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Ans Werk! Industrie im Süden

Ans Werk! Industrie im Süden

Digital ist besser? Eine moderne Gesellschaft im Süden mit mehr Dienstleistungen und Service, aber weniger Landwirtschaft und Industrie? Es klingt fast zu schön: keine schwere körperliche Arbeit mehr, kein monotones Fließband, stattdessen Kontakt mit anderen Menschen und mehr mit dem Geist. IMSÜDEN ist zwar eine Digital Agency und ein Online-Medium, aber auch wir wissen, dass es ohne “ehrliche” Arbeit, echte Waren, Maschinen und Produkte keine boomende Dienstleistungs- und Servicegesellschaft geben kann. 

Denn unsere Kärntner Industrie bildet mit einem Produktionswert von 8,8 Milliarden Euro das starke Rückgrat der Wirtschaft und ist für ein Drittel der Kärntner Bruttowertschöpfung verantwortlich. Kombiniert mit kooperierenden Dienstleistungen schafft man so Arbeit für 45 Prozent der Kärntner Beschäftigten und steigert den Anteil an der Bruttowertschöpfung sogar auf 55 Prozent.

Das alte Bild des geschundenen Fabrikarbeiters ist, High-Tech sei Dank, zum Glück sowieso größtenteils Geschichte.

Mit der oft verfluchten Automatisierung, die aus der Industrie selbst gekommen ist, werden die wirklich anstrengenden Arbeiten vor allem in der Massenfertigung aber nun immer mehr von Robotern übernommen. Moderne Jobs in der Industrie sind daher wesentlich stärker auf Forschung, Verwaltung, Vertrieb und Kundenservice fokussiert. 

Aber was schaffen Menschen- und Roboterhände gemeinsam so bei uns im Süden? Den größten Anteil hat passend zum Kärntner Selbstbild “Silicon Alps” die Elektro- und Elektronikbranche, die mit einem Produktionswert von 2,9 Milliarden Euro gut ein Drittel der gesamten Industrie stellt und dabei fast 5.000 Menschen Beschäftigung bietet. In zwei großen Clustern in Klagenfurt und Villach finden sich dabei große Namen, wie Siemens, Philips, Infineon, Lam Research und Intel.

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Auf Platz 2 mit einem Produktionswert von 1,8 Milliarden Euro folgt der Maschinenbau und die Metallindustrie mit Unternehmen, die sich über ganz Kärnten verteilen und dabei das ganze Spektrum abdecken. Ein besonderer Industrie-Cluster hat sich im Bezirk St. Veit gebildet, der mit dem Solarpionier GREENoneTEC, dem Schneekettenhersteller pewag und dem auf die Holzbranche spezialisierten Maschinenbauunternehmen Springer drei internationale Player hervorgebracht hat.

Die großen Vier werden noch mit der Holz- und der Chemieindustrie vervollständigt, die beide Waren von rund 1,3 Milliarden Euro jährlich produzieren. Die Treibacher Industrie AG veredelt schon seit über 120 Jahren Rohstoffe in Kärnten und erwirtschaftet mit knapp 800 Mitarbeitern fast die Hälfte des gesamten Chemie-Produktionswerts. Im Holzbereich stechen besonders die zwei Traditionsbetriebe Hasslacher und Tilly auf der Produzentenseite hervor. 

Aber was ist mit Corona?

Das allgegenwärtige Schreckgespenst ist zwar auch an der Kärntner Industrie nicht spurlos vorüber gegangen, aber man wittert wieder Morgenluft. So schätzen, in einer Umfrage der Industriellenvereinigung im zweiten Quartal 2020, 90 Prozent der teilnehmenden Unternehmen die heurige Auslastung der Produktion als durchschnittlich oder gut ein. Außerdem glauben mehr als die Hälfte daran, dass es bis zum Jahresende trotz der Krise zu einer positiven Entwicklung der Geschäftslage kommen wird.

Es läuft also ganz gut, aber wie überall geht natürlich mehr. Wir im Süden werden in der Industrie ein wenig hinter den Vorhang blicken und euch daran teilhaben lassen. Dabei wollen wir erfahren, mit welchen Problemen sich die Unternehmen und ihre Arbeiter und Angestellten herumschlagen müssen und wie wir diese gemeinsam mit euch, der Politik und der Wirtschaft lösen können. Aber noch wichtiger: Wo liegen unsere Stärken und wie können wir diese optimal nutzen? Denn ohne ordentliches Rückgrat steht man auch im Süden schwer aufrecht und stolz.

Stay tuned in unserer neuen Rubrik: SOUTHERN INDUSTRIAL.

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