Interview
Benji-Anexia
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„Wir treiben so einiges!“

Benjamin Klempin ist heute der Marketingchef des erfolgreichsten Kärntner IT-Dienstleisters ANEXIA. Er war aber auch mal Dachdecker, Drucker, hat Mediendesign gelernt, eine eigene Werbeagentur und sogar ein ziemlich erfolgreiches Modelabel gegründet. Nicht der schnarchige ITler, den man gemeinhin in dieser Position erwartet.

Benjamin empfängt uns in seiner natürlichen Umgebung als CMO (Chief Marketing Officer formerly known as Marketingleiter) am Messestand der ANEXIA bei der IT-Carinthia im Messezentrum Klagenfurt. Der ist ungefähr fünf Mal so groß wie die anderen Messestände hier und Benjamin hat ihn selbst designt. Kein Wunder, schließlich ist die ANEXIA ja auch der erfolgreichste IT-Dienstleister im Süden mit Büros in Klagenfurt, Wien, Graz, München, Köln und einem kleinen Städtchen an der amerikanischen Ostküste namens New York, und Benjamin ein gelernter Grafiker. Wie das alles und er so weit gekommen ist, fragen wir den Brückler aus Berlin mal gleich selber:

IMSÜDEN.AT: Hallo Benjamin, erzähl’ uns kurz woher du kommst!
Benjamin Klempin: Ich komme aus Berlin, aber ich bin in Kärnten aufgewachsen. Meine Eltern sind Berliner, aber meine Mutter ist vor so ca. 23 Jahren hierher gezogen. Also bin ich hier, in Brückl, zur Schule gegangen. Naja, sagen wir: ich habe teilgenommen… manchmal (lacht).

IMSÜDEN.AT: Warst du zu doof oder zu faul?
Benjamin Klempin: Gute Frage (lacht). Wahrscheinlich war ich so doof faul zu sein. Aber ich glaub’ die Hauptschuld trägt mein erster 486er…

IMSÜDEN.AT: Das müssen wir alten Hasen unseren jüngeren Lesern aber erklären. Die Jugend von heute glaubt ja eine Floppy Disk sei irgendein stranges Sexspielzeug
Benjamin Klempin: (lacht) Echt? Na gut: Der Intel 486er Prozessor war damals in meinem ersten Computer und der hat mich von der Schule abgehalten. Danach kamen die ersten Pentium Prozessoren und ich hab damals schon Computerspiele entworfen, so eine Art ZELDA. Aber das erklär’ ich jetzt nicht, das sollen die Jungen googeln oder meinetwegen snapchatten oder was (lacht).

IMSÜDEN.AT: (lacht) Ja, oder wir verlinken’s dann. Wir halten fest: du warst richtig scheiße in der Schule, aber richtig gut im Programmieren.
Benjamin Klempin: Naja, das Programmieren hat mir zwar viel Spaß gemacht, aber ich bin dann bald mal auf der grafischen Seite hängen geblieben. Ich wollte dann auch eine Webdesign-Ausbildung machen, aber das gab es hier im Umkreis nicht und so hab ich mir gesagt: Wenn du nicht das machen kannst, was du willst, dann machst du das, wo du am meisten verdienst! Also bin ich Dachdeckerlehrling bei Laas in Völkermarkt geworden.

IMSÜDEN.AT: Oha… harter Cut. Wie war das so, zwischen Himmel und Erde zu arbeiten?
Benjamin Klempin: Eigentlich ziemlich cool. Ich hab’ zum Beispiel an der CineCity in Klagenfurt mitgebaut und an der METRO. Außerdem hab’ ich schon im ersten Lehrjahr so um die 700 € verdient. Das war für mich viel Geld, als Jugendlicher. Trotzdem hab’ ich die Lehre dann aber abgebrochen, weil ich schließlich in einer Druckerei eine Lehre als Mediendesigner anfangen konnte. Das war damals die Druckerei Wucherer in St. Veit, ein Einmannbetrieb, wo ich so ziemlich alles über Offsetdruck gelernt hab.

