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Kunst aus Kärnten gut verpackt

Ich, huber, war wieder einmal „Kaffeetrinken“ – artig ist ja schon förmlich mit ihrem Bürostuhl verschmolzen – und als Espresso getarnt geht so ein Glühbier aus dem KAFFEE kLEINfEIN allemal durch die artig’sche „Bürowebel“-Kontrolle. Mir gegenüber sitzt Marc Germeshausen, von… ja, von was eigentlich? Von allem und jedem, aber heute sprechen wir über sein neuestes Projekt: unikART.

IMSÜDEN: Hallo, Marc! Ich stelle dir zu Beginn gleich einmal meine Standardfrage: Wer bist du und was machst du eigentlich genau?
Marc Germeshausen: Ich bin recht vielseitig im Kulturbereich, vor allem im Jugendkulturbereich, unterwegs. Eigentlich bin ich noch Student, hab mich aber schon vor einiger Zeit im Veranstaltungsbereich selbständig gemacht und organisiere immer wieder verschiedene Kunst- und Kulturprojekte.

IS: Und was ist dein neuestes Projekt?
Marc Germeshausen: Also, das ist mit Sicherheit Unikart! Und daneben gibt es halt laufend kleinere Projekte meines Vereins Gemma, wo wir gezielt Jugendschwerpunkte in Kärnten setzen.

IS: Gründest du eine Rennbahn?
Marc Germeshausen: Was? Ach so, wegen -kart?! (lacht) Nein, wir fanden, dass in der Kärntner Kulturszene im Bereich der Bildenden Kunst zu wenig getan wird und so kam’s dann dazu, dass der Verein unikART im April 2014 gegründet wurde.

IS: Jetzt bin ich noch immer nicht viel schlauer, was macht der Verein jetzt genau und vor allem wer ist „wir“?
Marc Germeshausen: Es geht um die Verbesserung der Vermarktung von Kärntner Künstler_innen und damit einhergehend natürlich um die Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Wir wollen einfach Kärntner Kunst unterstützen – unser erstes Projekt in diesem Rahmen ist die „Überraschungstüte“.

IS: Mit Konfetti oder ohne?
Marc Germeshausen: (lacht) Ich bin dir ja noch eine Antwort schuldig: Wir, das sind der Grafiker Thomas Pfeffer, der Künstler Mario Oberhofer und ich. Und dann gibt es noch einige unterstützende Mitglieder, die als Dankeschön ein Kärntner Kunstbuch geschenkt bekommen. Die “Überraschungstüten” sind ohne Konfetti, aber dafür mit richtig guter Kunst drin, denn die Künstler_innen stellen uns dafür ihre Bilder im A5-Format zur Verfügung. Diese kleinformatigen Bilder werden dann in die Tüten verpackt und in alle drei Thalia Filialen in Kärnten geliefert. Dort sind sie während der Weihnachtszeit um 48 Euro erhältlich. Der Erlös kommt den Künstler_innen zugute, denn damit werden Ateliermieten, Transporte und Materialen finanziert.

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IS: Das ergibt Sinn, ist praktisch und ein echtes Unika(r)t! Meine Rede: Kunst und Kultur sind es wert, besser vermarktet zu werden. Aber zurück zu „euch“. Was, wenn’s dann einmal nicht mehr weihnachtet?
Marc Germeshausen: Das Überraschungstütenprojekt ist natürlich nicht alles. Der Verein ist in einem weitaus größeren Rahmen tätig. Zum Beispiel geben wir ein Kärntner Kunstbuch heraus, in dem jeder teilnehmende Künstler und jede teilnehmende Künstlerin kostenlos auf einer Doppelseite vertreten ist. Da ist Platz für drei Bilder, den Lebenslauf, einen kurzen Absatz über die verwendete Technik, ein Porträtfoto und die Kontaktdaten der Künstlerin oder des Künstlers. Das Buch soll natürlich die teilnehmenden Künstler_innen unterstützen, aber auch die Vielfalt der Kunst in Kärnten veranschaulichen. Außerdem organisieren wir auch noch eine gemeinsame Ausstellung, die ab 19. Februar 2015 im Villacher Kunsthaus Sudhaus zu sehen sein wird und wo die teilnehmenden Künstler_innen ihre Bilder präsentieren werden. Der Erlös aus den verkauften Bildern kommt dann wieder zu hundert Prozent den Künstler_innen zugute.

