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Pure Fadenfreude mit Marie Lenoble

Upcycling im Süden pt.I: Unsere LAUTSTARK(e) Lucia Schöpfer hat Marie Lenoble und ihre Upcycling-Mode-Labels HIMMEL, ARSCH UND ZWIRN & ROTZ PIPPE im PopUpStore der Kreativwirtschaft Klagenfurt besucht und aus einem alten Wollkleid eine neue alte Wolljacke geschneidert, oder zumindest dabei zu geschaut wie Marie das macht und Kaffee geschlürft.

Endlich Zeitumstellung! Endlich abends richtig früh dunkel und damit kein schlechtes Gewissen, wenn man nach der Arbeit die späten Stunden des Tages zu Hause verbringt. Ich freue mich über den Herbst, weil ich wieder Zeit finde für mein liebstes Hobby: Handarbeiten.

Zirbenkissen, Glockenröcke, Pudelmützen und Topflappen – in den dämmrigen Stunden der kalten Jahreszeit lässt sich so einiges Praktisches und auch Sinnfreies – definitiv aber Schönes – herstellen. Was dabei von bewundernden Laien oft übersehen wird: Das kostet. So ein selbstgestrickes Mützchen mit der richtigen Wolle kann es preislich mit dem H&M-Modell nur schwer aufnehmen. Als Kostenkrämerin bin ich nun auf die Idee des Upcyclings gekommen, Nähen nach dem Prinzip „aus alt mach neu“. Dabei werden die Stoffe von alten, verbrauchten Kleidungsstücken aufgetrennt und zu Neuen zusammengewürfelt.

Mentorin und Lehrerin im Sinne des Upcyclings: Marie Lenoble. Die Lebenskünstlerin aus Villach hat im Oktober mit ihrem Labels „Himmel, Arsch und Zwirn“ und „Rotz Pippe“ im PopUp Store  der Anlegestelle in Klagenfurt gastiert.

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Marie ist ein Quirlkind. Auf dem selbst gezimmerten Holztisch  im kühlen Raum serviert sie mir Kaffee und plaudert über Klagenfurt und das Dasein als Künstlerin. Auch wenn sie sich nicht unbedingt als solche fühlt. Marie arbeitet impulsiv. Hat sie eine Idee, setzt sie sich an ihre rot gepunktete alte Pfaff-Nähmaschine und probiert aus, bis der Schnitt passt. So fertigt sie Einzelstücke zu bezahlbaren Preisen. „Wer hat schon was davon, wenn man für einen Pulli 150 Euro zahlen muss. Bei mir kostet der eben nur 50 Euro, dann darf sich aber auch niemand beschweren, wenn ein Ärmel vielleicht einen Zentimeter länger ist als der andere.“

Um nette Einzelstücke zu bezahlbaren Preisen anbieten zu können, greift Marie auch immer wieder auf alte Klamotten zurück. Besonders alte Kleidungsstücke für Herren weiß sie geschickt umzumodeln: Da wird aus einem Hemd schnell ein neuer Schal und aus eine alte Hose eine Handtasche mit integrierter Außentasche.

Ich kann mir immer noch nicht so ganz vorstellen, wie das laufen kann und freue mich beim donnerstäglichen “Over and Over Pullover” vorbeikommen zu können. Dabei lädt Marie ein, alte Wollpullis mit in den PopUp-Store zu bringen. Zusammen wird dann analysiert, was sich daraus machen lässt.

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Ich bringe ein altes Wollkleid mit, ein unglückliches Geschenk, das ich nie getragen habe. Mit nachdenklichem Blick betrachtet Marie das Kleid, während ich den angeboteten Kaffee schlürfe. “Vielleicht kann man daraus ein Jäckchen nähen”, werden wir uns einig. Ich bin begeistert, wie nach ein paar Schnitten und einem mutigen Drauflos-Nähen ein Kleidungsstück entsteht, dass sich sehen lässt.

“Das probieren wir einfach aus”, meint Marie. Den Mut, so nehme ich mir vor, will ich auch öfters aufbringen. Ein Kleidungsstück, das unberührt im Schrank hängt, das braucht niemand. Das nächste Werbe T-Shirt soll kein nie angezogenen Schlaf-Shirt werden. Was daraus wird, weiß ich noch nicht. Bei Marie habe ich aber gelernt: Optimistisch drauf los. Perfektionismus ist überbewertet, wird schon was Nettes dabei rauskommen.

 

pix: Lucia Schöpfer


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Lucia Schöpfer
  Lucia Schöpfer | Mag ihre bayerische Heimat und dass Kärnten der so ähnlich ist | IMSÜDEN immer da, wo’s was ..
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