Interview
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„Nach dem EVENT ist vor dem Event!“

Die Eventer Thomas Knes und Christian Blatterer veranstalten nicht nur die berühmten White Nights in Velden und machen die Gastro beim Beachvolleyball Grandslam, sondern auch Werbung für den Fiat-Konzern. Für so viel harte Arbeit sind die Jungs aber ziemlich stressfrei und stilvoll unterwegs. Daher wohl auch der Name ihrer Firma: frei-stil….

Büros von Event-Agenturen sind meistens mehr Lager- als Arbeitsräume. Klar, die sogenannten Eventer sind ja auch auf den Events und nicht im Büro. Dementsprechend liegen dort gern Banner und Plakate herum, die Produktproben für die nächste, und die halbleeren Flaschen von der letzen Veranstaltung. Dazwischen stapeln sich die Flyerkisten und die Post. Nicht anders sieht es in den Räumlichkeiten von frei-stil aus, als uns Thomas „Thommy“ Knes die heiligen Hallen am Klagenfurter Kreuzbergl aufsperrt. Wir hatten den sympathischen Sunnyboy bereits im Stiegenhaus überholt just in dem Moment als er zwei Kisten voller Flyer alleine rauftragen wollte. Also haben wir ihm eine abgenommen und er hat uns dafür einen Kaffee und ein Interview versprochen. Beides kriegen wir dann auch, als Kollege Blatterer endlich auch in die Agentur schneit. Er kommt gerade vom temporären Büro beim Beachvolleyball im Strandbad und hätte auch gern einen Kaffee:

IMSÜDEN.AT: Danke für den Kaffee, aber wer seid ihr eigentlich? Stellt euch doch mal vor.
Thomas Knes: Ich bin Thomas Knes
Christian Blatterer: und ich Christian Blatterer. Reicht das?

IS: Fast…
Thomas Knes: Na gut, ich wurde in Hull in England geboren, war als Kind einige Zeit in Saudi Arabien, weil mein Papa dort einen Flughafen gebaut hat und bin dann so mit vier Jahren praktisch in den Norden gegangen. Und dort ist heute mein Süden (lacht).

IS: Richtig multikulti…
Thomas Knes: Naja, der Rest war dann Spittal und Villach (lacht). Meine Mum ist Engländerin, mein Vater Feldkirchner. Ich hab die Tourismusschule in Villach gemacht. Dann war ich ein Jahr lang auf der WU in Wien und hab es geschafft, keine einzige Prüfung abzulegen, dafür aber die Stadt exzessiv zu erkunden. Schließlich hab ich dann in Klagenfurt Geographie studiert und das 2010 abgeschlossen.

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IS: Und du Christian?
Christian Blatterer: Ich bin in Villach geboren und mehr oder weniger am Ossiachersee aufgewachsen. Mein Vater hatte ein Kaufhaus in Villach und war Segelflieger. So hat er auch meine Mutter kennengelernt. Ich bin nach seinem Tod in Villach aufgewachsen, ging dort in die HAK und hab dann in Klagenfurt BWL studiert, weil ich auch nicht wusste, was tun (lacht).

IS: Aha, zwei studierte Herren? Hilft euch euer Studium heute weiter?
Thomas Knes: Naja, mit Geographie hab ich jetzt nicht soooo viel zu tun, aber man lernt auf der Uni ja auch viel Allgemeines…
Christian Blatterer: zum Beispiel Teamwork,
Thomas Knes: oder auch Präsentieren, Konzipieren auch das wissenschaftliche, sehr genaue Arbeiten hilft mir jeden Tag. Auch soziale und emotionale Skills bekommt man im Studium vermittelt…

IS: Du meinst, weil man auf der Uni eines sicher lernt, nämlich feiern?
Thomas Knes: Ja genau (lacht)!
Christian Blatterer: Diese reichhaltige Erfahrung aus erster Hand hilft uns natürlich am meisten (lacht mit).

