Interview
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„Ich bin für’s Handgreifliche zuständig“

Was kaum jemand weiß, der Wiener Kultclub PRATERSAUNA hat sich von Beginn an südliches Know-How gesichert und den Feldkirchner Bruno Scherr als First Employee verpflichtet. Wenn er nicht gerade in Sachen Champions League durch Europa reist, macht Bruno im hauptstädtischen Hipsternest die Technik und was sonst noch so anfällt. Am letzten Maiwochenende fährt er dann nach Poreč und geht mit „electronic music on vacation“ beim LIGHTHOUSEFESTIVAL 2015. Da fahren wir natürlich gerne mit…

Das LIGHTHOUSEFESTIVAL findet heuer schon zum dritten Mal von 29.-31. Mai am LANTERNA-Areal bei Poreč statt und bringt die besten internationalen Acts der Elektro-Szene in den Süden. IMSÜDEN.AT war schon im Vorjahr live dabei und hat sich gleich in das perfekte Urlaubsfestival verliebt. Festivalness auf höchstem Niveau. Heuer fahren wir natürlich wieder hin, weil WILL & DELOKI spielen und weil wir jetzt Bruno kennengelernt haben. Und das ging so:

IMSÜDEN.AT: Hallo, wie heißt du und was machst du im Süden?
Christoph „Bruno“ Scherr: Ich heiß’ Christoph, aber alle nennen mich Bruno. Ich komm aus dem Süden, aber ich mach hier nix. Außer vielleicht das LIGHTHOUSEFESTIVAL in Poreč.

IMSÜDEN.AT: Na das fängt ja gut an. Wieso sagen die Leute Bruno zu dir? Bist du ein Problembär?
Christoph „Bruno“ Scherr: (lacht) Manchmal vielleicht. Nein, ich bin in Feldkirchen aufgewachsen, mein Papa war dort Fußballtrainer und heißt Bruno. Also war ich natürlich der kleine Bruno und das ist irgendwie hängengeblieben. Obwohl ich jetzt schon ein recht großer Bruno bin. (lacht)

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IMSÜDEN.AT: Gut. Dann hätten wir das geklärt. Jetzt zu dem was du tust. Du bist ja Gründungsmitglied der PRATERSAUNA in Wien. Wie das?
Christoph „Bruno“ Scherr: Ich bin dort sowas wie der First Employee, eigentlich war ich sogar schon Employee, da gab’s noch gar nix zu employen (lacht). Ich bin nach der HAK zum Bundesheer und war dort fünf Jahre Sanitäter. Zum Schluss in Wiener Neustadt. Da ich aber nicht von einem Kaff ins andere ziehen wollte, habe ich in Wien gelebt und dort Hennes und Stefan, die PRATERSAUNA-Gründer kennengelernt. Beim Fortgehn, eh klar.

IMSÜDEN.AT: Also „a b’soffene G’schicht“?
Christoph „Bruno“ Scherr: Sowieso. War glaub’ ich im Flex. Das war damals fast der einzige Club mit gutem Elektro. Also haben die zwei Jungs dann begonnen die „WURSTSALON-Partys“ zu veranstalten und ich hab’ halt geholfen.

IMSÜDEN.AT: WURSTSALON-PARTYS? wtf?
Christoph
„Bruno“ Scherr: (lacht) Das waren so halb-illegale OFF-Location-Partys in alten Lagerhallen, Arsenalen und einmal in einer türkischen Hochzeitshalle, das war geil (lacht)! Man hat sich angemeldet, dann hat man eine SMS mit einem Codewort bekommen und musste zurückrufen um die Location zu erfragen. Damals hat der Oliver Koletzky bei uns Telefondienst gemacht, heut’ ist er ein Top-DJ. Naja, und einmal haben wir eben eine solche Party in der alten PRATERSAUNA gemacht…

IMSÜDEN.AT: Und da hat es euch so gut gefallen, dass ihr geblieben seid?
Christoph „Bruno“ Scherr: So ähnlich. Ich muss dazu sagen, ich war immer nur Mitarbeiter von Hennes und Stefan. Die haben alles Finanzielle und Organisatorische gecheckt. Und als Hennes mich dann angerufen hat und meinte: „Wir machen aus der PRATERSAUNA was, bist dabei?“, da war ich natürlich sofort dabei. Dann haben wir das Ding umgebaut…

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IMSÜDEN.AT: Und was ist dein Job in der Sauna?
Christoph „Bruno“ Scherr: Ich bin für’s Handgreifliche zuständig.

IMSÜDEN.AT: Türsteher?
Christoph „Bruno“ Scherr: Fast (lacht). Ich mach’ die Technik in der Sauna und schau das in der Nacht nicht die Hütte abbrennt und alles gut läuft. Hennes und Stefan führen die Geschäfte und machen das super!

IMSÜDEN.AT: Scheinbar. Immerhin ist die „Sauna“ ja recht angesagt.
Christoph „Bruno“ Scherr: Sagt man noch „angesagt“? (lacht)

IMSÜDEN.AT: ähhhh… IMSÜDEN.AT schon (lacht).
Christoph „Bruno“ Scherr: Na gut. Dann eben angesagt (lacht). Ja, es läuft gut. Aber mittlerweile gibt es auch schon eine richtige Elektro-Clubszene. Wir haben 2009 begonnen. Mittlerweile gibt’s ja auch schon die „Grelle Forelle“, das Chaia Fuera war auch mal da, die „AUSLAGE“ hat umgebaut und die „KANTINE“ ist am Start.

