Interview
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„Wir wollen die Bretter vor den Köpfen durchstoßen!“

Marko Haschej und sein Team holen am 20. September  „Ideas worth spreading“ nach Klagenfurt. Bei der zweiten TEDxKlagenfurt werden im Schloss Hallegg hochinteressante Speaker aus aller Welt, jeweils 18 Minuten lang, ihre grandiosen Ideen vorstellen und das Publikum inspirieren. Marko hat das bei uns schon vorab erledigt…

Ein Künstler geht kurzlebige Kunstwerke in den Schnee, ein Premierminister misst das Glück ganzer Bevölkerungen, ein Professor schickt einen Roboter als Urlaubsvertretung in den Hörsaal und eine Schauspielerin reimt sich die Motivation für eine ganze Generation zusammen. Das Motto ist heuer „Ethicpreneurs ahead!“ und es geht wie immer um „Ideas worth spreading“ aus Technik, Entertainment und Design, wenn am 20. September, ab 10 Uhr, im Schloss Hallegg, die zweite TEDxKlagenfurt über die Bühne geht. Marko Haschej ist einer der Organisatoren dieser Veranstaltung, bei der die Speaker genau 18 Minuten Zeit haben um ihre Idee rüber zu bringen. Diese 18 Minuten hat der Mann im IMSÜDEN.AT-Interview natürlich überzogen, aber das war‘s auch wert:

IMSÜDEN.AT: Hallo Marko, woher kommst du gerade?
Marko Haschej: Ziemlich direkt aus Bangkok, hab da einen Flieger verpasst und dann war‘s leicht stressig (lacht).

IS: Na fein, dass dich der Süden wieder hat. Normalerweise lebst du ja gar nicht hier, oder?
Marko Haschej: Stimmt. Ich bin nach Wien gezogen und arbeite dort an meiner StartUp-Idee, aber im Grunde bin ich eigentlich nur ziemlich viel unterwegs wegen TEDxKlagenfurt. Im März war ich in Vancouver, bei der originalen TED-Veranstaltung und auch jetzt in Bangkok, hab ich über 120 Stunden an TEDxKlagenfurt gearbeitet…

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IS: Ok. Lass uns kurz „Kennen Sie TED“ spielen:
Marko Haschej: (lacht) Naja, TED sollte man schon kennen – immerhin haben die im Jahr eine Milliarde Klicks auf ihrer Website. Aber im Grunde steht es für Technologie, Entertainment und Design und natürlich „Ideas worth spreading“ – das heißt soviel wie „Ideen, die man verbreiten sollte“. Es begann 1984 als Konferenz und ist heute einfach riesengroß und umspannt die ganze Welt. Es geht darum, dass gute Ideen in kurzen, kraftvollen Präsentationen von maximal 18 Minuten Länge, verbreitet werden. Das ist die Grundidee!

IS: Na schauen wir mal, ob du uns in unter 18 Minuten erklären kannst, was eine weltweite Ideen-Konferenz mit Klagenfurt zu tun hat…???
Marko Haschej: Das geht sich locker aus. Im Vorjahr haben wir mit einem engagierten Team von sechs Leuten die erste TEDx Klagenfurt im Schloss Maria Loretto über die Bühne gebracht. Wir waren damals auf 100 Teilnehmer begrenzt und damit auch sehr schnell ausverkauft. Heuer haben wir im Schloss Hallegg schon 300 Plätze und es gibt noch einige Tickets.

IS: Zwischenfrage: Wofür steht das x in TEDx?
Marko Haschej: Zwischenfragen sind bei den TED-Talks zwar eigentlich nicht erlaubt, aber ok: TEDx bedeutet nur, dass es sich nicht um die eigentliche TED-Konferenz handelt, bei der ich im März war, sondern um eine, von einem externen Veranstalter veranstaltete. Aber zurück zum Thema: Durch die TEDx-Brand kommt man ziemlich günstig zu ziemlich spannenden Speakern, denn ein Prinzip von TED ist es, dass die Speaker ohne Gage auftreten. Wir haben zum Beispiel heuer den Vice President of Corporate Strategy von IBM oder den ersten Premierminister von Bhutan im Programm, der den Gross National Happiness Index mitentwickelt hat, sowas wie das Bruttosozialprodukt für Glück. So einer würde natürlich viel Geld kosten, bei TEDx tritt er gratis auf.

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IS: Deine 18 Minuten sind bald um…
Marko Haschej: Jaja, kein Stress. Jedenfalls ist unser Thema heuer „Ethicpreneurs ahead!“ und wir haben dazu tolle Speaker im Programm. Zum Beispiel die berühmte Julia Engelmann, die ja mit ihrem „Eines Tages“-Poetry-Slam das halbe Internet verzückt und zum Nachdenken angeregt hat.

IS: Ah, jetzt wird‘s interessant, unattraktiv ist die Dame ja auch nicht gerade…
Marko Haschej: Mhm… na wenn ihr so oberflächlich seid, dann wird euch Prof. Henrik Schärfe gefallen. Der hat einen Roboter gebaut, der genauso aussieht wie er und den er auch schon mal für sich unterrichten lässt, ohne das die Studis was mitkriegen (lacht).