IS: Na da haben sich ja zwei gefunden (lacht auch mit). Wie ist das eigentlich passiert?
Christian Blatterer: Lustigerweise hatten wir schon lange einen ähnlichen Freundeskreis bevor wir uns persönlich kennengelernt haben und dann war’s die Sache mit dem Segelboot oder?
Thomas Knes: Ja genau. Wir mussten das Segelboot meines Vaters bei seinem Bruder abladen, der uns beim restaurieren geholfen hat und das war eine mords Arbeit und kein ungefährliches Manöver (lacht).

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IS: Und dann habt ihr gedacht: „Wenn wir ein Segelboot daheben, dahebma auch einen Event am See“ und seid Veranstalter geworden?
Thomas Knes: So ähnlich (lacht). Nein, wir haben beide schon während unserer Studienzeit als Einzelunternehmer Events umgesetzt. Ich war beim Beachvolleyball Grand Slam bei Hannes Jagerhofer für die Gastro zuständig und Christian hat dort auch mitgemacht.
Christian Batterer: Irgendwann war es dann so, dass wir so viele gemeinsame Projekte hatten, dass es einfacher war, eine gemeinsame Firma zu machen, als dauernd rumzurechnen. Da haben wir dann am 1. Mai 2012 die frei-stil Enterprises OG gegründet.
Thomas Knes: Am Tag der Arbeit eben. Und seither haben wir jeden Tag, „Tag der Arbeit“ (lacht)!

IS: Wieso „Enterprises“? Seid ihr Treckies?
Thomas Knes: Haha, sehr witzig. Wir wollen das Ganze eben größer denken und vom Regionalen über nationale Kunden zu internationalen Projekten kommen. Das Regionale hatten wir bald übersprungen und seither haben wir überall in Österreich unsere Aufträge, Projekte und Kunden.
Christian Blatterer: Mit einer starken Achse Klagenfurt-Wien. Aber das ist eh normal.

IS: Warum seid ihr im Süden geblieben?
Thomas Knes: Wir sind einfach gern da. Ist doch schön hier. Die Region, der Ort, der ganze Alpen-Adria-Raum, da gibt es so viele Möglichkeiten. Und du bist hier natürlich auch sofort im Grünen.
Christian Blatterer: Es ist einfach herrlich hier und du bist ja eigentlich auch gleich in Wien. Wir versuchen hier im Süden in Ruhe über die Probleme nachzudenken und rücken dann mit den Lösungen nach Wien aus. Außerdem find ich, dass gerade jetzt, in unserer Generation, viel Positives passiert. Jeder von uns weiß, dass er das Maul nicht zu weit aufreißen braucht als Kärntner und so wird viel gute Arbeit geleistet, anstatt nur ständig davon gesprochen. Das ist gut!
Thomas Knes: He, was gibt es Besseres als am See zu leben und tolle Projekte österreichweit umzusetzen?

IS: Keine Ahnung, aber die Fragen stellen wir hier: Was ist eure Kernkompetenz als Agentur?
Christian Blatterer: Nach wie vor ist es eine unserer wichtigsten Kernkompetenzen, dass wir uns bestens in der Gastro auskennen. Ich mein, Thomas hat das ja von der Pike auf gelernt, erst in der Schule, dann als Barkeeper im LeCaberet in Velden und dann natürlich beim Beachvolleyball Grand Slam. Außerdem haben wir durch die Gastroerfahrung auch die ganzen, guten Kontakte zu RedBull usw. Das hilft dir als Veranstalter natürlich sehr, auch wenn wir die Gastro gar nicht mehr selber machen. Wichtig ist, dass du genau weißt, wie es geht.
Thomas Knes: Und auf der anderen Seite hat Christian zum Beispiel einfach einen systemorientierteren Ansatz und das harmoniert gut. Wir ergänzen uns da.

