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"Ohne ein gutes TEAM kannst brausen gehen!"

Christian Smerietschnig ist mit seiner Agentur BIGBANG den Weg vom reinen Veranstalter zur Kanzlei für Kommunikation gegangen und hat dabei viel gelernt. Früher machte er  Studentenfeste und Galas, heute ist er erwachsen geworden und deshalb Zirkusdirektor…

Der Mann den IMSÜDEN.AT heute besucht, ist wohl hauptverantwortlich für so manches Langzeitstudium an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt, denn er hat praktisch die berüchtigten „Unipartys“ erfunden. Dank ihm durften wir in der altehrwürdigen Alma Mater ganze Nächte durchtanzen, bis das alte Mädchen so verrucht und verraucht war, wie wir selber. Christian und sein BIGBANG-Team haben dann hinter uns wieder zusammengeräumt und wir hätten auch gleich wieder studieren können, wenn der Schädel nicht so gebrummt hätte. Bevor wir nun also unsere Studiengebühren zurückfordern, fragen wir den lieben Christian mal, wie es dazu gekommen ist – vielleicht kann sich ja zumindest er noch erinnern.

IMSÜDEN.AT: Hallo Christian. Warum tust du was du tust?
Christian Smerietschnig: Ich hab eigentlich mein Hobby zum Beruf gemacht. Schon mit zwölf Jahren hab ich praktisch Ferienlager mitorganisiert, war einer der jüngsten Gruppenleiter. Es hat mir einfach schon immer viel Spaß gemacht, zu planen, zu organisieren und umzusetzen.

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IS: Ja, ja, „… damals im Ferienlager…“, die Geschichten kennen wir schon (lacht). Aber wie hast du eigentlich die Unipartys erfunden?
Christian Smerietschnig: Naja, „erfunden“ ist vielleicht übertrieben. Es gab ja schon damals kleinere Partys an der Uni, Institutsfestln und so. Aber als Ingo Krassnitzer und ich dann in der Studentenvertretung waren, haben wir uns vorgenommen, die Uni mehr zu öffnen. Das hat ganz gut funktioniert (lacht). Ziemlich schnell hatten wir Veranstaltungen mit 2.500 Leuten in der Aula. Eine tolle Zeit war das!

IS: Was hast du studiert, bzw. welche Ausbildung gemacht, um solche Events zu organisieren?
Christian Smerietschnig: Du meinst jetzt abgesehen vom Ferienlager? (lacht) Ich war ursprünglich eigentlich „Funkenzieher“, hab also die HTL für Elektrotechnik in der Mössingerstraße besucht. Auf der Uni hab ich dann BWL und Kommunikationswissenschaften studiert. Aber gelernt hab ich das Organisieren einfach von der Pieke auf. Wir haben ja damals mit dem Ingo praktisch alles selber gemacht: Die Flyer gestaltet, die Boxen geschleppt, die Bars bestückt und ausgeschenkt, die Abrechnung gemacht und geputzt. Da lernst du natürlich ziemlich viel, vor allem mit unglaublichem Stress umzugehen (lacht).

IS: Also praktisch alles „learning by doing“?Und nach dem Studium hast du dich dann selbstständig gemacht?
Christian Smerietschnig: Nein. Ich hab gar nicht fertig studiert, ich hab „erfolgreich abgebrochen“, zumindest hab ich das meinem Vater so verkauft (lacht). Und stimmt ja auch. Wir haben mal ausgerechnet, dass auf allen unseren Uni-Events bisher in Summe rund 400.000 Leute waren, also praktisch „ganz“ Kärnten – das ist schon recht imposant. Ingo und ich haben aber natürlich auch mehr gefeiert und vor allem gearbeitet als studiert – da lag‘s dann irgendwann auch nahe, das Hobby wirklich zum Beruf zu machen und so ist BIGBANG entstanden.

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IS: 400.000 Besucher? Wahnsinn! Da ist aber deine zweite große Erfindung die „Unigala“ auch eingerechnet, oder? Wie kam das?
Christian Smerietschnig: Ja, die Unigala ist natürlich auch drin. Die war sozusagen der erste große Schritt als Firma, Erfinder bin ich aber keiner. Es gab ja damals überhaupt keinen Uniball. Da bin ich als Student einfach zum Rektor gegangen und hab ihm angeboten einen wunderschönen Ball zu veranstalten. Das Rektorat war aber gar nicht so begeistert, die haben mir das vielleicht auch nicht zugetraut. Is ja klar, da kommt so ein Student daher… da ist man erstmal skeptisch. Mich hat das dann aber sehr motiviert. Und so ist aus der Unigala auch was ganz großes geworden, zumindest seit wir wirklich auf der Uni waren und nicht mehr in der Messehalle.

