Interview
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„Wir holen keine abstrakten Marketingtheorien, sondern die Menschen hinter den Marken zum Festival!“

Am 8. Mai geht das zweite MARKETING ROCKSTARS FESTIVAL über die Bühne. Vorab waren wir Backstage bei MARKETING ROCKSTAR Liza Brandstätter zu Besuch, die uns erklärt hat, wie sie die geilsten Marken der Welt und deren Macher nach Graz holt, warum sie auf der Konferenz Schaukeln aufhängt und warum der DJ auf der Bühne nicht so wichtig ist wie wir geglaubt haben.

MARKETING ROCKSTARS Headquarter in 8020 Graz aka. Hipsterhausen. Die Aussicht vom Bürobalkon hin zum Schloßberg ist wahrlich rockstarwürdig. Im Büro selbst fühlt man sich eher Backstage und zwar kurz vor dem Gig… Es ist gerade Mittagspause, Nino der PR-Chef kocht sich was (kosten dürfen wir leider nicht, aber es riecht ganz gut), während Geschäftsführer Stefan stolz seine neu erstandenen Sneakers präsentiert. Sieht nicht gerade nach viel Arbeit oder gar Stress aus hier. Auch Liza Brandstätter selbst wirkt extrem entspannt als wir sie am Küchen/Konferenztisch antreffen. Das überrascht uns, denn in wenigen Tagen geht das zweite MARKETING ROCKSTARS F ESTIVAL über die Bühne und Liza ist die Hauptverantwortliche für das Projekt. Das spricht entweder für eine perfekte Organisation oder für ihre starken Nerven. Wir schätzen mal grob: In diesem Fall trifft sogar beides zu!

IMSÜDEN.AT:  Hallo Liza mit Z…, schreibt man das wirklich so?
Liza Brandstätter: Na klar oder glaubt ihr, das ist mein Gang-Name? (lacht)

IMSÜDEN.AT: Bei einem MARKETING ROCKSTAR hätten wir zumindest einen Künstlernamen erwartet, aber egal. Wie wurdest du ein Star?
Liza Brandstätter: (lacht) Ich warte eigentlich noch auf meinen Durchbruch. Aber so lange mache ich eben das hier und bin zumindest Marketing Rockstar… Nein, im Ernst. Ich hab BWL studiert, bin gerade bei der Masterarbeit, und habe schon nebenbei immer in größeren Konzernen im Marketing „g‘hackelt“, wie man so schön sagt. Und dann hab ich eines Tages einen MINI mit dem MARKETING ROCKSTARS Logo gesehen, das hat mir gefallen, ich hab mich bei den Jungs beworben und seither sind sie mich nicht mehr losgeworden.

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IMSÜDEN.AT: Also doch Castingshow, wie immer… Bei welchen Jungs?
Liza Brandstätter: Ja, die Firma haben Stefan Stücklschweiger und Thiemo Gillissen gegründet, und mitten im Teamaufbau, so Ende 2012, bin ich dann reingeplatzt. Wir waren damals 14 Leute, heute sind wir 8. Jedenfalls hat mir der Ansatz gefallen. Zusammen wollten wir nicht einfach nur Marketing bzw. Markenkommunikation machen, dafür gibt es in Graz eine ganze Reihe von wirklich guten Leuten, sondern wir wollten für die ganze Branche was tun, Impulse geben.

IMSÜDEN.AT: Also habt ihr gedacht, ihr macht die hundertste Marketingkonferenz und stellt einfach einen DJ dazu?
Liza Brandstätter: So ähnlich (lacht). Nein, wir waren auf vielen Konferenzen und haben schon gewusst, was uns gefällt. Aber der Ansatz vieler dieser Veranstaltungen ist einfach ein „trendy topic“ zu nehmen, zum Beispiel „Content-Marketing“ oder „Gamification“ oder was auch immer, und dann zu diesem Thema Speaker zu suchen, die was beitragen können. Denen wird dann gesagt: Du sprichst jetzt zwei Stunden zum Thema XY und das war‘s. Das kann gut funktionieren, kann aber auch erschreckend fad werden. Bei uns ist das anders…

