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Kommerz//Kunst//Kino

Von 17. bis 21. September findet im Villacher Stadtkino wieder das K3 Film Festival statt. Mir gegenüber sitzt bei Pizza Bresaola und Coca Cola Festivalgründer und Hauptorganisator Fritz Hock.

IMSÜDEN.AT: Fritz, jetzt erzähl mal: Wie bist du denn als gelernter Jurist überhaupt dazu gekommen, quasi hauptberuflich ein Filmfestival zu organisieren?
Fritz Hock: Ich bin da eigentlich so reingerutscht. Ich habe 2007 zum ersten Mal einen Kurzfilmabend im Bluesiana in Velden organisiert. Vorher hab ich einige Jahre in Wien gewohnt und dort auch ein paar Filmemacher persönlich kennengelernt. In meiner Kärntner Heimat gab es damals kein Kurzfilmfestival – mich hat der kurze Film als eigenes, eigentlich sehr flexibles Format total fasziniert – und da hab ich mir überlegt, ich könnte den Kurzfilm in Kärnten etwas präsenter machen. Das Bluesiana als Veranstaltungsort hat sich eher zufällig ergeben. Ich war dort auf einem Konzert und hab einen Beamer erspäht. Nach kurzer Rücksprache mit Gudrun Koffer, der Bluesiana-Chefin stand dann gleich fest, es wird einen Kurzfilmabend geben. Ich hatte damals noch keine Ahnung von Kulturmanagement, aber, man staunt, das Bluesiana war sehr gut besucht und das Publikum war durchaus begeistert vom gezeigten Programm. Unter den teilnehmenden Filmemachern wurde sogar ein Preis in Form einer Projektion des Siegerfilms auf einer richtigen Kinoleinwand verliehen. Ein bisserl naiv von mir aus heutiger Sicht, muss ich zugeben! (lacht) Aber so ein Kinosaal war damals noch etwas Heiliges für mich!

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IS: Na ja, jeder hat einmal klein angefangen! Und wie kam’s dann, dass du K3 2008 bereits im Filmstudio veranstaltet hast?
Fritz Hock: Ich hatte schon im Vorfeld mit Elisabeth Grebenicek vom Villacher Filmstudio Kontakt aufgenommen und sie gefragt, ob ich den Siegerfilm im Filmstudio abspielen darf – vor Publikum versteht sich!

IS: Wär schon nicht schlecht! Und wie ging’s dann weiter?
Fritz Hock: Sie hat mich gefragt, ob ich im nächsten Jahr nicht gleich alle Kurzfilme im Stadtkino zeigen möchte. Da hab ich mich natürlich nicht lange bitten lassen. 2008 fand das Festival also zum ersten Mal als K3 Kurzfilmfestival im Stadtkino in Villach statt. Damals noch eintägig und mehr als gut besucht. Daher sind wir im Jahr darauf vom Filmstudio in den großen Saal gewechselt und haben das Festival auf drei Tage ausgedehnt. Das war wieder ein großer Erfolg und so haben wir uns im Festivalteam überlegt, wie wir da noch Eines draufsetzen könnten. War ja noch nicht anstrengend genug! (lacht)

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IS: Gar nicht anstrengend! (Ich war ja damals Teil des Teams ) Also, Expansion im Süden! Stimmt’s?
Fritz Hock: Genau! 2011 fand das Festival zum ersten Mal auch in Udine statt. Zwei Tage Programm in Udine und gleich anschließend zwei Tage Programm in Villach. In der Zeit hab ich auch meine Frau Piera Nodari kennengelernt, die nach wie vor den italienischen Part des Festivals managt und auch hier im Villacher Festivalteam mitarbeitet. In Udine haben wir 2011 auch eine Retrospektive des großen slowenischen Filmemachers Karpo Godina gezeigt. Er war selbst vor Ort und meinte: „Dobro, dobro, das gefällt mir! Das K3 Festival müssen wir auch nach Ljubljana bringen.“ Na ja, einem Godina widerspricht man nicht. Seit 2012 findet K3 also auch in Ljubljana in der Kinoteka und in der Metelkova statt.

IS: Gestartet hat K3 ja als Kurzfilmfestival. Die Öffnung hin zum Langfilm ist auch 2012 erfolgt. Wie und warum kam’s dazu?
Fritz Hock: Einen großen Anteil daran hatte Dr. Arno Rußegger von der Uni Klagenfurt, der sich sehr für die Kärntner Filmförderung engagiert hat, und natürlich auch der Villacher Regisseur Gerhard Fillei, der vor etwa zwei Jahren zum Festivalteam stieß. Gerhard brachte viel Know-how und gute Kontakte mit und ist seither für die Langfilmschiene verantwortlich. Der Kurzfilm ist halt etwas sehr Exotisches, während man mit dem Langfilm eher auch in Richtung Kommerz gehen kann. Gemäß unserem K3 Motto „Kommerz, Kunst, Kino“ gehört eben auch der Langfilm ins Kino. Er hilft uns auch dabei, erfolgreiche Filmemacher nach Kärnten zu holen und Kärnten als Filmland zu etablieren.