IS: Ihr habt da ja regelmäßig die ganze Uni umgebaut…
Christian Smerietschnig: Ja, das war immer irre aufwendig. Wir haben die Uni in einen Ballsaal verwandelt und wer die Universität Klagenfurt schon mal von innen gesehen hat, der weiß, dass das nicht so einfach ist. Ich wollte, dass die Leute schon beim Eingang einen WOW-Effekt haben und das ist bis heute mein Credo für Events. Die Leute müssen staunen und in eine andere Welt eintauchen können. Da ist unser BAL DU CIRQUE FANTASTIQUE sicher die Krönung meiner bisherigen Anstrengungen.

IS: Nicht so schnell… bevor wir zum Zirkus kommen wollen wir noch wissen, wie du vom „Festlmacher“ zum Kanzleiinhaber mutiert bist…
Christian Smerietschnig: Ein großer Schritt war sicher der Mut zum ersten Mitarbeiter. Ich muss sagen, das war wirklich brutal und eine große Herausforderung, mit viel Bauchweh. Ich mein, 14 Monatsgehälter, das musst erst mal finanzieren. Aber danach ging‘s eigentlich und jetzt sind wir im Jahresschnitt so ca. 10 Leute in der Fixcrew – für Kärntner Verhältnisse sicher sehr groß!

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IS: Aber wieso hier im Süden? Hättest ja auch expandieren und nach Wien gehen können, oder?
Christian Smerietschnig: Niemals! Ich bin im Süden total glücklich. Der Wörthersee ist für mich zum Beispiel eine ständige Quelle der Inspiration und Kraft. Das klingt ja jetzt schon fast esoterisch und kitschig, aber so mein ich das nicht. Ich möchte, zum Beispiel, einfach nicht in Wien „schepfen“ müssen. Eine Horrorvorstellung!

IS: Na dann lassen wir das lieber. Aber wie kommst du zu Kunden, wenn du sonst nur „Besucher“ hast?
Christian Smerietschnig: Gute Frage, es war wirklich nicht leicht am Markt seriös ernst genommen zu werden, wenn du immer als Veranstalter wahrgenommen wist. Aber du musst dir einfach ein Netzwerk aufbauen und den Leuten dann zeigen, dass du nicht nur Veranstaltungen organisierst, sondern zum Beispiel auch Kundenevents machen kannst…  Zum Glück haben wir das  geschafft – ich bin ja auch schon 38 und jedes Wochenende durchzuarbeiten, weil Party ist, mag ich auch nimma (lacht).

IS: Da klingt als wärst du bereits alt und damit auch weise. Also: Was rätst du der nächsten Generation?
Christian Smerietschnig: Na da hab ich mir ja jetzt was eingebrockt…(lacht). Ich kann eigentlich nur Erfahrungen weitergeben. Mir hat zum Beispiel  sicher mein Uninetzwerk geholfen. Ich empfehle überhaupt jedem auf die Uni zu gehen, auch wenn man das Studium nicht abschließt – die Breite und Tiefe im Denken, die man dort vermittelt bekommt, ist ungeheuer wertvoll und für mich bis heute unverzichtbar. Außerdem möcht‘ ich auch die Erfahrungen die ich in der ÖH gemacht habe, nicht missen. Da habe ich sehr viel dazugelernt, wie man kampagnisiert zum Beispiel, oder wie man reagiert, wenn gegen einen kampagnisiert wird (lacht).

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IS: Gut, aber woher kriegt der nächste BigBanger seine Kohle um zu starten?
Christian Smerietschnig: Keine Ahnung (lacht), ich hatte anfangs auch kein Startkapital oder irgendeinen Investor im Rücken. Im Ernst, du musst gezielt, marktrelevante Projekte umsetzen. Ich hab mit 0€ am Konto angefangen und mich einfach getraut. Du musst schon Bock aufs Risiko haben wenn du dich in der Branche selbständig machen willst. Und vor allem musst du Lust am Lernen haben. Ich lerne noch heute jeden Tag dazu, von den unterschiedlichsten Leuten. Deshalb würd ich auch jedem raten, so viele unterschiedliche Praktika und Nebenjobs zu machen, wie es geht. Einfach überall reinschnuppern, denn am Ende muss jeder selber rausfinden was ihm taugt und das dann gezielt weiterverfolgen. So kommt mit der Zeit die Erfahrung und auch das Netzwerk von ganz alleine. So war‘s zumindest bei mir…

