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Klagenfurter Kneipen-Nostalgie: Geschichten von damals PART 2

Da so vielen von euch die erste Portion Nachtleben-Nostalgie viel zu klein war, gibt’s jetzt Nachschlag. 

Barfly: geschlossen seit 1998

Peter: „Das Barfly war eine DER Kultkneipen in Klagenfurt. Vor allem für die Rock- und New Metal Szene war diese Bar ein Highlight. Das aller erste Barfly war beim Gayerschütt oben. Dort wo jetzt die Parkgarage heute ist. Es hatte einen roten Neonschriftzug auf der Tür und sah aus wie eine zache, dubiose, zwielichtige Spilunke aus irgendeinem trashigen 90er Film und genau das war es auch. Diese Kneipe spendete mir meine aller ersten Räusche…  Meine aller ersten Vollpretzn (lacht). Ich hab` das erste Mal mit einem Mädchen rumgemacht in diesem Lokal. Die Musik im Barfly war unfassbar. Damals war das Internet noch in den Kinderschuhen und wenn man alternative, gute Musik hören wollte, dann ging man eben ins Barfly. Das Barfly hat meinen musikalischen Horizont um Kilometer erweitert.“

Bierjokl: geschlossen seit 2006

Alexandra: „Mit 16 wurde ich das erste Mal ins Bierjokl verzaht. Meine Kumpels versprachen mir, dass es dort voll zugeht. Und sie behielten recht. Es war beinhart. Man ging dort rein und an der Bar saßen die alten Hippies und Rocker. Je weiter man reinging desto jünger wurde das Publikum. Die Tische waren komplett mit Edding bemalen und eingeritzt. Es hatte einfach so ein urbanes, abgefucktes Flair. Das Klo war im Keller, welches man über eine riesige Treppe erreichen konnte. Links von der Stiege war ein Podest, wo sich die seltsamsten Gestalten versammelten. Einmal ging ich runter und konnte beobachten wie eine Frau einem Mann einen bläst. Daneben ein Typ der sich einen Ofen dreht. Das Wasser im WC ist ca. 10cm gestanden. Es war einfach so übelst elendigst dort drinn` und ich habe es geliebt. Man hat sich aufführen können, die Mukke war geil und die ganze Szene war dort. Es war einfach anders. Das Bierjokl war wie ein großer Mittelfinger, der auf die ganze Bierzelt-Kultur zeigte. Ich fühlte mich im Bierjokl von anfang an willkommen und letztendlich auch zu Hause.“

Kamot: geschlossen seit 2012

Quelle: meinbezirk.at

Max: „Das Kamot war zwar nie meine Stammkneipe, aber ich konnte es trotzdem schätzen für das was es war. Dafür das die Kneipe so klein war, haben sie schon sehr gute Acts geholt. Vor allem im Jazz Bereich. Aber dann waren wieder ganz arge Sachen im Kamot sowie Napalm Death oder die großartigen John F. Cannibal. Das Essen war auch fantastisch. Ein bisschen sowie das Molly Malone jetzt. Diese verwinkelte, kleine Kneipe hat mir schon einige unvergessliche Nächte geschenkt. Um so schmerzlicher, was daraus geworden ist.“

Raj: geschlossen seit 2018

Quelle: yelp.com

Petra: „Das Raj – das „Paradies“, zumindest in einem großen Teil der slawischen Sprachfamilie – war seit Juni 2009 und über etwa ein Jahrzehnt hinweg ein Fixpunkt der Klagenfurter Kunst-, Kultur- und Nachtszene. Das Raj bot auf zwei Stockwerken Raum für Tanzveranstaltungen, Lesungen, Abende mit freier Bühne, philosophische Gesprächsrunden, Fußballübertragungen, politische Veranstaltungen, Hausbälle, brasilianischen Jazz, Russendisko, Jam – Sessions, DJs, Filmvorstellungen, Verkostungen, Sylvesterfeiern, Kunstausstellungen und Avantgarde im Allgemeinen –  zu den Glanzzeiten der Lokalität in einer Dichte, die in Klagenfurt seither nicht wiederholt werden konnte. Und selbst wenn man für etwas Ruhe (oder um dem oft dichten Rauch zumindest temporär zu entkommen) in den alten Innenhofbereich hinaustrat, der im Winter manchmal herrlich zugeschneit war, entkam man dem Gesamtkonzept Raj nicht: Für mittelfristige Ausstellungen konzipiert erhob sich dort ein Raum mit Schaufenstern- die „seh:bühne“ – die über die Jahre hinweg zeitgenössische Kunst unterschiedlichster Ausprägungen beherbergen durfte. Und selbst wenn der Abend seinem Ende bereits nahe schien, das offizielle Programm beendet war und die Lichter über der Theke bereits als freundliches Signal eingeschaltet wurden, konnte es im Raj passieren, dass die noch Anwesenden in den frühen Morgenstunden von einer zufällig durchreisenden südamerikanischen Straßenmusik-Gruppe ein ungeplantes, aber willkommenes Unterhaltungsprogramm dargeboten bekamen. Entlohnt wurde mit Bier, von dem im Raj eine für Klagenfurter Verhältnisse unüberschaubare Auswahl zur Verfügung stand. Mindestens von Ljubljana bis Moskau reichte das Biersortiment, das man bei Igor, Luis, Gabi oder Raimund ordern konnte – zumindest, bis der russische Supermarkt in der Bahnhofsstraße zusperren musste. Die russischen Biersorten konnten zwar durch andere ersetzt werden, aber zusperren musste schlussendlich auch das Raj.“

geschrieben von Giorgia Montana Peretta

HIER geht’s zu Part 1 der Klagenfurter Kneipen-Nostalgie!

Von Samu

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