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„Man muss es ja nicht gleich übertreiben!“

Michaela Juvan hat Sport zu ihrem Beruf gemacht und hält mit ihren SEEKIDS und SEESPORTS den halben Wörthersee fit. Jetzt will sie den Sportaspekt auch im Tourismus stärker herausarbeiten und hat deshalb ein sportliches Seeopening in Pörtschach am Start.

Wir treffen Michaela Juvan im, noch geschlossenen, Parkhotel Pörtschach. Rund um uns wird die MAD-MEN-mäßige Einrichtung aus den späten Sechzigern auf Hochglanz poliert, werden Polstermöbel schamponiert und das Personal eingeschult. Schließlich ist demnächst Seeopening. Auch daran ist „Michi Juvan“, wie sie hier alle nennen, nicht ganz unschuldig. Die zweifache Mutter und ehemalige Staatsmeisterin im Wakeboarden hat nämlich nicht nur die „SEEKIDS“, ein sportliches Sommercamp rund um’s Parkhotel am Start, sondern auch beim Pörtschacher Seeopening die Finger mit drin. Wie und wo genau erzählt uns das sympathische Energiebündel dann am Balkon der „Captains-Suite“ mit bestem Blick über ihr sportliches „Reich“ und überredet auch gleich die ganze Redaktion zum Training. Aber alles der Reihe nach.

IMSÜDEN.AT: Hallo Michaela, was machst du im Süden?
Michaela Juvan: Hauptsächlich bin ich sportlich im Süden. So könnte man das zumindest zusammenfassen (lacht).

IMSÜDEN.AT: Ja, wir schwitzen schon, wenn wir nur daran denken, was du alles machst. Erzähl uns, wie man so eine Sportskanone wird!
Michaela Juvan: Keine Ahnung, hat sich einfach so ergeben. Ich bin in Klagenfurt aufgewachsen und zur Schule gegangen. Dann hab ich begonnen in Innsbruck Sport zu studieren. Allerdings war ich da mehr am Berg als auf der Uni. Da hat das Studium etwas gelitten (lacht). Nebenbei hab ich immer schon viel Sport gemacht und fast alles was ich angefangen habe, hab’ ich bald auch extrem betrieben. Wakeboarden und Snowboarden zum Beispiel.

IMSÜDEN.AT: Also bist du selber ein echtes „Seekind“, wie man so sagt?
Michaela Juvan: Absolut! Ich hab schon sehr früh in einer Wasserskischule am See gearbeitet, einer meiner Chefs war übrigens euer Business-Blogger Pauli Tiefling (lacht), und so bin ich zum Wakeboarden gekommen und da war ich dann 2002 auch die erste weibliche österreichische Staatsmeisterin.

IMSÜDEN.AT: Und wer hat dich dann 2003 entthront?
Michaela Juvan: Lilly, meine Älteste (lacht). Da war ich nämlich schwanger und konnte meinen Titel natürlich nicht verteidigen.

IMSÜDEN.AT: Also hast du dir gedacht, mach’ ich eine KITA am See auf?
Michaela Juvan: Na geh, eine klassische Kindertagesstätte sind die SEEKIDS aber wirklich nicht! Aber das Ganze hat sich natürlich mit dem Kindersegen, wie man so sagt, entwickelt. Ich war schon mit 15 Tennislehrerin und habe vielleicht das Talent Menschen Sport beizubringen. Meine Masterarbeit hat sich dann um Kinder im Leistungssport gedreht und nun mache ich seit mehr als 10 Jahren Sportprojekte.

IMSÜDEN.AT: Wie sind die SEEKIDS dann also entstanden?
Michaela Juvan: Ich hatte ursprünglich eine Tennisschule in Krumpendorf und war Sporttrainerin hier im Parkhotel in Pörtschach, daneben hatte ich zwei kleine Kinder und das war im Sommer ziemlich heftig. Ich meine, die Kids haben 9 Wochen „frei“ und das ist für die Eltern zusätzlicher Stress, denn die arbeiten ja trotzdem. Es geht also zum Beispiel nicht, dass die Eltern ihre Kinder von der Tennisstunde zum Wasserski bringen und dann weiter zum Fußballtraining. Also hab ich die SEEKIDS gemacht.

IMSÜDEN.AT: Was macht die SEEKIDS aus?
Michaela Juvan: Wir haben alle Sportarten innerhalb von 200 Metern. Ganz einfach. Wasserski, Wakeboard, Segeln, Beachvolleyball, Tennis, Schwimmen, Fußball und so weiter. Wir haben sogar einen Kindergarten für die SEEZWERGE von drei bis sechs Jahren, wo sie richtig schwimmen lernen. Denn jedes Kind am Wörthersee sollte richtig schwimmen können! Von sechs bis zwölf Jahren haben wir dann die SEEKIDS und ab 12 Jahren die SEETEENS.

IMSÜDEN.AT: Das bedeutet, die Eltern geben ihre Kinder bei euch ab und die werden dann den ganzen Tag bespaßt?
Michaela Juvan: Die machen Sport und lernen was! Ab sieben Uhr früh kann man die Kinder bringen und um 17 Uhr ist aus. Wir haben sogar einen Shuttleservice nach Klagenfurt und Villach. Wir bieten Halbtags- und Ganztagsbetreuung an, je nachdem wie die Eltern wollen. Vormittag geht’s richtig zur Sache, da gibt’s ein ziemlich straffes Programm und es arbeiten viele Sportstudenten bei uns als Trainer. Das sind sehr beliebte Sommerjobs. Zu Mittag wechselt dann das Team und wir haben eher Pädagogen und Profis aus dem Gesundheitsbereich am Start. Dadurch, dass wir viele junge Trainerinnen und Trainer haben, sind wir auch bei den Sporttrends immer am Puls der Zeit. Viel vom Programm entsteht bei uns im Team, wir bauen schon mal einen Flying Fox oder nehmen Bogenschießen spontan ins Programm auf, wie letztes Jahr.