IS: Und wie ist es jetzt bei dir?
Christian Smerietschnig: Ich denke, wir haben uns mittlerweile als Kanzlei für Kommunikation auch über den Eventsektor hinaus gut etabliert und sind auch personell viel breiter aufgestellt, haben Kommunikationswissenschaftler, Grafik-Designer bei uns, aber auch Künstler bis hin zum Bühnenbauer. So haben wir uns durch das Team auch weiterentwickelt. Heute haben wir die verschiedensten Kunden, von der Stadtwerke Klagenfurt Gruppe, Casinos Austria über die Kärntner Sparkasse, bis zum Frauenreferat des Landes Kärnten, die unsere Kanzlei alle in den unterschiedlichsten Kommunikationsbereichen betreut.

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IS: Dein Team scheint dir wichtig zu sein…
Christian Smerietschnig: Das Team ist überhaupt das wichtigste! Ohne ein gutes Team kannst brausen gehen. Deshalb bin ich auch so froh über meine Leute, weil sie einfach die Besten sind für das, was sie tun. Zum Beispiel habe ich jahrelang daran gearbeitet, den Christoph Aspernig endlich ins Boot zu holen, einen der tollsten Grafik-Designer, die der Markt hergibt. Von ihm kann ich auch noch viel lernen, wie überhaupt von allen, mit denen ich arbeite – besonders auch von Kathi Wiltschnig, die mit ihrer Kompetenz im Veranstaltungs- und Projektmanagementbereich unsere Kunden immer wieder in Verzückung versetzt (lacht).  Aber auch der Michi Kuglitsch, einer der „irrsten“, kreativen Schauspieler im Land – was der leistet, ist unglaublich!

IS: Wozu bitte braucht ihr einen Schauspieler in der Kanzlei?
Christian Smerietschnig: Nein, der Michi ist Teil vom Zirkus. Darf ich jetzt endlich drüber reden?

IS: Na wenn‘s sein muss (lacht). Nein, was hat es mit dem „Bacardi Beach Circus“ auf sich, der überall im Süden plakatiert ist? Schnaps, Sand und Zirkus? Klingt vielversprechend!
Christian Smerietschnig: Naja, das ist schon etwas mehr als nur das. Vielleicht auch eine gute Geschichte wie schwierig das Eventbusiness sein kann. Denn diese Veranstaltung ist eigentlich aus einem Misserfolg heraus entstanden.

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IS: Erzähl…
Christian Smerietschnig: Ein großer Milestone für Bigbang war es, als uns Hannes Jagerhofer den Sideevent für den Beach Volleyball Grand Slam in Klagenfurt anvertraut hat. Da haben wir dann mit der Ö3 Beach Party einen richtigen Publikumsmagneten umgesetzt. Also haben wir uns gedacht: „da geht noch was“ und einen zweiten Abend dazu getan. Das Ding haben wir dann aber natürlich prompt an die Wand gefahren, weil sich sowas eben erst entwickeln muss. So ein Großevent etabliert sich eben nicht von jetzt auf gleich, das braucht Zeit und ein gutes Konzept. Und jetzt haben wir den Bacardi Beach Circus endlich dort wo wir ihn haben wollen und den Leuten taugts auch. Ich mein, das ist einfach einzigartig verrückt, da haben wir fast 100 Künstler am Gelände, die herumjonglieren, tanzen, Kunststücke zeigen usw., auch viele lokale Künstler aus dem Süden, wie eben zum Beispiel der Michi Kuglitsch. Fürs Team ist das auch ein riesen Spaß, weil jeder wieder a bisl Kind sein darf.

IS: Ihr habt aber auch im Frühjahr einen anderen Zirkus im Casineum aufgeführt oder?
Christian Smerietschnig: Ja, das war sowas wie die Weiterentwicklung des Beach Circus: Der BAL DU CIRQUE FANTASTIQUE, den wir heuer erstmals, gemeinsam mit den CASINOS AUSTRIA, veranstaltet haben. Das ist ein Lieblingsprojekt von mir, auch weil ich mir mittlerweile den Luxus leiste, nur noch das zu machen, was mir auch wirklich taugt. Diese Veranstaltung wird jetzt noch ausgebaut werden, in Kooperation mit der UNICEF, aber mehr will ich da noch nicht verraten. Vielleicht nur noch so viel: Jeder Zirkus geht normalerweise auf Tournee… (lacht).

IS: Klingt vielversprechend! Wir bleiben gespannt und wünschen gute Reise!

pix: Johannes Wouk, bigbang

Von Wouk