Schräggeister
Foto_03
Dieser Artikel wird unterstützt von


Angefangen hat alles irgendwie ANDERS

Andrea Schumi macht Yoga im YOGA. und sagt so schöne Sätze wie: „…der Hauptteil der Zukunftsplanung passiert in der Gegenwart“ oder „Das Gestern ist nicht bearbeitbar…“, kein Wunder also, dass Daniela Lindhuber sie zu ihren liebsten Schräggeistern zählt.

Ich fliege in der Gegend rum – also das sag ich zumindest meistens, wenn mich wer fragt, was ich grad so tue. Bezugnehmend auf mein Arbeitsleben trifft dieser Satz eigentlich genau ins Schwarze. Hab permanent das Gefühl die Bodenhaftung zu verlieren, oder besser gesagt, habe selten das Gefühl mit beiden Beinen am Boden zu stehen.

So sitz ich auch heute an der Drau, der eine Fuß vibriert auf und ab, die Haare fliegen im Wind, Hand und Mund mit einer Zigarette beschäftigt, andere Hand am Handy, als sich jemand neben mich setzt. Mein Atem wird ruhiger, der Pulsschlag legt sich und meine Augen verklären sich beim Blick in das funkelnde Gesicht von Frau Schumi.

Es gibt diese Menschen, denen fühlt man an, dass sie etwas begriffen haben und dann gibt’s noch Menschen, die es schaffen, dir zu vermitteln, was sie begriffen haben und so ein Mensch sitzt jetzt neben mir – geerdet, strahlend, gelassen, voller Energie – das ist Andrea Schumi vom YOGA, in Villach.

Foto 2
Foto 1

Doch angefangen hat alles irgendwie anders, bevor Yoga essentieller Bestandteil ihres Lebens wurde, war Andrea Schumi Gestalterin, nein, erst Sprachwissenschaftlerin und in Südamerika, Zimmermädchen, am Kolleg für Innenraumgestaltung und Möbelbau und dann auch Raumenergethikerin – damals auch das erste Mal selbstständig, aber dann schon in den Villacher Kirchtag reingerutscht, das war dann 2007, der hat sie bisher noch nicht wieder ausgespuckt, aber nur, weil Frau Schumi sich dort wohl fühlt und die Arbeit nicht nur ein sicheres Standbein bietet, sondern eben auch persönliche Bedürfnisse befriedigt – ein Mensch darf ja mehr sein als geradlinig.

Diese feinen Lachlinien die sich durch ihr Gesicht ziehen, wie Sonnenstrahlen, ich weiß gar nicht wie dieses schöne, sommergesprosste Gesicht ohne Lächeln aussieht – die Frau ist ein natürliches Beruhigungsmittel, zehn Minuten mit ihr und der beschissenste Tag erscheint bewältigbar.

Geradlinig is‘ nicht – weder im Lebenslauf noch im alltäglichen Leben. Andrea Schumi lebt viele Projekte und Professionen zeitgleich aus, weil das alles zu ihr gehört. So auch die Kreativarbeit bei der Agentur heinzjosef feat. maria, wo sie als Visualistin das große Ganze im Auge behält und auch als Texterin arbeitet.

Foto 8
Foto 11

Ich fasse zusammen: Andrea Schumi betreibt das YOGA. in der Villacher Innenstadt, ist als maria von heinzjosef ein nicht wegzudenkender Teil einer Grafikagentur und arbeitet beim Villacher Kirchtag – also aktuell – aber Hauptsache ich flieg in der Gegend rum während Frau Schumi bildlich gesprochen am Drahtseil sitzend gemütlich Tee trinkt. Der schmeckt übrigens großartig – mittlerweile sind wir im YOGA. angekommen und Andrea tänzelt von Yogamatte zu Yogamatte – Sauberkeit und Ordnung sind wichtig, nicht nur im Studio.

Als Yogalehrerin weiß sie um die Bedürfnisse ihrer Gäste und Lehrer gleichermaßen, denn das YOGA. ist ihre Insel. Durch Gestaltung und Design erschafft sie ihren inneren, ruhigen Ort im Außen um anderen die äußere Ruhe zu geben um in ihr Inneres zu finden. Ihre Lebenseinstellung setzt sie nicht missionarisch ein, Frau Schumi ermöglicht einen Zugang, zwingt diesen aber niemandem auf.