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IS: Beim K3 Film Festival in Villach gibt’s heuer drei Wettbewerbe. Die Preisgelder sind ja auch als Filmförderung zu sehen…
Fritz Hock: So ist es! Da wir nur sechs Langfilme zeigen und das zu wenig ist für einen Wettbewerb, werden die drei Preise ausschließlich unter den Kurzfilmen vergeben: Es gibt den 3×3 Kurzfilmwettbewerb, bei dem jeweils drei Filme aus den Regionen Friaul Julisch-Venetien, Slowenien und Kärnten gegeneinander antreten. Übrigens wurden diese Filme im Vorfeld bei den regionalen Wettbewerben in Klagenfurt, Udine und Ljubljana ermittelt. Nebenbei bemerkt, in Klagenfurt haben wir heuer zum ersten Mal veranstaltet und wir waren sehr, sehr zufrieden!
Dann gibt es noch den Internationalen Kurzfilmpreis. Hier haben wir über 1.300 Einreichungen aus der ganzen Welt bekommen und haben daraus 17 Filme ausgewählt. Zu sehen ist also nur die Créme de la Créme und auch aktuelle Themen, etwa der Krieg in Nahost, werden behandelt.
Ja, und dann ist da noch der K3 Publikumspreis, bei dem das Publikum mittels Stimmzetteln drei Filme vorauswählt. Daraus wird dann in einer Diskussion mit dem Publikum der Siegerfilm ermittelt. Das ist nicht nur österreichweit ein einzigartiges Konzept!

IS: Kurzfilme können also richtig abräumen bei K3. Was bekommen wir denn sonst noch so zu sehen?
Fritz Hock: Das vollständige Programm ist auf www.k3festival.com zu finden. Wir starten am 17. September um 19 Uhr mit internationalen Kurzfilmen und dann geht das Programm bunt gemischt weiter, etwas Langfilm, dann wieder Kurzfilme, der 3×3 Kurzfilmwettbewerb wird am 20. September ab 20.30 ausgetragen. Parallel dazu gibt’s zwei begleitende Ausstellungen, eine im KUNST RAUM VILLACH und eine in der Galerie Freihausgasse. Außerdem finden im Parkcafé „Gespräche über Film“ mit dem Emmy-Gewinner Klaus Graf (TV-Spielfilmproduktion „Das Wunder von Kärnten“) und der Villacher Drehbuchautorin Petra Ladinigg statt, deren Film „Risse im Beton“ gleich im Anschluss gezeigt wird. Jeremy Xido zeigt im Bambergsaal eine Performance zu seinem Langfilm „Death Metal Angola“ und im Kulturhof:keller gibt’s dann noch Sweet Sweet Moon – da stecken der Hollabrunner Multiinstrumentalist Matthias Frey und der Cellist Lukas Pöchhacker dahinter, die mit „Fuck the Atlantic Ocean“ auch filmisch bei K3 vertreten sind. Dazu gibt’s übrigens ein super Entstehungsgeschichte – die kann man auch auf unserer Website nachlesen!

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IS: Ja, wir müssen an dieser Stelle wieder auf die K3 Website verweisen, sonst sprengen wir hier den Rahmen im Süden. Und abgesehen von diesen Herrschaften, kommt heuer noch weiterer prominenter Besuch zu K3 nach Villach? Weitere Schauspieler, Filmemacher,… und –innen für den imaginären roten Teppich?
Fritz Hock: Ja ja, da hat sich so einiges angekündigt: Zum Beispiel Anne Metzler, eine der Darstellerinnen von „Avant l’hiver – Bevor der Winter kommt“. Von „Zwei Allein“ kommen Regisseur Stephan Wagner sowie die Spielfilmredakteurin Karina Ulitzsch und die Darstellerinnen Gundi Ellert und Johanna Bitterbinder. Die „Endzeit“-Filmemacher Sebastian Fritzsch und Georg Tiefenbacher werden auch erwartet. Und die Filmemacher und Darsteller der teilnehmenden Kurzfilme lassen es sich natürlich auch nicht nehmen, live dabei zu sein – vor allem die aus Friaul, Slowenien und Kärnten sind stark vertreten!

IS: Ich seh schon, Villach wird nächste Woche wieder zum Cannes der Ostalpen! Lieber Fritz, ich danke dir für das ausführliche Interview und freu mich schon auf das Festival! Für unsere filminteressierten Leserinnen und Leser gibt’s hier auf IMSÜDEN.AT demnächst einen Zwischenbericht zum K3 Festival und bis zum Start am nächsten Mittwoch kann man auf der K3 Website allerhand filmische Infos nachlesen. Klappe!

Pix: Birgit Kronig, K3 Film Festival


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Birgit Kronig
Birgit Kronig ist eine bessere Hälfte der artigundhuber Kulturagentur: „Zur Zeit sind Daniela Lindhuber und ich nur zu zweit. 2009 absolvierten wir beide erfolgreich ..
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