IMSÜDEN.AT: Und das alles hier im Umkreis des Parkhotels in Pörtschach?
Michaela Juvan: Genau. Hier haben wir die Tennisplätze, nebenan das Strandbad, zwei Wasserskischulen und auf der Wiese vor dem Hotel bauen wir eine richtige kleine Zeltstadt für die Kids auf. Für’s Schlechtwetter haben wir sogar ein Hallenbad, eine Tennishalle und einen Turnsaal. Hier betreuen wir um die 100 Kinder die Woche in Kleingruppen von ca. acht Kindern. Wir beschäftigen bis zu 40 Trainer in der Saison und unsere Klientel besteht zu 80% aus Einheimischen und zu ungefähr 20% aus Touristen.

IMSÜDEN.AT: Also ein richtiger Wirtschaftsfaktor
Michaele Juvan: Genau. Ich glaube generell, dass wir hier in Kärnten auch touristisch eine gute Chance mit einer Positionierung im Sportbereich haben. Wir haben eine wunderschöne Landschaft, in der man alle Breitensportarten betreiben kann. Wir haben außerdem ein flächendeckendes Golf- und Tennisplatznetz, sowas gibt’s sonst selten. Wir haben jetzt auch die ersten Mountainbike-Strecken rund um den See.

IMSÜDEN.AT: Jaja, schön is’ schon, aber warum sollen wir unbedingt alle schwitzen im Urlaub?
Michaela Juvan: (lacht) Faules Pack (lacht). Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Mein Ansatz ist eher die Gesundheitsförderung. Mit SEESPORTS gehe ich zum Beispiel in Betriebe und schaue mir an, wie es den Leuten geht, analysiere das und gebe Ratschläge. Mit manchen Firmen geh’ ich sogar einmal in der Woche ein wenig trainieren, damit sie mal rauskommen aus dem Büro. Und einen ähnlichen Ansatz verfolge ich hier in Pörtschach mit dem sportlichen Seeopening am ersten Maiwochenende.

IMSÜDEN.AT: Sagen wir ja, wir müssen schwitzen
Michaela Juvan: Müsst ihr nicht, aber könnt ihr (lacht). Wir wollen hier vom 1. bis 3. Mai die Tourismus-Saison sportlich eröffnen. Ich bin mir sicher, Pörtschach und der ganze See haben da eine super Chance mit einer Positionierung im Gesundheitssportbereich, natürlich nicht im extremen Leistungssport. Da haben wir ein tolles Angebot und das wollen wir hier an der Pörtschacher Seepromenade präsentieren. Einerseits gibt es neun Workshops, für die man sich anmelden muss und die auch was kosten. Da kann man dann bei Profis, wie der Beachvolleyballerin Eva Fleig, in verschiedene Sportarten schnuppern: Rudern, Segeln, Mountainbike-Touren usw. Da ist für jeden was dabei.

IMSÜDEN.AT: Klingt echt anstrengend
Michaela Juvan: Hört auf zu meckern. Ihr müsst ja nicht mitmachen. Rundherum gibt’s nämlich auch einen Messebereich, wo sich die verschiedenen Sport- und Tourismusanbieter präsentieren können. Dazu gibt’s ein Rahmenprogramm von ASKÖ, ASVÖ und Sport Union rund um aktuelle Sport- und Gesundheitstrends. Es gibt auch Zubehör und Kleidung zu kaufen usw. Das Rahmenprogramm ist natürlich gratis. Am Abend gibt’s dann am 1. Mai einen Film von Gerald Salmina und am 2. Mai eine Diskussion mit Kärntner Olympioniken und dann auch noch eine Party im Anna W.

IMSÜDEN.AT: Wie? was? Party? Da sind wir dabei! Da kennen wir uns aus!
Michaela Juvan: Das dacht’ ich mir schon (lacht)! Dann könnt ihr die auch gleich promoten.

IMSÜDEN.AT: Machen wir! Was tust du im Gegenzug für uns?
Michaela Juvan: Ich nehm‘ euch die Angst vorm Sport. Wir wär’s wenn wir täglich gemeinsam Sport machen, immer was anders…

IMSÜDEN.AT: Wir bekommen gerade etwas Angst
Michaela Juvan: Kein Sorge, wir müssen ja keine Rekorde brechen. Wir treffen uns einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort mit lauter Gleichgesinnten, gehen laufen, mountainbiken, Tennis spielen o.Ä. und danach gemeinsam auf ein Bier. So wie euer AfterWork… nur halt mit Sport.

IMSÜDEN.AT: Ein „AfterWorkOut IMSÜDEN.AT“ praktisch?
Michaela Juvan: Ja, super Name! Gekauft. Das ziehen wir durch! Hopp! Hopp! (lacht)

IMSÜDEN.AT: Ok, ok Frau Trainerin… wir gehen schon mal die Laufschuhe suchen!

Von Wouk

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