Ihr Wunsch ist es, mit YOGA. einen Raum zu schaffen, an dem jede und jeder sein Yoga finden kann. An diesem unternehmerischen Gedanken arbeitet sie nun seit 2012, wobei ihr Fokus nicht finanziell orientiert ist, sondern auf dem Ausbau ihrer eigenen Fähigkeiten liegt.

Flexibilität ist das Leitmotiv – die Ausbildung zum Yogalehrer gibt ihr eine große körperliche und geistige Flexibilität, ihre Professionen spannen sich von Organisation zu Gestaltung über Design zu Buchhaltung und die Tätigkeit beim Villacher Kirchtag gibt ihr finanzielle Bodenhaftung. Und im YOGA. da fließt alles zusammen, „das schaut aus wie ich, fühlt sich an wie ich, also so wie ich finde, dass man sich wo fühlen sollte und ich, ich fühle mich als Gastgeberin!“

Foto 6
Foto 5
Foto 4
Foto 7

Doch, mit großer Freiheit kommt auch große Verantwortung, denn das Studio ist ein Unternehmen mit allem Pipapo – „Es gibt auch Dinge zu bewältigen auf die man keinen Bock hat. Fixkosten sind nun mal da, sowohl privat als auch im Unternehmen. Tiefpunkte gibt’s  – nicht genug Geld am Ende des Monats, weniger Zulauf als erhofft, aber naja, so einfach geht’s eben auch nicht! Ich hab mir selbst eine Drei-Jahresfrist gesetzt – davor wird nicht aufgegeben! Was anderes machen könnt ich jederzeit, auch woanders, aber das will ich nicht. Ich will genau das, genau hier machen!“

Am meisten an ihrer Selbstständigkeit schätzt Frau Schumi die Freiheit im Arbeiten – sie selbst bezeichnet es als flexibles und ergebnisorientiertes Arbeiten. Dazu gehört auch mal spontan freie Zeit zwischendurch. Denn der nächste Morgen, die Nacht oder das Wochenende sind ja auch noch da: „Ich mag keine Vorwegeingrenzung oder Vordefinierung von Arbeitszeit und Freitzeit … innerhalb eines Rahmens, wie ihn zum Beispiel der Kursplan vorgibt, kann jede Woche anders organisiert sein.“

Diese Art zu leben und zu denken, führt auch zu einer gewissen Abkehr vom Konsum und zu einem größeren Bewusstsein für ‚Brauch-ich-das-wirklich‘?! „Ich überlege bewusst was brauche ich, wieviel davon, wo kommt es her – egal ob Lebensmittel, Kleidung, was auch immer – was wir wirklich zum Leben brauchen, lässt sich ohnehin nicht kaufen. Finanziell eingeschränkt zu leben heißt nicht ein eingeschränktes Leben zu führen, im Gegenteil, oft hab ich das Gefühl mehr von mir und meinem Leben zu haben, eben weil ich es nicht mit materiellen Dingen zupflastere.“

„Meine Aufmerksamkeit gilt nicht der Zukunft. Ich bin ein Jetzt-Mensch. Der berufliche Blick in die Zukunft ergibt sich ohnehin aus meiner Drei-Jahresfrist. Ich gestalte meine Zukunft durch das was ich jetzt mache – der Hauptteil der Zukunftsplanung passiert in der Gegenwart. Das macht ruhiger – ‚wird sein‘, ‚könnte sein‘, … bringt unnötige Unruhe – ‚vielleicht‘ ist komplett unerheblich. Ich mache mir lieber Gedanken über Sachen die sind. Das Gestern ist nicht bearbeitbar – ich kann mir nur merken, wie ichs das nächste Mal anders oder besser machen könnte.“

Was ich mir heute mitnehme ist nicht nur die Erkenntnis, dass Yoga-Selfies für den ungeübten Teil des Duos eine größere Herausforderung sind als erwartet, sondern auch einen 10er-Block für’s YOGA. und dieses leicht debile Lächeln, das sich immer auf mein Gesicht legt, wenn ich einer faszinierenden Frau zuhören durfte!

pix: Daniela Lindhuber & Andrea Schumi


10444420_10205700332493798_1591197117479199446_n
Daniela Lindhuber
Daniela Lindhuber ist eine bessere Hälfte der artigundhuber Kulturagentur: „Zur Zeit sind Birgit Kronig und ich nur zu zweit. 2009 absolvierten ..
Infos
Businessbeach
DSC03202
Businessbeach
IMG_0120
Termine