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IS: Schön, dass ihr euch gern habt, aber was macht ihr sonst noch beruflich? Was sind derzeit eure Hauptprojekte?
Thomas Knes: Als Werbeagentur betreuen wir zum Beispiel die Automarken des Fiat-Konzerns und das macht natürlich viel unserer täglichen Arbeit aus.
Christian Blatterer: Und als Veranstalter sind wir mit den White Nights in Velden derzeit ziemlich ausgelastet.

IS: Ach ja, da war ja was… Wie seid ihr zu diesen White Nights gekommen?
Christian Blatterer: Ursprünglich waren wir eigentlich nur auf Locationsuche für unser altes „Baby“  – die White Masquerade, bei der wir in Pörtschach ja 2011 mit Jan Delay und vor allem 2012 und 2013  für Furore gesorgt haben.
Thomans Knes: Und dann kam bei einem Gespräch in Velden heraus, dass Velden eigentlich einen Veranstalter für diesen Event sucht, der den ganzen Ort bespielt. Da haben wir uns natürlich nicht lange gesträubt.

IS: Eine ziemliche Herausforderung, aber auch ein voller Erfolg im Vorjahr. Oder?
Christian Blatterer: Im ersten Jahr haben wir geschaut ob wir’s können. Und die anderen, also die Veldener, wohl auch (lacht). Hat funktioniert. Heuer ist die Stimmung schon eine ganz andere und die Zusammenarbeit mit allen Akteuren, den Gastronomen, dem Handel, den Hoteliers usw. ist sehr positiv. Es kommen sogar wieder Leute zu uns, die ursprünglich gar nichts mehr bei den White Nights machen wollten. Das freut uns besonders.
Thomas Knes: Es gibt heuer einfach schon ein Vertrauensverhältnis, die Leute wissen, dass wir professionell und nachhaltig arbeiten.
Christian Blatterer: Ja, das sicher, daher wollen wir das Ding etwas ausbauen. Allerdings wissen wir, wie immer bei Events, ja nicht, wie wir heuer liegen werden, vielleicht kommt ja gar keiner (lacht).

IS: Na das klingt ja optimistisch! Was habt ihr zu bieten bei den White Nights von 24-26. 7. in Velden?
Thomas Knes: Na ich glaub, da werden schon einige vorbei schaun. Christian (lacht). Wir weiten uns ja auch deswegen auf mehrere Tage aus, weil wir so eine breitere Altersschicht ansprechen können. Die Gäste vor Ort sind ja, auch wenn sie weiß tragen, ein recht bunt gemischtes Publikum zwischen 16 und 70 – da muss man schon einiges auffahren, damit für jeden was dabei ist.
Christian Blatterer: Am Donnerstag findet zum Beispiel mein ganz persönliches Highlight statt: die Banana-Rodeo-Weltmeisterschaft! Ursprünglich eine unserer Spaßaktionen vom Ossiachersee – mittlerweile reisen schon die Profiteams aus Deutschland an.

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IS: Kein Scheiß? Banana-Rodeo-Profis???
Christian Blatterer: (lacht) Naja, zumindest ist der amtierende Weltmeister, also unser Vorjahressieger, das Team FRIDO extra mit Eltern aus Deutschland etwas früher angereist, um bei unserem Rodeo dabei zu sein. Die werden auch heuer sicher wieder versuchen den Titel zu verteidigen.
Thomas Knes: Ein ziemlicher Spaß, vor allem für Firmenteams, der auch einen guten Zweck hat – die Einnahmen aus dem Startgeld kommen dem SOS Kinderdorf Moosburg zugute.

