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Das Stadion richtig nutzen!

SEMTAINMENT hat dem Süden mit den MASTERS OF DIRT gezeigt, was sein Stadion wirklich kann. Das Wörthersee-Stadion ist so gut wie neu, riesengroß, wunderschön, perfekt gelegen und kann damit DIE  Groß-Event-Location im Alpen-Adria-Raum werden. Wenn wir diese Chance (endlich) nutzen!

Es war einmal… eine Fußball-Europameisterschaft in Klagenfurt. Davon ist heute nicht mehr viel übrig – außer Schulden, ein Kunstprojekt im Lendhafen und ein geniales, aber meist leeres Stadion. Zu ersterem komme ich ein anderemal. Heute geht es mir vor allem um das UFO im Süden von Klagenfurt. Dort wo ich am Wochenende Zeuge einer grandiosen Veranstaltung werden durfte. 28.000 Menschen sahen zu wie ein paar Irre mit ihren Radln, Mopeds, Quats und Schneemobilen (wtf?) in die Luft sprangen und allerlei Faxen machten. Trotzdem waren die wirklich mutigen Männer an diesem Abend die Veranstalter Thomas und Michael Semmler von SEMTAINMENT.

Vision und Knall
Die haben sich nämlich wirklich was getraut. Als ich die beiden Thermenchecker 2014 interviewte, wollten sie mir noch nicht verraten wen oder was sie ins Stadion bringen wollen. Kein Wunder, denn wenn sie mir gesagt hätten: „Wir wollen, dass ein paar tätowierte Freaks mit ihren heißen Öfen über den heiligen Stadionrasen (inkl. 400.000 Euro Rasenheizung) brettern, in den Himmel springen, sich in der Luft dann mehrmals überschlagen und knapp bevor sie im Publikum landen gerade noch die Kurve kriegen, um neben einem Rudel leichtbekleideter Damen, die Feuer spucken, einen tiefen Schuck aus der Schampuspulle zu nehmen. Wenn es dann dunkel wird, wollen wir noch das Flutlicht ausschalten und am Rasen ein Feuerwerk abfackeln, bis das Schneemobil dann soweit ist und über die Rampen fliegen kann.“ Dann hätte ich gesagt: „GEIL!“ aber gedacht: „Die spinnen ja!“. Und mit beidem hätte ich wohl auch recht gehabt, denn um sowas zu wagen, muss man erstens eine Vision haben und zweitens einen Knall!

So ein Stadion füllt sich nicht von selbst
So ein Stadion füllt sich nämlich nicht von alleine. Also haben uns die Semmlers und ihr Team dann ein Jahr lang mit einer Flut von Plakaten („KLAGENFURT ARE YOU READY“) und Trillionen von Facebook-Gewinnspielen genervt (Ja, ich weiß, IMSÜDEN.AT auch). Dann hat ihnen noch irgendein Pressetexter eingeredet, dass das „STADION BEBEN UND BRENNEN WIRD!“, aber wohl nicht erwartet, dass die das so wörtlich nehmen. Und schließlich waren wir alle dort im Stadion und haben ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt. Wer hätte das gedacht? Die beiden Herren und ihr Team haben uns gezeigt, was das Wort EVENT wirklich bedeuten kann. Und das in einem Land, in dem fast jeder schon einmal Volunteer beim Ironman, Hostess beim Beachvolleyball oder „Eventmanager“ bei der Hochzeit der besten Freundin war…

Eine gute Show hilft…
Die MASTERS OF DIRT sind aber natürlich auch eine unglaubliche Show. Eine Mischung aus Zirkus und Formel 1, aus PS und Porno, aus Feuer und Dosenbier. „Erfunden“ bzw. nach Österreich geholt hat das  Georg „Georgie“ Fechter, der damit wohl Buße für das tut, was sein Vater dem Publikum mit dem Management vom Reinhard Fendrich, Hansi Hinterseer und DJ Ötzi angetan hat. Gut so, denn der 28-jährige hat scheinbar das Talent seines Papas geerbt und setzt es zeitgemäß ein. Wenn er nicht gerade mit Choreographen vom Cirque de Solei an der MOD-Show feilt, alle Hände damit zu tun hat sein Rudel wahnsinniger Stuntfahrer zusammenzuhalten, oder mal eben mit dem Snowmobile über den Schwarzelsee düst, ist der „Dirt-Messias“ auch oft urlaubend in Kärnten anzutreffen und wurde so seit frühester Kindheit auf Süden getrimmt. Unser Glück und sicherlich kein Nachteil bei den Vertragsverhandlungen!

„Aber die Kosten…“
Apropos Verhandlungen. Man muss auch erwähnen, dass die MASTER OF DIRT, im Gegensatz zu so manchem, in der Versenkung verschwundenenen oder noch verschwindenden Stadionbespielverein (weil mit Fußball hat(te) das über weite Strecken wirklich nix zu tun) keine hunderttausenden Euro Förderderungen von der Stadt verlangt haben um aufzulaufen. Die machen das für 25 Euro Eintritt. Unschlagbar dafür was geboten wurde, vom inkludierten Vorprogramm ab 17:30 Uhr mit internationalen Acts und den wunderbaren MATAKUSTIX ganz zu schweigen!  Was hat uns der Spaß sonst noch gekostet? Ein paar Nerven der verantwortlichen Beamten, als das Licht im gefüllten Stadion ausging, das Schlüsselbein eines glücklosen Fahrers und ein paar Weltrekorde, die ebenso gebrochen wurden. Das war’s schon. Den Rest haben die Semmlers geschultert. Hut ab, Chapeau und RESPEKT vor dieser Leistung.

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Vision, Knall, Mut und Verständnis
Ganz nebenbei haben die MASTERS OF DIRT auch noch bewiesen, dass es nicht nur Fußballspiele oder Konzerte sein müssen, die das Stadion „beleben“ können – sondern dass man ruhig mal weiter, um die Ecke, und wer kann, noch weiter denken sollte, wenn man die Schüssel füllen will. Das Ding steht da, das Ding ist außen schön und innen perfekt, also nutzen wir es in Zukunft richtig! Das braucht, neben Leuten mit Vision, Knall und Mut auch ein wenig entgegenkommen von der Politik, Flexibilität der Behörden und Verständnis in der Bevölkerung. Alles machbar denke ich und haben die Semmlers bewiesen. Also, so eine Chance mit 30.000 Sitzplätze steht nicht überall rum, nutzen wir sie für den Süden! Los geht’s

 

Von Wouk

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