IMSÜDEN.AT: Sagt man noch „am Start“?
Christoph „Bruno“ Scherr: Bei uns in der Sauna schon (lacht).

IMSÜDEN.AT: Also fristest du dein Leben in der Sauna, schlägst dir mit dem ganzen nachtaktiven Pack die Nächte um die Ohren und siehst selten die Sonne?
Christoph „Bruno“ Scherr: Nein, das würd‘ ich nicht aushalten. Da wirst du ja verrückt. Ich bin auch noch alle zwei Wochen Aufnahmeleiter bei den Champions-League-Übertragungen von PULS4. Da flieg’ ich am Montag weg und komm’ am Mittwoch wieder zurück. So ein kleiner Städtetrip hilft zwischendurch. Ist halt oft Madrid, aber was soll’s (lacht).

IMSÜDEN.AT: Och, du Armer… Und weil du in Madrid und in der Sauna nicht genug Sonne abkriegst, habt ihr das LIGHTHOUSEFESTIVAL erfunden?
Christoph „Bruno“ Scherr: So circa. Hennes und Stefan von der PRATERSAUNA haben nach einer neuen Herausforderung gesucht und vor ca. 3 Jahren durch Zufall beim Privaturlaub die Halbinsel Lanterna gefunden. Kroatien ist als Festivalmarkt am boomen und bis jetzt hauptsächlich in der Hand von UK-Promotern. Relativ schnell war uns dann allen klar, dass das Potential grenzenlos ist.

IMSÜDEN.AT: Was ist das Konzept?
Christoph „Bruno“ Scherr: Ja, der Slogan „electronic music on vacation“ trifft’s eigentlich eh perfekt. Die PRATERSAUNA packt die Österreichische und Deutsche Elektro-Szene zusammen und fährt im Frühling nach Poreč um den Sommer einzuläuten. Mit internationalen Top-Acts und entspannter, fast schon familiärer Atmosphäre.

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IMSÜDEN.AT: Das Festival ist aber nicht die übliche „Gatschhüpferei“ oder?
Christoph „Bruno“ Scherr: Nein, wir haben Bungalows und Zimmer in verschiedenen Kategorien. Ältere Semester wie ich schätzen einen Balkon mit Meerblick, ein weiches Bett, einen Kühlschrank für’s Bier und vor allem eine Dusche (lacht). Hat schon richtigen Erholungswert, das LIGHTHOUSE. Wir wollen sogar schon Kinderbetreuung anbieten immerhin gibt es ja schon ein erstes Festivalbaby.

IMSÜDEN.AT: Tja, das kommt eben raus, wenn man Duschen und weiche Betten hat (lacht). Was sind die musikalischen Highlights?
Christoph „Bruno“ Scherr: Einfach alle! Im Ernst. Wir haben ein geniales LineUp. Wenn ich unbedingt wen rauspicken muss, dann ist DJ KOZE natürlich immer ein Highlight und ich persönlich freu’ mich auf den ACID PAULI im NATURE PLAYGROUND, unserer OFF-Location-Party am Festival. Aber das Partyboat oder die Grelle Villa sind natürlich auch top. Rollerdisco haben wir auch wieder… Ach, ich freu mich schon!

IMSÜDEN.AT: Sicherlich auch auf die IMSÜDEN.AT-Haus-und-Hof-DJs WILL&DELOKI?
Christoph „Bruno“ Scherr: Na klar, es wird schön ein paar gute Leute aus der Heimat am Festival zu haben, damit man sieht, es kommt was nach in der Kärntner Elektro-Szene. Der WOLFRAM wird ja auch auflegen.

IMSÜDEN.AT: Wie sehen eure Zukunftspläne aus?
Christoph „Bruno“ Scherr: Wir können sicher noch größer werden, das LANTERNA-Areal hat Platz für 5.000 Leute in den Zimmern und es gibt auch noch Hütten und Campingplätze. Aber wir wollen uns langsam jedes Jahr ein wenig steigern. Heuer sind wir schon so gut wie ausverkauft, also sollten die Leute schnell noch reservieren…

IMSÜDEN.AT: Und deine persönlichen Aussichten?
Christoph „Bruno“ Scherr: Momentan sieht’s ja ganz gut aus (lacht). Aber irgendwann plane ich schon Familie und Kinder im Süden, also eine Heimkehr…

IMSÜDEN.AT: Dann machen wir aus dem Klagenfurter Hallenbad eine PRATERSAUNA
Christoph „Bruno“ Scherr: (lacht) Schau ma mal. Zuerst sehen wir uns mal beim Wald-Gig von HVOB am LIGHTHOUSE. Dann sehen wir weiter…

11251438_436383459863656_1969807243_n(PIX: Johannes Wouk bzw. LIGHTHOUSE)

 


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Johannes Wouk
Johannes Wouk hat studiert. Er hat aber auch gearbeitet. Heute ist er selbstständig, schreibt und macht was mit Kommunikation. Für IMSÜDEN.AT ..
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