IS: Da sind wir dabei. Wir wollen wenigstens in irgendwas Weltmeister sein, und die Deutschen schlagen wir locker!
Thomas Knes: Na da müsst ihr euch aber ranhalten, die haben eine starke Truppe (lacht). Aber im Ernst: In Velden selbst gibt es am Donnerstag ein Late-Night-Shopping, wo sich der Handel präsentiert. Da gibt’s allerhand Prozente auf weiße Kleidung und bei einem Einkauf über 50 € gibt’s den Eintritt für Freitag gratis dazu. „The White Nights Lifestyle“ haben wir den Tag genannt.
Christian Blatterer: Und am Freitag ist dann die große „The White Nights Party“ mit vollem Programm im ganzen Ort. Vom Schloss über den Gemonaplatz und das Casino, bis hin zum Monkey Circus.

IS: Was spielts?
Thomas Knes: Da gibt’s so viele tolle Acts, ein spektakuläres Showprogramm, tolle Dekoration, Showtänzerinnen usw. Am Casinoplatz bspw. sorgen wir wieder für Discostimmung mit den Vienna Favorites Dan Bessler, DJ Vila und Martin Arnevet. Dazu gibt’s tolle Showtänzerinnen uvm. Am Gemonaplatz spielt z. B. Möwe in Live Besetzung mit Sängerin, DJ & Saxophone. Und auch im restlichen Ort geht’s super zur Sache!
Christian Blatterer: Möwe freut mich ganz besonders, die klingen genau so wie du zurzeit klingen musst, mit Live Saxophon und einfach guter Happy-Musik. Das passt perfekt zum Event und zum Sommer.
Thomas Knes: Als Gegengewicht gibt’s allerdings zum Beispiel auch eine TINA TURNER COVERBAND inkl. Wedding-Chapel in der Evergreen Corner beim Cafe 16er (lacht).

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IS: Da fällt die Auswahl natürlich schwer! Was geht dann am Samstag ab?
Thomas Knes: Da kommt dann der PETER KRUDER, also eher was für unsere Generation (lacht).
Christian Blatterer: Ja, ich glaub, der bringt sicher wieder Leute zu den White Nights, die schon lange nicht mehr dort waren. Das wird dann „The White Nights Arts“ heißen und das Ganze stimmig abrunden.

IS: Wie kommt man eigentlich zu eurer Party?
Christian Blatterer: Am besten man diniert fein in der Villa Lido in Klafu und fährt dann mit unserem Schiff direkt zur Party nach Velden, ohne weitere Kontrollen, einfach gemütlich und ohne Stress.
Thomas Knes: Oder mit dem üblichen Busshuttles von Klagenfurt und Villach eben.

IS: Klingt gut. Und was macht ihr danach?
Thomas Knes: Wir sind natürlich wieder beim Beachvolleyball Grand Slam engagiert – das ist ja praktisch gleich in der Woche danach. Und dann beginnen die Vorbereitungen fürs nächste Jahr denn nach dem Event ist vor dem Event! Das beherzigen wir immer.
Christian Blatterer: Der nächste Sommer findet für uns gleich im Herbst statt. Da müssen wir alles booken und organisieren, sonst wird das nix. Nichts ist schlimmer, als wenn du einen erfolgreichen Event machst, dich zurücklehnst und erst im Feber wieder mit der Organisation startest.

IS: Habt ihr, außer dem Sommer im Herbst noch Pläne für die Zukunft?
Thomas Knes: Klar, viele! Natürlich wollen wir noch mehr Werbekunden bekommen…
Christian Blatterer: … und wir haben eine Software für Gastroabrechnungen bei Großevents in der Schublade. Da haben wir ja viel Erfahrung, die wir in ein praktisches Tool gegossen haben. Die wollen wir bald auf den Markt bringen. Aber das ist eigentlich noch geheim.

IS: Na dann hättet ihr es jetzt vielleicht nicht erwähnen sollen (lacht). Aber trotzdem viel Erfolg für eure Zukunft, wir sehen uns spätestens, wenn wir euch bei der Banana-Rodeo-WM deklassieren!

 

pix: Johannes Woukfrei-stil


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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