IMSÜDEN.AT: Also hatte dich die Grafik dann wieder
Benjamin Klempin: Ja und ich bin auch nicht mehr weggekommen. Ich war dann bei der SIGNUM, einer der damals größten Digital-Siebdruckereien in Europa und hab dort Druckvorstufe gemacht. Allerdings bin ich dann mit meinem Chef ziemlich zusammengekracht…

IMSÜDEN.AT: Autoritäten sind nicht so dein Fall, oder?
Benjamin Klempin: (lacht) Nein, da hatte ich schon immer meine Probleme, schon in der Schule. Jedenfalls hatte ich dann aber das Glück Thorsten Unterberger kennenzulernen, der gerade eine Druckerei aufgebaut hat. Der hat dann wiederum viel von mir gelernt und nach einer kurzen Anstellung habe ich mich selbstständig gemacht und für ihn die Werbegrafik übernommen. Das hat von Anfang an super funktioniert. Wir haben uns und unsere Firmen gegenseitig gepusht und sind beide gewachsen.

IMSÜDEN.AT: Das war dann deine eigene Agentur „PIXELBOSS“ oder?
Benjamin Klempin: Ja, die ist daraus hervorgegangen. Thorsten hat sich dann vergrößert und ich bin zuerst ins Homeoffice und dann zur ANEXIA gezogen, weil da noch Platz war. Daraus haben sich dann natürlich viele Synergien ergeben und nach sieben Jahren PIXELBOSS hatte ich sechs Mitarbeiter…

IMSÜDEN.AT: … und ein Modelabel
Benjamin Klempin: Ja, SIXSIX haben meine Partnerin Nadine und ich auch ein dreiviertel Jahr gemacht. Damals haben sogar so Leute wie SIDO unsere Streetware getragen. Wir haben dabei extrem viel über Online-Marketing gelernt, aber als die ANEXIA uns dann „eingekauft“ hat, war dafür keine Zeit mehr.

IMSÜDEN.AT: Jetzt kommen wir dazu, wie du zur ANEXIA gekommen bist. Der Alexander hat dich einfach eingekauft?
Benjamin Klempin: Ja, einfach in die Tasche gesteckt (lacht). Nein, es war einfach so, dass wir beide gewachsen sind, der Alex natürlich schneller als ich, weil in der IT-Dienstleistung geht das schneller, weiter, höher. Und weil wir sowieso im selben Gebäude wie die ANEXIA waren, haben wir viel für den Alex gemacht. Irgendwann hat er dann gemeint, er will im Marketing mehr tun und ob ich nicht der Marketing Chef der ANX-Holding werden will.

IMSÜDEN.AT: Und da hast dann gefragt: „Was zahlst?
Benjamin Klempin: (lacht) So in etwa. Und weil das gut gepasst hat, hab’ ich mich, nach Rücksprache mit meiner Partnerin, d’rauf eingelassen und bin jetzt Leiter der Marketingabteilung. Nebenher betreue ich noch ein paar Kunden von früher, weil ich die nicht im Stich lassen will. So wie zum Beispiel die Vaillant-APP, die ich entworfen habe, aber der Großteil meiner Zeit geht in die ANEXIA.

IMSÜDEN.AT: Wir haben das ja schon an anderer Stelle mit dem Gründer und CEO besprochen, aber das ist jetzt auch schon wieder ein Zeiterl her. Also: Was treibt die ANEXIA genau?
Benjamin Klempin: Ja, was treiben wir eigentlich (lacht)? Wir treiben so einiges! Im Grunde sind es zwei große Bereiche: Softwareentwicklung und Hosting. Bei Letzterem bieten wir vor allem „Managed Hosting“-Lösungen an.

IMSÜDEN.AT: Wir verstehen nur Bahnhof?
Benjamin Klempin: „Managed Hosting“ kann man sich vorstellen wie „betreutes Wohnen“ im Internet. Das wird sehr stark nachgefragt, denn vor allem, wenn man online Geschäfte macht, kostet jede Sekunde, die man offline ist viel Geld. Da macht es Sinn einen eigenen Betreuer zu haben, der sich um alles kümmert, Angriffe abwehrt, Ressourcen zuteilt und so weiter.

