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“Machts keinen Blödsinn, ich bin der Oberbademeister!”

Gerald Knes’ Sternzeichen ist zwar nicht Wassermann (er ist Zwilling), aber trotzdem ist er der Oberbademeister vom Wörthersee – meistens bezeichnet er sich übrigens wirklich selbst so. Dank ihm kann bis Ende Juli im Strandbad Loretto der BUSINESSBEACH über die Bühne gehen. IMSÜDEN.AT hat sich dort mit ihm auf ein Pläuschchen getroffen und ein bisschen mehr über seinen ungewöhnlichen Werdegang und seinen aktuellen Job erfahren.

IMSÜDEN.AT: Wer bist du und was machst du im Süden?

Gerald Knes: Ich bin im Süden geboren und mache das, was ich mache aus Leidenschaft, und zwar egal was. Ich bin Geschäftsführer der Freizeitbetriebe in der STW-AG, dazu gehören die Campingplätze, Gastronomiebetriebe, das Hallenbad, Fitnesscenter und vor allem die Strandbäder. Einiges davon ist verpachtet.

IMSÜDEN.AT: Das heißt du bist praktisch der Oberbademeister vom Wörthersee. Wie hast du’s dazu geschafft?

Gerald Knes: Das war totaler Zufall! Zuerst war ich in verschiedensten Dingen unterwegs. Angefangen hab ich in der Technik, in der HTL, war dann Surflehrer, Elektriker, beim Bundesheer, hab beim Fernsehen mit tollen Kameraleuten arbeiten dürfen und bin letztendlich beim Cutten, also beim Filmschnitt gelandet. Dafür war ich sehr viel unterwegs, nach 5 Jahren hat mir das dann aber gereicht, ich wollte mich neu orientieren.

IMSÜDEN.AT: Wie kommt man auf die Idee sich nach dieser Jobvielfalt als Bademeister zu bewerben? 

Gerald Knes: Nein, nein, so war das nicht. Ich habe mich davor schon einmal bei der STW beworben, allerdings für etwas Anderes, Technisches. Der damalige Betriebsleiter hat zu der Zeit einen Assistenten für die Bäder gesucht und irgendwer hat sich noch an mich erinnern können. So bin ich da reingerutscht, auf jeden Fall nicht auf normalem Weg. Als Bademeister hätte ich mich nicht beworben, da hat man ja irgendwie keinen Bezug dazu.

IMSÜDEN.AT: Also hast du dich als Assistent des Betriebsleiters bei der STW eingeschlichen und bis jetzt selbst dort oben angekommen?

Gerald Knes: So in der Art (lacht). Vor 10 Jahren habe ich dann übernommen, mit der Entscheidung das Ganze ein bisschen umzudrehen und neu zu machen. Das haben wir seit dem mit einem sehr netten und kompetenten Team umgesetzt.

IMSÜDEN.AT: Und wie schaut deine tägliche Arbeit so aus?

Gerald Knes: Da ist alles dabei, vom Grassamen kaufen bis zur Planung der nächsten 7 Jahre und wie wir uns da ausrichten werden. Die Sorgen, dass wir die Hecken schneiden müssen, wo Würfelnattern noch ihren Paarungsplatz haben, Gästebetreuung, Projekte wie im Moment zum Beispiel der BUSINESSBEACH, große Events wie Beach Volleyball Grand Slam oder Ironman. Da haben wir schon mal 10.000 – 12.000 Leute im Bad, innerhalb kürzester Zeit.

Businessbeach

IMSÜDEN.AT: Boah das sind ja ganz schön viele Wasserratten! Was ist so besonders an den Strandbädern der Stadtwerke Klagenfurt, was bietet ihr, dass so unglaublich viele Leute so gerne zu euch kommen?

