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"…zum Glück hat’s uns nicht auf die Schnauzn ghaut!"

Johannes Ellersdorfer ist mit der Dance-Industry trotz seines jungen Alters schon verdammt erfolgreich. Außerdem ist er ein Kind des Südens und das heißt, dass es für mich eigentlich unumgänglich war, ihn zu treffen…

Johannes empfängt mich mit den Worten „In zwei Minuten bin ich bei dir, setz dich doch schon mal da auf die Couch!“ in seinem Tanzstudio. Direkt neben mir tanzt gerade eine Gruppe Mädels zu einer abgeänderten Version von einem meiner Lieblingslieder. Nacheinander bemerken mich die Tänzerinnen und jede einzelne von ihnen sagt mir freundlich Hallo. Man kann gar nicht anders, als sich hier wohlzufühlen. Eine halbe Stunde später – und mir war wirklich nicht langweilig- hat Johannes dann endlich Zeit für mich gefunden…

IS: Hi Johannes! Du bist ja ganz schön im Stress!
Johannes:
Ja… die Leute, die du vor der Türe schon begrüßt hast, sind Kunden, die die Dance-Industry nach London buchen!

IS: Oh, alles klar! Ihr seid ja schon sehr bekannt! Aber für alle, die es noch nicht wissen: Wer bist du und was ist die Dance-Industry?
Johannes: Ich bin Johannes Ellersdorfer, 21 Jahre alt und die Dance-Indurstry ist die Tanzschule, die ich gemeinsam mit meiner Freundin Julia Wutte, die auch 21 ist, aufgemacht hab.

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IS: Warte… du bist erst 21? Wann wurde die Dance-Industry denn gegründet?
Johannes:
(lacht) Ja… diese Reaktion kenn ich schon! 2011 war das!

IS: Und wie zum Teufel kommt man mit 18 auf die Idee seine eigene Tanzschule zu eröffnen??
Johannes:
Julia und ich waren zuerst bei einer andern Tanzschule… da gab’s aber ein paar Meinungsverschiedenheiten und so standen wir vor der Entscheidung entweder zu einer anderen Tanzschule zu wechseln, oder halt unsere eigene aufmachen. Wir entschieden uns dafür unser eigenes Ding zu starten. Ja… und zum Gück hat’s uns nicht auf die Schnauzn ghaut!

IS: Respekt! Und mit der Gründung kam auch gleich der Erfolg?
Johannes:
Der Erfolg kam eigentlich mit der Idee mit LED-Anzügen im Dunkeln zu tanzen. Beim Stadtgerücht in Klagenfurt hatten wir unsere erste Show mit den Anzügen.

IS: Und das kam so gut an, dass ihr euch gedacht habt „Gehma halt mal zu einer Castingshow!“?
Johannes:
Um ehrlich zu sein, wurden wir sogar vom ORF entdeckt und gefragt, ob wir nicht bei der Großen Chance mitmachen wollen. Hoffentlich nicht als „Leider Nein-Kandidaten“, haben wir uns gedacht (lacht). Aber wie sich gezeigt hat, haben wir mit dem 3. Platz ja gar nicht mal so schlecht abgeschnitten.

IS: Stimmt! Also war die Große Chance für euch wirklich eine große Chance und der Schlüssel zum Erfolg?
Johannes:
Unser Bekanntheitsgrad ist dadurch schon gestiegen, ja! Ein sehr wichtiger, wenn nicht der wichtigste Punkt für uns war aber sicherlich Got To Dance, wo wir uns auch bis ins Finale getanzt haben.

IS: Was hat Got To Dance für euch bewirkt?
Johannes:
Naja… Wir haben jetzt nicht nur Aufträge in Österreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz… inzwischen sogar in Großbritannien. Durch Got To Dance haben wir fixe Aufträge bis 2016.

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IS: Wenn ich mich nicht irre, hab ich euch auch schon in Musikvideos gesehen…
Johannes:
(lacht) Ja, das stimmt! Seit letztem Jahr sind wir auch als Künstleragentur eingetragen und dürfen somit 90 Tänzer aus ganz Österreich vermitteln. Wir haben zum Beispiel in Videos von Cro, Nathalia Kelly oder Nazar mitgetanzt.

IS: Wow! Da habt ihr ja ganz schön Großes geschafft! Und das kommt alles aus eigener Hand?
Johannes:
Eigentlich schon, ja! Die LED-Anzüge haben wir zwar bestellt, reparieren tun wir sie aber auch selbst bei uns im Studio und bezahlt haben wir sie mit dem Geld, das wir bis dahin verdient gehabt haben, weil wir ja keine Sponsoren haben…

 

IS: Ok… Boah!! Wie kann man sowa schaffen?
Johannes:
Unser Dance-Industry-Familienzusammenhalt ist enorm groß und extrem wichtig. Wir halten einfach immer zusammen. Jedes Problem, jeder Konflikt, egal wie klein oder groß, wird sofort geklärt. Wir funktionieren auf der Bühne auch nur so gut miteinander, weil wir abseits der Bühne genauso gut miteinander können.

IS: Nehmt ihr dann überhaupt auch neue Mitglieder in eure Familie auf?
Johannes:
2011 haben wir mit 13 Tänzern gestartet, nun sind wir um die 150… also ja, tun wir (lacht)

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IS: Und was muss man tun, um aufgenommen zu werden?
Johannes:
Vor kurzem haben wir zum Beispiel ein Casting veranstaltet. 21 Leute haben sich angemeldet, 50 sind gekommen und acht haben wir aufgenommen! Man muss nicht nur tänzerisch zu uns passen, sondern auch menschlich, das ist wichtig!

IS: Was war das Größte, was du bisher erlebt hast?
Johannes:
Hmm… Dieses Jahr waren wir in Köln bei der Handball Championsleague und haben in der Lenxess Arena vor einem Publikum von 20.000 Leuten getanzt… das war schon ziemlich groß!!

 

IS: Und du bist trotz deines Erfolges dem Süden treu geblieben?
Johannes:
Naja… ich bin in St. Veit aufgewachsen, dann nach Maria Saal gezogen und die Dance-Industry ist in Klagenfurt! Inzwischen studiere ich aber in Wien. Dem Süden bin ich sehr verbunden und werde es auch immer sein! Ich meine, andere machen hier Urlaub und wir haben das Privileg hier zu wohnen…

IS: Schön gesagt! Ich danke dir!

pix: K.Art Fotografie, Martin Steinthaler