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IMSÜDEN.AT: Und wer sind da so eure Kunden?
Benjamin Klempin: Zum Beispiel betreuen wir MYDAYS.COM, wenn bei denen die Seite in der Weihnachtszeit mal 1-2 Minuten ausfällt, kann der Schaden in die 10.000 € gehen. Deshalb sind sie bei uns, weil wir laufen einfach, wie der Alex hier ja schon gesagt hat… (lacht).

IMSÜDEN.AT: Wen betreut ihr noch?
Benjamin Klempin: Wir betreuen zum Beispiel „TWITCH“, ein riesen StartUp, das praktisch das YouTube für Gamer wird; TEAMVIEWER, so eine Art Remote-Control für Computer; die deutsche Lufthansa Systems überträgt über uns Fluginformationen auf Tablets in den Cockpits, außerdem hosten wir auch ELECTRONIC ARTS

IMSÜDEN.AT: Moment, das bedeutet, ihr seid Schuld, wenn bei BATTLEFIELD dauernd die Spieleserver abkacken?
Benjmain Klempin: Nein, damit haben wir nichts zu tun. Würden wir das machen, würd’s einfach…

IMSÜDEN.AT: … laufen, schon klar! Euren wichtigsten Kunden hast du aber vergessen
Benjamin Klempin: Achja? Wen meinst du? CARRERA? BMW?

IMSÜDEN.AT: Nein! IMSÜDEN.AT!
Benjamin Klempin:
Stimmt! Ihr seid natürlich unter unseren Lieblingskunden. Seid ihr zufrieden?

IMSÜDEN.AT: Du wirst lachen, aber es „läuft einfach“ (lacht)!
Benjamin Klempin: Na seht ihr (lacht)! Aber Scherz beiseite, wir machen natürlich auch maßgeschneiderte Softwarelösungen für unsere Kunden. Wir haben viel Erfahrung mit Apps, der Konzeption, dem Design, dem Coding, aber auch mit dem Projektmanagement und der Kundenbetreuung dahinter. Da bekommt der Kunde alles aus einer Hand.

IMSÜDEN.AT: Gut, aber ihr seid ja nicht die einzigen, die sowas anbieten. Was macht ihr besser als eure Mitbewerber?
Benjamin Klempin: Für uns ist Stabilität oberstes Gebot und das kommunizieren wir auch so. Das ist vor allem für große Kunden natürlich interessant, weil die Stabilität brauchen und wissen, dass sie uns vertrauen können, weil andere große Kunden uns vertrauen. Wenn du da mal drin bist und gutes Zielgruppenmarketing via AdWords machst, dann bist du vorne dabei…

IMSÜDEN.AT: Jaja „wir laufen einfach“ gähn
Benjamin Klempin: Nicht nur das, wir wirtschaften auch gut. Die ANEXIA ist komplett cashflow-finanziert, die Kosten sind niedrig und wir wachsen weiter. Ich hab’ da große Hochachtung vorm Alex, der das alles aus dem Nichts aufgebaut hat und der auch das Gespür für die richtigen Leute hat, denn ohne das perfekte Team bei der ANEXIA ginge hier gar nix.

IMSÜDEN.AT: Wie findet ihr die richtigen Leute im Süden?
Benjamin Klempin: Das ist gar nicht so leicht, aber wir halten trotzdem am Standort fest. Zwar haben wir auch in Wien und New York Büros, aber die Zentrale bleibt in Kärnten. Da haben wir auch gerade was Größeres in Planung, über das ich aber noch nicht sprechen darf.

IMSÜDEN.AT: Oha na da sind wir ja mal gespannt, was die Zukunft bringt. Achja, und wenn ihr Mitarbeiter sucht, inseriert doch mal auf JOBS IMSÜDEN.AT, das läuft auch ganz einfach

(PIX: Johannes Wouk, ANEXIA, PXLBOSS, SIXSIX)


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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