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Klagenfurter Kneipen-Nostalgie: Geschichten Von Damals

Weißt du noch Damals? Als die Kater dir am nächsten Tag noch nicht den Lebenswillen geraubt haben und alles was du gebraucht hast, um wieder fit zu sein, ein Gatorade und eine fettige Mahlzeit war? Nicht alles war damals besser, aber vieles. Die Freunde hatten Zeit und die Wochenenden schmeckten nach Billig-Suff gemischt mit Red Bull Genericon. Man wollte es nie glauben, aber die Zeit vergeht wirklich. Die Lokale, die uns aus den faden Schulalltag gerissen haben und uns die ersten Tropfen Nachtleben zum Kosten gaben, gibt es mittlerweile gar nicht mehr; nur noch die Erinnerung daran.

Pankraz: geschlossen seit 2010

„Seitdem ich denken kann, ist das Pankraz für mich ein Kultplatz, wo sich jegliche Szene aus dem alternativen Bereich getroffen hat. Man hat dort drinnen Musik gehört, die man sonst einfach nirgends gehört hat. Ich glaube das coolste am Pankraz war, dass man sich nie verabreden musste. Es waren immer Leute dort, die man kannte. Das war fix. Die Dynamik war damals anders. Niemand hatte ein Handy mit Kamera, das heißt die ganze Szene war viel exklusiver als heute. Wenn man Fotos sehen wollte, musste man hoffen, dass am Abend davor jemand eine Digi-Cam mithatte und anschließend die Fotos in ein Forum geposted hat. Es war einfach absolut geil und ich vermisse es sehr.“

Deja-Vu: geschlossen seit 2014

„Das Deja hatte direkt beim Eingang eine ganz lange Bar. Am Ende der Bar stand ein Raum-Trenner mit „Balankatisch“ und dann kam man in einen kleinen Raum, der ungefähr so groß war wie das Separee im Molly Malone. Dort drinnen spielten anscheinend viele Bands, aber eben auch meine Freunde. Die durften im Deja das erste Mal auflegen. Dubstep. Das war immer ein großes Happening für mich und meine Freunde. Generell für die ganze Szene. So viele schwarz gefärbte Seitenscheitel, die übers ganze Gesicht hingen, sah ich nie wieder an einem Ort.“

Havana: geschlossen seit 2015

„Ins Havana konnten wir immer nur am Anfang des Monats gehen, ohne uns zu verschulden. Wir waren damals noch Schüler und die Cocktails waren teuer. Ich glaube der Besitzer hieß Heinz. Ich kann mich nur vage daran erinnern, wie mein Kumpel quer durchs ganze Lokal schreit: „Heinz!!! 3 Weichsler“. Ich weiß nicht, wieso wir in dieser Kneipe immer Weichselschnapps gesoffen haben. Noch eine coole Sache an dieser Bar war, dass die Decke verspiegelt war. Das war nach Weichselschnaps und Co. immer sehr abgefahren.“

Stadtaffe: geschlossen seit 2015

„Ich habe weder Fotos noch Videos noch Erinnerungen. Ich weiß nur, dass es eine verdammt geile Zeit war.“

„Ich muss fast ein bisserl schmunzeln, wenn ich an den Stadtaffen denke. Wenn man gerade Peter Fox für sich entdeckt hatte und nicht ein weiteres Mal „before I forget“ von Slipknot im „Livetime“ hören wollte, dann ging man eben zum Stadtaffen. Es war eine richtig enge, kleine Kneipe, in der die Musik stimmte. Im Stadtaffen wusste man nie was man bekommt, aber man war um alles dankbar.“

La Vida: geschlossen seit 2015

„Schon viele Nächte zuvor verschleppte mich der Abend in diesen Schuppen. Er war einfach geil zum Cocktails trinken und chillen. An einem Abend fiel mir eine Frau am Spiegeltisch auf. Wir liebäugelten eine Weile, bis ich zu ihr und ihren Freundinnen rüber ging und den Charmeur raushängen ließ. Wir quatschten und tanzten und schlussendlich landete ich bei ihr zu Hause. Um eine lange Geschichte kurz zu halten: wir sind bereits 3 Jahre lang verheiratet. Jedes Jahr an unserem Jahrestag gehen wir ins ehemalige La Vida, heute Vertigo und denken zurück an diese verrückte Zeit.“

Stereo: geschlossen seit 2020

„Das Stereo war der erste Club, den ich je von innen sah. Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, als ich zum ersten Mal durch den dunklen Gang, hinein in meine erste Party-Erfahrung ging. Es roch nach Schweiß und Zigarettenrauch. Das war noch vor den Rausgehen-zum-Rauchen-Zeiten. Ich glaube offiziell durfte man nicht drinnen rauchen, da die Veranstaltung als „für Jugendliche geeignet“ galt, aber inoffiziell versperrten mir dicke Nebeldecken die Sicht. Meine Freundin, die bereits 18 war, brachte mir eine schlechte Jacky-Cola Mische für 7 Euro und wir tanzten und sprangen und sangen den ganzen Abend. Von dem Tag an verging kein Wochenende, an dem wir nicht im Stereo waren.“

geschrieben von Giorgia Peretta

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