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Keine MACHT der Durchschnittsfalle!

Müssen unsere Kids wirklich mit aller Gewalt ins immer gleiche Schulsystem gezwängt werden um aus ihnen kritikunfähige Durchschnittsmenschen zu machen? Bloggerin Susie Banfield meint: nein! Und hat da so eine Idee…

Geschicklichkeits-Parcours im Turnsaal, Theatervorstellungen in der Bibliothek, Versuche mit gefährlichen Substanzen im Chemie-Saal, hochmotiviertes Lehrpersonal und Snacks an jeder Ecke. Die „Tage der offenen Tür“ an Kärntens Schulen haben Hochsaison und präsentieren einen wenig realen Schulalltag. Spätestens am 5.,6. Schultag in der Traumschule werden das auch unsere Kids bestätigen.
Grund genug, sich mal die Frage zu stellen, ob es denn tatsächlich notwendig ist, unsere Kinder diese Erfahrung machen lassen zu müssen oder dieser ganzen Maschinerie, deren Aufgabe es scheinbar ist, kritikunfähige Durchschnittsmenschen, die keine Fragen mehr stellen, zu schaffen, den Rücken zu kehren?

…wenn die aufgezeigte Hand den Unterricht stört anstatt ihn anzuregen…

Denn was, wenn ein Kind kein Interesse mehr am Lehrstoff zeigen darf, wenn die aufgezeigte Hand den Unterricht stört anstatt ihn anzuregen, wenn Hinterfragen dem Lehrpersonal den roten Faden ihrer ewig gleichen Leier durchtrennt? Ist es dann nicht höchste Zeit, sich umzusehen, ob es nicht Orte gibt, an denen Lehrende und Lernende gemeinsam einen Faden knüpfen, der am Ende so viel bunter ist?

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Diese Orte gibt es, im Süden wie im Norden, man muss nur mal losziehen und die Augen öffnen. Sich von den Kommentaren abwenden, die Alternativschulen als Auffanglager für „schwierige“ Kinder, den häuslichen Unterricht als „Isolation“ oder gar „Abartigkeit“ bezeichnen. Sich von dem Irrglauben lösen, jedes Kind muss in einer staatlichen Schule untergebracht sein. Es gibt mittlerweile einige kleine aber feine Privatschulen im Süden des Landes, die sich den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Eltern angenommen haben, die neue Wege einschlagen – die ihr Ding auch ohne Bildungsreform durchziehen… und das ziemlich erfolgreich. Doch was, wenn sich einfach Eltern mit ähnlichen Ansichten zusammenschließen, sich für ihre kleine Bande wissbegieriger Kinder einen – nennen wir es mal – Mentor oder Begleiter suchen und einen Ort des Entdeckens, Lernens und Heranwachsens schaffen. Einfach so, ohne Pausenklingel, Hausschuhpflicht und – am besten – Noten. Viele der Privatschulen sind genau dieser Idee entsprungen und sie verlangt von den Eltern lediglich eine Anmeldung zum häuslichen Unterricht und von den Kindern eine Jahresprüfung bei einem vom Land zugewiesenen Lehrer. Ein Ort, an dem das Lernen auf der Motivation, etwas Neues erfahren, Zusammenhänge verstehen, dem Freund in England einen Brief schreiben, das eigene Baumhaus bauen oder eigene Musik machen zu können, basiert, denn dann findet wirkliche Bildung statt. Dann werden nicht nur Fähigkeiten und Fertigkeiten gebildet, dann werden PERSÖNLICHKEITEN gebildet. Nicht zuletzt kreative Persönlichkeiten, die gewappnet sind für den Beruf, das soziale Miteinander, das Leben.

pix: Susie Banfield-M.M.

Von Wouk