben‘ entsprungen. ‚Hannah, 19, hat keine Lust auf Arbeit‘. Und da passierte es dann. Das Unaussprechliche. Ich kaufte mir beim Billa einen Emmi Café Latte mit Vanille-Geschmack. Ich glaube der Tag war einer der produktivsten, die ich in meinem Leben je hatte und seitdem glaube ich auch an die Kraft des Kaffees – auch wenn er grauenhaft schmeckt.


Was habe ich jetzt also bei IMSÜDEN.AT gelernt?
1.) Du brauchst Kaffee, um den Tag zu überstehen
2.) Es ist gut über den eigenen Schatten zu springen
3.) Arbeiten am Businessbeach ist lustig
4.) IMSÜDEN.AT ist cool
4.) Journalist zu sein und schreiben zu dürfen, ist definitiv das, was ich nach dem Studium machen will

PIX: Hannah Stefitz, Arnold Pöschl, Magdas ua.)


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Hannah Stefitz
Lebt da, wo jeder jeden kennt - im Süden. Studiert was mit Medien und Englisch, weil sie beides liebt. Hat einen eigenen Lifestyle-Blog, der sehr wohl auch als Foodblog durchgehen könnte, bei den ganzen Rezepten.
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