IS: Und wie erhält sich das Ganze? Also personelle Gemeinnützigkeit schön und ja, über’s gut lässt sich diskutieren, aber so eine Produktion eines Kunstkatalogs will ja auch finanziert werden!
Marc Germeshausen: Es gibt Fördermitglieder, die bezahlen einen Mitgliedsbeitrag und bekommen dafür immer wieder einmal ein künstlerisches Geschenk. Außerdem erhalten wir bereits Förderungen vom Land Kärnten und der Stadt Villach. Sponsoren wie Thalia oder die Villacher Brauerei sind auch an Bord, aber wir sind ja noch recht frisch, da halten sich die Ausgaben in Grenzen.

IS: Da wären auch noch eure Künstler_innen, werden sie zu Vereinsmitgliedern oder in eine Kartei aufgenommen? Sind sie zu irgendetwas verpflichtet, wenn sie bei euch mitmachen?
Marc Germeshausen: Die Künstler_innen werden in eine Kartei aufgenommen und der einzige Beitrag, den sie leisten „müssen“, ist die Bereitstellung von 3 bis 30 Werken im A5-Format. Ein finanzieller Beitrag oder gemeinnütziges Engagement ist nicht erforderlich, im Gegenteil, es wird ja ein Fond für sie eingerichtet, der sich aus Einnahmen von Projekten speist und wiederum den Künstler_innen zur Bedarfsdeckung dienen soll.

IS: Wie viele Künstler_innen gibt es denn aktuell in eurer Kartei?
Marc Germeshausen: Momentan sind es ungefähr 70, darunter auch sehr bekannte Namen wie Ute Aschbacher und wir sind auch im Gespräch mit Giselbert Hoke und Valentin Oman. Es ist aber gar nicht immer so einfach mit diesen Größen, weil die verständlicherweise auf ihre eigene Reputation bedacht sind und sich das Projekt lieber erst einmal ansehen.

IS: Dazu passt auch meine nächste Frage sehr gut: Wer oder was definiert denn bei Unikart das Künstlertum?
Marc Germeshausen: Genau zu dieser Thematik gibt es bald eine Sonderausstellung mit dem Titel „Was ist Kunst?“ im Kunstraum Villach. Die Ausstellung befasst sich mit dem vermeintlichen Gegensatz zwischen akademischen Künstler_innen und Autodidakt_innen. Olivia Clementschitsch, Leiterin des Kunstraums, unterstützt uns auch fachlich, da sie als Expertin besser einschätzen kann, welche Bilder künstlerisch wertvoll sind.

IS: Noch einmal zurück zu den Überraschungstüten. Du merkst schon, ich bin eine potentielle Käuferin… Die sind also bei Thalia erhältlich?
Marc Germeshausen: Genau. Und natürlich freuen wir uns noch mehr, wenn sie beim Verein direkt gekauft werden. Wir haben auch eine Facebook-Seite und Webseite, die über www.unikart.at zu erreichen ist. Da gibt es nähere Informationen zu den einzelnen Projekten und natürlich auch unsere Kontaktdaten.

IS: Vielen Dank für das Interview, lieber Marc! Möchtest Du noch etwas loswerden? Letzte Worte?
Marc Germeshausen: Ja, ich muss unbedingt noch anbringen, dass unser Projekt den dritten Platz beim Kärntner Regionalitätspreis gewonnen hat. Zwar nicht ganz so toll wie ihr mit eurem ersten Preis für IMSÜDEN.AT, aber wir sind schon etwas stolz drauf.

IS: Jetzt hast du auch noch schnell einmal etwas bauchgepinselt, das haben wir IMSÜDEN generell recht gern und natürlich gratulieren wir euch auch zum würdigen dritten Platz!

 

Pix: uniKart