IS: Touché. Aber das spricht jetzt nicht gerade für die Vortragskünste des Herrn Professor, wenn das auch ein Roboter kann…
Marko Haschej: Ich hab ihn schon erlebt, glaubt mir, der reißt euch mit. Ich freu mich übrigens auch ganz besonders auf Simon Beck. Der Mann GEHT mit seinem GPS-Gerät riesige Skulpturen in den Schnee und ist generell ein irrsinnig inspirierender Typ.

IS: Auch jemand aus dem Süden dabei?
Marko Haschej: Klar, zum Beispiel Matakustix oder Heimo Hammer. Grundsätzlich ist es unser Ziel interessante Ideen in den Süden zu bringen und zusätzlich regionalen Projekten und Speakern eine Plattform zu bieten. Wir wollen einen guten Mix finden…  Außerdem: Für die guten Ideen vor Ort gibt‘s ja euch (lacht).

IS: Schleimer (lacht)!
Marko Haschej: (lacht) Jaja. Nein, wir haben auch einen Messebereich, wo wir Kärntner Aussteller haben werden. Der Bereich ist auch dafür da, um nach den Talks zu networken und so ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung soll ja auch dem Süden was bringen!

IS: Guter Ansatz! Was bringt das Ding dem Süden?
Marko Haschej: Naja, wir alle im Team kommen ja von hier, auch wenn wir mittlerweile teilweise in Wien arbeiten.  Der  „Brain-Drain“ nach Wien ist natürlich ein großes Problem und TEDxKlagenfurt ist ein Versuch dagegen zu halten. Wir wollen internationale Ideen hierher bringen und so vielleicht einige Bretter vor den Köpfen durchstoßen. Für uns persönlich ist es ja auch nicht ausgeschlossen wieder zurück in den Süden zu kommen. Ist ja traumhaft schön hier…

IS: Wer seid IHR überhaupt?
Marko Haschej: Wir sind ein gemeinnütziger Verein und ein Team mit ca. 20 Leuten. Alexander Mann, Marko Lach, Matej Certov, Florian Schauer-Bieche, um nur einige zu nennen. Es wäre auch nicht möglich, solch eine Konferenz alleine auf Beine zu stellen und ich bin sehr froh über das Engagement und die Begeisterung aller Teammitglieder. Wir haben uns im Vorjahr die „kleine“ Lizenz von TED gesichert und heuer sind wir größer, eigentlich dreimal so groß, und planen schon fürs nächste Jahr.

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IS: Und wie bist du dazu gekommen?
Marko Haschej: Ich bin in Eberndorf geboren, hab in Klagenfurt Info-Management und BWL studiert, aber daneben immer viel gearbeitet. Ich war unter andrem bei iLab und hab mich im Bereich Webmarketing und Social-Media umgetan, auch in Wien und sogar in San Francisco. In dieser Zeit haben sich mir viele Wege eröffnet. Deshalb würd ich auch jedem raten, so viel wie möglich neben dem Studium zu arbeiten und Projekte zu realisieren – nur studieren alleine ist zu wenig.

IS: Deine Lebensgeschichte wollten wir nicht hören… wie kamst du zu TEDx?
Marko Haschej: (lacht) Dachte bei IMSÜDEN.AT ging‘s um Lebensgeschichten? Na gut, jedenfalls bin ich durch meine Tätigkeiten irgendwann beim SGZ, dem slowenischen Wirtschaftsverband in Kärnten gelandet und habe dort EU-Projekte, unter anderem auch mit der Jugendabteilung SGZmladina, umsetzen dürfen. Und daraus ist dann in gewisser Weise TEDx Klagenfurt entstanden. Wir haben im Mai des Vorjahres mit der Orga begonnen, heuer hatten wir schon etwas mehr Vorlaufzeit, zum Glück…

IS: Also habt ihr schon alles unter Dach und Fach für den 20. September?
Marko Haschej: Im Großen und Ganzen schon. Wir haben mit dem Schloss Hallegg eine Top-Location. Wir beginnen um 10 Uhr und haben dann um die 14 Vorträge, eingeteilt in vier Sessions zu jeweils 1,5 Stunden. Dazwischen gibt‘s längere Pausen, damit die Leute den Messebereich besuchen können und sich auch etwas erholen können, denn so ein TED-Talk ist natürlich geballte Info und gibt einiges zu denken. Das muss man erstmal verarbeiten. Nach so einem Tag sind alle immer ziemlich fertig…

IS: Braucht ihr noch was? Können wir was tun?
Marko Haschej: Na klar: „Spread the idea“ eben, wir suchen immer neue Partner und Sponsoren und es gibt auch noch Tickets zu kaufen.

IS: Gut, dann stellen wir das mal ins Internet!
Marko Haschej: Gute Idee! Dieses Internet soll ja ganz praktisch sein. (lacht)

pix: Johannes Wouk & TEDxKlagenfurt


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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