IMSÜDEN.AT: Ja, ihr stellt einen DJ dazu, der zu spielen beginnt sobald es fade wird…
Liza Brandstätter: Nein, das ist nicht der Punkt. Wir holen Leute her und keine Themen. Uns ist es wichtig Menschen als Speaker zu haben, die inspirierende Persönlichkeiten sind und inspirierende Arbeit leisten. Und genau darüber sollen sie auch sprechen. Nicht zu irgendeinem Thema, das wir drüberstülpen, sondern zu dem was sie wirklich tun, was sie antreibt und wo ihr Herzblut drinsteckt. Das merkt man dann auch im Vortrag, der ist ja oft sehr mitreißend. Da ist es fast schade, wenn der DJ zu spielen beginnt, weil die 20 Minuten für den Vortrag vorbei sind…

IMSÜDEN.AT: Verstanden. Und was ist dann diese ACADEMY?
Liza Brandstätter: Das ist die zweite Schiene, neben dem Festival. Das ist eine sehr exklusive Akademie, wo die Rockstars von morgen von den Rockstars von heute lernen können. Die Plätze sind auf 15 pro Jahrgang reduziert und wir sieben da extrem aus. Im zweiten Jahrgang hatten wir schon 1.000 Bewerbungen… Das war nicht leicht.

IMSÜDEN.AT: Pfff…. 1.000 Bewerbungen für 15 Plätze… Ihr scheint etwas richtig zu machen.
Liza Brandstätter: Ja, ich glaube wir treffen einen Nerv. Die universitäre Ausbildung alleine reicht einfach nicht aus. Und auch wer es schafft nebenher noch praktisch im Marketing zu arbeiten, bekommt von den tatsächlichen Vorgängen oft nur wenig mit bzw. wird gar noch ausgebeutet. In der MARKETING ROCKSTARS ACADEMY haben 15 junge Talente zwei Semester lang die Chance von echten Praktikern in der Kleingruppe zu lernen. Und natürlich auch die Leute kennenzulernen und vielleicht mal bei ihnen zu arbeiten. Wann verbringst du schonmal Stunden mit dem Marketingmann von FREITAG oder DIESEL. Umgekehrt ist es natürlich auch für die Unternehmen nicht leicht die richtigen Leute zu finden. Schließlich sind gerade kreative Prozesse etwas sehr intimes, und da muss die Chemie im Team stimmen. Das können die Markenvertreter bei uns ausprobieren und sehen, wer zu ihnen passt. Also gewinnen alle Beteiligten.

IMSÜDEN.AT: Apropos Marken, es fällt auf, dass ihr immer die ganz großen am Start habt. BEN & JERRY‘S, DIESEL, ADIDAS, THE NEW YORK TIMES, TWITTER und, für uns besonders interessant: JÄGERMEISTER… Wie kommt ihr zu denen?
Liza Brandstätter: Meistens durch brutale Kaltaquise (lacht). Im Ernst, wir schreiben Mails, wir rufen an, wir nerven auf Facebook und sogar schon über What‘s App. Wir sind da gnadenlos hartnäckig, wenn wir einen interessanten Speaker im Auge haben. Und es funktioniert. Ich mein heuer leitet zum Beispiel auch Amir Kassai – Chief Creative Officer DDB Worldwide – eine unserer Masterclasses, den kriegst du nicht durch einen einfachen Anruf. Die Aufmerksamkeit der Top-Kreativen dieser Welt musst du dir hart erarbeiten, aber das macht natürlich auch viel Spaß, vor allem wenn er dann wirklich kommt!

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IMSÜDEN.AT: Also nervt ihr einfach?
Liza Brandstätter: Naja, ich würde eher sagen, wir stecken die Leute mit unserem Enthusiasmus an. Wir sind ja ein kleines Team mit einer innovativen Idee, hinter der wir alle zusammen stehen und für die wir alles geben! Und wir lassen die Speaker auch über ihre Arbeit reden, ohne ihnen ein Thema vorzugeben. Wir holen keine abstrakten Marketingtheorien, sondern die Menschen hinter den Marken zum Festival! Das taugt natürlich auch den Speakern.