Gerald Knes: Wir bieten wirklich ein Rundum-sorglos-Paket fürs ganze Jahr. Wenn du zum Beispiel eine Karte fürs Fitnesscenter kaufst, kaufst du gleichzeitig eine Saisonkarte fürs Strandbad mit. Wir wollen auch alle Wünsche der Kunden aktiv umsetzen, vor allem die Infrastruktur vor Ort verbessern. Es sind im Strandbad alle Mülltonnen schlampert herumgestanden, da haben wir gesagt, es gehört was G’scheites hin. Außerdem mehr Sitzgelegenheiten und Beschattungen, der große Spielplatz im Norden, der jetzt neu ist, ist rammelvoll jeden Tag. Wir wollen weiterwachsen und der Gast soll mitgestalten!

IMSÜDEN.AT: Das heißt, wenn ich eine Idee oder einen Wunsch habe, komm ich damit einfach zu euch.

Gerald Knes: Naja, sowas wie Ponyreiten machen wir halt nicht, das passt nicht – aber sogar diesen Vorschlag habe ich schon einmal gehabt (lacht).

IMSÜDEN.AT: Schade, so ein Streichelzoo am See wär doch mal was! Du weißt sicher noch andere lustige Storys, die über den Sommer in so einem großen Bad ja fast passieren müssen. Irgendeine Anekdote parat?

Gerald Knes: Die passieren nicht nur im Sommer! Mein blödester Einsatz war, als ich einmal zu Weihnachten, am 24. Dezember, um Mitternacht im Strandbad gestanden bin! Ein Mitarbeiter hat beim Einwintern der Anlage vergessen aus den Notrufsäulen auf den Bruckn die Batterien rauszunehmen. Also ist zu Weihnachten so um 11 auf’d Nacht jemand auf der Promenade spazieren gegangen – keine Ahnung, was der da wollte – und hat halt vor lauter fad den Notruf gedruckt! Oben am Gebäude gibts eine oranges Rundum-Leuchte, die hat dann bis Reifnitz rauf geleuchtet, mitten in der Nacht am Heiligen Abend! Die Polizei hat bald darauf angerufen und gefragt was das soll, dann bin ich um Mitternacht im Bad gestanden und hab den Notruf quittiert.

Strandbad Loretto

IMSÜDEN.AT: Das klingt ja alles nach einem Job, bei dem einem wirklich das ganze Jahr über nie langweilig wird! 

Gerald Knes: Ja, es passieren Dinge, die vergisst halt net so einfach. Du musst fast damit rechnen, dass du um 4 Uhr in der Nacht einen Anruf kriegst, von einem, der dir erzählt, da steht ein Motorboot auf der Bruckn. Im ersten Moment denkst du dir da: „Was isn jetzt los, sowas geht ja gar net“, fahrst dann aber trotzdem runter, schaust um halb fünf in einen wunderschönen frischen Sommermorgen und mitten auf der Bruckn steht ein fettes Motorboot! Also man muss mit allem rechnen – es gibt nix, was es net gibt!

IMSÜDEN.AT: Um Himmels Willen, da ist ja einiges los! Habt ihr auch Pläne für die Zukunft, oder lebt ihr im Hier und Jetzt?

Gerald Knes: Wir denken tatsächlich im Unternehmen viel nach, wo wir uns hinbewegen sollen. Eine große Herausforderung im Moment ist der Weiterbetrieb vom Hallenbad, das ja schon seit 20 Jahren so in Betrieb. Da gibt es teilweise massive technische Probleme, zum Beispiel haben wir gerade zur Probe Wasserleitungen herausgeschnitten. Es ist wirklich viel zu tun, da wird einem nicht langweilig.

IMSÜDEN.AT: Wird es dir manchmal zu viel, oder hast du mit dem Oberbademeisterposten deinen Traumjob im Süden gefunden?

Gerald Knes: Absolut. So einen Job musst du wirklich mögen, es ist definitiv kein Bürojob. Ich bin aber auch allgemein eher der Outdoortyp, ein Seepferdchen vielleicht (lacht). Für mich ist Freizeit das, was ich mache, mein Job. Also ist mein Job auch meine Freizeit, vor allem im Sommer. Das heißt aber nicht, dass es so nicht passt! Für mich ist es total stimmig und ich kann mir nichts Besseres vorstellen!

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