IMSÜDEN.AT: Ihr sagt den Markenmachern also einfach: Du bist cool, komm her!
Liza Brandstätter: Ja, und „..was willst DU uns erzählen?“. Der hundertste Unternehmenspitch ist uns natürlich wurscht. Wir wollen anders sein und zum Kern der Sache. Daher ziehen wir das ganze auch mehr als Festival, denn als Konferenz, auf. Mit kurzen 20 Minuten Vorträgen die der DJ, auf dem ihr so rumreitet, dann auf angenehme Art beendet. (lacht)

IMSÜDEN.AT: Haben wir doch gesagt: Der DJ macht‘s!
Liza Brandstätter: Jaja, der hat‘s euch angetan. Aber ich glaub, es machen die 1.500 Besucher, die 65 Speaker und die vier Masterclasstracks. Wir sind ja schon so gut wie ausverkauft.

IMSÜDEN.AT: Was sind die Masterclasses genau?
Liza Brandstätter: Das sind kleinere Runden, die man sich eher Workshopartig vorstellen kann. Immer so ca. 50 Leute die in 40 Minuten mit dem Vortragenden etwas erarbeiten. Etwas intimer als die Keynotes im großen Saal, die einen Fokus auf 20-minütige, mitreißende Reden voller Inspiration legen. In den Masterclasses darf man auch zurückreden. Wir haben heuer ganz unterschiedliche Leute, zum Beispiel Martin AUER, der vom Rebranding seiner Bäckerei erzählt und das sehr greifbar schildern kann, oder Wirecard CEE, einen digital Paymentprovider, natürlich Amir Kassaei, und dann haben wir noch Scott Morrisen von DIESEL, dessen Masterclass unter dem Motto „Release your creative Motherfucker!“ steht… Da würd ich mich am liebsten selber einschreiben (lacht).

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IMSÜDEN.AT: Aber du wirst wohl kaum Zeit finden, schließlich managst du das ja alles, oder?
Liza Brandstätter: Naja, wir sind ein starkes Kernteam von 8-10 Leuten und haben beim Festival rund 100 super engagierte Volunteers rekrutiert. Ich habe also Glück! Aber natürlich gibt es viel zu tun. Ich freu mich aber jetzt schon auf den Moment, wenn ich in der Früh in der Halle stehen werde, die sich mit Menschen füllt. Wenn du fühlst: „Die kommen ja wirklich alle, und es taugt ihnen!“

IMSÜDEN.AT: Kein Wunder, dass es den Leuten taugt, bei eurem Programm und dem ganzen Drumherum…
Liza Brandstätter: Ihr meint schon wieder der DJ oder?

IMSÜDEN.AT: (lacht)
Liza Brandstätter: (lacht) Nein, wir wollen natürlich auch Gelegenheit zum Netzwerken geben. Das soll aber nicht so steif über die Bühne gehen, sondern hat eher Spielwiesencharakter. Daher haben wir eine Expo und auch verschiedene Gimmiks, wie etwas eine Carrera-Rennbahn, auf der die Speaker gegen das Publikum antreten können, oder Schaukeln usw. Außerdem haben wir natürlich noch eine Aftershowparty…

IMSÜDEN.AT: Now we‘re talking
Liza Brandstätter: Jaja, auch mit DJs von FM4 (Sebastian Schlachter, FM4 La Boum Deluxe, Wien), aber vor allem mit einer genialen Location am Schloßberg im DOM IM BERG und mit einer grandiosen Band: Loo & Placido aus Paris. Die machen „Smashing Dance Music“, oder Nino?
Nino Groß (mit vollem Mund): mhm
Liza Brandstätter: Na seht ihr. Was für euch! (lacht).

IMSÜDEN.AT: Natürlich kommen wir wieder gerne vorbei!Wie läuft’s eigentlich so mit euren Partnern?
Liza Brandstätter: Die sind genial, manche waren von der ersten Stunde an mit dabei und haben uns ihr Vertrauen geschenkt. Zum Beispiel hat der STANDARD von Anfang an an unsere Idee geglaubt und war schon Medienpartner, als das ganze noch ein dreiseitiges Konzeptchen war. Das hat uns damals viel Mut gemacht. Aber auch unserem Kaffee-Sponsor Johannes HORNIG sind wir zu großen Dank verpflichtet, er hält uns buchstäblich am Leben (lacht).

IMSÜDEN.AT: WAAAS ihr habt einen eigenen Kaffee-Sponsor? Das brauchen wir auch! Den werben wir euch ab. Wir sehen uns am 8. Mai in Graz.

(pix: Johannes WoukMARKETING ROCKSTARS FESTIVAL)


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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